November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Torsten Mergen,
Allgemein.
Die Germanistin Kerstin Böhm untersucht am Beispiel zweier Jugendbuch-Reihen mediale Entwicklungstendenzen, die sich gegenseitig beeinflussen: Einerseits verändert sich der Markt der Kinder- und Jugendliteratur strukturell durch die wachsende Präsenz von Medienverbünden. Kaum ein Bestseller erscheint solitär in Buchform, komplementär werden häufig auditive, audiovisuelle oder grafische Begleitprodukte mitgeliefert. Anderseits ist damit aus Marketinggründen eine offensive geschlechtsspezifische Adressierung verbunden, die klar erkennbare Zielgruppen durch den Einsatz von Stereotypen, Markierungsstrategien und geschlechterbasierten Mythen zur Steigerung der kommerziellen Verwertbarkeit anvisiert.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1238
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Sina Arnold,
Allgemein.
Der jüdische Fabrikdirektor Leo Frank wurde 1915 von einem Mob angloamerikanischer Männer gelyncht, nachdem er des Mordes an einer jungen angloamerikanischen Arbeiterin für schuldig befunden wurde. Kristoff Kerl zeigt durch eine intersektionale Analyse, wie sich im Laufe der Affäre, die als bekanntestes Beispiel antisemitischer Gewalt in den USA gilt, vormalige Versatzstücke zu einem kohärent antisemitischen Weltbild zusammenfügen. Hintergrund dazu waren Krisenwahrnehmungen in den Südstaaten seit Ende des Bürgerkriegs: Industrialisierung, Urbanisierung, die Sklavenemanzipation und die Zunahme weiblicher Lohnarbeit interpretierten Angloamerikaner auch als Angriff auf ihre Männlichkeit. Der Kampf gegen den Juden Frank wurde zum Kampf für die Wiederherstellung der hegemonialen Geschlechterordnung.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1235
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Diana Baumgarten,
Allgemein.
Mit dem vorliegenden Buch wird erstmals eine systematische methodologische Einführung des Paarinterviews als eigenständige Interviewform innerhalb der empirischen Sozialforschung vorgelegt. Die Autorinnen arbeiten gründlich heraus, worin der zusätzliche Erkenntnisgewinn von Paarinterviews liegt. Durch die Konzeption als Lehrbuch werden zudem die konkreten Arbeitsschritte für die Durchführung solcher Interviews vorgestellt. Damit liefert das Buch insgesamt einen sehr fundierten sowie verständlichen und anwendungsorientierten Zugang zu dieser Methode.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1236
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Judith von der Heyde,
Allgemein.
Gökçen Yüksel untersucht das Verhältnis von Raumordnungen und Geschlechterordnungen und greift dafür auf 26 Interviews mit jungen Frauen aus der türkischen Provinz Hatay zurück. Sie zeigt auf, dass Raumordnungen aus einem komplexen Zusammenwirken gesellschaftlicher Regulierungen und Alltagspraktiken resultieren. Sie rekonstruiert die vergeschlechtlichten Ordnungen, die für die jungen Frauen praktische Einschränkungen und Regulative bedeuten. Es wird deutlich, dass die Frauen selbst diese Regulative und Vorgaben problematisieren und ebendiese Auswirkungen auf ihr Handeln haben.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1243
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Verena Hucke,
Allgemein.
Der vorliegende Sammelband ist das Ergebnis einer Konferenz, die 2014 an der Universität Innsbruck stattgefunden hat und kritisiert aus seiner postkolonial-feministischen Perspektive zentrale Auslassungen der Migrationsforschung, wie die Unterbelichtung von Geschlecht und Sexualität, das Ignorieren intersektionaler Diskriminierungserfahrungen, den Eurozentrismus, die Befangenheit der Migrationsforschung durch den methodologischen Nationalismus sowie die Negierung der Agency von Migrant_innen und der migrationsgesellschaftlichen Realität europäischer Staaten. Diese Auslassungen werden anhand verschiedener disziplinärer und theoretischer Zugänge thematisiert. Unter anderem finden sich Beiträge aus der Soziologie, Geschichtswissenschaft und Medienwissenschaft, die einen guten Überblick über derzeitige Debatten innerhalb der gendersensiblen Migrationsforschung geben.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1240
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Heike Mauer,
Allgemein.
Die Autorinnen des Bandes zeichnen den Wandel von Gleichstellungspolitiken und Hochschulpolitik anhand beispielhafter Projektstudien nach und konzentrieren sich dabei auf Hochschulen im Allgemeinen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung in Deutschland, bisweilen richtet sich der Blick auch auf das europäische Ausland. Anhand empirischer Beiträge wird aufgezeigt, welche Bedeutung der Hochschulebene für die normative Bewertung der Veränderungsprozesse zukommt, ohne dass jedoch die Ebene der Strukturen verloren geht. Somit gelingt den Autorinnen ein aktueller und lesenswerter Einblick in den Stand der Diskussion über Gleichstellungsgovernance an den Hochschulen.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1244
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Veronika Springmann,
Allgemein.
Die Kulturwissenschaftlerin Katharina Karcher setzt sich in dieser Studie mit militanten feministischen Aktionsformen auseinander, vor allem mit Blick auf Aktionen gegen den § 218 und Gewalt gegen Frauen sowie auf transnationale feministische (Solidaritäts-)Kampagnen. Einer ihrer Schwerpunkte liegt dabei auf der Gruppe ‚Rote Zora‘.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1239
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Naomie Gramlich,
Allgemein.
Der Sammelband beinhaltet sozialwissenschaftliche Beiträge, die auf kritische Weise die Theorieströmungen des Neuen Materialismus zum Thema haben, indem diese mit marxistisch-materialistischen Feminismen gegengelesen werden. Dabei zeichnet sich die Forderung ab, die neomaterialistischen Theorien stärker genealogisch in die feministische Theorie des Ökofeminismus und der kritischen Wissenschaftstheorie einzubetten. Anhand der heterogenen Annäherung an Materie und Materialität werden grundsätzliche Fragen nach der feministischen Praxis und Theorie adressiert und damit indirekt der Umgang mit innerfeministischen Differenzen angesprochen.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1242
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Folke Brodersen,
Allgemein.
In ihrer Dissertationsschrift betrachtet Bärbel Schomers das Verhältnis von Diskriminierung und Emanzipation innerhalb lesbischer, schwuler und trans* Lebensweisen. Im Anschluss an historische Schlaglichter von der Spätantike bis zu aktuellen Menschenrechtsverhandlungen fokussiert sie Praxen des Coming-out. In sechs Interviews betrachtet Schomers ein Prozessmodell aus innerer Selbstfindung, Adressierung signifikanter Anderer und öffentlicher Darstellung. Dabei setzt sie die mikrologische Herstellung von Sichtbarkeit und die Einschreibung in eine makrologische soziale Bewegung gleich. In der Rezension wird herausgearbeitet, wie aus dem unklaren Diskriminierungsbegriff ein dominantes Konzept der Emanzipation abgeleitet wird, welches das Individuum vollständig vereinnahmend politisiert.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1250
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November 30, 2020, 8:30 p.m.,
Sahra Dornick,
Allgemein.
Im vorliegenden Sammelband werden aus einer intersektionalen und postkolonial-feministischen Perspektive globale Diskurse, Politiken und Praktiken zu Klimawandel kritisch dahingehend beleuchtet, inwiefern sie Geschlechterverhältnisse als Macht- und Herrschaftsverhältnisse sowie vergeschlechtlichte Attributionen, Risiken und Verletzlichkeiten als relevante Determinanten sozialer Realität berücksichtigen. Die Beiträge bieten nicht nur einen profunden Überblick über aktuelle Debatten der gendersensiblen Klimawandelforschung, sondern erhellen aus verschiedenen disziplinären und theoretischen Perspektiven auch die (ungenutzten) Potentiale der Geschlechterperspektive bei der Entwicklung von gesellschaftlichen Lösungen zur Verringerung des Emissionsausstoßes und zur Anpassung an die Klimaerwärmung.
Quelle: https://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1249
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