Respice principium. Die Bedeutung des Anfangs im prophetischen Werk Hildegards von Bingen

Journal Name: Frühmittelalterliche Studien
Volume: 47
Issue: 1
Pages: 185-208

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Differenzierung jenseits der Moderne. Eine Debatte zu mittelalterlicher Religion und moderner Differenzierungstheorie

Journal Name: Frühmittelalterliche Studien
Volume: 47
Issue: 1
Pages: 307-352

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Editorial

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Beate Hoecker: Frauen und das institutionelle Europa. Politische Partizipation und Repräsentation im Geschlechtervergleich. Wiesbaden: Springer VS 2013.

Beate Hoeckers Buch stellt den Versuch einer Bestandsaufnahme der Geschlechterpolitik auf europäischer Ebene dar. Die Autorin nimmt sich dabei die Forderung von Frauenorganisationen nach einem Recht auf paritätische Teilhabe der Geschlechter am politischen Entscheidungsprozess zum Maßstab, um den Status quo zu bewerten. Aus dieser Perspektive betrachtet sie nicht nur die ungleiche Repräsentation von Frauen und Männern in den Institutionen der Europäischen Union (EU), sondern weist auch auf unterschiedliche Einstellungsmuster und Partizipation in den Verfahren der repräsentativen Demokratie hin. Starke Mängel in Forschungsdesign und Methodik werfen jedoch Zweifel bezüglich der dargestellten Ergebnisse und gezogenen Schlüsse auf.

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Kathrin Schrader: Drogenprostitution. Eine intersektionale Betrachtung zur Handlungsfähigkeit drogengebrauchender Sexarbeiterinnen. Bielefeld: transcript Verlag 2013.

In ihrer Dissertation geht Kathrin Schrader der Frage nach, welche Selbsttechnologien Frauen entwickeln, deren Lebensrealitäten von der Verschränkung von Drogenkonsum und Sexarbeit geprägt sind. Auf der Basis von acht Interviews mit drogengebrauchenden Sexarbeiterinnen analysiert sie mittels einer gouvernementalitätstheoretischen Perspektive und der Intersektionalen Mehrebenenanalyse die Handlungsfähigkeiten im Kontext massiver gesellschaftlicher Diskriminierungen in den Subjektkonstruktionen der interviewten Frauen. Auf diese Weise kann sie sehr überzeugend die Wechselwirkungen von gesellschaftlichen Strukturen, Stereotypen und Diskursen sowie Identitätskonstruktionen herausarbeiten und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Dekonstruktion des gesellschaftlichen Umgangs mit dieser Gruppe.

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Katrin Pittius, Kathleen Kollewe, Eva Fuchslocher, Anja Bargfrede (Hg.): Die bewegte Frau. Feministische Perspektiven auf historische und aktuelle Gleichberechtigungsprozesse. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot 2013.

Der Band bietet feministische, interdisziplinäre Einblicke in diverse Strömungen der Frauenbewegung der letzten 150 Jahre. So wird nicht nur ein historischer Blick auf Frauenkämpfe in der Türkei geworfen, auch die diversen Bewegungsströmungen und Generationenkonflikte zu Zeiten der Weimarer Republik oder der DDR erfahren Aufmerksamkeit. Der Fokus auf historische Verläufe und Generationenverhältnisse innerhalb der Frauenbewegung wird durch aktuelle Bezüge anhand praxisbezogener Artikel ergänzt, die somit die Vermeintlichkeit der gegenwärtig oftmals artikulierten verwirklichten Gleichberechtigung aufzeigen können.

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Mariam Irene Tazi-Preve: Motherhood in Patriarchy. Animosity Toward Mothers in Politics and Feminist Theory – Proposals for Change. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich 2013.

In der Tradition des Bielefelder Ansatzes (Subsistenztheorie) stehend versucht Mariam Irene Tazi-Preve nachzuweisen, dass das Patriarchat das Ansinnen verfolge, sich weibliche Gebärfähigkeit anzueignen und weibliche körperliche Fruchtbarkeit durch männliche geistige Schöpfungskraft zu ersetzen. Einen Ausweg aus patriarchaler Ausbeutung sieht die Autorin in der Rückkehr bzw. Hinwendung zum Matriarchat. Die Autorin argumentiert wissenschaftlich unsauber und schottet sich hermetisch gegen Kritik ab, was eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihren Thesen verunmöglicht.

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Anna-Maria Götz: Die Trauernde. Weibliche Grabplastik und bürgerliche Trauer um 1900. Köln u.a.: Böhlau Verlag 2013.

Die Sozialhistorikerin Anna-Maria Götz macht Perspektiven der Geschlechterforschung für die Analyse europäischer bürgerlicher Bestattungs- und Erinnerungskulturen fruchtbar. Am Beispiel der weiblichen Grabplastik erhellt die Autorin das Wirkungsgefüge von Geschlechterbildern, visuellen und materiellen Kulturen und individuellem Repräsentationsbestreben. Entstanden ist eine überaus wertvolle Handreichung für Fragestellungen im Bereich akademischer disziplinübergreifender Sepulkralforschung und Geschichtswissenschaft wie auch für Anwendungsfelder in nichtakademischen Bereichen (z. B. bürgerschaftliches Engagement).

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Anette Dietrich, Ljiljana Heise (Hg.): Männlichkeitskonstruktionen im Nationalsozialismus. Formen, Funktionen und Wirkungsmacht von Geschlechterkonstruktionen im Nationalsozialismus und ihre Reflexion in der pädagogischen Praxis. Frankfurt am Main u.a.

Die Herausgeber/-innen dieses Sammelbandes verfolgen ein deutliches Ziel: Sie wollen die Kategorie Männlichkeit zur Analyse des Nationalsozialismus sowie den von ihm begangenen Verbrechen in den Geschichtswissenschaften etablieren. Dabei markieren sie einen eklatanten Forschungsbedarf: Wie konnte dieses Terrain bis dato derart unbeachtet bleiben, wurde der Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Gewalt andernorts doch vielfach herausgearbeitet? Um diese Lücke zu schließen, enthält der Band eine große thematische Breite, zielgenaue Fragestellungen und facettenreiche Beiträge. Allein der Versuch, das Connell’sche Konzept der ‚hegemonialen Männlichkeit‘ aus der Soziologie auf das eigene Feld zu übertragen, führt zu Schwierigkeiten.

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Gertrud Pfister, Mari Kristin Sisjord (Eds.): Gender and Sport. Changes and Challenges. Münster u.a.: Waxmann Verlag 2013.

Im vorliegenden Band werden gegenwärtige Fragen, Vorreiterdebatten und neue Erkenntnisse einer genderkritischen Sportwissenschaft gebündelt und ein aktueller Einblick in die zentralen Diskussionen des Fachs gegeben. So ist die Auswahl der Autor/-innen aus älteren und jüngeren Generationen breit gefächert. Ebenso vielfältig sind die den einzelnen Beiträgen übergeordneten Themenbereiche. Vermag der Sammelband in dieser Hinsicht zu überzeugen, so ist er mit Blick auf aktuelle Theorie- und Methodendiskurse streckenweise nicht auf dem Stand der Dinge. Es besteht ein Nachholbedarf u. a. in Sachen performativ-dekonstruktivistischer, intersektioneller oder kritisch-materialistischer Ansätze. Insofern werden die zukünftigen Herausforderungen an eine genderkritische Sportwissenschaft deutlich.

Quelle: http://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/1139