August 13, 2019, 4:17 p.m.,
nSuzanne Marchandn,
Allgemein.
Abstract
This essay investigates the origins and assesses the advantages and disadvantages of the new field known as Wissensgeschichte from the perspective of an American intellectual historian. It argues that while some historians of science may be ready to embrace a new identity as “historians of knowledge,” this terminology remains baggy and invites facile applications of Foucauldian theory. The essay concludes with the hope that the “history of knowledge” approach may instead open up new avenues for conversation and collaboration between historians of science and ′garden variety′ historians.
Manche Zusammenhänge lassen sich besser durch Analogien erklären – die merkwürdige Begeisterung von Neonazis für Oberbekleidung mit brachialen Symbolen oder Aussagen gehört dazu. In der Natur tragen Wespen und Hornissen auffällige Farben zur Warnung, womit Feinden Ungenießbarkeit und Wehrhaftigkeit signalisiert werden, das Gegenteil von Tarnung. Die Warntracht bei subkulturellen Neonazis ist das Zurschaustellen oder Vorgeben der eigenen Gewaltbereitschaft. Indem sich der Träger als Gefahr für das Gegenüber ausweist, verschafft er sich mehr Präsenz.
Kleidung als Zeichen der Gesinnung In den späten 1980er Jahren begann in der Naziskinhead-Szene der Trend, T-Shirts mit Bandmotiven zu tragen. Meist waren es Nachdrucke der entsprechenden LP-Covers oder von Konzertplakaten. Zur Inszenierung des Nazi-Rocks gehört neben brutalen und simplen Texten auch eine entsprechende Bildsprache: Wehrmachtspanzer, Kampfflugzeuge und Waffen. Neben historischen Motiven finden sich gewalttätige Darstellungen von Molotow-Cocktails, Schlagringen, Stahlkappenstiefeln und Baseballschlägern, die der eigenen oder vermeintlichen Realität entsprechen. Weniger häufig sind Personen abgebildet, und wenn, dann sind es Soldaten, Klansmänner oder Skinheads. In den 1990er Jahren wurden T-Shirts mit Logos und Symbolen insgesamt populärer. Ästhetisch näherten sich die Neonazis den Hooligans an. Neben den üblichen »Landser«-, »Störkraft«- und Rudolf-Heß-T-Shirts wurde der Kampfhund, ursprünglich Zeichen der englischen Fußballszene, zur Ikone. Neonaziversände gründeten eigene Marken wie »Dobermann Deutschland« oder »Staffbull Department«. Doch dem multikulturellen Markenführer »Pit Bull« aus Frankfurt oder »Amstaff« aus Berlin konnten die rechten Marken nie ernsthaft Konkurrenz machen. Kampfhunde sind eben nicht wie die Waffen der Wehrmacht explizit von rechts besetzt. Die englische Skinheadszene demonstriert seit jeher ihre Nähe zum Boxen, das als klassischer Working-Class-Sport perfekt zur »männlichen« Identität passt. »Lonsdale«, ehemaliger Sponsor von Muhammad Ali, ist die bekannteste Skinheadmarke. Bei Naziskins wurde »Lonsdale« auch deshalb so beliebt, weil bei geöffneter Bomberjacke die Buchstabenfolge »NSDA« (vor allem in Deutschland) als Anspielung auf die »NSDAP« umgedeutet werden konnte. Die Marke kann als frühes Beispiel dafür gesehen werden, wie Neonazis subkulturelle Codes als Erkennungszeichen der Gesinnung nutzen. »Lonsdale« und auch »Pit Bull« distanzieren sich von rassistischen KäuferInnen und beliefern auch entsprechende HändlerInnen nicht mit Ware.
Neue Marken mit Kampfsportbezug Mit dem Siegeszug der Mixed Martial Arts (MMA) in Deutschland etablierten sich auch neue, eigene Kampfsportmarken. MMA gilt als hart, kompromisslos und brutal. Durch ein Übertragungsverbot im Fernsehen haftete diesem Sport zumindest anfänglich das Image des Illegalen und Grenzüberschreitenden an. Entsprechend aufgeladen war das Tragen der MMA-Kleidungsmarken »Tapout«, »Full-Contact Fighter« und »Hitman«. Diese Marken waren in Europa bis etwa 2010 nur schwer erhältlich. Die deutsche Neonaziszene begeisterte sich von Anfang an für den Free Fight, das heißt die MMA. Entsprechend schnell tauchten bald T-Shirts mit Kampfsportbezug in der Szene auf. Im Unterschied zum Organisieren von Sportveranstaltungen ist das Bekleidungsgeschäft deutlich lukrativer und finanziell risikoärmer – auch deutsche Neonazis witterten hier ein Geschäftsmodell. Es gab mehrere Versuche von bekannten Neonazis, eigene Free-Fight-, MMA- oder Kampfsport-Bekleidungsmarken zu etablieren. Eine der ersten kam 2007 aus Gera: Der langjährige Kader der NPD und »Kameradschaft Gera«, Jörg Krautheim, versuchte sich recht erfolglos mit »Attack Sports«. Bei einigen Sportmarken ist der Werdegang diffus, »Walhall Athletik« beispielsweise behauptet von sich: »Der tägliche Kampf mit sich selbst und einer verdorbenen Welt spendet die nötige Innovation für unsere Produkte (…). Disziplin und eiserner Wille sind für uns ein Lebensgefühl geworden, um auch die schwierigsten Zeiten zu meistern.« Eindeutiger ist die erfolgreichste Kampfsportmarke aus der Nazi-Szene »Label 23-Boxing Connection«, in Cottbus gegründet. Der ehemalige Inhaber der Marke ist ein bekannter Neonazi, Hooligan und Kickboxer aus Cottbus. »Label 23« bewegt sich mit seiner sportlichen Streetwear-Bekleidung und Gewalt-Ästhetik am Schnittpunkt zwischen Kraft-, Kampfsportszene und rechtem Hooligan-Milieu. Ähnlich wie »Thor Steinar« ist das Design zwar kompatibel mit einer rechten Lebenswelt, aber eben nicht eindeutig genug, um im Alltag anzuecken. Dadurch konnte sich die Marke über die rechte Szene hinaus verbreiten. Andere Marken wie »Greifvogel Wear«, »Black Legion«, »Svastone« oder »Pride France« sind bisher weniger erfolgreich. Eine Sonderstellung nimmt »White Rex« aus Russland ein: In Deutschland noch nicht etabliert, aber in Russland bereits enorm populär. Die antifaschistische Kampagne »Runter von der Matte« hat weitere extrem rechte Kampfsportmarken auf ihrer Homepage aufgelistet und beschrieben.
Messer mit Blutspritzern Interessant ist, dass diese Labels grafisch die Darstellungen der Neonaziszene mit denen des Sports mischen. Es finden sich hier Motive, die Waffen zeigen, Runen, Wikinger, Soldaten, schwarze Sonnen und Ähnliches, die bewusst mit den Motiven des Sportes kombiniert werden. Kein professioneller Athlet würde ein mit Messern und Blutspritzern bedrucktes T-Shirt tragen. In internationalen Nazikreisen hingegen ist es ein beliebtes Motiv, das mehrere eindeutige Marken anbieten. Doch auch hier gilt das Gleiche wie für die Warnfarben der Wespen: Nicht alle gelb-schwarz-gestreiften Insekten tragen einen Stachel. Auch manch harmlose Fliegenart versucht so, sich hinter ihren aggressiven Kollegen zu verstecken. Ebenso funktionieren die Marken nur, weil es etablierte rechte Kampfsportler gibt und weil es faschistische Straßengewalt gibt. Wer »White Rex«, »Greifvogel Wear« oder »Pride France« trägt, zeigt eben nicht seine Begeisterung für den sportlichen Wettkampf, sondern trägt seine rassistische Identität und Gewaltaffinität zur Schau.
August 12, 2019, 2:10 p.m.,
Heike Holbig,
Allgemein.
In late 2017, the Chinese Communist Party proclaimed the “Xi Jinping Thought on Socialism with Chinese Characteristics for a New Era.” Most observers interpreted this step as just another update of the party’s ideological canon to accommodate Xi’s ambition to increase his personal power, following in the footsteps of Mao Zedong. This contribution argues that we can achieve a better understanding of the claim about a “new era,” if this claim is analysed diachronically as an ongoing process of constructing “chrono-ideological narratives” that link past and future, as well as synchronically in the larger context of recent constitutional and organisational changes. It finds that the “new era” discourse might, in the longer term, have ramifications not only for China’s domestic politics but also for the country’s self-image in the international arena too.
August 12, 2019, 2:10 p.m.,
Bertram Lang,
Allgemein.
How do authoritarian governments learn? What kind of events and experiences can lead them to adopt more or less restrictive policies towards social actors? And, how are such lessons from others’ experiences integrated into new policies? These questions have been addressed and answered quite differently from various disciplinary perspectives, focusing either on international dynamics such as “authoritarian diffusion” or on domestic policy learning. This article seeks to integrate different perspectives on authoritarian learning by proposing a typological framework of positive and negative learning from three distinct sources: authoritarian peers, democratic countries, and subnational policy experiments. I argue that such a comprehensive framework better accounts for both the relative importance and for the interaction of different kinds of learning in national-level policy processes. To illustrate the framework’s added analytical value, I use an exemplary case study of recent legislative changes to China’s civil society policy, which have been alternatively interpreted as part of an authoritarian “wave” or as another step in incremental domestic learning processes.
August 12, 2019, 2:10 p.m.,
Dylan M. H. Loh,
Allgemein.
This article outlines how Xi Jinping has exercised control over diplomatic actors, particularly China’s Ministry of Foreign Affairs, and draws out the effects of this control for the ministry and for Chinese foreign policy. Leveraging Bourdieu’s (1984) concept of “field,” I demonstrate how Xi has – through processes of socialisation, restriction, and displays of fealty – bred local diplomatic field incentives in which actors exhibit more loyal, assertive, and disciplined behaviour. Next, I introduce the idea of “transversal disruption” – the potential of local fields to disrupt and introduce change on and in overlapping fields, and vice versa. Practice theorists have relatively little to say about inter-field effects, and this article seeks to fill this gap by showing how field rules in the transnational diplo-matic space can change when fields meet. I illustrate the above through three cases of field encounters: the multilateral Track II diplomacy field; the transnational fields of the Association of Southeast Asian Nations (ASEAN); and, the China–Malaysia bilateral diplomatic field.
August 12, 2019, 2:10 p.m.,
Jérôme Doyon,
Allgemein.
Since Xi Jinping took power in late 2012, analysts have puzzled over how best to define his political trajectory. Is he consolidating power and building a personality cult around himself, or is he strengthen-ing the Party as an organisation? I tackle this issue by focusing on the transformation of personnel policies under Xi. I highlight an increasing concentration of power in the hands of Party leaders at all echelons. At the institutional level, the Party increasingly controls the management and disciplining of officials. At the level of the individual cadres themselves, promotion processes are increasingly managed behind closed doors and less importance is being given to objective criteria for cadre advancement. The age-based rules which structured the promotion of officials and ensured a high level of personnel turn¬over within the party state are also de-emphasised. I argue that these changes are paving the way for a more clientelist and aging party state.
August 12, 2019, 2:09 p.m.,
Aleksandra Kubat,
Allgemein.
Taking as an example Xi Jinping’s use of the phrase “excellent traditional culture” (优秀传统文化, youxiu chuantong wenhua ), this article looks at the construction of a centrally sanctioned narrative of traditional Chinese culture in resources produced within the Party school system. The specific focus of analysis is on how these resources theorise the functionality of traditional culture for the Chinese Communist Party (CCP) as a political organisation, and what culture-based solutions they put forward to tackle the problems with Party theory and ideology, the state governance model, and cadre performance. It is argued that by referencing traditional culture, and, in particular, by drawing on traditional moral virtues, the CCP re-aligns itself with societal expectations without making concessions over the ideological foundations of the party state.
August 12, 2019, 2:09 p.m.,
Yuanyuan Liu,
Allgemein.
Since Xi Jinping took office as General Secretary of the Chinese Communist Party, he has been tightening ideological control across many fronts. This article investigates how the framing of televised confessions facilitates Xi’s rule. Originating from the intra-Party disciplinary technique of self-criticism, the recent resurgence of mediated confessions reflects Xi’s pursued strategy in tackling social and political challenges. Applying critical discourse analysis to the case of the disappeared Swedish bookseller Gui Minhai, this paper shows the way in which the framing of Gui’s televised confession follows Xi’s so-called rule of law agenda and selectively appeals to traditional Chinese family values. The paper argues that the propa-ganda value of the televised confession from a little-known, non-Party confessant lies in its banality, which blends into the Party’s everyday narration. The resurgence of confessions might suggest a regression towards Maoist-style campaigns, but more audience-oriented research is needed to address this issue fully.