Rezension von Jacques Rancières „Nacht der Proletarier“
Brita Pohl hat Jacques Rancières erstmals 1981 erschienenes Buch ins Deutsche übersetzt, nun wird es von der Jungle World rezensiert:
Rancière, Jacques: Die Nacht der Proletarier. Archive des Arbeitertraums. Aus dem Franz. von Brita Pohl. Wien: Turia + Kant, 2013. (Verlags-Info)
Rancière, Jacques: Die Nacht der Proletarier. Archive des Arbeitertraums. Aus dem Franz. von Brita Pohl. Wien: Turia + Kant, 2013. (Verlags-Info)
Die Rede des Billeteurs
Als vor wenigen Tagen das Wiener Burgtheater sein 125-jähriges Jubiläum beging, feierte es dies unter anderem mit einem Kongress, bei dem der Billeteur Christian Diaz eine ungewünschte und folglich auch unterbrochene Rede hielt, die u.a. auf nachtkritik.de dokumentiert ist; Ausschnitte daraus:
"Von welchem Theater träumen wir?" ist das Thema des Kongresses zu dem Sie heute hierher gekommen sind. "Von welchem Theater träumen wir?", das fragte ich mich auch, als ich mir vor einigen Monaten bewusst wurde, dass ich in Wirklichkeit nicht für das Burgtheater arbeite.
1996 nämlich gliederte die Bundestheater Holding den gesamten Publikumsdienst der Wiener Bundestheater aus, an den größten Sicherheitsdienstleister der Welt. Wir performen also das Burgtheater, sind aber eigentlich Security Angestellte.
Unser Arbeitgeber heißt G4S. Das steht für Group 4 Securior.
(...)
G4S ist international in unzählige Kontroversen, Skandalen und Anklagen wegen Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des Internationalen Rechts verwickelt.
(...)
Was bedeutet es für die Utopie oder Heterotopie Theater, dass eine der renommiertesten kulturellen Institutionen dieses Landes schon seit vielen Jahren unhinterfragt mit multinationalen Unternehmen wie G4S, Novomatic, Agrana oder Casino Austria in einem Boot sitzen?
(...)
Ich träume von einem Burgtheater, dass sich gegen das Unternehmen G4S positioniert. Ich träume von einem Theater, das sich gegen die Politik stellt, welche Outsourcing, Privatisierung und damit wachsende Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft fördert.
"Von welchem Theater träumen wir?" ist das Thema des Kongresses zu dem Sie heute hierher gekommen sind. "Von welchem Theater träumen wir?", das fragte ich mich auch, als ich mir vor einigen Monaten bewusst wurde, dass ich in Wirklichkeit nicht für das Burgtheater arbeite.
1996 nämlich gliederte die Bundestheater Holding den gesamten Publikumsdienst der Wiener Bundestheater aus, an den größten Sicherheitsdienstleister der Welt. Wir performen also das Burgtheater, sind aber eigentlich Security Angestellte.
Unser Arbeitgeber heißt G4S. Das steht für Group 4 Securior.
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G4S ist international in unzählige Kontroversen, Skandalen und Anklagen wegen Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des Internationalen Rechts verwickelt.
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Was bedeutet es für die Utopie oder Heterotopie Theater, dass eine der renommiertesten kulturellen Institutionen dieses Landes schon seit vielen Jahren unhinterfragt mit multinationalen Unternehmen wie G4S, Novomatic, Agrana oder Casino Austria in einem Boot sitzen?
(...)
Ich träume von einem Burgtheater, dass sich gegen das Unternehmen G4S positioniert. Ich träume von einem Theater, das sich gegen die Politik stellt, welche Outsourcing, Privatisierung und damit wachsende Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft fördert.
BBC über Louise Michel
BBC Great Lives brachte letzte Woche eine halbstündige Radiosendung über die "grande dame of anarchy" Louise Michel, Kämpferin in der Pariser Kommune von 1871.
MP3:
http://downloads.bbc.co.uk/podcasts/radio4/greatlives/greatlives_20130903-1700a.mp3
MP3:
http://downloads.bbc.co.uk/podcasts/radio4/greatlives/greatlives_20130903-1700a.mp3
Statement Georg Kreisler
Schöne Aussage von Georg Kreisler:
"Leute wie ich hingegen sind unregierbar."
Kreisler, Georg: Letzte Lieder. Autobiografie. Zürich/Hamburg: Arche, 2009, 103.
"Leute wie ich hingegen sind unregierbar."
Kreisler, Georg: Letzte Lieder. Autobiografie. Zürich/Hamburg: Arche, 2009, 103.
Phoenix-Doku über Kölner Edelweißpiraten
Phoenix strahlt am Samstag, 4.5.2013 ab 23:45 eine Dokumentation über die Edelweißpiraten von Köln-Ehrenfeld aus, die in Opposition zum Faschismus standen:
Auf den Spuren der Edelweißpiraten
Ein Film von Jörg Stolpe
Ehrenfeld ist vielleicht nicht das schönste Fleckchen Kölns, aber es ist ein Stadtteil mit Geschichte und Geschichten. Eine davon handelt von den "Edelweißpiraten", einer Gruppe "unangepasster" Jugendlicher, die sich im Dritten Reich gegen das Regime auflehnten. Sie hatten ihre eigene Kluft, eigene Lieder und wollten nichts mit der Hitlerjugend zu tun haben.
Jörg Stolpe hat in dem alten Arbeiterviertel die Spur der "Edelweißpiraten" aufgenommen und auf historischen Seitenwegen eine Tour durch die Domstadt unternommen.
Sie führt sowohl in das ehemalige Hauptquartier der Kölner Gestapo als auch in die alte Ehrenfelder Badeanstalt "Neptunbad", heute ein vornehmer Wellness-Tempel.
Auf den Spuren der Edelweißpiraten
Ein Film von Jörg Stolpe
Ehrenfeld ist vielleicht nicht das schönste Fleckchen Kölns, aber es ist ein Stadtteil mit Geschichte und Geschichten. Eine davon handelt von den "Edelweißpiraten", einer Gruppe "unangepasster" Jugendlicher, die sich im Dritten Reich gegen das Regime auflehnten. Sie hatten ihre eigene Kluft, eigene Lieder und wollten nichts mit der Hitlerjugend zu tun haben.
Jörg Stolpe hat in dem alten Arbeiterviertel die Spur der "Edelweißpiraten" aufgenommen und auf historischen Seitenwegen eine Tour durch die Domstadt unternommen.
Sie führt sowohl in das ehemalige Hauptquartier der Kölner Gestapo als auch in die alte Ehrenfelder Badeanstalt "Neptunbad", heute ein vornehmer Wellness-Tempel.
Dissertation zu feministischen Hausbesetzungen in Deutschland und Frankreich
Dank des neuen Hypotheses-Weblogs Pôle franco-allemand (Chefredaktion: Ulrike Krampl) weiss ich, dass an der Universität Tours am 30.1.2013 folgende Dissertation aus dem Bereich der Soziologie verteidigt wird:
Edith Gaillard: Habiter autrement : des squats féministes en France et en Allemagne. Une remise en question de lordre social, sous la direction de Sylvette Denèfle.
Abstract: Loin dêtre homogène, lhabitat est à la fois le reflet de lassignation des femmes à un rôle de sexe et, dans le même temps, un instrument politique du changement social, de la transgression des normes sociales fixées sur le genre. De quelles manières des actions collectives féministes qui se réclament de lémancipation peuvent-elles, par le biais de pratiques habitantes, affirmer un autre possible, construire dautres modes dêtre et dagir en vue dune vie plus libre ?
La mise en oeuvre de notre questionnement a conduit à choisir comme objet détude le « squat » associé à une critique féministe de lordre social. Du squat féministe, un regard se pose sur lordre social, un discours est porté sur les raisons de cet engagement dans les marges de la société. Des attitudes, des manières de faire et dagir sy construisent afin délaborer des réponses à la question des rapports sociaux, des rapports de genre. Nous avons comparé deux modèles de squat féministe : les squats politiques français soumis à une grande instabilité du fait de leur statut « sans droit ni titre » et les squats « légalisés » allemands qui, au regard du contexte historique et politique, sinscrivent dans un temps plus long.
La thèse permet délaborer une sociologie du genre renouvelée à partir dune remise en question de lordre social par un engagement féministe autour de pratiques habitantes et de rendre compte de la façon dont des actrices sociales répondent aux problèmes féministes en fabriquant un « autre » modèle.
Edith Gaillard: Habiter autrement : des squats féministes en France et en Allemagne. Une remise en question de lordre social, sous la direction de Sylvette Denèfle.
Abstract: Loin dêtre homogène, lhabitat est à la fois le reflet de lassignation des femmes à un rôle de sexe et, dans le même temps, un instrument politique du changement social, de la transgression des normes sociales fixées sur le genre. De quelles manières des actions collectives féministes qui se réclament de lémancipation peuvent-elles, par le biais de pratiques habitantes, affirmer un autre possible, construire dautres modes dêtre et dagir en vue dune vie plus libre ?
La mise en oeuvre de notre questionnement a conduit à choisir comme objet détude le « squat » associé à une critique féministe de lordre social. Du squat féministe, un regard se pose sur lordre social, un discours est porté sur les raisons de cet engagement dans les marges de la société. Des attitudes, des manières de faire et dagir sy construisent afin délaborer des réponses à la question des rapports sociaux, des rapports de genre. Nous avons comparé deux modèles de squat féministe : les squats politiques français soumis à une grande instabilité du fait de leur statut « sans droit ni titre » et les squats « légalisés » allemands qui, au regard du contexte historique et politique, sinscrivent dans un temps plus long.
La thèse permet délaborer une sociologie du genre renouvelée à partir dune remise en question de lordre social par un engagement féministe autour de pratiques habitantes et de rendre compte de la façon dont des actrices sociales répondent aux problèmes féministes en fabriquant un « autre » modèle.
Erster Wiener Protestwanderweg für Smartphones
Martin Auer hat für das Zentrum Polis/Politik Lernen in der Schule einen Ersten Wiener Protestwanderweg zusammengestellt, der an mehreren Stationen in Wien per mobile Tag Informationen für Smartphones zur Verfügung stellt, u.a. zur Geschichte der Gewerkschaften, dem Ersten Wiener Mädchengymnasium, der Arena-Besetzung, dem WUK und der Rosa Lila Villa. Weitere Stationen sind in Planung.
protestinstitut.eu
Deutsche ForscherInnen sind laut ND dabei, ein Institut für Protest- und Bewegungsforschung zu gründen; seitens von AktivistInnen kommt Kritik: eine Forschung, die auf Optimierung der deutschen Sicherheits- und Staatsarchitektur aus ist, betrachten sie als kontraproduktiv. (ND)
[via kritische geschichte]
[via kritische geschichte]
Porträt von Jacques-René Hébert
Es ist nicht gerade häufig, dass deutschsprachige Medien ausführliche Porträts französischer Revolutionäre veröffentlichen, wie zB heute eines von Jacques-René Hébert.
FAZ zur "Roten Kapelle"
In der heutigen FAZ (online zur Zeit nur hinter der Pay Wall) beschäftigt sich Rainer Blasius mit der antifaschistischen Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" und erwähnt auch deren Diffamierung als Landesverräter durch BRD-Historiker wie Gerhard Ritter; wäre ja auch interessant zu untersuchen, wie die FAZ seit ihren Anfängen diese u.a. durch Peter Weiss' Roman Ästhetik des Widerstands bekannte Gruppe behandelt hat.