November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Folke Brodersen,
Allgemein.
Kirstin Mertlitsch umreißt mit ihrer Dissertation einen Ausgangspunkt für die (Neu-)Formulierung feministischer und queerer Philosophie. Einer universellen männlichen „ratio“ stellt sie das Konzept der Begriffspersonen gegenüber. Das Denken an diesen entlang und durch sie geschehe in Körperlichkeiten und Gesellschaft situiert, zugleich durch Wissen wie durch Affekte. Die Alltagspraxen der Begriffspersonen visieren zugleich neue Horizonte eines Anders-Werdens an, womit sie zugleich affizierend und gestaltend auf die Leser_innen wirken. Mertlitsch arbeitet die ‚Denk-Bewegungen‘ der ‚Sister‘, des ‚Nomadic Subject‘, der ‚New Mestiza‘, der ‚Cyborg‘ und der ‚Drag‘ heraus und analysiert die von ihnen ausgehenden Transformationen epistemologischer Prozesse.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1211
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Lisa Krall,
Allgemein.
Die beiden Autor_innen Zülfükar Çetin und Heinz-Jürgen Voß sehen es als notwendig und dringlich an, zu diskutieren, inwiefern ‚der Homosexuelle‘ vermehrt als Diskursfigur für westliche Hegemonie fungiert, und dies nicht nur aufgrund von Instrumentalisierungen, sondern auch aus der eigenen Beteiligung an herrschenden Diskursen. Befragt wird hier eine auf den ersten Blick nicht als privilegiert geltende Gruppe nach ihrer Einbettung in Herrschaftsverhältnisse. Dabei werden die beiden titelgebenden Schlagworte Sichtbarkeit und Identität immer wieder aufgegriffen und in unterschiedlichen Kontexten betrachtet. Wer vom Umfang des Buches auf eine knappe Abhandlung mit Einführungscharakter schließt, liegt falsch und wird vielmehr mit einer komplexen Analyse und dichten Argumentation konfrontiert.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1213
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Katja Hericks,
Allgemein.
Wie stellen heterosexuelle Paare mittels Heiztechnologie sich und ihr Zuhause als aufeinander bezogene Einheiten her, ist die Frage, welche die Autorin mithilfe eines spannenden qualitativen Zugangs auf der Grundlage von Grounded Theory und Situationsanalyse beantwortet. In ihrer Untersuchung beschreibt sie zum einen die Verlaufskurve dieses Konstruktionsprozesses, zum anderen die technologischen, symbolischen und Wissens-Ordnungen im Sinne des prozessualen Ordnens nach Strauss, in welchen Paarförmigkeit, home making, (un)doing gender und Technik interagieren. Geschlechter-, paar- und techniksoziologische Erträge ergeben sich aus dem konsequent dynamisierten konstruktionstheoretischen Zugang.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1215
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Ruth Isser,
Allgemein.
Kathrin Baumstark bearbeitet das Motiv „Der Tod und das Mädchen“ anhand der im Spätmittelalter und der in der Frühen Neuzeit entstandenen bildenden Kunst Hans Selbald Behams, Hans Baldung Griens und Niklaus Manuel Deutschs. Dabei bezieht sie zeitgenössische Denkmodelle über Tod, Sterben und postmortale Existenz mit ein und kristallisiert damit die Konstruktion von Geschlechterrollen heraus. Dabei geht sie mit der von ihr ausgewählten Literatur kritisch um und bezieht in ihre Argumentation auch verschiedene Perspektiven und Diskurse mit ein.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1216
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Christian Hammermann,
Allgemein.
Der von Sabine Hark und Paula-Irene Villa herausgegebene Sammelband analysiert die öffentlichen Angriffe auf Gender Studies und Gender Mainstreaming, die unter dem Begriff Anti-Genderismus auftreten und verhandelt werden. Die einzelnen Beiträge untersuchen Themen und Methoden des anti-genderistischen Diskurses, seine Akteur_Innen und gesellschaftlichen Bedingung. Dabei entwerfen sie ein sehr kohärentes Porträt dieser Politiken, das allerdings von einer weiteren Untersuchung der gesellschaftlichen Bedingungen und intersektionalen Bezüge zu anderen Ressentiments profitieren würde.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1217
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Christoph Lorke,
Allgemein.
Der Sammelband hat das vielschichtige Verhältnis von Armut und Geschlecht zum Thema. Indem aktuelle wie vergangene Problemfelder betrachtet und pluridisziplinär historische, theologische, psychologische, literatur-, sprach-, sozial- und kulturwissenschaftliche Zugänge eingenommen werden, beleuchten die Autorinnen und Autoren ganz unterschiedliche Facetten dieser Relation und ihrer mannigfachen Verschränkungen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bewertung, Wahrnehmung und Deutung weiblicher (und männlicher) Armut sowie auf deren Einbettung in zeitgenössische Kontexte, Denkweisen und Kategorienbildung sozialer Ungleichheit.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1219
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Marcus Felix,
Allgemein.
Sexuelle Bildung ist und war schon immer eine umkämpfte Disziplin der Pädagogik. Dabei ist die aktuelle Erregung um diese als Reaktion auf die fortschreitende Pluralisierung von Lebensentwürfen und die Liberalisierung von Normen und Werten zu verstehen, auf die eine diversitätsbewusste Sexualpädagogik in ihren Konzepten Bezug nimmt, die aber von ultrakonservativen, fundamentalistischen und rechtsradikalen Gruppierungen angegriffen werden. Diese Gemengelage nehmen die Autor_innen zum Anlass, um ausgewählte in der Kritik stehende Inhalte einer sexualfreundlichen Bildung zu besprechen und die Argumentationsmuster der Kritiker_innen zu verdeutlichen. Damit trägt der Band zur (Re-)Kontextualisierung und Versachlichung einer hochemotionalen Auseinandersetzung über sexuelle Bildung bei.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1214
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Sandra Folie,
Allgemein.
Juliane Witzke untersucht am Beispiel von Judith Hermanns Œuvre (1998–2014) die paratextuellen Inszenierungsstrategien der Gegenwart. Ihre Monographie schließt nicht nur eine Forschungslücke im Hinblick auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Autorin, sondern bereichert auch die methodologische Fachdiskussion innerhalb der Literaturwissenschaften; ihr Analyseinstrumentarium ist vielseitig einsetzbar. Eine besondere Stärke der Untersuchung stellt zudem die umfassende Berücksichtigung medialer Veränderungen (z. B. Leser_innen als Kritiker_innen) dar. Die immer wieder angesprochenen Genderaspekte – insbesondere die Interpretation von Hermanns gewandelter Strategie als erfolgreiche Inszenierung von ‚Natürlichkeit‘ – hätten stellenweise einer eingehenderen gendertheoretischen Reflexion bedurft.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1223
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Inga Nüthen,
Allgemein.
Der Sammelband befasst sich mit Stand und Stellenwert der Diskussion um Geschlecht in der politischen Bildungsarbeit, mit dem Ziel, zu einer Aktualisierung der Debatte um geschlechterreflexive Bildungsarbeit beizutragen. Diesem Fragenkomplex gehen die Autor*innen aus theoretischer und bildungspraktischer Perspektive nach. Dabei räumen sie der konkreten Praxis politischer Bildungsarbeit viel Platz ein und liefern eine spannende Diskussionsgrundlage für theoretisch informierte Praxisreflexionen und praktisch informierte Theoriebildung. Die darin liegenden Widersprüche bilden erfrischenderweise den Ausgangspunkt und nicht den Endpunkt des Bandes.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1212
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Veronika Springmann,
Allgemein.
Der Sammelband umfasst 18 Beiträge, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der LGBTIQ*-Geschichte auseinandersetzen. Vermittelt wird so ein Einblick in unterschiedliche Projekte und die Komplexität einer LGBTIQ*-Geschichte. Leider kommt dabei die Perspektive lesbischer Frauen zu kurz. Der damit verbundene Zusammenhang zu hegemonialen Wissensproduktionen wird leider nicht problematisiert. Damit wird die Chance vertan zu fragen, welche epistemologischen Implikationen überhaupt erst verändert werden müssten, um LGBTIQ*-Geschichten in der akademischen Welt schreiben zu können.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1220
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