Comités du numéro

Comité de rédaction

Anaïs Albert, Olivier Allard, Thomas Angeletti, Guillaume Calafat, Pierre Charbonnier, Sonia Goldblum, Samuel Hayat, Yaël Kreplak, Natalia La Valle, Marc Lenormand, Christelle Rabier, Pierre Saint-Germier, Lucie Tangy et Barbara Turquier

Remerciements

Emmanuelle Deschamps, Catherine Larrère et Juliette Roussin

Comité scientifique 

Howard S. Becker, Sacha Bourgeois-Gironde, Olivier Cayla, Olivier Christin, Jacques Commaille, Jean-Charles Darmon, Philippe Descola, Vincent Descombes, Georges Didi-Huberman, Didier Fassin, Ian Hacking, Bernard Lahire, Paul Lichterman, Bertrand Marchal, Jacques Morizot, Paul-André Rosental, Jean-Claude Schmitt, Quentin Skinner et Isabelle Sommier

Rédacteur en chef

Marc Lenormand

Secrétaires de rédaction

Olivier Allard, Thomas Angeletti, Natalia La Valle et Lucie Tangy

Quelle: http://journals.openedition.org/traces/8641

Comités du numéro

Comité de rédaction

Anaïs Albert, Olivier Allard, Thomas Angeletti, Guillaume Calafat, Pierre Charbonnier, Sonia Goldblum, Samuel Hayat, Yaël Kreplak, Natalia La Valle, Marc Lenormand, Éric Monnet, Christelle Rabier, Pierre Saint-Germier, Lucie Tangy et Barbara Turquier

Comité de lecture

Audrey Aubou, Nicolas Auray, Vincent Berry, Christian Bessy, Alexandra Bidet, Julien Bondaz, Marie-Christine Bordeaux, Vincent Cardon, Manuel Charpy, Samuel Coavoux, Clément Combes, Antoine Dauphragne, Germán Fernández Vavrik, Sébastien Kapp, Raphaël Koster, Kevin Mellet, Olivier Morin, Peppino Ortoleva, Frédéric Pailler, Camille Paloque-Bergès, Ashveen Peerbaye, Bruno Pequignot, Salomé Roth, Ulrich Schädler, Boris Solinski, Matteo Treleani, Marie Trespeuch, Mathieu Triclot, Judith Vari, Geneviève Vidal, Myriam Winance, Mona Zegaï

Figurent dans ce comité de lecture les personnes qui ont participé à ce numéro et qui ont accepté que leur nom soit publié.

Comité scientifique 

Howard S. Becker, Sacha Bourgeo...

Quelle: http://journals.openedition.org/traces/8635

Comités du numéro

Comité de rédaction

Anaïs Albert, Olivier Allard, Thomas Angeletti, Guillaume Calafat, Pierre Charbonnier, Sonia Goldblum, Samuel Hayat, Yaël Kreplak, Natalia La Valle, Marc Lenormand, Christelle Rabier, Pierre Saint-Germier et Barbara Turquier

Comité de lecture

Mathilde Arrivé, Paul Bacot, Philippe Bergnoux, Christian Bessy, Loïc Blondiaux, Romuald Bodin, Antoine Bocquet, Alain Bovet, Francesco Callegaro, Vincent Chanson, Deborah Cohen, Alexis Cukier, Arnaud Fossier, Florian Fougy, Bruno Frère, Sebastian Grevsmühl, Karim Hammou, Sophie Houdart, Florence Hulak, Claire Judde de Larivière, Jeanne Lazarus, Ismaël Moya, Juliette Rennes, Juliette Roussin, Isabelle Sommier, Philippe Steiner, Cyprien Tasset, Gérôme Truc

Figurent dans ce comité de lecture les personnes qui ont participé à ce numéro et qui ont accepté que leur nom soit publié.

Comité scientifique 

Howard S. Becker, Sacha Bourgeois-Gironde, Olivier Cayla, Olivier Christin, Jacques Commaille, Jean-Charles Darmon, Philippe Descola, ...

Quelle: http://journals.openedition.org/traces/8627

Comités du numéro

Comité de rédaction

Anaïs Albert, Olivier Allard, Thomas Angeletti, Guillaume Calafat, Pierre Charbonnier, Romain j. Garcier, Samuel Hayat, Yaël Kreplak, Natalia La Valle, Marc Lenormand, Camille Paloque-Berges, Christelle Rabier, Pierre Saint-Germier et Barbara Turquier

Comité de lecture

Jean-Sébastien Gharbi, Agnès Labrousse, Philippe Steiner, Faustine Perrin

Comité scientifique 

Howard S. Becker, Sacha Bourgeois-Gironde, Olivier Cayla, Olivier Christin, Jacques Commaille, Jean-Charles Darmon, Philippe Descola, Vincent Descombes, Georges Didi-Huberman, Didier Fassin, Ian Hacking, Bernard Lahire, Paul Lichterman, Bertrand Marchal, Jacques Morizot, Paul-André Rosental, Jean-Claude Schmitt, Quentin Skinner et Isabelle Sommier

Rédacteurs en chef

Olivier Allard et Pierre Charbonnier

Secrétaires de rédaction

Thomas Angeletti, Yaël Kreplak, Natalia La Valle et Marc Lenormand

Quelle: http://journals.openedition.org/traces/8619

Comités du numéro

Comité de rédaction

Anaïs Albert, Olivier Allard, Thomas Angeletti, Guillaume Calafat, Pierre Charbonnier, Romain Garcier, Samuel Hayat, Yaël Kreplak, Natalia La Valle, Marc Lenormand, Camille Paloque-Berges, Christelle Rabier, Pierre Saint-Germier et Barbara Turquier

Comité de lecture

Boris Adjémian, Amin Allal, Laure Assaf, Marianne Blidon, Gabriel Bortzmeyer, Maxime Cervulle, Sébastien Chauvin, Stéphanie Condon, Maxime Del Fiol, Thierry Devars, Claire Ducournau, Édouard Gardella, Laurence Gervais, Claire Hancock, Linda Haapajärvi, Anne-Violaine Houcke, Thomas Huet, Nicolas Jounin, Mélanie Le Forestier, Loïc Le Pape, Cécile Mahiou, Fabienne Malbois, Florent Molle, Florian Nicodème, Clyde Plumauzille, Alexis Rappas, Claudine Raynaud, Matthieu Renault, Gildas Renou, Daniela Rodríguez, Lucile Ruault, Florence Tamagne, Mannaig Thomas, Marie Vannetzel, Mathias Verger, Cyril Vettorato, Elena Vezzadini, Pierre-Alain Vidal-Naquet

Figurent dans ce comité de lecture les personnes qui ont parti...

Quelle: http://journals.openedition.org/traces/8613

Dresden: Aufmärsche und Mythen einer Stadt

#Dresden

eine Wiederveröffentlichung aus 2012

 

Magazin der rechte rand

Dresden Broschüre 2012

 

Da kann der Winter noch so mild ausfallen – in Dresden ist es
im Februar immer kalt. Zumindest gefühlt. Jedes Jahr, gar nicht
lange bevor die ersten Primeln durch den Winterboden brechen,
versinkt eine Stadt in Trauer. Dabei sind die Bombardierungen
durch die Alliierten nicht nur Konsequenz eines deutschen Vernichtungskriegs,
es waren auch weit mehr Städte davon betroffen
als nur diese eine. Beides gerät zum 13. Februar oftmals in
den Hintergrund.
Dresden liegt in Sachsen. Über das sächsische Demokratieverständnis
kann man momentan eigentlich nur den Kopf schütteln.
Es ist das Land der ungeahnten Möglichkeiten – zumindest,
was die Strafverfolgung vermeintlich Unliebsamer sowie die Auslegung
demokratischer Grundsätze angeht. Und wahrscheinlich
ist es auch kein Zufall, dass auf dem extremismustheoretischen
Hufeisenmodell „Made in Sachsen“ steht. Diesen und anderen
Normalitäten, vor allem in der Landeshauptstadt, geht Andreas
Speit auf den Grund.
Mitten in diesen Normalitäten blieb eine Gruppe mordender Neonazis
im Freistaat jahrelang unbehelligt. Nicht einmal jetzt, nach
Bekanntwerden der Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds
und seinen Verstrickungen mit den Verfassungsschutzbehörden,
hält man es in Sachsen für nötig, eine unabhängige
Untersuchungskommission einzurichten. Stattdessen setzt man
auf „schnelle“ Erfolge: Wegen Teilnahme an einer nicht angemeldeten
Demonstration starteten die sächsischen Behörden Mitte
Januar eine Großrazzia bei 40 Neonazis in Sachsen, Thüringen,
Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Man muss sich nicht mit den
Neonazis solidarisieren, um die sächsische Auslegung der Versammlungsfreiheit
als verlogen und überzogen zu verurteilen.
Ticken die Uhren in Sachsen grundsätzlich ein bisschen anders,
blieben die Zeiger um den 13. Februar herum lange Jahre
stehen – in Dresden drehte sich zu diesem Tag alles um sich
selbst, wie Philipp Klein schreibt. Er zeigt, wie das Gedenken
das Klima in der Stadt prägt und welche Wandlungen es im geschichtspolitischen
Diskurs gegeben hat. Denn ohne einen Blick
auf jenes Klima zu werfen, wird kaum verständlich, wie sich ein
Naziaufmarsch dieser Größe und Bedeutung entwickeln konnte.
Angefangen hat alles mit ein paar Nazis vor der Frauenkirche.
Doch es dauerte, das wird in Alexa Anders Rückblick deutlich,
etliche Jahre, bis das Problem in der Stadt auch als ein solches
wahrgenommen wurde. Aber was macht das Thema Dresden für
Nazis eigentlich so attraktiv? Dieser Frage geht Maike Zimmermann
nach; sie kommt zu dem Schluss, dass nicht nur die Stadt
dafür ausschlaggebend ist. Schließlich lässt sich auch andernorts
beobachten, dass historische Bezüge für Nazis nicht nur
identitär wichtig sind, sondern dass sich damit viele – zumeist
junge – Nazis mobilisieren lassen. Auch das, was man als nationalen
Opferdiskurs bezeichnet kann, ist keineswegs auf Dresden
beschränkt. Der 13. Februar spielt und spielte in der geschichtspolitischen
Auseinandersetzung zwar immer eine Rolle, aber
folgt man Guido Speckmann, ist die Politik mit der Erinnerung
auch für die gesamtdeutsche Selbstfindung als Nation konstituierendes
Element.
Wir, das Magazin Der Rechte Rand und ak – analyse & kritik,
wollen mit diesem Sonderheft zur Diskussion anregen. Vieles von
dem, was in diesem Heft steht, ist jenen, die sich seit Jahren
mit dem Thema beschäftigen, sicherlich nicht neu. Doch Mythen
sind hartnäckig, und gerade das beständige Einfordern von thematischer
Auseinandersetzung kann Veränderungen bewirken.
Auch das hat die Erfahrung in Dresden gezeigt.

 

Glockengeläut in der Elbmetropole
Dresdner Normalitäten zwischen Erinnerung und der „guten Mitte“
von Andreas Speit

Eine Stadt pflegt ihren Mythos
Die Erinnerung an den 13. Februar 1945 bestimmt noch immer den geschichtspolitischen Diskurs
von Philipp Klein

Auf der Suche nach der passenden Kulisse
Vom Sprechchor vor der Frauenkirche zum größten Naziaufmarsch Europas
von Alexa Anders

Die Brücke über das Tränenmeer
Warum das Gedenken an deutsche Opfer für Neonazis so wichtig ist
von Maike Zimmermann

Moralisch Maß nehmen
Der Mythos Dresden und die Wandlungen der deutschen Erinnerungskultur
von Guido Speckmann

 

download der Broschüre hier

Der Beitrag Dresden: Aufmärsche und Mythen einer Stadt erschien zuerst auf der rechte rand.

Quelle: https://www.der-rechte-rand.de/archive/4241/dresden-broschuere/

Rezension zu: Sebastian Zilles: Die Schulen der Männlichkeit. Männerbünde in Wissenschaft und Literatur um 1900. Köln u.a.: Böhlau Verlag 2018.

Um 1900 zeigt sich in der deutschsprachigen Literatur eine intensive Auseinandersetzung mit der Männerbund-Thematik. Sebastian Zilles untersucht am Beispiel kanonischer Texte von Robert Musil, Thomas und Heinrich Mann sowie Franz Werfel, welche literarischen Verfahren dabei zum Einsatz kommen und welche Rückschlüsse dies auf die sogenannte Krise der Männlichkeit wirft. Methodisch konzipiert als Verknüpfung von Masculinity Studies und Literaturwissenschaft wird das Wissen über Männerbünde und Männlichkeit in Wissenschaft und Literatur um die Jahrhundertwende reflektiert. Die Krise der Männlichkeit wird gedeutet als Folge überzogener militärisch-sozialer Disziplinierungsanstrengungen einerseits und rigider, antimoderner sowie antifeministischer Männlichkeitsutopien anderseits.

Quelle: http://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1260

(Ver)stimmungen

#Buchmesse

Auf der Buchmesse in Frankfurt offenbart sich der Konflikt innerhalb der »Neuen Rechten«. Der Clou von Götz Kubitschek gefällt nicht allen aus dem Milieu.

Magazin der rechte rand

Bilder der Frankfurter Buchmesse 2018:
Stand von »Tumult«

Die Laune von Andreas Lombard ist nicht die Beste. Auf der Buchmesse steht der Chefredakteur des Magazin »Cato« nicht an seinem Stand. Gebucht hat er, die Gebühr bezahlt. Den Stand wollte er vom 9. bis 14. Oktober jedoch an der von der Buchmessenleitung in Frankfurt am Main zugewiesenen Stelle in einen Gang abseits der Halle nicht eröffnen. Beim Verlag »Zu Klampen« in Halle 4.1 steht er, schaut sich um. »Wir kennen uns« fragt er, »Ja, ich war bei der Vorstellung Ihres Magazins«, wird geantwortet. »Von der taz?« »Ja, auch«. Am Freitag gegen Abend für ihn kein Grund weniger zu schimpfen. Doch nicht über seine zufälligen Gesprächspartner, auch nicht lange über die Messeleitung, sondern über die Provokationen und Skandale eines Verlegers dessen Namen er nicht nennt.

Magazin der rechte randv

Stand von »Manuscriptum«

In der Sackgasse
Zwei Gänge weiter steht der Mann mit seinem Stand: Götz Kubitschek. In dessen Richtung zeigt Lombard als er meint, dass die abgesonderte Platzierung vor allen dem Provokateur und den Krawallmacher geschuldet sei. Seit Jahren sind rechte bis weit rechte Verlage auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig präsent, bieten Lesungen an, richten Stände aus. Rechte Bestsellerautoren wie Thilo Sarrazin stellten ihre einschlägigen Werke vor – oft in nicht-rechten Verlagen. Nach der Präsentation des »Antaios Verlag« von Kubitschek auf der Frankfurter Buchmesse 2017 hat sich die Situation verändert. Die aufgeheizte Stimmung in den gesellschaftlichen Diskursen über die Einwanderungs- und Asylpolitik, oder Erinnerungs- und Identitätskultur hatte die Buchmesse erreicht. Bei den Veranstaltungen von »Antaios« gerieten in der Stadt am Main FreundInnen des Verlages mit DemonstrantInnen gegen dessen Anwesenheit aneinander. Tumulte, die der Ausrichter der Buchmesse, der »Börsenverein des Deutschen Buchhandels«, nun in Frankfurt vermeiden wollte. Aus dem Grund hatte die Messenleitung »Cato«, »Junge Freiheit« (JF), »Tumult« und »Manuscriptum« in den abseitigen Messeweg platziert. Eine Sackgasse an dessen Ende die JF ihren Stand hatte und ihre Lesungen anbot. Am Anfang der »Gasse« stand »Tumult«. Ein gedrucktes Schild war an eine Wand gelehnt: »Achtung. Sie verlassen den politisch korrekten Sektor«. »Ich wollte nicht in dieser Ecke stehen«, sagt Lombard. Nicht ohne doch nachzuschieben, auch nicht mitten drin sein zu wollen, wenn es zu Gegenprotesten komme. »Das passt doch alles nicht zu uns«, meint der neurechte Chefredakteur, der bis 2013 noch Andreas Krause Landt hieß. Ab dem Jahr wurde er Leiter der »Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG«. 2017 übernahm er dann die Leitung des neu gegründeten Magazins. 2010 erschien beim »Antaios Verlag« noch sein Buch »Mein jüdisches Viertel, meine deutsche Angst«. Heute scheint das Verhältnis von Lombard, der mit Akif Pirinçci »Attacke auf den Mainstream – ‹Deutschland von Sinnen›« herausgab, zu Kubitschek mehr als abgekühlt. Dessen Clou anlässlich der Buchmesse schien ihn stattdessen zu erhitzen. Dieser Stil passt nicht zu ihrem gediegenen Image, will er ausstrahlen. Da redet man eben auch von Autor zu Autor – so irgendwie auf gleicher Ebene, jenseits der Positionen.

Magazin der rechte rand

Ellen Kositza bei »Antaios«

Ein Clou mit Preis
In die Ecke wollte auch Kubitschek nicht. Er überlegte er sich einen Clou – und nutze die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ). Kurz vor Beginn der Buchmesse gab er den Verkauf des »Antaios Verlags« an den »Loci-Verlag« bekannt. Die FAZ berichtete groß und breit. Das Guerilla-Marketing glückte. Der »Antaios Verlag« war offiziell nicht auf der Buchmesse und war es doch. In Halle 4.1, Stand D 57 stellte sich der »Loci-Verlag« vor, der sich schnell als Fake-Verlag entpuppte. Durch den angeblichen Verkauf konnte »Antaios« sich mitten unter den Kleinverlagen und etwas schräg gegenüber der Leseinsel der Unabhängigen Verlage und der taz zeigen. In einer Pressemitteilung hatte Kubitschek geschrieben, seinen Verlag an den Neu-Verleger Dr. Thomas Veigel verkauft zu haben. Schon am 21. Juli will Veigel, der zeitweise Sprecher der »Alternative für Deutschland« (AfD) in Ortenau war und früher auch dem Vorstand des »Hochschulrings Tübinger Studenten« angehörte, beim Börsenverein den Stand angemeldet haben. Bei der Anmeldung überprüfte die Leitung die Verlagsunterlagen wohl nicht ganz so genau. Der Preis des PR-Clou: Ein großes Programm konnte der Verlag nicht bieten. Am Stand diskutierten Ellen Kositza mit Vera Lengsfeld und Caroline Sommerfeld. Benedikt Kaiser, Lektor des Verlages und »Sezession«-Autor betreut den Stand. Eine der Töchter von Kubitschek und Kositza filmte den Event. Kubitschek stand immer wieder mal am Rande, trank ein Glas Wein. Eine breite Entourage konnte ebenso nicht anreisen. Für Verwunderung sorgen vornehmlich die anwesenden PolizeibeamtInnen, die sich in Grüppchen in der Nähe des Standes postiert haben, um Auseinandersetzungen zu verhindern. Doch nicht mal 40 Personen verfolgen das Gespräch. Unter ihnen befinden sich Funktionsträger der hessischen AfD, wie die damalige Landtagskandidatin Alexandra Walter und das Landesvorstandsmitglied der »Jungen Alternative Hessen«, Patrick Pana. Gut die Hälfte der Anwesenden dürfte von dem Ziel einer kritischen Begleitung motiviert gewesen sein. Doch außer einzelnen verbalen Unmutsbekundungen bleibt es vergleichsweise ruhig. Nahezu zeitgleich findet am Stand der JF ein Gespräch mit dem hessischen AfD-Spitzenkandidaten Rainer Rahn statt. Auch hier bleibt es ruhig. Auch hier ist das Interesse – zieht man die anwesenden AfD-Mitglieder ab – überschaubar. Ein Umstand der auch Rainer Rahn geschuldet sein könnte: die Auftritte des Spitzenkandidaten sind wiederkehrend von Emotions- und Lustlosigkeit geprägt. Auch auf der Buchmesse bleibt er seiner Linie treu.

Magazin der rechte rand

Benedikt Kaiser bei »Antaios«

»Keinen einzigen Fascho zu Wort kommen lassen«
In Halle 4.1 lässt gegen 17 Uhr der Messetrubel scheinbar nach. Im Rolltreppenhaus stehen 100 Menschen an den Geländern und beobachten, wie Sicherheitskräfte und PolizeibeamtInnen in Schutzausrüstung die Zugänge versperren. Sämtliche Fahrstühle werden abgeschaltet, alle Notausgänge durch Sicherheitspersonal gesperrt. Der wiederkehrenden Frage der Anwesenden im Treppenhaus nach dem Grund der Sperrung folgt die Antwort: »Björn Höcke kommt«. Dieser wird in einem fensterlosen Raum im Zwischengeschoss seinen Gesprächsband mit Sebastian Hennig »Nie zweimal in denselben Fluss« vorstellen. Vor fast leeren Rängen, wie Mitarbeiter des Verlages Manuscriptum tags darauf am Stand beklagen werden. Die verschiedenen Sicherheitsgruppen lassen kaum jemand in den Saal. Vornehmlich finden sich geladen Gäste, darunter viele Parteimitglieder, ein. VertreterInnen der Presse müssen mit Nachdruck dafür sorgen, an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Nicht alle erhalten Zugang. Diejenigen, die es schaffen, sollen in ihrer Berichterstattung behindert werden: Ton- und Bildaufnahmen werden untersagt. Das geht einer anwesenden Vertreterin der Buchmesse dann doch zu weit. Sie verweist auf den vermeintlich öffentlichen Charakter der Veranstaltung und ermutigt die Presse: »Machen sie ihre Arbeit.«
Ehe Höcke zu seinem Buch spricht, echauffiert er sich über die Ankündigungen verschiedener Verfassungsschutzämter, die AfD zum Prüffall zu erklären.
Ebenso wie vor den Ständen der JF und »Antaios« bleibt es auch im Treppenhaus weitgehend ruhig. Dafür sorgen auch zahlreiche BeamtInnen in Zivil, die mal mehr oder weniger aggressiv auf verbale Unmutsbekundungen reagieren. Für Heiterkeit sorgen die Satire-Fraktionen. »Die Partei«-Chef Martin Sonneborn kommt in Wehrmachtsuniform als Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg. Mit sich trägt er eine lederne Aktentasche – in einer solchen hatte Stauffenberg die Bombe versteckt, die Adolf Hitler töten sollte. Doch Sonneborn scheitert mit seinem Vorhaben an den BeamtInnen. Zeitgleich zum Auftritt von Sonneborn segeln Flugblätter der Zeitschrift »Titanic« durch das Treppenhaus. Unter dem Motto »Über Rechte reden«, wird zur »großen Abendgala« geladen und angekündigt, »keinen einzigen Fascho zu Wort kommen zu lassen«.

Magazin der rechte rand

Rainer Rahn (AfD) bei der »Jungen Freiheit«

Verstimmungen am Rande
Bei »Zu Klampen« hat sich Lombard derweil hingesetzt. Locker ist er im Gespräch mit den MitarbeiterInnen, zusammen trinken sie Wein. Man kennt sich, man schätzt sich. Nicht wenig später setzt sich Michael Klonovky dazu. Bekommt ein Glas. Entspannt führt der ehemalige Focus-Redakteur Gespräche mit den Anwesenden. Dass er mal für die frühere AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry arbeitete und heute für den AfD-Bundestagsfraktions- und Bundesvorsitzenden Alexander Gauland tätig ist, stört nicht. Der Schriftsteller und Berater hat gerade »Bunt wie ein Niqab – Reaktionäres vom Tage. Acta diurna 2017« bei »Manuscriptum« veröffentlicht.
Einen Tag nach der Buchmesse erklärte Kubitschek auf »sezession.net«: »Natürlich sind Kositza und ich auch weiterhin die Besitzer unseres Verlags, und natürlich werden wir weiterhin diesen Verlag führen«. Die bibliographischen Angaben zu den Loci-Büchern – Preis 19.18 Euro und 124 Seiten – hätte als Datum erkannt werden können. Am 12. April 1918 verlas Richard Huelsenbeck in Berlin das »Dadaistische Manifest«. So sei das in der »Gesellschaft des Spektakels« schreibt er weiter, es würde einfach nicht mehr nachgedacht und nicht mehr »eins und eins« zusammen gezählt. Und er tritt gegen FAZ und deren Autor Justus Bender nach: »Das Exklusive, das Aufgeladene, das Sensationsgeile – es räumt selbst in der FAZ Spalten frei, und nun wird man ein neues Wort verwenden können: jemandem etwas aufbendern«. Der kurzfristige Clou könnte sich für Kubitschek als nachhaltiges Problem herausstellen. Seine vermeintliche Glaubwürdigkeit hat er selbst jetzt in Zweifel gezogen. In der »Neuen Rechten« um Lombard kommen seine Provokationen schon lange nicht besonders an. Diese Strategie war einer der Gründe, warum Karlheinz Weißmann das mit Kubitschek aufgebaute »Institut für Staatspolitik« verließ. Nach der Trennung, sagte Weißmannm der eng mit der JF und »Cato« verbunden ist, dass Kubitschek »eigentlich kein politischer Kopf« sei. Da »verwechselt jemand Literatur mit Staatslehre und Ästhetik mit Politik. Was selbstverständlich fatale Konsequenzen nach sich zieht, wenn der betreffende trotzdem Politikberatung treibt«.

 

Im »Ghetto«

von Ernst Kovahl
Magazin »der rechte rand« Ausgabe 174 – September / Oktober 2018

#Book_Fair

 

»Der Block«

von Ernst Kovahl
Magazin “der rechte rand” Ausgabe 172 – Mai / Juni 2018

#Buchmesse

 

Feindliche Übernahme

von Danijel Majic
Magazin “der rechte rand” Ausgabe 169 – November 2017

Der Beitrag (Ver)stimmungen erschien zuerst auf der rechte rand.

Quelle: https://www.der-rechte-rand.de/archive/4188/verstimmungen-buchmesse/

De-politicization of the partisan forces in the Kurdistan Region of Iraq

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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14608944.2019.1573809?ai=z4&mi=3fqos0&af=R

De-politicization of the partisan forces in the Kurdistan Region of Iraq

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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14608944.2019.1573809?ai=z4&mi=3fqos0&af=R