Fahrzeug-Identifikationsnummern für Wiener Fiaker
Wien ORF.at zu Neuerungen bei den Fiakern:
Künftig soll es auch eine fixe Fahrzeug-Identifikationsnummer geben, vergleichbar mit der Fahrgestellnummer beim Auto. Sie muss gemeinsam mit den bisher schon üblichen Kennzeichen fix an der Kutsche angebracht werden. Bisher waren die Nummern lose auf den Gefährten angebracht. Die neue Nummerntafel soll die rasche Identifizierung erleichtern.
Nummeriert waren die Wiener Fiaker ja spätestens seit 1756 (vgl. hier); im übrigen gibt es auch einen recht netten Vorschlag eines Herren namens Alexandre Guillauté aus dem Jahr 1749 zur Einführung von eigenen Kennzeichen für die Pariser Pferde, Fuhrwerke und Kutschen:



Guillaute, M.: Mémoire sur la Réformation de la Police en France. Soumis au Roy en 1749. (Hg. von Jean Seznec). Paris: Hermann, 1974, S. 91, 92, 95. Dank für den Hinweis an Grégoire Chamayou.
Künftig soll es auch eine fixe Fahrzeug-Identifikationsnummer geben, vergleichbar mit der Fahrgestellnummer beim Auto. Sie muss gemeinsam mit den bisher schon üblichen Kennzeichen fix an der Kutsche angebracht werden. Bisher waren die Nummern lose auf den Gefährten angebracht. Die neue Nummerntafel soll die rasche Identifizierung erleichtern.
Nummeriert waren die Wiener Fiaker ja spätestens seit 1756 (vgl. hier); im übrigen gibt es auch einen recht netten Vorschlag eines Herren namens Alexandre Guillauté aus dem Jahr 1749 zur Einführung von eigenen Kennzeichen für die Pariser Pferde, Fuhrwerke und Kutschen:



Guillaute, M.: Mémoire sur la Réformation de la Police en France. Soumis au Roy en 1749. (Hg. von Jean Seznec). Paris: Hermann, 1974, S. 91, 92, 95. Dank für den Hinweis an Grégoire Chamayou.
Von der Nummerierung der Säulen der Amsterdamer Börse, 1750er Jahre
In den 1750er Jahren reist Johann Peter Willebrand(t) u.a. nach Amsterdam und gibt seinen LeserInnen folgenden Tipp:
Wenn ihr an einen Kaufmann in Amsterdam ein Empfehlungs-Schreiben abzugeben, oder sonst mit solchem ein Gewerbe habet; so erkundiget euch, unter welchem Pfeiler an der Börse dessen ordentlicher Platz ist; die Pfeiler haben Zahlen, und ihr werdet nicht irren können.
Willebrandt, Johann Peter: Historische Berichte und Praktische Anmerkungen auf Reisen in Deutschland, in die Niederlande, in Frankreich, England, Dänemark, Böhmen und Ungarn. (Hg. von Gottfried Schütze). Frankfurt/Leipzig: o.V., 3. Aufl., 1761.
Wenn ihr an einen Kaufmann in Amsterdam ein Empfehlungs-Schreiben abzugeben, oder sonst mit solchem ein Gewerbe habet; so erkundiget euch, unter welchem Pfeiler an der Börse dessen ordentlicher Platz ist; die Pfeiler haben Zahlen, und ihr werdet nicht irren können.
Willebrandt, Johann Peter: Historische Berichte und Praktische Anmerkungen auf Reisen in Deutschland, in die Niederlande, in Frankreich, England, Dänemark, Böhmen und Ungarn. (Hg. von Gottfried Schütze). Frankfurt/Leipzig: o.V., 3. Aufl., 1761.
Identifikationsnummern in Island
Spannender Artikel:
Watson, Ian: A short history of national identification numbering in Iceland, in: Bifröst Journal of Social Science, 4.2010 (PDF)
Abstract: Iceland created national identification numbers in the early 1950s as part of the process of automating civil registration. Numbers were based on a person's birthdate. In 1959, an additional name number for each person was created, based on the position of the person's name in alphabetical order. After Iceland began to issue personal identity cards showing the name number in 1965, the practice of using the name number as a unique personal identifier slowly penetrated through all of society. By the 1980s, the name number space became exhausted, and in 1987-1988 the name number was replaced by the birthdate-based number, rechristened the kennitala. Compared to other countries, the kennitala is very widely used, and its status approaches that of an alternative name. As well, the databases that allow conversion between a given person's name and kennitala are publicly accessible. Some individuals and data protection organizations have expressed concerns about the wide use of identification numbers in Iceland, as well as the transparent use of the birthdate in the kennitala. However, others have successfully argued against any major changes, and the system seems to enjoy general acceptance. The Icelandic numbering system is unusual by international standards and the article attempts to bring its history to a larger audience.
Watson, Ian: A short history of national identification numbering in Iceland, in: Bifröst Journal of Social Science, 4.2010 (PDF)
Abstract: Iceland created national identification numbers in the early 1950s as part of the process of automating civil registration. Numbers were based on a person's birthdate. In 1959, an additional name number for each person was created, based on the position of the person's name in alphabetical order. After Iceland began to issue personal identity cards showing the name number in 1965, the practice of using the name number as a unique personal identifier slowly penetrated through all of society. By the 1980s, the name number space became exhausted, and in 1987-1988 the name number was replaced by the birthdate-based number, rechristened the kennitala. Compared to other countries, the kennitala is very widely used, and its status approaches that of an alternative name. As well, the databases that allow conversion between a given person's name and kennitala are publicly accessible. Some individuals and data protection organizations have expressed concerns about the wide use of identification numbers in Iceland, as well as the transparent use of the birthdate in the kennitala. However, others have successfully argued against any major changes, and the system seems to enjoy general acceptance. The Icelandic numbering system is unusual by international standards and the article attempts to bring its history to a larger audience.
KHM-Ausstellung: Storffers Inventar
Eine sehr feine Kleinstaustellung mit dem Titel Die Galerie Kaiser Karl VI. in Wien. Solimenas Widmungsbild und Storffers Inventar (1720 - 1733) zeigt zur Zeit das Kunsthistorische Museum in Wien; sie befindet sich in einer Ecke des Saals VII der Gemäldegalerie und ist noch bis 30.11.2010 zu sehen.
Was mich daran besonders interessiert: Das 1720-1733 von Ferdinand Storffer angelegte, dreibändige Gemäldeinventar, das in seinem ersten Band die Bilder nummeriert verzeichnet und diese Nummern auch in der bildlichen Darstellung einträgt; laut Katalog (S.28, Anm.1) ist eine historisch-kritische Edition dieses Inventars in Planung.

Haag, Sabine/Swoboda, Gudrun (Hg.): Die Galerie Kaiser Karls VI. in Wien. Solimenas Widmungsbild und Storffers Inventar (1720-1733). Wien: Kunsthistorisches Museum, 2010.
Was mich daran besonders interessiert: Das 1720-1733 von Ferdinand Storffer angelegte, dreibändige Gemäldeinventar, das in seinem ersten Band die Bilder nummeriert verzeichnet und diese Nummern auch in der bildlichen Darstellung einträgt; laut Katalog (S.28, Anm.1) ist eine historisch-kritische Edition dieses Inventars in Planung.
Haag, Sabine/Swoboda, Gudrun (Hg.): Die Galerie Kaiser Karls VI. in Wien. Solimenas Widmungsbild und Storffers Inventar (1720-1733). Wien: Kunsthistorisches Museum, 2010.
Tschechien: Aus für Geburtsnummer?
Nicht nur, dass in Tschechien die habsburgischen Konskriptionsnummern eine erstaunliche Beharrungskraft zeigen (vgl.), erhält dort seit 1947 jeder Bürger und jede Bürgerin eine Geburtsnummer, aus der Alter und Geschlecht hervorgehen. Radio Prag berichtet, dass diese rodné číslo nunmehr vielleicht abgeschafft wird.
Lohengrin: Ratten mit Rückennummern
Die Lohengrin-Aufführung in Bayreuth hat nummerierte Ratten zu bieten, wie die Welt berichtet; eine Rückennummer sieht man auf diesem Foto.
[via Perlentaucher]
[via Perlentaucher]
Neunummerierung der Stände am Wiener Naschmarkt
Der Presse entnehme ich, dass die Stände am Wiener Naschmarkt neu nummeriert werden sollen: Die Stände bekommen eine logischere Nummerierung und sollen so leichter gefunden werden. Etwa: Standlinie drei, Nummer 20. Dazu sollen Übersichtspläne die Orientierung erleichtern.
Postleitzahlen für Osttiroler Gemeinden
Die Durchdringung der Welt mit Hausnummern schreitet voran, und auch die Postleitzahl erlebt ihren unaufhaltsamen Triumphzug: Noch gibt es in Osttirol sechs Gemeinden, die über keine eigenständige Postleitzahl verfügen, doch es werden laut Kleiner Zeitung immer weniger: So bekommt Tristach mit 1.7.2010 die 9907 verpasst: "Wir tätigen diesen Schritt vorwiegend aus Kostengründen. Wir haben 490 Haushalte. Seit geraumer Zeit mussten für ,Amtliche Mitteilungen' mit 970 Stück fast doppelt so viele aufgegeben werden, da das Gemeindegebiet in zwei Postzustellbezirke geteilt ist. Das gilt auch für Aussendungen von Vereinen", berichtet Bürgermeister Markus Einhauer. Mit einer eigenen Postleitzahl ist dieser Umstand Geschichte. Den Schritt in die Selbstständigkeit scheuen noch die fünf restlichen "Postleitzahllosen". "Es ist ein Thema. Wir möchten aber gleichzeitig Neuordnungen, was die Hausnummerierung und Straßen- sowie Ortsnamen betrifft umsetzen", sagt Bürgermeister Oswald Kuenz aus Lavant, für dessen Gemeinde die 9906 reserviert ist. In Amlach, Strassen und Heinfels wartet man aus denselben Gründen ab. "Ich werde einen neuen Anlauf starten", kündigt Bürgermeister Georg Hofmann aus Heinfels an.
In Oberlienz steht man einer eigenen postalischen Identität skeptisch gegenüber: "Wir wehren uns noch. Ein Problem ist auch, dass Glanz, was den Postweg betrifft, zu Ainet zählt. Deshalb würden wir auch mit einer eigenen Postleitzahl keine Einheit zusammenbringen", sagt Bürgermeister Martin Huber.
In Oberlienz steht man einer eigenen postalischen Identität skeptisch gegenüber: "Wir wehren uns noch. Ein Problem ist auch, dass Glanz, was den Postweg betrifft, zu Ainet zählt. Deshalb würden wir auch mit einer eigenen Postleitzahl keine Einheit zusammenbringen", sagt Bürgermeister Martin Huber.
Nummerierung der Warteplätze in der Arztpraxis, Amman um 1940
In seiner im Original 1994 erschienenen Geschichte einer Stadt. Eine Kindheit in Amman schildert Abdalrachman Munif folgenden Einsatz der Kulturtechnik der Nummerierung:
Doktor Sorân hingegen, dessen Praxis am Eingang des Gemüsemarkts lag, war in ganz Amman bekannt und beliebt. Seine Praxis war zu allen Zeiten voller Menschen, und die kleine, dicke Arzthelferin, die Eisenplättchen mit einer Zahl darauf verteilte, wies jeden Patienten an, sich seine Zahl zu merken. Alle kämen der Reihe nach dran. Trotzdem gab es immer wieder Schwierigkeiten, denn sobald ein Patient das Behandlungszimmer verliess, erhoben sich alle und behaupteten, ihre Eisen in die Höhe hebend, sie seien an der Reihe. Dann erschien der glatzköpfige Doktor Sorân und mahnte zur Ruhe und Ordnung. Bei mir gibts keine Herren und Paschas, alles kommt der Reihe nach! versicherte er mit seinem fröhlichen armenischen Akzent.
Munif, Abdalrachman: Geschichte einer Stadt. Eine Kindheit in Amman. Basel: Lenos, 1996, S. 14.
Doktor Sorân hingegen, dessen Praxis am Eingang des Gemüsemarkts lag, war in ganz Amman bekannt und beliebt. Seine Praxis war zu allen Zeiten voller Menschen, und die kleine, dicke Arzthelferin, die Eisenplättchen mit einer Zahl darauf verteilte, wies jeden Patienten an, sich seine Zahl zu merken. Alle kämen der Reihe nach dran. Trotzdem gab es immer wieder Schwierigkeiten, denn sobald ein Patient das Behandlungszimmer verliess, erhoben sich alle und behaupteten, ihre Eisen in die Höhe hebend, sie seien an der Reihe. Dann erschien der glatzköpfige Doktor Sorân und mahnte zur Ruhe und Ordnung. Bei mir gibts keine Herren und Paschas, alles kommt der Reihe nach! versicherte er mit seinem fröhlichen armenischen Akzent.
Munif, Abdalrachman: Geschichte einer Stadt. Eine Kindheit in Amman. Basel: Lenos, 1996, S. 14.
„Numero’s“ – Nummerierte Livreebediente in Wiener Theatern, 1833
In allen [fünf Theatern Wiens] besteht übrigens eine Limonadière (Zuckerbäckerei), aus der von Livree-Bedienten (sogenannten Numeros, von den Nummern an ihren Hüten) Erfrischungen aller Art herumgeboten werden.
Schmidl, Adolf Anton: Wien wie es ist. Wien: Gerold, 1833, S. 208 f. [Google Books]
Schmidl, Adolf Anton: Wien wie es ist. Wien: Gerold, 1833, S. 208 f. [Google Books]