Christoph Nonn - Zwölf Tage und ein halbes Jahrhundert
Es gibt zahlreiche Geschichten des Kaiserreichs, so dass es durchaus Sinn macht, über eine grundlegende Strukturierung nachzudenken, vor allem, wenn man nicht den Anspruch hat, diese Geschichte in allen Facetten umfassend, sondern etwas leichter verdaulich zu gestalten. Christoph Nonns strukturierendes Element ist es, sich zwölf Tage in dem halben Jahrhundert Existenz des Kaiserreichs herauszugreifen und an ihnen exemplarisch Elemente dieses widersprüchlichen Staates aufzugreifen. Dieses griffige und etwas populäre Konzept heißt aber nicht, dass der Band deswegen auf wissenschaftlichen Anspruch verzichten würde und müsste. Nonn ist ein Experte für sein Fachgebiet, der die Lesenden in einer leichter verdaulichen Weise an seinem Kenntnisreichtum teilhaben lässt.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2026/01/rezension-christoph-nonn-zwolf-tage-und.html

Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist, wie bereits in Magnus Brechtkens Einleitung deutlich gesagt wird, ein Prozess, der niemals abgeschlossen sein wird. Die jüngsten Debatten um die Vergleichbarkeit des Holocaust etwa mit den Kolonialverbrechen oder die Forderung nach einem Schlussstrich und einem Ende der Aufarbeitung weisen von zwei Enden des politischen Spektrums auf die weiterhin bestehende Relevanz des Themas hin, die durch stets weitere historische Forschungsarbeit wie etwa die Auftragsarbeiten der Behörden (die, ihrerseits nicht unproblematisch, im Buch beleuchtet werden) untermauert wird. Doch nicht nur neue Erkenntnisse sollen im Zentrum des Bands stehen, sondern die Frage, wie der Holocaust rezipiert wird, sowohl in Deutschland als auch darüber hinaus. Zu diesem Zweck versammelt das "Kompendium" zahlreiche Aufsätze von Fachwissenschaftler*innen. So leitet Brechtken in den ersten Abschnitt, "Einführende Perspektiven", ein.



