“Feminist, Gun-Toting Abolitionist with a Bankroll”: the Black Radical Philanthropy of Mary Ellen Pleasant
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Gewerkschaften in der NS-Zeit

© Kai Budler
#Geschichte
Während des Nationalsozialismus wurden zahlreiche GewerkschafterInnen wegen ihrer Opposition zum Regime verfolgt, inhaftiert, ermordet oder ins Exil getrieben.
1. Mai 1933: »Tag der nationalen Arbeit«, zum ersten Mal bezahlter Feiertag, Kundgebungen und Massenaufmärsche im ganzen Land. Hunderttausende jubeln Adolf Hitler auf dem Tempelhofer Feld in Berlin zu. Der Maifeiertag 1933 sollte Großes für die deutsche ArbeiterInnenschaft verheißen, die nationalsozialistische Propaganda einer geeinten »Volksgemeinschaft« jenseits von Arbeitskämpfen und Klassengegensätzen festigen. In den drei Monaten seit der nationalsozialistischen Machtübernahme im Januar 1933 hatte das Regime seine Macht festigen können. Dies hatte zur Folge, dass auch Teile der Gewerkschaften sich bereits der neuen Regierung anpassten: Der Bundesvorstand des »Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds« (ADGB), der als Dachverband der »Freien Gewerkschaften« eng mit der SPD verbunden war, hatte zur Teilnahme an den 1. Mai-Feiern aufgerufen, ungeachtet der Verfolgung von GewerkschafterInnen und RegimegegnerInnen, die mit der NS-Machtübernahme eingesetzt hatte.
Zerschlagung der Gewerkschaften
Einen Tag später, am 2. Mai 1933, folgte der Schlag gegen die Gewerkschaften, ein Schachzug, der von der NS-Führung genau geplant war: »Den 1. Mai werden wir zu einer grandiosen Demonstration deutschen Volkswillens gestalten. Am 2. Mai werden dann die Gewerkschaftshäuser besetzt«, notierte NS-Propagandaminister Joseph Goebbels am 17. April 1933 in sein Tagebuch. Die Prinzipien von Inklusion – der Integration von »VolksgenossInnen« – und gleichzeitiger Exklusion – der Ausgrenzung von »Feinden der Volksgemeinschaft« –, die sich durch die gesamte Zeit der NS-Herrschaft erkennen lassen, kamen an diesen beiden Maitagen zum Tragen. Mitglieder der »Sturmabteilung« (SA) und der »Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation« (NSBO) stürmten landesweit die Gewerkschaftshäuser, Redaktionen und andere Einrichtungen der »Freien Gewerkschaften«. Führende GewerkschafterInnen wurden in »Schutzhaft« genommen, nicht selten misshandelt. In frühen Konzentrationslagern, so etwa im SA-Gefängnis in der Berliner General-Pape-Straße, befanden sich unter den politischen Häftlingen auch zahlreiche aktive GewerkschafterInnen, die dort gequält und gefoltert wurden.
Der Zerschlagung des ADGB folgte die Auflösung der beiden anderen Richtungsgewerkschaften, der liberalen »Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine« und der christlich geprägten Organisationen, die im »Deutschen Gewerkschaftsbund« vereinigt waren.
Die »Deutsche Arbeitsfront«
Am 10. Mai 1933 rief die NS-Führung die »Deutsche Arbeitsfront« (DAF) ins Leben, die sich durch die Vermögen der aufgelösten und enteigneten Gewerkschaften sowie über die Mitgliedsbeiträge und Gewinne von Unternehmen finanzierte, an denen die DAF beteiligt war. Die DAF existierte bis Kriegsende und stellte die zentrale nationalsozialistische Massenvereinigung für ArbeiterInnen und Angestellte im NS-Staat dar. Mit zuletzt rund 25 Millionen Mitgliedern war sie die größte NS-Organisation und hatte weitreichenden Einfluss auf das Arbeits- und Privatleben der deutschen Bevölkerung. Angegliedert an die NSDAP und geführt von »Reichsleiter« Robert Ley, war die DAF eine riesige bürokratische Maschinerie und als Großorganisation ein bedeutsamer Machtfaktor im Reich. Sie unterstützte die Propaganda einer geeinten »Volksgemeinschaft«, in der Arbeitskonflikte keinen Platz haben sollten. Freizeitangebote, die mit der Unterorganisation »Kraft durch Freude« (KdF) ihren organisatorischen Ausdruck fanden, sollten dabei befriedend wirken. Die Reisen, Veranstaltungen und Kurse der KdF waren äußerst populär und förderten die Zustimmung der Bevölkerung zum Regime.
Eine gewerkschaftliche Interessenvertretung stellte die DAF bald nicht mehr dar: Tarifverhandlungen und Streitschlichtungen übernahmen ab November 1933 »Treuhänder der Arbeit«, deren Personal sich aus Unternehmerschaft und Verwaltung rekrutierte. Die Tendenz des nationalsozialistischen Staates, Arbeitskonflikte zu unterbinden, zeigte sich auch im Arbeitsrecht, wo die Möglichkeiten von ArbeitnehmerInnen eingeschränkt wurden Konflikte auszutragen, da die DAF beeinflussen konnte, welche Konflikte überhaupt gerichtlich verhandelt wurden.
Die Ambivalenz zwischen Zwang und Druck auf der einen Seite und Versprechen und Vergünstigungen auf der anderen Seite macht ein Kernelement der nationalsozialistischen Gesellschaft aus. Nicht zu vergessen ist, dass es trotz aller Versuche des Regimes, die deutsche Gesellschaft zu vereinheitlichen, im Arbeitsalltag immer wieder zu Konflikten und Arbeitskämpfen kam – allerdings unter repressiven Bedingungen, die eine Organisierung von Beschäftigten jenseits der DAF unmöglich machten. »Wohl selten«, schrieb der Historiker Michael Schneider, »hat ein Regime einen stärkeren Kult der Arbeiter und des arbeitenden Menschen betrieben – und zugleich die Arbeiterschaft dermaßen politisch entmachtet«.
Widerstand und Verfolgung von GewerkschafterInnen
Die Werbung um die Gunst der Beschäftigten, die zugleich von einer faktischen Außerkraftsetzung erkämpfter ArbeiterInnenrechte begleitet wurde, ging mit der Verfolgung aktiver GewerkschafterInnen einher, deren Widerstand nicht selten eine direkte Antwort auf die Zerschlagung der Gewerkschaften darstellte. Lohn- und Arbeitskämpfe waren unter den Bedingungen des nationalsozialistischen Regimes kaum mehr möglich. Zwar trat am Tag nach der Machtergreifung im baden-württembergischen Mössingen ein großer Teil der in der dortigen Textilindustrie tätigen ArbeiterInnen in den Generalstreik und es gab auch nach 1933 noch vereinzelt Streiks.
Am bekanntesten war ein Streik in den Opelwerken in Rüsselsheim am 25. Juni 1936, bei dem sich die Streikenden gegen eine neu eingeführte Akkordnorm wehrten. Das Management, unterstützt von DAF und Gestapo, entließ im Anschluss alle der 262 am Streik beteiligten ArbeiterInnen fristlos. Der gewerkschaftliche Widerstand fand aber vor allem darin seinen Ausdruck, dass ehemalige GewerkschafterInnen ihre Netzwerke aufrecht erhielten, illegale Informationen über die Situation in den Betrieben verbreiteten, den Kontakt zu den ins Exil Geflohenen pflegten und mit Druckschriften und Flugblättern gegen die NS-Propaganda arbeiteten.
Der gewerkschaftliche Widerstand war auch und vor allem ein Widerstand der ArbeiterInnen und häufig kommunistisch oder sozialistisch geprägt, wogegen das Regime mit Terror, Massenverhaftungen und KZ-Inhaftierungen reagierte. Mitte der 1930er Jahre war die Opposition stark geschwächt, ein verdecktes Informationsnetz konnten die Aktiven allerdings aufrecht erhalten. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 verschärfte die Bedingungen drastisch. Der Druck auf RegimegegnerInnen stieg, da die NS-Führung den Verfolgungsapparat ausbaute und sich zugleich bemühte, die »Heimatfront« sozial zu befrieden. Erst als 1943 nach der Schlacht um Stalingrad die Kriegswende zugunsten der Alliierten einsetzte, verschlechterte sich die Stimmung im Reich, ohne dass es jedoch zu einem Aufleben des Widerstands gekommen wäre. Die meisten Aktiven waren, wenn sie nicht ermordet worden waren, in Konzentrationslagern inhaftiert oder ins Exil geflohen. Einige GewerkschafterInnen hielten den Kontakt zu den Widerstandsgruppen des 20. Juli 1944, so etwa Wilhelm Leuschner von den »Freien Gewerkschaften«, der zehn Jahre lang im gewerkschaftlichen Widerstand tätig gewesen war. Nach dem gescheiterten Putsch vom 20. Juli wurde Leuschner inhaftiert und am 29. September 1944 hingerichtet. Innerhalb der Widerstandskreise des 20. Juli, die stark von Militär, Adel und Kirche geprägt waren, versuchten die Beteiligten aus den Gewerkschaften, sich für die Interessen der ArbeiterInnenschaft einzusetzen, freilich auch mit dem Ziel, in einem möglichen Nachkriegsdeutschland kommunistische und revolutionäre Bestrebungen zu verhindern.
Während der NS-Zeit wurden tausende Männer und Frauen, die sich dem gewerkschaftlichen Gedanken verbunden fühlten, inhaftiert, gefoltert und nicht selten ermordet. Im Frühjahr 1942 befanden sich 100.000 Menschen wegen illegaler sozialistischer Tätigkeit in Konzentrationslagern, darunter viele GewerkschafterInnen.
Nach dem Krieg
Die während des Nationalsozialismus gemachten Erfahrungen, vor allem des Widerstands und des Exils, flossen in den Neuaufbau der Gewerkschaften nach Kriegsende ein. Als besonders relevant wurde erachtet, die ideologische Spaltung der Richtungsgewerkschaften in der Zeit vor dem Nationalsozialismus zu überwinden und eine Einheitsgewerkschaft aufzubauen. Die These, die weltanschauliche Zersplitterung der Gewerkschaften habe den Aufbau eines parteiübergreifenden Widerstands nach 1933 erschwert, führte zu dem Bestreben, dies in der Zukunft zu verhindern. Ferner spielte die Überlegung eine Rolle, eine einheitliche Gewerkschaft werde zu einer besseren Organisierung von ArbeiterInnen und damit zu größerer Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der ArbeitgeberInnenschaft führen. Auch die Alliierten verweigerten sich einer Zulassung von Richtungsgewerkschaften. So entstand eine in Europa fast einmalige Situation, dass 1949 eine große Dachorganisation, der »Deutsche Gewerkschaftsbund«, gegründet wurde, der sich dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verbunden fühlte. Mitbestimmung war eine zentrale Forderung; weitreichende antikapitalistische Vorstellungen jedoch konnten GewerkschafterInnen angesichts des politischen Klimas im »Kalten Krieg« nicht umsetzen.
Der Beitrag Gewerkschaften in der NS-Zeit erschien zuerst auf der rechte rand.
Quelle: https://www.der-rechte-rand.de/archive/3434/gewerkschaft-im-ns/
Ergänzung statt Konkurrenz
#Frankreich
Es ist ungewohnt, dass Alain de Benoist, Doyen der französischen »Neuen Rechte«, sich einmal nicht in den Mittelpunkt stellt. Im Interview mit dem Blog der Zeitschrift »Philitt« unter dem Titel »Der Mai 68 hatte etwas von einer Farce« betont er zunächst, der »Mai 68« sei lediglich eine Kristallisation von Tendenzen gewesen, die sich bereits seit den 1950er Jahren herausgebildet hätten.
Diese Veränderungen, wie die Konsumgesellschaft und die neue Rolle der Frau in der Gesellschaft, hätten sich auch ohne diese Revolte durchgesetzt. Zwar habe damals der letzte große Generalstreik in Frankreich stattgefunden, aber letztlich habe es sich um StudentInnen gehandelt, Töchter und Söhne von Bourgeois, die gegen Polizisten vorgingen, die Söhne von Proletariern waren. Benoists rückblickende Einschätzung ähnelt verblüffend dem abschätzigen Urteil der französischen KommunistInnen der damaligen Zeit. Er selbst, damals gerade 25, sei lediglich als Beobachter vor Ort gewesen, um die zahllosen Flugblätter und Zeitschriften zu ergattern. Andere rechte Aktivisten aus seinem Umfeld dagegen hätten sich mit ihren Gruppen den Revoltierenden entgegengestellt, seien gegen die Militanz von Links mit Gewalt vorgegangen.
Neu auf dem Markt

Philitt
»Philitt«, im Untertitel »Zeitschrift für Philosophie und Literatur«, ist ein ziemlich frisches Produkt auf dem Markt der Zeitschriften der extremen Rechten Frankreichs. In loser Folge, ungefähr halbjährlich erscheinend, bringt das Blatt, dessen Redakteure vom Alter her durchaus die Enkel von Benoist sein könnten, relativ bekannte Gastautoren wie Thibault Isabel aus Benoists direktem Umfeld und InterviewpartnerInnen zu den Themenschwerpunkten wie »Ich bin Barbar« (Nr. 5, Herbst/Winter 2017) oder »Das Heil durch die Politik?«, dabei sich immer wieder in die Tradition der großen Denker der Rechten wie Joseph de Maistre, René Guénon oder Charles Péguy stellend. Zugleich aber versuchen die Blattmacher, sich dabei am Vorbild der Großvätergeneration des GRECE (»Groupement de recherche et d’études pour la civilisation européenne«) orientierend, von aus der Linken stammenden DenkerInnen und Theorien für sich nutzbar zu machen. Besonders deutlich wird das durch den Bezug auf den Philosophen Jean-Claude Michéa, der einen Weg von der Kommunistischen Partei über die linksradikale »Neue Antikapitalistische Partei« bis in das Umfeld der »Neuen Rechten« gemacht hat. Bindeglied ist dabei seine Arbeit an dem Modell der »Decroissance« (eines negativen Wachstums) einerseits und seine vehemente Liberalismuskritik andererseits.
Bernard Lugan wiederum, der damals in der monarchistisch ausgerichteten »Action Française« militanter Gegner der 68er war, treffen die Leute der »Philitt« mit Sicherheit bei den jährlichen Kongressen des »Institut Iliade«, zu dessen Führungsmannschaft Lugan heute gehört. Seine aktivistischen Jugendjahre sind lange vorbei, vom Royalismus hat er zur »Neuen Rechten« gefunden, aus dem Schläger ist ein renommierter Afrikanist geworden. Nach dem Selbstmord von Dominique Venner übernahm er gemeinsam mit dem Historiker Philippe Conrad, ebenfalls dem GRECE entstammend, die Fortführung von Venners rechter Geschichtszeitschrift »Nouvelle Revue d’Histoire«, die Ende vergangenen Jahres eingestellt wurde. Conrad ist inzwischen Präsident des 2014 gegründeten »Institut Iliade«.
Etabliert: »Éléments«
Und auch das engste Umfeld von Benoist ist natürlich bei diesen Kongressen jeweils prominent vertreten, nicht zuletzt durch den aktuellen Chefredakteur der »Éléments«, François Bousquet, und durch seinen Redaktionsdirektor, Pascal Eysseric. Auch wenn das »Institut Iliade« inzwischen zu einem guten Teil die frühere Rolle des GRECE übernommen hat, bleiben die »Éléments«, dessen wichtigstes Publikumsblatt, ungebrochen wichtig. An jedem Kiosk erhältlich, ist sogar vor wenigen Jahren die Erscheinungsweise von vierteljährlich auf zweimonatlich umgestellt worden, ist gleichzeitig der Umfang von ehedem 64 Seiten auf nunmehr 96 erhöht worden. Dissidenten der 1980er Jahre wie Jean-Yves Le Gallou, der damals den sich dem Neoliberalismus annähernden »Club de l’Horloge« gegründet hatte, schreiben wieder für das Blatt, renommierte Wissenschaftler, die nicht Teil der »Nouvelle Droite« sind, wie Olivier Dard oder Michel Onfray, geben ihm Interviews. Und in der aktuellen Ausgabe der »Éléments« (171, April/Mai 2018) findet sich gar anlässlich des Erscheinens des ersten Bandes seiner Memoiren »Fils de la nation« (»Sohn der Nation«), dessen Erstauflage von 50.000 Exemplaren bereits vor der Auslieferung verkauft war, ein vierseitiges Interview mit Jean-Marie Le Pen über dessen Bibliothek und seine kulturellen Vorlieben. Andererseits findet sich im gleichen Heft ein Interview mit dem russischen nationalbolschewistischen Schriftsteller Zakhar Prilepin über dessen Erlebnisse als Freiwilliger in den Donbassrepubliken auf Seiten der Separatisten. Neben der Metapolitik spielt also inzwischen auch die Politik eine Rolle, neben den Autoren der »Nouvelle Droite« finden sich auch solche aus anderen Strömungen – nicht nur der Rechten.
»Krisis« und »Nouvelle École«

Nouvelle Ecole
Neben den »Éléments« erscheinen weiterhin die beiden Theoriezeitschriften des GRECE, die »Krisis« und die »Nouvelle École«. Letztere ist nach wie vor das Flaggschiff der Mannschaft um Benoist. Auf stattliche 176 Seiten im Großformat, großzügig bebildert und in gediegener Aufmachung, kommt die aktuelle Ausgabe. Wie früher wird mit einem Patronatskomitee geprotzt, das mehrere Druckseiten ausfüllt, und einem Korrespondentenstab in 24 Ländern. Aus Deutschland wird seit Jahren Günter Maschke in dieser Rubrik geführt. Jede Nummer hat ein Schwerpunktthema, die von diesem Jahr hat den anarchistischen Theoretiker Pierre-Joseph Proudhon im Dossier. Der positive Bezug auf Proudhon durch Teile der extremen Rechten reicht in Frankreich gut 100 Jahre zurück. Damals wurde der »Cercle Proudhon« gegründet, ein Diskussionszirkel, in dem sich führende revolutionär-syndikalistische Intellektuelle mit wichtigen Protagonisten der monarchistisch-nationalistischen »Action Française« zum Austausch trafen. Die Initiative ging zurück auf deren unbestrittenen Führer Charles Maurras, dem passenderweise die vorige Ausgabe der »Nouvelle École« gewidmet war.
Die »Krisis« wiederum, die unter ihrem neuen Chefredakteur Thibault Isabel frischen Schwung bekommen hatte, kämpft noch immer damit, das angestrebte vierteljährliche Erscheinen wenigstens annähernd zu gewährleisten. Die bisher letzte Ausgabe mit dem Schwerpunkt »Heidentum« (Nr. 47) erschien im Juni 2017. Die Hefte davor hatten »Nation und Souveränität«, »Fortschritt«, »Modernität«, »Amerika«, »Sozialismus« und – natürlich – »Identität« als Thema. Auch hier wird darauf geachtet, dass die AutorInnen nicht nur aus den Reihen der »Nouvelle Droite« stammen und dass die Internationalität gewährleistet ist. Auch hier ist es Günter Maschke, der als Mitglied des Beraterkreises geführt wird.
Und andere
Die alten Blätter erscheinen also weiterhin. Und es sind neue wie die »Philitt« hinzugekommen, die durch entsprechende Literaturzeitschriften wie die »Livr’arbitres« oder »Raskar Kapac« ergänzt werden. Daneben jedoch gibt es eine Reihe von Zeitschriften, die für Strömungen der »Neuen Rechten« stehen, die nicht unbedingt auf einer Linie mit der Gruppe um Benoist liegen. Teilweise handelt es sich um Zeitschriften von Dissidenten wie Pierre Vial, der lange Zeit führender Funktionär des GRECE war und sich dann abgewandt hatte, da er den Wechsel vom biologistischen zum kulturalistischen Rassismus nicht mitmachen wollte. Er gründete die inzwischen auch in Spanien und Belgien aktive Gruppe »Terre et Peuple«, die sich als »identitärer europäischer Widerstand« charakterisiert und eine gleichnamige Vierteljahreszeitschrift herausgibt. Die aktuelle Ausgabe (Nr. 75) bietet unter anderem ein Interview mit der »identitären« Frauenband »Les Brigandes«.
Über die Person Vial gibt es direkte Verbindungen zur Zeitschrift »Synthèse Nationale«, dem Organ einer gleichnamigen Bündnisorganisation, die sich hauptsächlich aus AkteurInnen rekrutiert, die die Modernisierungsversuche des »Front National« durch Marine Le Pen nicht mitgehen wollten. Sie sehen deshalb »Die nationale Rechte am Scheideweg« (Nr. 46) und sehen, ermutigt durch die Aktionen der »Identitären«, Frankreich auf dem Weg zu einer »neuen Reconquista« (Sondernummer 5, Herbst 2015). Ergänzt wird diese Zeitschrift durch die »Cahiers d’Histoire du Nationalisme«, die Theoretiker und Organisationen des historischen Faschismus vorstellt, und durch eine Buchreihe.
Neben diesen, eigentlich hinter die Ansätze der »Nouvelle Droite« zurückfallenden, Initiativen sind die nationalrevolutionären Projekte zu nennen. »Réfléchir & Agir«,

Reflechir & Agir
inzwischen bei Ausgabe Nr. 58 angelangt, erscheint mit einer Auflage von 7.000 Exemplaren. Wesentlicher Autor ist inzwischen Georges Feltin-Tracol, Verfasser zahlreicher Bücher, die für die in Frankreich bedeutende Tendenz des Eurofaschismus stehen. Er bezieht sich dabei auch auf den italienischen Nationalrevolutionär Roberto Fiorini, der ebenso zum terroristischen Flügel dieser Strömung in den Jahren der »Strategie der Spannung« in Italien gehört wie Gabriele Adinolfi. Adinolfi, einer der wichtigsten Stichwortgeber von »CasaPound«, darf in der aktuellen Ausgabe seine heutigen Positionen in einem mehrseitigen Interview darstellen.
Bleibt jenes Blatt zu nennen, das man auf den ersten Blick mit einer Publikation von Autonomen aus früheren Zeiten verwechseln könnte: die »Rébellion«, im Untertitel mit »Autonomie – Antikapitalismus – Gemeinschaft« beschrieben.

Rebellion
Man bezeichnet sich selbst als Organ der »Sozialistischen revolutionären europäischen Organisation«, deren Name sich jedoch bedeutender anhört als es die reale Mitgliederzahl eigentlich gestattet. Hier ist es die traditionelle nationalbolschewistische Linie, die propagiert wird. Was wiederum führende Protagonisten der »Nouvelle Droite« nicht davon abhält, wie »Krisis«-Chef Thibault Isabel, für die Zeitschrift zu schreiben oder aber wie Alain de Benoist für den ersten Sammelband mit Texten der Zeitschrift ein Vorwort zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug sind die Aktivsten der Gruppe bei den Kongressen der »Éléments« oder des »Instituts Iliade« zugegen.
Man ergänzt sich. Das Angebot ist breiter geworden. Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Krise des »Front National« tut ein Übriges, damit der Resonanzraum erweitert wird.
Der Beitrag Ergänzung statt Konkurrenz erschien zuerst auf der rechte rand.
Quelle: https://www.der-rechte-rand.de/archive/3429/frankreich-print/
Being international in times of war: Arthur Sweetser and the shifting of the League of Nations to the United Nations
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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13507486.2018.1439890?ai=z4&mi=3fqos0&af=R
A racial triangle: physical anthropology and race theories between Germans, Jews and Poles
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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13507486.2018.1439891?ai=z4&mi=3fqos0&af=R
Revisiting transnational actors from a spatial perspective
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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13507486.2018.1439892?ai=z4&mi=3fqos0&af=R
The importance of difference in the making of transnationality: biographies and networks of the Benedictine mission in Tanganyika (1922–65)
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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13507486.2018.1442421?ai=z4&mi=3fqos0&af=R
La Méditerranée solide: un espace double en construction
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Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13507486.2018.1442420?ai=z4&mi=3fqos0&af=R