„Trunkenbolde“ um 1900. Handlungsspielräume zur Disziplinierung
Ein Gastbeitrag von Victoria A. Hadzik „Mein Mann ist ein Trunkenbold. Infolge seiner Leidensc...
Frühindustrielle Kinderarbeit im deutschen Raum. Gesellschaftliche Diskurse im Wandel der bürgerlichen Öffentlichkeit

Hine, Lewis W.: Bibb Mill No. 1 in Macon, Georgia (1909), in: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C., USA
Ein Gastbeitrag von
Daniel Scherer
Für den Großteil der europäischen Bevölkerung spielt das gesellschaftliche Phänomen der Kinderarbeit keine große Rolle mehr im alltäglichen Leben. Durch das Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbSchG) wird genau geregelt, inwieweit Kinder und Jugendliche leichte Arbeiten verrichten dürfen. Derartig klare und einheitliche Regelungen, durch die die Kinderarbeit in Deutschland konsequent einschränkt wurde, waren jedoch erst im Verlauf der vergangenen beiden Jahrhunderte in Kraft getreten.
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Migration und Biografie zusammendenken. Ein Plädoyer
von Levke Harders

Henry Merkle, ca. 1867 (Archives départementales du Haut-Rhin, Colmar: 4M158; Fotograf*in unbekannt) (Foto des Fotos: Levke Harders, 2017)
Ein Foto? Ein Foto! Eines Migranten! Bei meinen Recherchen in Colmar traute ich meinen Augen kaum, denn eine Fotografie ist eine Seltenheit zwischen all den staatlichen Schreiben, Anträgen von Migrant*innen und sonstigem Schriftgut. Zum einen, weil es sich in den 1860er Jahren (immer) noch um ein neues und relativ teures Medium handelte, das viele Menschen sich gar nicht leisten konnten. Zum anderen, weil im Archivierungsprozess häufig diejenigen Objekte, die nicht schriftliches Dokument im engeren Sinne sind, aussortiert wurden (bspw.
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Wie finde ich Quellen für meine Hausarbeit, meine Abschlussarbeit, mein Forschungsprojekt? | Quellenkunde 1

Akten im Rigsarkivet København (Foto: Levke Harders, 2017) CC BY-NC-SA 3.0 DE
von Levke Harders
Sie wollen (oder müssen) eine kleinere oder größere Forschungsarbeit schreiben, in der die Argumentation (auch) auf einer Quelleninterpretation beruht? Wissen aber gar nicht, wie Sie überhaupt zu diesem Material kommen? Hier finden Sie einige Antworten! (Disclaimer: Die folgenden Tipps beruhen sowohl auf meiner Lehrtätigkeit als auch auf meinen Forschungsinteressen, treffen also bspw. für ein Thema der mittelalterlichen Geschichte nur bedingt zu.)
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Blog-Rundschau 2: Geschichte und Öffentlichkeit

Stencil, Berlin (Foto: Levke Harders, 2017) CC BY-NC-SA 3.0 DE
von Levke Harders
Vor einiger Zeit habe ich auf Blogs, die ich gerne lese, hingewiesen. In der Zwischenzeit sind neue Blogs, Podcasts, Videos und Webseiten hinzugekommen. Aktuell verfolge ich mit viel (Vor‑) Freude den Geschichtstalk im Super7000, bei dem noch in den nächsten Monaten live zu aktuellen und historischen Themen diskutiert wird. Nicht überraschend, dass dieses Angebot von L.I.S.
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Quellenstudium ohne Lesesaal? Ein Besuch im Rigsarkivet København

Eingang des Rigsarkivet København (Foto: Levke Harders, 2017) CC BY-NC-SA 3.0 DE
Auf der innerstädtischen Insel Slotsholmen neben der Nationalbibliothek gelegen, ist das Rigsarkivet in København in seinen alten Gemäuern schon aufgrund seiner Lage einen Besuch wert. Wie in Schleswig habe ich hier nach Quellen zur Niederlassung und Naturalisierung von Zugezogenen in Schleswig-Holstein gesucht. Allerdings werden – im Gegensatz zu vielen bundesdeutschen Archiven – im dänischen Nationalarchiv im großen Umfang Bestände gescannt und online zugänglich gemacht, sodass Lektüre vor Ort kaum noch notwendig ist. Um der interessierten Öffentlichkeit darüber hinaus den Zugang zu Archivalien zu erleichtern, können Akten aus København auch in die Lesesäle nach Odense, Aabenraa und Viborg bestellt werden. Im Lesesaal selbst ist sowohl fotografieren erlaubt als auch scannen, wozu zwei Buchscanner bereit stehen.
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Quellenstudium ohne Lesesaal? Ein Besuch im Rigsarkivet København

Eingang des Rigsarkivet København (Foto: Levke Harders, 2017) CC BY-NC-SA 3.0 DE
Auf der innerstädtischen Insel Slotsholmen neben der Nationalbibliothek gelegen, ist das Rigsarkivet in København in seinen alten Gemäuern schon aufgrund seiner Lage einen Besuch wert. Wie in Schleswig habe ich hier nach Quellen zur Niederlassung und Naturalisierung von Zugezogenen in Schleswig-Holstein gesucht. Allerdings werden – im Gegensatz zu vielen bundesdeutschen Archiven – im dänischen Nationalarchiv im großen Umfang Bestände gescannt und online zugänglich gemacht, sodass Lektüre vor Ort kaum noch notwendig ist. Um der interessierten Öffentlichkeit darüber hinaus den Zugang zu Archivalien zu erleichtern, können Akten aus København auch in die Lesesäle nach Odense, Aabenraa und Viborg bestellt werden. Im Lesesaal selbst ist sowohl fotografieren erlaubt als auch scannen, wozu zwei Buchscanner bereit stehen.
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Eine kurze Geschichte der Geschlechtergeschichte, Teil III

Themen der Geschlechtergeschichte (Grafik: Levke Harders, 2015-2017) CC BY-NC-SA 3.0 DE
von Levke Harders
Nach Teil I und Teil II dieser doch nicht mehr ganz so kurzen Geschichte der Geschlechtergschichte geht es nun weiter. Zu Beginn der 1990er Jahre sorgte Judith Butlers „Gender Trouble“ für ein deutliches Unbehagen vor allem in der deutschsprachigen Geschlechterforschung.1 Nach jahrelangen Kämpfen um die Anerkennung von Geschlechterverhältnissen als Untersuchungsgegenstand stieß Butler Debatten um die Kritik an der Kategorie Geschlecht an. Die Unterscheidung zwischen sex und gender sei, so Butler, selbst diskursiv hergestellt, denn auch das vermeintlich biologische Geschlecht sei kulturell konstruiert. Ebenso müssten Körper und Sexualität als kulturelle Konstruktionen in Machtverhältnissen gedacht und (Geschlechts‑) Identität als regulierendes, normatives Prinzip begriffen werden.
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Migrationsgeschichte als Geschlechtergeschichte: Der „Mädgemarkt in Ripen“
Abbildung: „Das Verdingen der Fanöerinnen in Ripen (Jütland)“, in: Die Illustrirte Welt 13 (1865), 233.
von Levke Harders
Migrationsbewegungen des 19. Jahrhunderts wurden bisher vornehmlich am Beispiel von Männern erforscht, wenngleich dies die historischen Verhältnisse nur ungenügend abbildet. Frauen werden in den einschlägigen Studien oft kurz erwähnt, aber selten darüber hinaus in historische Untersuchungen einbezogen, da – so die gängige Feststellung zu Beginn vieler Bücher – insbesondere junge, ledige Männer migrierten. Ebenso werden Geschlechterverhältnisse in der Migrationsforschung selten analysiert. Außerdem hat die Migrationsforschung traditionell „die Gleichung ‚Arbeitsmigration = Ausbildung = bessere Verdienste‘ als vorwiegend männliches (Aus‑) Bildungs‑ und Karrieremuster gesehen,“ was aber weder für Frauen noch für männliche ungelernte Arbeitskräfte zutrifft, wie Sylvia Hahn kritisiert.1
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Eine kurze Geschichte der Geschlechtergeschichte, Teil II
von Levke Harders
„Damenhöhe – Schlappschwanz“. Auf einem Berliner Weihnachtsmarkt (Foto: Levke Harders, 2016) CC BY-NC-SA 3.0 DE
In genau diesem wissenschaftlichen Umfeld begannen Historikerinnen in den 1970er Jahren Frauengeschichte zu lehren und erforschen, eng verbunden mit den Frauenbewegungen dieser Zeit. Zunächst ging es darum, Frauen in der Geschichte überhaupt sichtbar zu machen, d. h. auch, zu hinterfragen, wer eigentlich Geschichte gestaltet – eben nicht nur Staatsmänner, Könige und Generäle.
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