Zwischen AfD, Kirche und Neue Rechte

Der Autor einer anti-muslimischen Publikation der »Alternative für Deutschland«, Michael Henkel, bewegt sich seit Jahren zwischen akademischer Karriere, katholischer Kirche und der Neuen Rechten und ist einflussreicher Mitarbeiter von Björn Höcke, dem Thüringer Fraktionschef der Partei.

Magazin der rechte rand Ausgabe 164

Die Thüringer Landtagsfraktion der »Alternative für Deutschland« (AfD) veröffentlichte im Juni 2016 ein 140 Seiten starkes blaues Buch unter dem Titel »Islam. Fakten und Argumente«, das sie bis 2019 in einer Auflage von 100.000 Stück umsonst verteilen will. Der Autor Michael Henkel käut darin die von AfD und Co. bekannten anti-islamischen Ressentiments wieder. Der Islam sei eine »ernste Herausforderung« und latente Gefahr für die Demokratie. Doch letztlich seien weniger die Religion als vielmehr die im Westen verbreiteten »Konzepte des Relativismus und des Multikulturalismus« daran schuld, dass die deutsche Gesellschaft zu »Gleichgültigkeit und Ignoranz« gegenüber der vermeintlichen Bedrohung durch den Islam neige, so Henkel. Also die alte Leier der extremen Rechten: Die Moderne, die »68er« und der Liberalismus seien schuld am Niedergang des Abendlandes. Im Vorwort betont der Thüringer Partei- und Fraktions-Chef der AfD, Björn Höcke, die grundlegende Gegnerschaft seiner Partei zum Islam. Von der angekündigten Verteilung von 100.000 Exemplaren ist die AfD allerdings noch weit entfernt. Wie die Tageszeitung »Thüringer Allgemeine« (8. Juli 2016) berichtete, seien erst 2.000 Stück gedruckt und verteilt worden. Für eine zweite Auflage sollen 5.000 Stück nachbestellt worden sein. Auf der Webseite der AfD soll die Publikation mittlerweile etwa 23.000 mal heruntergeladen worden sein.
In der evangelischen mitteldeutschen Kirchenzeitung »Glaube + Heimat« (Nr. 26/2016) wurde das Buch mit deutlichen Worten kritisiert: Es sei »tendenziös«, teilweise »völlig abwegig, »unerträglich« und »perfide«. In der extremen Rechten kommt das Buch dagegen gut an. Der verschwörungstheoretische Blogger »Fatalist« schreibt: »Sehr zu empfehlen. Eindeutig von einem Fachmann geschrieben.« Und der rechte »Kopp Verlag« nennt es ein »wissenschaftlich fundiertes Aufklärungsbuch«.
Der Autor der Schrift, der Politikwissenschaftler Henkel, ist Mitarbeiter der Thüringer AfD-Landtagsfraktion für »Grundsatzfragen, Europapolitik, Kultur und Medien«. Zuvor war er Professurvertreter an der Universität Leipzig für »Ethik, Politik, Rhetorik« sowie an der Universität Jena als Dozent und Mitarbeiter am »Institut für Politikwissenschaft« tätig. Seit 1993 bot er – oft gemeinsam mit renommierten Professoren und Mitarbeitern der Hochschule – regelmäßig Lehrveranstaltungen an, im Wintersemester 2012/2013 beispielsweise in Leipzig zum Thema »Politische Debatten in der Mediendemokratie – das Beispiel der Diskussion um Thilo Sarrazin«. Sarrazin war 2010 durch seine biologistischen und rassistischen Äußerungen in seinem Buch »Deutschland schafft sich ab« einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden und hatte mit seiner Veröffentlichung eine breite rechte Debatte entfacht.

Nähe zur »Neuen Rechten«
Seit Jahren publiziert Henkel im Milieu rechter Blätter und Schriftenreihen. 2015 schrieb er beispielsweise in dem AfD-nahen Blog »Die freie Welt«, herausgegeben von Sven von Storch, Ehemann der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch. Außerdem war Henkel Autor des ersten Heftes der Schriftenreihe der Berliner »Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung« (FKBF) zum Thema »Konservatismus im politischen Denken Eric Voegelins«. Die FKBF steht der neu-rechten Wochenzeitung »Junge Freiheit« (JF) nahe. JF-Chef Dieter Stein ist seit 2007 Vorsitzender des Stiftungsrates der FKBF. Zudem war Henkel 2005 Autor in der von der FKBF getragenen Schriftenreihe »Studien und Texte zur Erforschung des Konservatismus«. In Band sechs der Reihe schrieb er über »Konservatismus im politischen Denken Eric Voegelins«; ebendort finden sich weitere Autoren aus dem Bereich des deutschen Konservatismus und der extremen Rechten. In der »Sezession« (Nr. 12/2006) besprach der Vordenker der »Neuen Rechten«, der Gildenschafter Karlheinz Weißmann, diesen Band zustimmend. Im seriösen »Junius Verlag« publizierte Henkel 1998 eine Einführung in das Denken von Eric Voegelin, auf den sich die »Neue Rechte« seit Jahren positiv bezieht. Voegelin eignet sich für sie als ideologischer Steinbruch, denn er stützte die katholisch-ständestaatliche Diktatur von Engelbert Dollfuß und Kurt Schussnigg in Österreich
(1933 – 1938) und lehnte die Aufklärung ab, stand allerdings in Opposition zum Nationalsozialismus. Damit passt er zur »Neuen Rechten«, die anti-aufklärerisch, anti-demokratisch und autoritär, zugleich aber um Distanz zum NS bemüht ist.
Henkel ist seit Jahren ein rühriger Autor. So verfasste er auch Beiträge für die »Landeszentrale für politische Bildung Thüringen«: 1999 eine Broschüre »Der Sozialstaat« und einen Aufsatz in dem Sammelband »Die Krise im Kosovo« sowie 2002 das Buch »Sozialpolitik in Deutschland und Europa«. Zudem war er Autor in dem Sammelband »Parteiendemokratie in der Bewährung« mit Beiträgen vom Who-is-Who der Politikwissenschaft der Universität Jena, konservativen Professoren wie Eckhard Jesse und Werner Patzelt sowie Vertretern der Politik, unter anderem Thüringens Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU).
Henkel ist bis in die jüngste Zeit – parallel zur Arbeit bei der AfD – weiterhin im akademischen Umfeld tätig, so zum Beispiel als Referent auf einer Tagung des »Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung« (HAIT) an der TU Dresden und des »Voegelin-Zentrums am Geschwister-Scholl-Institut der LMU München« im November 2015 in München zum Thema »Der Totalitarismus und die Abgründe der Moderne«. Auf dieser Tagung referierte unter anderem auch der Extremismus-Theoretiker Uwe Backes als stellvertretender Direktor des HAIT. Henkel steuerte auch einen Kommentar zu einem thematisch zur Tagung passenden Band »Disput über den Totalitarismus« bei, herausgegeben vom HAIT und dem »Voegelin-Zentrum«.

»Einspeisung« neu-rechten Denkens in die Wissenschaft
Auch um die Beschäftigung mit von der »Neuen Rechten« eingemeindeten Denkern bemühte sich Henkel in akademischen Publikationen, zum Beispiel um den Konservativen Michael Oakeshott. In einem 2013 von ihm mit herausgegebenen Buch »Praxis und Politik – Michael Oakeshott im Dialog« wurden die Beiträge der Tagung »Michael Oakeshott on Ethics and Reason« des »Hellmuth-Loening-Zentrums für Staatswissenschaften« an der Universität Jena aus dem Jahr 2007 gesammelt. Mit dem Band, so lobte der neu-rechte Akademiker Till Kinzel (s. drr Nr. 115) in einer Besprechung, würden Henkel und sein Mitherausgeber »einen wichtigen Beitrag zur Einspeisung Oakeshotts in die politikwissenschaftliche Diskussion« leisten. Wiederholt (2000, 2002 und 2003) publizierte Henkel zudem in der CDU-nahen Zeitschrift »CIVIS mit SONDE«, verfasste 1996 eine Buchbesprechung in den »Thüringer Verwaltungsblättern« und ist seit vielen Jahren für das renommierte »Hellmuth-Loening-Zentrum für Staatswissenschaften« in Jena tätig, mit Vorträgen 2009 (»Freiheit und Relativismus. Über paradoxe Entwicklungen der Demokratie«) und 2012 (»Von der Postdemokratie zur Prädespotie? Über politische Entwicklungstendenzen in der Gegenwart«) oder durch die Herausgabe eines Sammelbandes in der Schriftenreihe des Zentrums (»Staat, Politik und Recht beim frühen Hegel«, 2002). Unter den Mitgliedern, Vorständen und ReferentInnen des Zentrums finden sich renommierte ProfessorInnen, JuristInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen des Thüringer Landtages. Henkel setzt so seit Jahren – bisher öffentlich nahezu unbemerkt – die Strategie der »Neuen Rechten« um, der es in der Vergangenheit nicht um parlamentarische Mehrheiten oder Präsenz in Boulevard-Medien, sondern um die Erringung von Hegemonie in Hochschulen, bei Intellektuellen und unter gesellschaftlichen Eliten ging.

Katholische Kirche
Zwischen 2013 und 2016 lehrte Henkel auch an der »Katholischen Hochschule Freiburg«. Die Hochschule teilte mit, er habe vier Lehraufträge absolviert. Nachdem dort im Juni 2016 Henkels Tätigkeit für die AfD bekannt wurde, sei die Zusammenarbeit »umgehend beendet« worden. Bereits im Januar 2011 hatte er zudem für die »Katholische Akademie Bayern« in München zum Thema »Eric Voegelin in Deutschland: Zur Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte eines Unbekannten in Deutschland« referiert. Besondere Bedeutung hat die Tatsache, dass Henkel zwischen Dezember 2014 und September 2015 Mitglied der 20-köpfigen Programmkommission zur Vorbereitung des 100. Deutschen Katholikentages im Jahr 2016 in Leipzig war – zuständig für »Neue Veranstaltungsformen«. Die Kommission war »für die Programmplanung und Durchführung des gesamten Programms des Katholikentags zuständig«. Dass er beruflich für die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag tätig ist, wurde durch die Kirche nicht erwähnt. Nachdem der Blog »Thüringen rechtsaussen« im August 2016 über Henkels Arbeit für die AfD berichtete, bestätigte das »Zentralkomitee der deutschen Katholiken« (ZdK) Henkels Mitarbeit in dem Gremium des Katholikentags. Jedoch sei er zu Beginn der Mitarbeit in der Kommission noch nicht für die AfD tätig gewesen. Als das Zentralkomitee im Februar 2015 Kenntnis von der Anstellung erhielt, sei der Arbeitsauftrag der Kommission bereits beendet gewesen. Die katholische Kirche hatte auf dem Katholikentag selbst dafür gesorgt, dass keine VertreterInnen der AfD im Programm auftreten konnten. Während sich die Spitzen der Kirche und unzählige Mitglieder für Flüchtlinge und gegen rassistische Hetze engagieren, gibt es offensichtlich in der Organisation zugleich auch einflussreiche AfD-nahe AkteurInnen.

Kampf um Einfluss
Henkel hat als Grundsatzmitarbeiter relevanten Einfluss auf den rechten Scharfmacher Höcke. Zugleich gelingt es ihm seit Jahren, Thesen und Ansichten von Konservativen und Neu-Rechten in Wissenschaft, in Teilen der katholischen Kirche und in renommierten Strukturen gesellschaftlicher Eliten aus Politik und Verwaltung Thüringens einzuspeisen. Der bisher fest im etablierten akademischen Milieu verankerte, an gesellschaftliche Eliten angebundene Wissenschaftler mit organisatorischer Nähe zur katholischen Kirche und zum Spektrum der »Extremismus-Theoretiker« schreibt ein anti-muslimisches Buch für eine Partei der extremen Rechten, die mit dem Schüren von Ängsten vor Muslimen, mit Rassismus und einer an den NS angelehnten Rhetorik Wahlen gewinnen und die heutige Demokratie beschädigen will. Ein paradoxes Zusammenspiel – oder aus Sicht der AfD eine gelungene Mischung, um Einfluss zu gewinnen.

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Quelle: http://www.der-rechte-rand.de/archive/2763/zwischen-kirche-afd-neue-rechte/

Anschlag in Hamburg-Veddel – der Täter

Der mutmaßliche Bombenleger vom S-Bahnhof Veddel bewegte sich schon Mitte der 1980er Jahre im Umfeld der später verbotenen Neonazipartei FAP.

Antifaschistisches Magazin der rechte rand Ausgabe 169

Stephan Kronbügel am 04. Oktober 1986 in Hannover in der FAP-Zentrale in Hannover.
© Archiv – Antifa-Magazin »derrechterand«

 

Am späten Nachmittag des 17. Dezember 2017 explodierte am S-Bahnhof Hamburg Veddel ein Sprengsatz, der in einer Tüte auf dem Bahnsteig abgestellt war. Ein Mann erlitt durch die Explosion ein Knalltrauma, eine Glasscheibe ging zu Bruch. Die Polizei nahm am folgenden Tag den 51-jährigen Stephan Kronbügel als Tatverdächtigen fest, das Amtsgericht Hamburg erließ Haftbefehl.

Das Motiv der Tat ist bisher unklar – aber ein rechter Hintergrund liegt nahe, denn der mutmaßliche Täter kommt aus der militanten Neonazi-Szene und auf dem Veddel wohnen viele Menschen mit Migrationshintergrund. Schon Mitte der 1980er Jahre war Kronbügel in der Szene aktiv, wie »der rechte rand« nachweisen kann.

Ein Foto aus dem Archiv des antifaschistischen Magazins »der rechte rand« belegt, dass Kronbügel schon Mitte der 1980er Jahre Kontakt zu der gewalttätigen »Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei« (FAP) hatte. Bei einem Polizeieinsatz am 4. Oktober 1986 wurde der damals 20-Jährige in der FAP-Parteizentrale in Hannover aufgegriffen und kontrolliert. Die FAP war offen nationalsozialistisch und gewalttätig und wurde 1995 verboten.

Über seine langjährige Haft aufgrund eines rechtsmotivierten Totschlags berichteten bereits zahlreiche Medien (u.a. die »taz«, 20.12.2017, (http://www.taz.de/!5469497/). Kronbügel hatte am 18. März 1992 gemeinsam mit dem Neonazi Stefan Silar in Buxtehude im nördlichen Niedersachsen einen Mann brutal zusammengeschlagen und so schwer verletzt, dass er wenige Tage später im Krankenhaus starb. Das Opfer hatte gegenüber den Neonazis Adolf Hitler als den »größten Verbrecher« bezeichnet. Die Täter waren der Polizei aufgrund allgemeiner Kriminalität und ihres »Ausländerhasses« bekannt.

Während Silar auch nach seiner Haftentlassung in der Neonazi-Szene aktiv war – unter anderem als Betreiber eines Szene-Ladens in Tostedt –, verschwand Kronbügel dagegen aus der Öffentlichkeit. Die Polizei rechnete den Mann ohne festen Wohnsitz laut Presseberichten zuletzt nicht der Neonazi-, sondern der Trinker-Szene in Hamburg zu. Er sei nur noch wegen kleineren Diebstählen aktenkundig geworden.

Auch das Hamburger Bündnis gegen Rechts weist in einer Pressemitteilung drauf hin, dass der mutmaßliche Täter „eine lange Nazikarriere hinter sich“ habe. Seit Mitte der 1980er Jahre tauchte er in der Szene rechter Skinheads in Hamburg auf, unter anderem im Umfeld der Mörder von Ramazan Avcis, der 1985 von Neonazis ungebraucht wurde.
(http://www.fsk-hh.org/blog/2017/12/22/der_man_von_der_veddel_rechnete_sich_selbst_dem_umfeld_der_moerder_von_ramazan_avci_zu).

Auch der Neonazi Frank Steffen, der 2015 in Köln die Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker mit einem Messer angriff und lebensgefährlich verletzte, kam aus dem Umfeld der FAP.

 

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Quelle: http://www.der-rechte-rand.de/archive/2737/stephan-kronbuegel-anschlag-veddel/

Numéro 2017/2 – Tome CXXIII – Le Moyen Age 2017/2

Page 261 à 294 : Nicolas Lenoir - L’Isotopie du saut dans le Tristan de Béroul et le Tristrant d’Eilhart d’Oberg | Page 295 à 310 : Lorenzo Mainini - Notes sur les traductions scientifiques en langue vernaculaire (xivexve siècles) et le manuscrit Palatin 641 | Page 311 à 338 : Didier Panfili - Domus, grangia, honor et les autres. Désigner les pôles cisterciens en Languedoc et Gascogne orientale (1130–1220) | Page 339 à 349 : Géraldine Toniutti - Mise en recueil et assemblage des contraires. Cristal et Clarie, D’Amour et le manuscrit Arsenal 3516 | Page 351 à 363 : Julie Ulrich - Du château de Gaillon au Musée du Louvre : le buste de Louis XII, une effigie royale démembrée | Page 365 à 376 : Ludmilla Evdokimova - Du nouveau sur Eustache Deschamps | Page 377 à 458 : - Comptes rendus.

Quelle: http://www.cairn.info/revue-le-moyen-age-2017-2.htm&WT.rss_f=revue-Le%20Moyen%20Age&WT.tsrc=RSS

30 Jahre Hess-Märsche

antifaschistisches Magazin der rechte rand - Hess Narsch

Neonazis marschieren in Berlin mit dem Zitat von Hess »Ich bereue nichts« welchen dieser zum Ende des Nürnberger Prozesses
von sich gegeben hatte. Ausserdem fordern sie eine andere Wahrheit über den Selbstmord.
© Ney Sommerfeld

Nach diversen juristischen Niederlagen und der Auflösung des Familiengrabs in Wunsiedel gab es keine größere Aufmärsche zum Gedenken an Rudolf Hess in den vergangenen Jahren. Die großen Mobilisierungserfolge in Wunsiedel liegen über zehn Jahre zurück. In den letzten Jahren nutzten jedoch »Der III. Weg« und das 2014 verbotene »Freie Netz Süd« den »Volkstrauertag« im November, um in die oberfränkische Kleinstadt zu mobilisieren. Die TeilnehmerInnenzahlen bewegten sich dabei im niedrigen dreistelligen Bereich.
Anlässlich des 30. Todestages des ehemaligen Hitler-Stellvertreters mobilisierte die Neonazi-Szene zum 19. August 2017 wieder zu einem bundesweiten Hess-Marsch. Unter dem Motto »Mord verjährt nicht! Gebt die Akten frei! Recht statt Rache!« formulierte die Szene die seit Jahrzehnten bekannten Verschwörungstheorien und Forderungen, wie sie schon seit dem Suizid des überzeugten Nazis 1987 im Spandauer Gefängnis kolportiert werden. Neben der Erinnerung an die vermeintliche Ermordung wurde die Forderung nach Einsicht in die angeblich unter Verschluss gehaltenen Akten formuliert. Dies natürlich mit der Absicht, »endlich die Aufklärung eines mysteriösen Todesfalls« voran zu bringen. Im Aufruf findet sich daher auch die wenig überraschende Behauptung: »Bis heute ist das Ende von Rudolf Hess nicht zweifelsfrei geklärt.« Mit der nun ablaufenden Verschlussfrist sei es endlich möglich, »diesen Fall mit rechtsstaatlichen Mitteln aufzuarbeiten und abseits der Propaganda aufzuklären«, heißt es im Aufruf weiter. Neben der eigenen Homepage für die Mobilisierung fand sich auf YouTube auch ein Mobilisierungsvideo der Neonazi-Gruppierung »Syndikat 52« aus dem Raum Aachen. »Syndikat 52« versucht, den Leerraum der 2012 verbotenen »Kameradschaft Aachener Land« (KAL) auszufüllen. Passend dazu berichtete der »Tagesspiegel« aus Berlin, der Anmelder sei der in Grevenbroich sesshafte langjährige Neonazi Christian Malcoci. Offiziell tritt die Gruppierung »Syndikat 52« allerdings als Untergruppierung des Kreisverbands Aachen-Heinsberg der Partei »Die Rechte« in Erscheinung und scheint damit auch einem erneuten Verbot eventuell entgegensteuern zu wollen. Neben der Mobilisierung im digitalen Raum wurden bundesweit Aufkleber verschickt, plakatiert und kurz vor dem 19. August mehrere Kundgebungen und Aktionen zum Beispiel in Berlin, Dessau-Roßlau und auch in Dortmund durchgeführt.

antifaschistisches Magazin der rechte rand - Hess Marsch

© Ney Sommerfeld

Hunderte Neonazis kommen nicht zum Ziel
Am 19. August selbst reisten rund 1.000 Neonazis aus zahlreichen Bundesländern – darunter vor allem Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen oder auch Sachsen-Anhalt – nach Berlin und führten insgesamt zwei Aufmärsche durch. Auch aus Österreich, Schweden und den Niederlanden kamen Neonazis. Rund 800 marschierten gemeinsam im Stadtteil Berlin-Spandau auf, wurden allerdings an verschiedenen Blockaden durch GegendemonstrantInnen gestoppt und konnten so nicht zum eigentlichen Hauptziel des Aufmarsches gelangen, dem Standort des ehemaligen Gefängnisses, in dem Hess bis 1987 inhaftiert war. Trotz des Verbotes, Rudolf Hess in »Wort, Schrift oder Bild« zu verherrlichen, trug das Fronttransparent den für Hess berühmten Satz »Ich bereue nichts«, den dieser zum Ende des Nürnberger Prozesses von sich gegeben hatte.
Ein Verbot der Veranstaltung wurde aufgrund der schlechten Erfolgsaussichten im Vorfeld nicht angestrebt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte dazu: »Ein Verbot wäre mir sehr sympathisch gewesen, wir haben das sehr sorgfältig geprüft und festgestellt, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung leider auch für Arschlöcher gilt.«
Aufgrund von Brandanschlägen auf Bahnanlagen erreichte eine weitere Gruppe von rund 200 Neonazis vor allem aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen den geplanten Aufmarschort in Spandau nicht und führte einen Spontanaufmarsch in Falkensee durch.

Hess – ein Neonazi-Mythos
Die Hochzeiten der neonazistischen Hess-Verehrung haben ihren Zenit längst überschritten. Die Elemente der Erzählungen rund um den Mythos Hess haben sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert. Die zentralen Punkte sind nach wie vor sein Flug nach Großbritannien, seine Verurteilung vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg und natürlich sein Selbstmord im Gefängnis. Dabei bietet sich Hess für die Neonazi-Szene besonders als Märtyrer an, weil er bis zu seinem Tod als überzeugter Nationalsozialist galt. Hess wird als der »gute Nationalsozialist« inszeniert, der mit seinem »Friedensflug« nach Großbritannien als Beleg für die deutschen Friedensbemühungen dargestellt wird. Damit hat die Hess-Verehrung im Kern ein geschichtsrevisionistisches Anliegen, welches das nationalsozialistische Deutschland in der Kriegsschuldfrage freisprechen soll.
Die zahlreichen Widersprüche aber werden in der Neonazi-Szene schlicht ignoriert. So sprach ein NSDAP-Radiobeitrag direkt nach Hess´ Festnahme in Schottland 1941 davon, dieser habe einen Brief zurückgelassen, der auf »geistige Umnachtung« hindeute. Die anschließende Verurteilung in Nürnberg zu lebenslanger Haft beweist für die Neonazi-Szene außerdem die Unrechtmäßigkeit der Nachkriegsjustiz und damit auch die Grundlage der Bundesrepublik Deutschland. Sein Suizid im Jahr 1987, der als Mord dargestellt wird, vollzieht den letzten Akt der ‹schlüssigen› Gesamtdarstellung des Mythos rund um die Figur Rudolf Hess. Nachdem Hess’ Überreste in Wunsiedel im Familiengrab bestattet worden waren, wurde der Ort schnell zum zentralen Erinnerungsort für die extreme Rechte. Bereits kurz nach der Beisetzung fand in Wunsiedel ein erster Gedenkmarsch mit rund 120 TeilnehmerInnen statt. Zwei Jahre später nahmen bereits 1.100 Menschen an einem weiteren Hess-Gedenkmarsch in Wunsiedel teil. Nach dem Verbot der Aufmärsche 1991 fand in Bayreuth ein Aufmarsch mit 1.500 Neonazis statt. Im Laufe der 1990er Jahre nahm der Zuspruch ab.
Erst mit den erneuten Anmeldungen des Neonazi-Anwalts Jürgen Rieger ab 2001 gewannen die Hess-Gedenkmärsche wieder an Dynamik. Rieger setzte erneut Aufmärsche in Wunsiedel durch, an denen 2001 bereits 1.000 Neonazis teilnahmen und 2004 sogar 5.000 der Mobilisierung nach Bayern folgten.
Nach breiten antifaschistischen Protesten vor Ort und einer Änderung des Versammlungsgesetzes wurden die Hess-Gedenkmärsche in Wunsiedel 2005 dann endgültig verboten. 2011 folgte auch die Auflösung des Familiengrabes. Die Hess-Märsche hatten eine zentrale Funktion für die Prägung der neonazistischen Trauermärsche, wie diese später auch in Städten wie Dresden, Bad Nenndorf oder Magdeburg stattfinden sollten und über Jahre zu den größten neonazistischen Veranstaltungen in Deutschland zählten.

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Quelle: http://www.der-rechte-rand.de/archive/2754/2017-hess-marsch/

Numéro 2017/4 – n° 64-4 – Revue d’histoire moderne et contemporaine 2017-4

Page 7 à 24 : Gérard Béaur - Introduction : La révolution industrieuse introuvable | Page 25 à 58 : Gérard Béaur - Niveau de vie et révolution des objets dans la France d’Ancien Régime. Meaux et ses campagnes aux XVIIe et XVIIIe siècles | Page 59 à 83 : Belén Moreno Claverías, Francis Brumont - Révolution industrieuse ou simple survie ? Stratégies familiales dans une zone proto-industrielle de Catalogne au XVIIIe siècle | Page 84 à 104 : Rosa Congost, Eulàlia Esteve, Albert Serramontmany, Florence Detry - L’évolution du niveau de vie des pauvres. La petite paysannerie de la région de Gérone (1750-1800) | Page 105 à 133 : Laurent Herment - Y a-t-il eu une révolution industrieuse dans le Bassin parisien au XIXe siècle ? | Page 134 à 171 : Jean Solchany - Beaucoup de bruit pour rien ? Retour sur la lecture faite par Timothy Snyder des violences de masse nazie et stalinienne | Page 172 à 173 : Jean Quéniart - Groupe de recherches interdisciplinaires sur l’histoire du littéraire (GRIHL), Écriture et action, XVIIe-XIXe siècle. Une enquête collective, Paris, éd. de l’EHESS, 2016, 290 p., ISBN 978-2-7132-2535-2 | Page 174 à 175 : Héloïse Hermant - Antonio Castillo Gómez (Éd.), Culturas del escrito en el mundo occidental del Renacimiento a la contemporaneidad, Madrid, Casa de Velázquez, 2015, 330 p., ISBN 978-84-15636-93-9 | Page 175 à 177 : Maxime Martignon - Camille Esmein-Sarrazin, Geneviève Haroche-Bouzinac, Gaël Rideau, Gabrielle Vickermann-RibÉmont (Éd.), L’anecdote entre littérature et histoire à l’époque moderne, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2015, 372 p., ISBN 978-2-7535-4072-9 | Page 177 à 180 : Marie-Laure Acquier - Héloïse Hermant, Guerres de plumes. Publicité et cultures politiques dans l’Espagne du XVIIe siècle, Madrid, Casa de Velázquez, 2012, 570 p., ISBN 978-84-96820-75-3 | Page 180 à 182 : Aliocha Maldavsky - Federico Palomo (Éd.), La memoria del mundo : clero, erudición y cultura escrita en el mundo ibérico (siglos XVI-XVIII), Madrid, 2014, Universidad Complutense de Madrid, 262 p., ISBN 978-84-669-3493-0 | Page 182 à 183 : Stéphane Haffemayer - Marion Brétéché, Les compagnons de Mercure. Journalisme et politique dans l’Europe de Louis XIV, Ceyzérieux, Champ Vallon, 2015, 356 p. ISBN 979-10-267-0022-7 | Page 184 à 186 : Virginie Martin - Tabetha Leigh Ewing, Rumor, Diplomacy and War in Enlightenment Paris, Oxford, Voltaire Foundation, 2014, 311 p., ISBN 978-0-7294-1142-4 | Page 186 à 188 : Jean-Luc Chappey - Bronislaw Baczko, Michel Porret, François Rosset (Éd.), Dictionnaire critique de l’utopie au temps des Lumières, Chêne-Bourg, Georg, 2016, 1 406 p., ISBN 978-2-8257-1033-3 | Page 188 à 190 : Emmanuelle Chapron - Gilles Bertrand, Anne Cayuela, Christian Del Vento, Raphaële Mouren (Éd.), Bibliothèques et lecteurs dans l’Europe moderne (XVIIe-XVIIIe siècles), Genève, Droz, 2016, 532 p., ISBN 978-2-600-04703-6 | Page 191 à 193 : Vincent Milliot - Marie-Claude Felton, Jean-Dominique Mellot, Élisabeth Queval, La police des métiers du livre à Paris au siècle des Lumières. « Historique des libraires et imprimeurs de Paris existans en 1752 » de l’inspecteur Joseph d’Hémery, édition critique, Paris, Bibliothèque nationale de France, 2017, 560 p., ISBN 978-2-7177-2736-4 | Page 193 à 195 : Jean-Dominique Mellot - Greta Kaucher, Les Jombert. Une famille de libraires parisiens dans l’Europe des Lumières (1680-1824), Genève, Droz, 2015, 1 592 p., ISBN 978-2-600-01842-5 | Page 195 à 197 : Nicolas Brucker - Annika Hass, Der Verleger Johann Friedrich Cotta (1764-1832) als Kulturvermittler zwischen Deutschland und Frankreich. Frankreichbezüge, Koeditionen und Übersetzungen, Francfort-sur-le-Main, Lang, 2015, 254 p., ISBN 978-3-631-65646-4 | Page 197 à 200 : Gilles Bertrand - Sabrina Ferri, Ruins past. Modernity in Italy, 1744-1836, Oxford, Voltaire Foundation, 2015, 258 p., ISBN 978-0-7294-1171-4 | Page 200 à 202 : Sylvain Milbach - Carol E. Harrison, Romantic Catholics. France’s Postrevolutionary Generation in Search of a Modern Faith, Ithaca, Cornell University Press, 2014, 328 p., ISBN 978-0-8014-5245-1 | Page 202 à 205 : André Rauch - Laurent Martin (Éd.), Les censures dans le monde, XIXe-XXIe siècle, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2016, 381 p., ISBN 978-2-7535-4315-7 | Page 205 à 207 : Anne-Marie Chartier - Clémence Cardon-Quint, Des lettres au français. Une discipline à l’heure de la démocratisation (1945-1981), Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2015, 525 p., ISBN 978-2-7535-4140-5 | Page 207 à 209 : Anna Trespeuch-Berthelot - Sébastien Repaire, Sartre et Benny Lévy. Une amitié intellectuelle, du maoïsme triomphant au crépuscule de la révolution, Paris, L’Harmattan, 2013, 251 p., ISBN 978-2-343-00632-1 | Page 209 à 211 : Élie Haddad - Michel Figeac, Les noblesses en France. Du XVIe au milieu du XIXe siècle, Paris, Armand Colin, 2013, 415 p., ISBN 978-2-200-24638-9 | Page 211 à 213 : Claude Michaud - Nicolas Le Roux, Martin Wrede (Éd.), Noblesse oblige. Identités et engagements aristocratiques à l’époque moderne, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2017, 200 p., ISBN 978-2-7535-5259-3 | Page 213 à 216 : Benjamin Deruelle - Nicolas Le Roux, Le crépuscule de la chevalerie. Noblesse et guerre au siècle de la Renaissance, Ceyzérieu, Champ Vallon, 2015, 409 p., ISBN 978-2-87673-901-7 | Page 216 à 217 : Guillaume Lasconjarias - Ariane Boltanski, Yann Lagadec, Franck Mercier (Éd.), La bataille. Du fait d’armes au combat idéologique, XIe-XIXe siècle, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2015, 286 p., ISBN 978-2-7535-4029-3 | Page 217 à 219 : Gilles Ferragu - Sante Lesti, Riti di guerra. 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Enquête sur l’une des grandes affaires criminelles des années 1930, Paris, Payot, 2017, ISBN 978-2228916974 | Page 239 à 241 : Fabien Knittel - Joël Lebeaume, L’enseignement ménager en France. Sciences et techniques au féminin, 1880-1980, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2014, 263 p., ISBN 978-2-7535-2923-6 | Page 241 à 243 : Ingrid Hayes - Fanny Bugnon, Les « amazones de la terreur ». Sur la violence politique des femmes, de la Fraction armée rouge à Action directe, Paris, Payot, 2015, 240 p., ISBN 978-2-228-91314-0 | Page 243 à 245 : Malik Mellah - François Hourmant, Sophie Lambert-Wiber (Éd.), L’animal et le pouvoir, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2016, 190 p., ISBN 978-2-7535-4758-2 | Page 245 à 247 : Mathieu Grenet - Susanne Rau, Räume der Stadt. Eine Geschichte Lyons, 1300-1800, Francfort-sur-le-Main, Campus, 2014, 572 p., ISBN 978-3-593-50081-2 | Page 247 à 249 : Frédérique Langue - Emmanuel Vincenot, Histoire de La Havane, Paris, Fayard, 2016, 792 p., ISBN 978-2-213-64376-2 | Page 249 à 252 : Danièle Voldman - Isabelle Backouche, Paris transformé, Le marais 1900-1980. De l’îlot insalubre au secteur sauvegardé, Grane, Créaphis, 2016, 435 p., ISBN 978-2-35428-104-5 | Page 252 à 254 : Claude Michaud - Juliusz A. Chroscicki, Mark Hengerer, Gérard Sabatier (Éd.), Les funérailles princières en Europe, XVIe-XVIIIe siècle. 1. Le grand théâtre de la mort, Versailles et Paris, Centre de recherche du château de Versailles et Éditions de la Maison des sciences de l’homme, 2012, 412 p., ISBN 978-2-7351-1426-9 | Page 255 à 257 : Claude Michaud - Juliusz A. Chroscicki, Mark Hengerer, Gérard Sabatier (Éd.), Les funérailles princières en Europe, XVIe-XVIIIe siècle. 2. 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The Scottish independence referendum: constitutional and political implications

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Altering language, transforming literature: Translingualism and literary self-translation in Zinaida Lindén’s fiction

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Numéro 2017/4 – n° 64-4 – Revue d’histoire moderne et contemporaine 2017-4

Page 7 à 24 : Gérard Béaur - Introduction : La révolution industrieuse introuvable | Page 25 à 58 : Gérard Béaur - Niveau de vie et révolution des objets dans la France d’Ancien Régime. Meaux et ses campagnes aux XVIIe et XVIIIe siècles | Page 59 à 83 : Belén Moreno Claverías, Francis Brumont - Révolution industrieuse ou simple survie ? Stratégies familiales dans une zone proto-industrielle de Catalogne au XVIIIe siècle | Page 84 à 104 : Rosa Congost, Eulàlia Esteve, Albert Serramontmany, Florence Detry - L’évolution du niveau de vie des pauvres. La petite paysannerie de la région de Gérone (1750-1800) | Page 105 à 133 : Laurent Herment - Y a-t-il eu une révolution industrieuse dans le Bassin parisien au XIXe siècle ? | Page 134 à 171 : Jean Solchany - Beaucoup de bruit pour rien ? Retour sur la lecture faite par Timothy Snyder des violences de masse nazie et stalinienne | Page 172 à 173 : Jean Quéniart - Groupe de recherches interdisciplinaires sur l’histoire du littéraire (GRIHL), Écriture et action, XVIIe-XIXe siècle. Une enquête collective, Paris, éd. de l’EHESS, 2016, 290 p., ISBN 978-2-7132-2535-2 | Page 174 à 175 : Héloïse Hermant - Antonio Castillo Gómez (Éd.), Culturas del escrito en el mundo occidental del Renacimiento a la contemporaneidad, Madrid, Casa de Velázquez, 2015, 330 p., ISBN 978-84-15636-93-9 | Page 175 à 177 : Maxime Martignon - Camille Esmein-Sarrazin, Geneviève Haroche-Bouzinac, Gaël Rideau, Gabrielle Vickermann-RibÉmont (Éd.), L’anecdote entre littérature et histoire à l’époque moderne, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2015, 372 p., ISBN 978-2-7535-4072-9 | Page 177 à 180 : Marie-Laure Acquier - Héloïse Hermant, Guerres de plumes. Publicité et cultures politiques dans l’Espagne du XVIIe siècle, Madrid, Casa de Velázquez, 2012, 570 p., ISBN 978-84-96820-75-3 | Page 180 à 182 : Aliocha Maldavsky - Federico Palomo (Éd.), La memoria del mundo : clero, erudición y cultura escrita en el mundo ibérico (siglos XVI-XVIII), Madrid, 2014, Universidad Complutense de Madrid, 262 p., ISBN 978-84-669-3493-0 | Page 182 à 183 : Stéphane Haffemayer - Marion Brétéché, Les compagnons de Mercure. Journalisme et politique dans l’Europe de Louis XIV, Ceyzérieux, Champ Vallon, 2015, 356 p. ISBN 979-10-267-0022-7 | Page 184 à 186 : Virginie Martin - Tabetha Leigh Ewing, Rumor, Diplomacy and War in Enlightenment Paris, Oxford, Voltaire Foundation, 2014, 311 p., ISBN 978-0-7294-1142-4 | Page 186 à 188 : Jean-Luc Chappey - Bronislaw Baczko, Michel Porret, François Rosset (Éd.), Dictionnaire critique de l’utopie au temps des Lumières, Chêne-Bourg, Georg, 2016, 1 406 p., ISBN 978-2-8257-1033-3 | Page 188 à 190 : Emmanuelle Chapron - Gilles Bertrand, Anne Cayuela, Christian Del Vento, Raphaële Mouren (Éd.), Bibliothèques et lecteurs dans l’Europe moderne (XVIIe-XVIIIe siècles), Genève, Droz, 2016, 532 p., ISBN 978-2-600-04703-6 | Page 191 à 193 : Vincent Milliot - Marie-Claude Felton, Jean-Dominique Mellot, Élisabeth Queval, La police des métiers du livre à Paris au siècle des Lumières. « Historique des libraires et imprimeurs de Paris existans en 1752 » de l’inspecteur Joseph d’Hémery, édition critique, Paris, Bibliothèque nationale de France, 2017, 560 p., ISBN 978-2-7177-2736-4 | Page 193 à 195 : Jean-Dominique Mellot - Greta Kaucher, Les Jombert. Une famille de libraires parisiens dans l’Europe des Lumières (1680-1824), Genève, Droz, 2015, 1 592 p., ISBN 978-2-600-01842-5 | Page 195 à 197 : Nicolas Brucker - Annika Hass, Der Verleger Johann Friedrich Cotta (1764-1832) als Kulturvermittler zwischen Deutschland und Frankreich. Frankreichbezüge, Koeditionen und Übersetzungen, Francfort-sur-le-Main, Lang, 2015, 254 p., ISBN 978-3-631-65646-4 | Page 197 à 200 : Gilles Bertrand - Sabrina Ferri, Ruins past. Modernity in Italy, 1744-1836, Oxford, Voltaire Foundation, 2015, 258 p., ISBN 978-0-7294-1171-4 | Page 200 à 202 : Sylvain Milbach - Carol E. Harrison, Romantic Catholics. France’s Postrevolutionary Generation in Search of a Modern Faith, Ithaca, Cornell University Press, 2014, 328 p., ISBN 978-0-8014-5245-1 | Page 202 à 205 : André Rauch - Laurent Martin (Éd.), Les censures dans le monde, XIXe-XXIe siècle, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2016, 381 p., ISBN 978-2-7535-4315-7 | Page 205 à 207 : Anne-Marie Chartier - Clémence Cardon-Quint, Des lettres au français. Une discipline à l’heure de la démocratisation (1945-1981), Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2015, 525 p., ISBN 978-2-7535-4140-5 | Page 207 à 209 : Anna Trespeuch-Berthelot - Sébastien Repaire, Sartre et Benny Lévy. Une amitié intellectuelle, du maoïsme triomphant au crépuscule de la révolution, Paris, L’Harmattan, 2013, 251 p., ISBN 978-2-343-00632-1 | Page 209 à 211 : Élie Haddad - Michel Figeac, Les noblesses en France. Du XVIe au milieu du XIXe siècle, Paris, Armand Colin, 2013, 415 p., ISBN 978-2-200-24638-9 | Page 211 à 213 : Claude Michaud - Nicolas Le Roux, Martin Wrede (Éd.), Noblesse oblige. Identités et engagements aristocratiques à l’époque moderne, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2017, 200 p., ISBN 978-2-7535-5259-3 | Page 213 à 216 : Benjamin Deruelle - Nicolas Le Roux, Le crépuscule de la chevalerie. Noblesse et guerre au siècle de la Renaissance, Ceyzérieu, Champ Vallon, 2015, 409 p., ISBN 978-2-87673-901-7 | Page 216 à 217 : Guillaume Lasconjarias - Ariane Boltanski, Yann Lagadec, Franck Mercier (Éd.), La bataille. Du fait d’armes au combat idéologique, XIe-XIXe siècle, Rennes, Presses universitaires de Rennes, 2015, 286 p., ISBN 978-2-7535-4029-3 | Page 217 à 219 : Gilles Ferragu - Sante Lesti, Riti di guerra. Religione e politica nell’Europa della Grande Guerra, Bologne, Il Mulino, 2016, 264 p., ISBN 978-88-15-25804-5 | Page 219 à 221 : Bertrand Tillier - Guillaume Doizy, Pascal Dupuy (Éd.), La Grande Guerre des dessinateurs de presse. Postures, itinéraires et engagements de caricaturistes en 1914-1918, Mont-Saint-Aignan, Presses universitaires de Rouen et du Havre, 2016, 215 p., ISBN 979-10-240-0472-3 | Page 221 à 222 : Matthieu Rey - Fabrice Monnier, 1916 en Mésopotamie. Moyen-Orient, naissance du chaos, Paris, CNRS Éditions, 2016, 335 p., ISBN 978-2-271-09268-7 | Page 222 à 224 : Luc Chantre - John Slight, The British Empire and the Hajj, 1865-1956, Cambridge, Harvard University Press, 2015, 440 p., ISBN 978-0-674-50478-3 | Page 224 à 226 : Luc Chantre - Eileen Kane, Russian Hajj. Empire and the Pilgrimage to Mecca, Ithaca, Cornell University Press, 2015, 241 p., ISBN 978-0-8014-5423-3 | Page 226 à 228 : Sylvia Chiffoleau - Philippe Pétriat, Le négoce des lieux saints. Négociants hadramis de Djedda, 1850-1950, Paris, Publications de la Sorbonne, 2016, 444 p., ISBN 978-2-85944-936-0 | Page 229 à 231 : Claire Fredj - Guillaume Lachenal, Le médecin qui voulut être roi. Sur les traces d’une utopie coloniale, Paris, Seuil, 2017, 353 p., ISBN 978-2-02-114256-3 | Page 231 à 233 : Jean-François Bayart - George Steinmetz (Éd.), Sociology & Empire. The Imperial Entanglements of a Discipline, Durham, Duke University Press, 2013, XVI-610 p., ISBN 978-0-8223-5279-2 | Page 233 à 236 : Colette Zytnicki - Anne Dulphy, L’Algérie des Pieds-Noirs, entre l’Espagne et la France, Paris, Vendémiaire, 2014, 475 p., ISBN 978-2-363-58122-8 | Page 236 à 237 : Mickaël Studnicki - Todd Shepard, Mâle décolonisation. L’« homme arabe » et la France, de l’indépendance algérienne à la révolution iranienne [trad. Clément Baude], Paris, Payot, 2017, 398 p., ISBN 978-2-228-91714-8 | Page 238 à 239 : Philippe Artières - Florence Tamagne, Le crime du Palace. 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Apothéoses monumentales, Versailles et Rennes, Centre de recherche du château de Versailles et Presses universitaires de Rennes, 2013, 452 p., ISBN 978-2-7535-2854-3 | Page 257 à 259 : Claude Michaud - Juliusz A. Chroscicki, Mark Hengerer, Gérard Sabatier (Éd.), Les funérailles princières en Europe, XVIe-XVIIIe siècle. 3. Le deuil, la mémoire, la politique, Versailles et Rennes, Centre de recherche du château de Versailles et Presses universitaires de Rennes, 2015, 440 p., ISBN 978-2-7535-4075-0.

Quelle: http://www.cairn.info/revue-d-histoire-moderne-et-contemporaine-2017-4.htm&WT.rss_f=revue-Revue%20d%E2%80%99histoire%20moderne%20et%20contemporaine&WT.tsrc=RSS

Contesting Victimhood in the Indonesian Anti-Communist Violence and Its Implications for Justice for the Victims of the 1968 South Blitar Trisula Operation in East Java

Volume 19, Issue 4, December 2017, Page 512-529
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Quelle: http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14623528.2017.1393943?ai=z4&mi=3fqos0&af=R

The Memory Landscapes of “1965” in Semarang

Volume 19, Issue 4, December 2017, Page 530-550
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Quelle: http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14623528.2017.1393945?ai=z4&mi=3fqos0&af=R