Translation in Ireland: Historical and contemporary perspectives
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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14781700.2020.1751261?ai=15d&mi=3fqos0&af=R
Thinking with Excerpts: John Locke (1632–1704) and his Notebooks
Abstract
In his “Méthode nouvelle,” an anonymous article in the Bibliothèque universelle of 1686, John Locke described his way of collecting excerpts in notebooks and retrieving relevant entries. The well‐known practice of entering textual passages in commonplace books sits uneasily with Locke's criticism of received opinion and authority. Is it possible that he used any of these notes to think with? I suggest that the conditions for this were provided by Locke's interactions with some of his notes, including those which recorded observations, testimonies and experiments. As well as labelling excerpts and other notes with topical Titles, Locke sometimes added precise bibliographical citations, transferred material across notebooks, interpolated his own signed reflections and queries, and (eventually) dated entries.
Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bewi.201900024?af=R
Excerpts in a Time of Untruth, or Voltaire’s Practice of Excerpting and the Rehabilitation of Justice
Abstract
In the history of scholarly practice, Voltaire stands out among eighteenth‐century authors for his critical attitude towards erudite reading habits. His contempt for the “compilateurs” is a radical expression of the Enlightenment desire to write free of the traditions and burdens of the past. His famous interventions in Ancien Régime court cases are also emblematic of the action‐oriented philosophy of the period. This article investigates the role played in the case of the Chevalier de La Barre by documents that Voltaire called “excerpts.” The case was the last Voltaire was involved in and concerned a young man, charged with blasphemy, who was eventually beheaded and burnt in 1766, Voltaire's Dictionnaire philosophique portatif (1764) nailed to his torso. With reference to two texts in particular—Relation de la mort du chevalier de La Barre (1766) and Le Cri du sang innocent (1775)—I focus on Voltaire's practice of excerpting from the court transcripts and on their specific role in his fight for the rehabilitation of the victims.
Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bewi.201900029?af=R
Von der Philosophie‐ zur Sozial‐ & Wirtschaftsgeschichte. Zwei Varianten des Exzerpierens beim jungen Marx
Abstract
This article investigates forms of excerpting and their variations as used by Marx. It compares two convolutes of excerpts from the early period of Marx’ work. The first form of excerpting is represented by the “Hefte zur epikureischen Philosophie” (1839/40), which Marx originally created for his dissertation. These booklets aim to reconstruct the history of post‐Aristotelian classical philosophy, with Epicurus at its centre, from fragments and testimonies of third authors, which themselves are often excerpts from excerpts. A second variant is represented by the so‐called Gülich‐excerpts (1846/47), an extensive source collection of economic history. These excerpts later served as a comprehensive and easily accessible basis for the Contribution to the Critique of Political Economy that Marx was already planning at that time. Both variants of excerpts are analysed with regard to the source‐critical method and the acquisition of knowledge in the situation of the new formation of philosophical, social and economic history. This allows for the in‐depth examination of the self‐reflexive practice of excerpting and to shed light on the constitutive tension between copying, critical selection, commentary and autonomous text production.
Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bewi.201900027?af=R
Antifaschismus oder nicht? Eine nötige Entscheidung
#Antikommunismus
Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes« macht klar: Politisch ist es an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen: Antifaschismus oder antikommunistischer Verfassungsschutz.
»Ob Sozialdemokraten oder Kommunisten, ob Christen oder Freimaurer, Juden oder Atheisten, im Antifaschismus gehören sie alle zusammen. Es darf für jene, die gemeinsam in den Konzentrationslagern gelitten und gekämpft haben, es darf für die, die ihren Spuren folgen wollen, keine Berührungsängste geben. […] Weimar ging verloren, der demokratische Ansatz scheiterte auch, weil in der Demokratie die Arbeiterbewegung nicht einig war. […] Meine Damen und Herren, die Erfahrung des Widerstandes gegen den Nazismus sagt uns, wir müssen zusammenstehen, auch dort, wo wir unterschiedliche Auffassungen haben.« Diese Sätze wurden 1983 in einer Eröffnungsrede des Bundeskongresses der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) 1983 in Hamburg gesagt – ein Appell für einen Antifaschismus, der Kommunist*innen einschließt und aufgrund der historischen Erfahrungen eine parteiübergreifende Einheit gegen Rechts forderte.
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Diese Rede dürfte bis heute bei Teilen des Verfassungsschutzes die Alarmglocken klingeln lassen. Sie ist ein Beispiel, wie absurd die jahrzehntelange Jagd des Geheimdienstes auf die VVN ist. Deren Charakterisierung als angeblich »linksextrem« oder »linksextrem beeinflusst« begründen die Dienste seit Jahrzehnten fast gleichlautend – ungeachtet aller politischen Veränderungen. Der Vorwurf: Die VVN vertrete einen Antifaschismus unter Einbeziehung von Kommunist*innen – und das nicht nur in ihren Bekenntnissen, sondern eben auch organisatorisch. Die Organisation sei letztlich Vorfeld der Partei, der Antifaschismus nur Mittel zum Zweck. Früher einmal zur Durchsetzung der Interessen der Sowjetunion und der DDR, heute … tja, wofür eigentlich? Für die Interessen einer Kleinstpartei, der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP)? Oder für den Kommunismus an sich? Dass der Antifaschismus den Behörden, die der Extremismus-Theorie anhängen, an sich schon fragwürdig erscheint, kommt hinzu. Der Antikommunismus, der gut ohne Kommunismus auskommt, ist Kern der Argumentation seit Ende der 1940er Jahre – und er ist die Grundlage dafür, dass der antifaschistischen Organisation nun in Berlin die Gemeinnützigkeit entzogen wurde.

Warum zeigt diese zitierte Rede exemplarisch die Absurdität der Geheimdienst-Praxis? Ganz einfach: Die Rede hielt Klaus von Dohnanyi (SPD), damals erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg. Seit 1950 führte der Geheimdienst im Stadtstaat die VVN als verdächtiges »Beobachtungsobjekt« – eben mit jener Begründung, die seit Jahrzehnten vorgetragen wird: Zusammenarbeit mit Kommunist*innen, Antifaschismus und Nähe zur DKP. Ob der Dienst also damals seinen obersten Dienstherren auch beobachtet hat? Zumindest wurde der Kongress ausdrücklich im Verfassungsschutzbericht des Bundes aufgeführt. Und ob der Dienst auch die Aussagen von von Dohnanyi notiert hat? Denn die von ihm geforderte Zusammenarbeit mit Kommunist*innen im antifaschistischen Gedenken und im Kampf gegen rechts und sein Auftritt bei einer Organisation, die auch DKP-Mitglieder in führenden Positionen und als Redner auf dem Kongress hatte, dürfte alle Vorbehalte der Spitzel erfüllen. Die »Zusammenführung von Sozialdemokraten und Kommunisten, von Christen und Liberalen, von Grünen und Alternativen«, das galt dem Amt als verdächtig. Fast wortgleich wie ein zitierter VVN-Funktionär hatte von Dohnanyi in seiner Rede für ein Bündnis von Sozialdemokrat*innen, Kommunist*innen und Christ*innen geworben.
Auf dem Kongress hielt ein weiterer Sozialdemokrat ein Grußwort, der damalige Vorsitzende der Jusos, Olaf Scholz. Er ist heute Bundesfinanzminister und Vize-Kanzler. Er plädierte dafür, »dass es für die Zukunft keinerlei Unvereinbarkeit zwischen der Mitgliedschaft in der VVN und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands« mehr geben dürfe. Scholz sprach über den »gemeinsamen Kampf« von Sozialdemokrat*innen und VVN und lobte das Motto des Kongresses: »In der Tradition des antifaschistischen Widerstandes – gemeinsam für den Frieden«. Es enthalte »verbindliche Aussagen […] für die demokratische Bewegung in diesem Lande«.
Unter Finanzminister Olaf Scholz wurde der VVN nun die Gemeinnützigkeit entzogen. Man muss ihm zugutehalten, dass er auf eine Änderung des Steuerrechts drängt, die politische Betätigung von Vereinen erlaubt – für attac oder Campact. Um jedoch im Fall der VVN eine Lösung zu erreichen, braucht es mehr, nämlich das Ende der Beobachtung des Verbandes durch den Geheimdienst. Neben Bayern führte bis 2011 noch Baden-Württemberg die VVN in den Berichten auf. Allerdings ist die VVN weiterhin »Beobachtungsobjekt« einer Reihe von Verfassungsschutzämtern. Zurecht steht nun Bayern in der Kritik, da dort die VVN noch immer im öffentlichen Bericht an den Pranger gestellt wird. Doch auch andere Länder – zum Beispiel das sozialdemokratisch regierte Hamburg – führen die VVN weiterhin als »Beobachtungsobjekt«. Auch wenn die Auflösung des Verfassungsschutzes die einzig richtige Antwort wäre, sollte doch in einem ersten Schritt die SPD in der Bundesregierung und den Ländern dafür sorgen, die VVN endlich als »Beobachtungsobjekt« zu streichen. Die Geschichte verlangt das – so, wie Klaus von Dohnanyi es schon 1983 gesagt hat.
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Plagiieren als wissenschaftliche Innovation? Kritik und Akzeptanz eines vor drei Jahrhunderten skandalisierten Plagiats im Zeitalter der Exzerpierkunst
Abstract
The paper reconstructs the tension between the then emerging approach of emphasising authorial innovation and the traditional learned practice of adapting and reusing existing texts, which was cultivated in the early modern ars excerpendi . In 1717, a case of plagiarism occurred in the midst of a new historiographical genre (Reichshistorie ) and attracted much attention. Complementing existing scholarship on early modern theories of plagiarism, the examination focuses on how learned communicative practice treated plagiarism. Contrary to the norm established in the discourse on plagiarism, the plagiariser and his work were not excluded from the respublica literaria . Instead, the case became part of academic memory, and was itself frequently reported in a plagiaristic manner. In closing, a comparative glance at the juridically‐based treatment of a current case of plagiarism (a politician's dissertation of 2009) is taken. The paper argues that the contradiction between the theoretical norm and the actual eighteenth‐century management of plagiarism resulted from the familiarity of unmarked „copying“ in pre‐modern scholarly practice. The paper shows that early modern learned culture, although characterised by Steven Shapin as a „moral economy,“ neither felt compelled to impose its crucial ethical norm in a case of open non‐conformance, nor did it consistently observe this norm for routine processes.
Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bewi.201900028?af=R