Nummerierungs-Beitrag im Merkur erschienen
Sehr schön, der Oktober-Merkur ist nun online, mit dabei mein gratis verfügbarer Beitrag:
Nummerierung. Auf den Spuren einer ambivalenten Kulturtechnik
Besonders freue ich mich selbstredend auf die Lektüre des danach befindlichen Texts von Günter Hack, der den verheißungsvollen Titel trägt: "Spatz und Klassenbewusstsein"!
Nummerierung. Auf den Spuren einer ambivalenten Kulturtechnik
Besonders freue ich mich selbstredend auf die Lektüre des danach befindlichen Texts von Günter Hack, der den verheißungsvollen Titel trägt: "Spatz und Klassenbewusstsein"!
Nummerierungsvortrag in Bremen, 2.7.2014
Kommende Woche halte ich in Bremen im Rahmen des Kolloquiums zur Geschichte der Frühen Neuzeit einen Vortrag, die Eckdaten lauten wie folgt:
Titel: Die Kulturtechnik der Nummerierung Vorstellung einer Forschungslandschaft
Zeit: Mi 2.7.2014, 18 Uhr
Ort: Universität Bremen, Raum GW2, B2880
http://www.geschichte.uni-bremen.de/home/wp-content/uploads/2014/04/ankundigung-fnz-kolloquium-sose14.pdf
Titel: Die Kulturtechnik der Nummerierung Vorstellung einer Forschungslandschaft
Zeit: Mi 2.7.2014, 18 Uhr
Ort: Universität Bremen, Raum GW2, B2880
http://www.geschichte.uni-bremen.de/home/wp-content/uploads/2014/04/ankundigung-fnz-kolloquium-sose14.pdf
Vortrag zur Kulturtechnik der Nummerierung von Homer bis Nelson Mandela, Wien 14.5.2014
In drei Wochen halte ich in Wien folgenden Vortrag, zu dem ich herzlich einlade; zwei Überraschungen vorweg:
1.) Es geht um Nummern!
2.) Es geht so gut wie gar nicht um Hausnummern!
Anton Tantner: Zwischen Anti-Riot-Maßnahme und Klassenkampf: Zur Kulturtechnik der Nummerierung von Homer bis Nelson Mandela
Ort: Universität Wien, Institut für Geschichte, Hörsaal 45 (Stiege VIII), Universitätsring 1, 1010 Wien
Zeit: Mittwoch, 14.5.2014, 18:30 pünktlich
Geschichte am Mittwoch
Moderation: Li Gerhalter
Abstract:
Ganz gleich, ob es sich um den Austropoper Wolfgang Ambros (A Mensch möcht i bleibn und net zur Nummer möcht i werdn., 1974) oder die britische Hardrockformation Iron Maiden (I am not a number, I am a free Man, 1982) handelt, durch die kulturellen Äußerungen des 20. Jahrhunderts zieht sich ein Unbehagen, anstelle eines aus Buchstaben bestehenden Namens mit einer aus Zahlen bestehenden Nummer angerufen zu werden.
Ausgehend von diesem Befund der angesichts der Gewalterfahrungen des Jahrhunderts der Extreme nur zu verständlich erscheint möchte ich eine bislang nur wenig beachtete, erst zu entdeckende Forschungslandschaft vorstellen, nämlich die Geschichte einer Kulturtechnik, die einem Objekt oder Subjekt etwa einer Buchseite, einem Bibelvers, einem Ton, einem Regiment, einem Fiaker, einem Sträfling oder einer Polizistin eine Zahl vergibt, um Objekt oder Subjekt eindeutig identifizierbar zu machen. Die enge Fokussierung auf ein so umgrenztes Forschungsthema wie die Nummerierung erlaubt es, wild durch die Jahrhunderte zu surfen, wobei der Austausch mit ExpertInnen z. B. aus der Altertumsforschung, Archivkunde, Kunstgeschichte sowie Sprach-, Religions- und Musikwissenschaft nur zu erwünscht ist.
1.) Es geht um Nummern!
2.) Es geht so gut wie gar nicht um Hausnummern!
Anton Tantner: Zwischen Anti-Riot-Maßnahme und Klassenkampf: Zur Kulturtechnik der Nummerierung von Homer bis Nelson Mandela
Ort: Universität Wien, Institut für Geschichte, Hörsaal 45 (Stiege VIII), Universitätsring 1, 1010 Wien
Zeit: Mittwoch, 14.5.2014, 18:30 pünktlich
Geschichte am Mittwoch
Moderation: Li Gerhalter
Abstract:
Ganz gleich, ob es sich um den Austropoper Wolfgang Ambros (A Mensch möcht i bleibn und net zur Nummer möcht i werdn., 1974) oder die britische Hardrockformation Iron Maiden (I am not a number, I am a free Man, 1982) handelt, durch die kulturellen Äußerungen des 20. Jahrhunderts zieht sich ein Unbehagen, anstelle eines aus Buchstaben bestehenden Namens mit einer aus Zahlen bestehenden Nummer angerufen zu werden.
Ausgehend von diesem Befund der angesichts der Gewalterfahrungen des Jahrhunderts der Extreme nur zu verständlich erscheint möchte ich eine bislang nur wenig beachtete, erst zu entdeckende Forschungslandschaft vorstellen, nämlich die Geschichte einer Kulturtechnik, die einem Objekt oder Subjekt etwa einer Buchseite, einem Bibelvers, einem Ton, einem Regiment, einem Fiaker, einem Sträfling oder einer Polizistin eine Zahl vergibt, um Objekt oder Subjekt eindeutig identifizierbar zu machen. Die enge Fokussierung auf ein so umgrenztes Forschungsthema wie die Nummerierung erlaubt es, wild durch die Jahrhunderte zu surfen, wobei der Austausch mit ExpertInnen z. B. aus der Altertumsforschung, Archivkunde, Kunstgeschichte sowie Sprach-, Religions- und Musikwissenschaft nur zu erwünscht ist.
Augustin: Kennzeichnungspflicht für Polizist_innen?
Frisch erschienen: Ein Beitrag von mir über die Nummerierung von PolizistInnen und Gefangenen im aktuellen Augustin.
Tantner, Anton: «Wer geschlagen hat, ist unklar geblieben.» Kleine Geschichte der Nummerierung von Polizist_innen und Gefangenen, in: Augustin. Die erste österreichische Boulevardzeitung, Nr. 363, 19.3.2014, S. 14.
Tantner, Anton: «Wer geschlagen hat, ist unklar geblieben.» Kleine Geschichte der Nummerierung von Polizist_innen und Gefangenen, in: Augustin. Die erste österreichische Boulevardzeitung, Nr. 363, 19.3.2014, S. 14.
Von der Nummerierung der Kiter
Nummerierungsnews aus Podersdorf: Da manche Kitesurfer den Badegästen am Neusiedlersee gefährlich nahe kommen, sollen laut ORF Burgenland den Kitern nummerierte Trikots verabreicht werden, auf dass man die schwarzen Schafe herausfiltern könne.
Früheste Paginierung eines Printbuchs: 1470
I Love Typographie zeigt Scans von dem frühesten bekannten Printbuch mit Paginierung, also Seitenzahlen.
[via Voeb-Blog]
[via Voeb-Blog]
Darebák Nr. 15758
Gleichviel, Ihren Namen als General brauche ich nicht zu wissen, aber ich werde Ihre Nummer als Sträfling wissen. /
Soit, je nai pas besoin de savoir votre nom de général, mais je saurai votre numéro de galérien.
(Victor Hugo, Histoire dun crime/Geschichte eines Verbrechens, 1877/78, dt. 1965).

Die jüngste Neuerwerbung: Ein tschechischer Playmobilverschnitt der Firma Igracek.
Soit, je nai pas besoin de savoir votre nom de général, mais je saurai votre numéro de galérien.
(Victor Hugo, Histoire dun crime/Geschichte eines Verbrechens, 1877/78, dt. 1965).

Die jüngste Neuerwerbung: Ein tschechischer Playmobilverschnitt der Firma Igracek.
Weitere Materialien zur Geschichte der Türnummer
Wird sich ja zeigen, wann mal das Forschungsdesiderat Türnummer eine umfassende Bearbeitung erfährt. Hier zwei Beobachtungen aus der Brünner Zeitung:
So konnte man bei Herrn Hanke, Bibliothekskustos der Olmützer Lyzeumsbibliothek, 1782 die gesammelten Werke Sonnenfels erstehen, zu bestellen in seiner Wohnung zu Brünn in der obern Mainzergasse in Hofdemlischen Hause Nro 140. im ersten Stock Nro. II. (BZ, Nr.101, 18.12.1782, Beilage, S. 329f). Ein Jahr später, als man den ersten Band abholen konnte, fehlte allerdings die Türnummer: Hanke, als erster Custos auf der k.k. Olmützer Lycaeums Bibliothek, wohnet in der obern Menzer oder sogenannten alten Postgasse in Hofdemlischen Haus Nro 140. im ersten Stock. (BZ Nr.25, 26.3.1783, Beilage, S. 84).
Brünner Zeitung Der kayßerlich königlichen Privilegirten Mährischen Lehenbanck, 1782, 1783.
So konnte man bei Herrn Hanke, Bibliothekskustos der Olmützer Lyzeumsbibliothek, 1782 die gesammelten Werke Sonnenfels erstehen, zu bestellen in seiner Wohnung zu Brünn in der obern Mainzergasse in Hofdemlischen Hause Nro 140. im ersten Stock Nro. II. (BZ, Nr.101, 18.12.1782, Beilage, S. 329f). Ein Jahr später, als man den ersten Band abholen konnte, fehlte allerdings die Türnummer: Hanke, als erster Custos auf der k.k. Olmützer Lycaeums Bibliothek, wohnet in der obern Menzer oder sogenannten alten Postgasse in Hofdemlischen Haus Nro 140. im ersten Stock. (BZ Nr.25, 26.3.1783, Beilage, S. 84).
Brünner Zeitung Der kayßerlich königlichen Privilegirten Mährischen Lehenbanck, 1782, 1783.
Nummerierte Laternenanzünder, Wien 1779
In Wien waren um 1780 nicht nur die Polizisten nummeriert, sondern auch die Laternenanzünder; diente alles der Sicherheit und Ordnung, wie ich der Brünner Zeitung entnehme:
Eben aus Wien wird noch berichtet, daß nun auch diejenigen Leute, die zum Anzünden der Laternen in den Vorstädten bestellet sind, ordentlich gekleidet, mit einem Seitengewehre und Spieße versehen, wie auch mit einer Nummer auf dem Hute bezeichnet worden, und unter einem Wachmeister stehen. Ihre Montur ist ein brauner Rock mit gleichfarbiger Weste, und dunkelblauen Aufschlägen; die Nummer ist von Messing. Sie rufen auch in der Stadt die Stunden aus. Beydes hat Ordnung und Sicherheit zur Absicht, indem man seit einiger Zeit sehr viel von Diebstählen und andern Gewaltthätigkeiten hörte.
Brünner Zeitung Der Kaiserlichen Königlichen Privilegirten Mährischen Lehenbank, Nr.92, 18.11.1779, S. 735.
Eben aus Wien wird noch berichtet, daß nun auch diejenigen Leute, die zum Anzünden der Laternen in den Vorstädten bestellet sind, ordentlich gekleidet, mit einem Seitengewehre und Spieße versehen, wie auch mit einer Nummer auf dem Hute bezeichnet worden, und unter einem Wachmeister stehen. Ihre Montur ist ein brauner Rock mit gleichfarbiger Weste, und dunkelblauen Aufschlägen; die Nummer ist von Messing. Sie rufen auch in der Stadt die Stunden aus. Beydes hat Ordnung und Sicherheit zur Absicht, indem man seit einiger Zeit sehr viel von Diebstählen und andern Gewaltthätigkeiten hörte.
Brünner Zeitung Der Kaiserlichen Königlichen Privilegirten Mährischen Lehenbank, Nr.92, 18.11.1779, S. 735.
Über die Identifizierbarkeit von Polizisten
Schöne (Nicht-)Identifizierungsgeschichte in der taz: Am 1. Mai 2011 verprügelten in Berlin uniformierte Polizisten Kollegen in Zivil; einer der Zivilpolizisten verklagte darauf die Uniformträger, doch, welch Überraschung, diese wurden freigesprochen, weil sie gemäß Einschätzung des Gerichts nicht eindeutig zu identifizieren waren:
[Die Zivilpolizisten] sagen als Zeugen aus, dass die Uniformierten auffällig groß und stämmig waren. Dass sie zu einer Einheit mit einem weißen E als Kennung gehörten. Dass einer aus der Einheit noch eine alte grüne Uniform trug. Dass die Einheit den verletzten G. achtlos am Boden liegen ließ. Die Zivilpolizisten erzählen, wie sie sich in der Nacht auf die Suche nach der betreffenden Einheit machten, nachdem sie G. und einen weiteren verletzten Kollegen versorgt hatten. Dass sie die Truppe an den Recken und der alten grünen Uniform wiedererkannten.
Der Vorfall liegt zwei Jahre zurück, aber die Zivilpolizisten sind immer noch spürbar empört. Allein, für eine Verurteilung reicht es nicht. Richterin Andrea Wilms sagt, sie habe keinen Zweifel daran, dass die richtige Einheit identifiziert wurde. Aber wer geschlagen hat der zweite, dritte, oder vierte Beamte der Reihe , das ist unklar geblieben.
[@tazgezwitscher via Retweet von @analysekritik]
Vgl. auch die von hier aus zugänglichen Beiträge im Adresscomptoir zur Nummerierung von PolizistInnen
[Die Zivilpolizisten] sagen als Zeugen aus, dass die Uniformierten auffällig groß und stämmig waren. Dass sie zu einer Einheit mit einem weißen E als Kennung gehörten. Dass einer aus der Einheit noch eine alte grüne Uniform trug. Dass die Einheit den verletzten G. achtlos am Boden liegen ließ. Die Zivilpolizisten erzählen, wie sie sich in der Nacht auf die Suche nach der betreffenden Einheit machten, nachdem sie G. und einen weiteren verletzten Kollegen versorgt hatten. Dass sie die Truppe an den Recken und der alten grünen Uniform wiedererkannten.
Der Vorfall liegt zwei Jahre zurück, aber die Zivilpolizisten sind immer noch spürbar empört. Allein, für eine Verurteilung reicht es nicht. Richterin Andrea Wilms sagt, sie habe keinen Zweifel daran, dass die richtige Einheit identifiziert wurde. Aber wer geschlagen hat der zweite, dritte, oder vierte Beamte der Reihe , das ist unklar geblieben.
[@tazgezwitscher via Retweet von @analysekritik]
Vgl. auch die von hier aus zugänglichen Beiträge im Adresscomptoir zur Nummerierung von PolizistInnen