Einleitung

Aspekte der deutschen Sicht auf den Kapitalismus

Kapitalismus ist ein globales Phänomen, ja die Globalität ist geradezu eines seiner besonderen heutigen Merkmale. Genauso aber wie der Kapitalismus recht unterschiedliche regionale oder nationale Ausprägungen kennt, sind auch die wissenschaftlichen Perspektiven, unter denen er behandelt wird, trotz der wachsenden internationalen Verflechtung stark von nationalen Diskursen und unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen geprägt. Dies gilt, trotz der geographischen Nähe, auch für die Thematisierung des Kapitalismus in Frankreich und in Deutschland. Darüber sollten auch transrheinische Anspielungen in Buchtiteln, wie Le capital au XXIe siècle oder Le nouvel esprit du capitalisme nicht hinwegtäuschen. Die Kontrastierung von Frankreich und Deutschland in diesem Zusammenhang hat Tradition. Vor mehr als hundert Jahren schrieb Friedrich Naumann: »Ungefähr so wie der Franzose sein Thema hat: was ist die große Revolution, so haben wir [Deut...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/6021

Introduction

Le capitalisme vu d’Allemagne

Le capitalisme est un phénomène universel, et son caractère global est peut-être même l’un de ses traits spécifiques actuels. Toutefois, de même que le capitalisme revêt des formes régionales ou nationales assez différentes, de même les perspectives scientifiques à partir desquelles il est appréhendé sont fortement marquées, malgré les liens croissants tissés au niveau international, par des discours proprement nationaux et des traditions académiques distinctes. Ce constat est également valable, en dépit de la proximité géographique, pour la manière d’aborder le capitalisme en France et en Allemagne. Même les allusions présentes d’une rive à l’autre du Rhin dans certains titres d’ouvrages, comme Le capital au XXIe siècle ou encore Le nouvel esprit du capitalisme, ne sauraient faire oublier cette situation. Le contraste qui sépare la France et l’Allemagne à cet égard s’inscrit dans une tradition. Friedrich Naumann écrivait ainsi il y a plus d’un siècle : ...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/6032

Nous entrons dans une société hyper-industrielle, et non post-industrielle

Dans les années 60-70 du siècle dernier, la montée des emplois de cols blancs par rapport aux emplois de cols bleus, dans tous les pays industrialisés, l’évidence du rôle croissant de la connaissance dans le développement des nations, le développement des activités de services et tout spécialement des services anthropocentrés tels que la santé et l’éducation ont amené de nombreux observateurs, comme David Riesman, Daniel Bell, Alain Touraine et d’autres à parler de société « post-industrielle ». Leurs analyses se sont révélées pertinentes à bien des égards. Mais ils ne pouvaient pas prévoir la transformation profonde de l’industrie elle-même, sous le double effet de l’ouverture des marchés et de l’informatisation, se traduisant par un bond en avant de l’automatisation et surtout par l’explosion de la connectivité (physique et numérique). Or ces mutations ont pour effet de rendre de plus en plus poreuse, floue et en définitive trompeuse la distinction entre industrie et services, ou ...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5916

Reconnaître l’entreprise en droit : la proposition de « Société à Mission »

En période de crise économique et sociale, on attend des entreprises qu’elles développent des ressources nouvelles pour être compétitives, mais aussi qu’elles innovent pour répondre aux défis sociaux et environnementaux que nos sociétés rencontrent.

À cet égard, c’est bien la capacité d’innovation des entreprises qui conditionne une croissance équitable et durable : créer des emplois durables et de qualité, trouver des solutions pour la transition énergétique, développer des technologies écologiques, générer de nouveaux modes de vie … Or les entreprises, telles qu’elles sont aujourd’hui définies et gouvernées, peuvent-elles relever de tels défis ? L’affectation prioritaire des bénéfices aux dividendes ou aux rachats d’action est aujourd’hui avérée pour les grandes entreprises et entament fortement le financement de projets d’intérêt collectif. Et plus généralement, la crise actuelle montre qu’on ne peut plus faire l’hypothèse que les entreprises qui souhaitent s’engager dans des dém...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5988

Auf dem Weg in eine hyper-industrielle und nicht post-industrielle Gesellschaft

In den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts brachten der in allen Industrieländern zu beobachtende Anstieg der White Collar-Arbeitsplätze im Vergleich zu Blue Collar-Stellen und die für die Entwicklung der Nationen ganz eindeutig feststellbare wachsende Bedeutung von Wissen, der Aufschwung von Dienstleistungsaktivitäten und insbesondere der auf den Menschen ausgerichteten Dienstleistungen, wie im Gesundheitsbereich und im Bildungssektor, zahlreiche Beobachter wie David Riesman, Daniel Bell, Alain Touraine und andere dazu, von der »post-industriellen« Gesellschaft zu sprechen. Ihre Analysen haben sich in vieler Hinsicht als überzeugend erwiesen. Aber sie konnten nicht den tiefgreifenden Umbau der Industrie selbst vorhersehen, der auf den doppelten Effekt der Öffnung der Märkte und die Informatisierung zurückzuführen war und in einem sprunghaften Fortschritt der Automatisierung und vor allem des explosionsartigen Anwachsens der physischen und digitalen Konnektivität zum Ausdr...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5951

Rationaler Kapitalismus – welthistorische Neuerung und kulturelle Zumutung

I.

Max Weber hat kurz vor seinem Tod der noch von ihm selbst besorgten Ausgabe seiner religionssoziologischen Schriften eine Vorbemerkung vorangestellt, die es wahrhaftig in sich hat.

»Universalgeschichtliche Probleme«, so beginnt Max Weber, »wird der Sohn der modernen europäischen Kulturwelt unvermeidlicher- und berechtigterweise unter der Fragestellung behandeln: welche Verkettung von Umständen hat dazu geführt, dass gerade auf dem Boden des Okzidents, und nur hier [meine Hervorhebung], Kulturerscheinungen auftraten, welche doch […] in einer Entwicklungsrichtung von universeller [Hervorhebung von Weber] Bedeutung und Gültigkeit lagen?«

Für viele geisteswissenschaftliche Fachbereiche an europäischen und amerikanischen Universitäten sowie für das Feuilleton ist dieser Blick auf die Weltgeschichte ganz unzweifelhaft eine Provokation. Nichtsdestotrotz ist er für den »Sohn der modernen europäischen Kulturwelt«, wie Weber meint, »unvermeidlich« und dazu auch noch »berechtigt«. Weber fasst...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5675

Das Unternehmen und seine Aktionäre

»Bei Unternehmen (business) gibt es nur eine einzige soziale Verantwortung – ihre Ressourcen zu nutzen und sich an Aktivitäten zu beteiligen, die dazu dienen, ihren Profit zu vergrößern, aber nur so lange, wie es den Spielregeln entspricht, d. h. sich an einem offenen und freien Wettbewerb ohne Täuschung oder Betrug zu beteiligen.«
Milton Friedman, New York Times Magazine, 13. September 1970.

Kann man Milton Friedman ernst nehmen? Seine berühmte lapidar-provokante Formulierung, die einzige soziale Verantwortung des Unternehmens bestehe darin, seinen Profit und die Bezahlung derer, die es besitzen, zu vergrößern, wird a priori von allen soziologischen Erkenntnissen widerlegt. Das Unternehmen macht in der Tat etwas ganz anderes, als seinen Profit zu vergrößern: Arbeit wird organisiert und geregelt, Identitäten und Zugehörigkeiten werden begründet. Es kann ein Ort der Innovation und der Kapitalisierung von Wissen sein. Sicher, würde M. Friedman antworten, aber das sind nur Nebeneffekte, ...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5865

Die Anerkennung des Unternehmens im Recht: für eine »Société à Mission«

In Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Krisen wird von den Unternehmen nicht nur erwartet, dass sie neue Ressourcen entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch, dass sie neue Wege einschlagen, um den sozialen und ökologischen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaften stehen, zu begegnen.

Voraussetzung für ein gerechtes und nachhaltiges Wachstum ist dabei nicht zuletzt die Innovationsfähigkeit der Unternehmen: Schaffung dauerhafter und qualitativer Arbeitsplätze, Entwicklung von Lösungen für die Energiewende, Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, Erprobung neuer Lebensmodelle … Doch sind die Unternehmen, so wie sie heute definiert und gemanagt werden, überhaupt in der Lage, sich derartigen Herausforderungen zu stellen? Tatsache ist doch, dass Großunternehmen ihre Gewinne heute hauptsächlich für Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe verwenden, was die Finanzierung von Projekten von gemeinschaftlichem Interesse stark beeinträchtigt. Die geg...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5959

Die Lenker der großen französischen Industrieunternehmen im 20. Jahrhundert

Es scheint sich heute von selbst zu verstehen, dass Unternehmensleiter hochbezahlte Profis sind, die sich vollständig auf die Führung eines einzigen Geschäfts konzentrieren. Diese in Wirklichkeit alles andere als selbstverständliche Professionalisierung aber ist das Ergebnis einer historisch rekonstruierbaren Entwicklung. Im 19. Jahrhundert war der Industriekapitän häufig ein Honoratiore, manchmal sogar ein Mehrfachgehaltsbezieher, der durchaus verschiedene Schiffe gleichzeitig steuern konnte. Was uns heute also wie ein ehernes Gesetz erscheint, ist nichts anderes als die Folge eines langen und allmählichen Prozesses.

Wer sind die Chefs der großen französischen Unternehmen? Ökonomen, Soziologen und Historiker betrachten sie seit den 1960er Jahren als einen tendenziell gut etablierten und in seiner Ausübung bestimmter Funktionen leicht identifizierbarer Berufsstand. So setzt sich das Sample der Top-Wirtschaftslenker etwa bei Pierre Bourdieu und Monique de Saint-Martin, aber auch bei M...

Quelle: http://journals.openedition.org/trivium/5784

Quellen zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914

Quelle: https://www.ingentaconnect.com/content/fsv/vswg/2018/00000105/00000002/art00005