Geschichte in Bildern – Barbara Yelins „Irmina“ und Geschichtsschreibung im Comic

Cover: Barbara Yelin: Irmina, Berlin, Reprodukt, 2014 © Reprodukt/ Yelin mit freundlicher Genehmigung
Cover: Barbara Yelin: Irmina, Berlin, Reprodukt, 2014 © Reprodukt/ Yelin mit freundlicher Genehmigung

Cover: Barbara Yelin: Irmina, Berlin, Reprodukt, 2014 © Reprodukt/Yelin

Mitunter helfen falsche Aussagen viel besser, das Wesentliche zu verstehen. „Nichts ist verloren – wenn Du es erzählst“, titelt ein Flyer des „Jugendforum denk!mal 2016“;[1] Deutsche Jugendliche sind aufgefordert, Projekte zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu entwickeln. Ohne hier auf das Vorhaben selbst einzugehen, ist augenfällig, dass diese Behauptung nicht stimmt. Das Leben der ermordeten Jüdinnen und Juden, die Jugend und Gesundheit der Zwangsarbeiter_innen, die von den Deutschen niedergebrannten Dörfer und zerstörten Städte – das alles ist verloren, unabhängig davon, ob Jugendliche heute darüber sprechen oder nicht. Ohne es zu wollen, fasst der Slogan das Paradigma einer Gedenkkultur zusammen, in der nicht das (Ver-)Schweigen, sondern das Reden Gebot der Stunde ist: nicht als Trauer oder Nachdenken über das Verlorene, sondern als Strategie zur Harmonisierung des Jetzt-Zustands.

Das gilt auch für ein in den letzten Jahren populär gewordenes Genre: die Familienerzählung. Man erinnere sich an die Wellen, die noch in den 1990er-Jahren die erste Wehrmachtsausstellung schlug, die es wagte, in aller Öffentlichkeit einen Zusammenhang zwischen den bundesdeutschen Familiengeschichten und dem Nationalsozialismus zu benennen.

[...]

Quelle: https://www.visual-history.de/2016/02/16/geschichte-in-bildern-barbara-yelins-irmina-und-geschichtsschreibung-im-comic/

Du magst vielleicht auch