Rezension: Michael Neiberg – Potsdam. The end of World War II and the remaking of Europe
Michael Neiberg - Potsdam- The end of World War II and the remaking of Europe
Als Stalin im Juni 1945 gefragt wurde, welchen Sinn die für August angesetzte Konferenz von Potsdam seiner Meinung nach habe, erklärte er: "Die Vorbereitung der nächsten Konferenz." Weder er noch irgendjemand anderes ging zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass dies das letzte Mal sein sollte, dass die alliierten Führer aufeinandertrafen. Vorher hatte bereits der Tod Franklin D. Roosevelts im April für eine starke Veränderung der alliierten Disposition gesorgt. Immerhin standen für den August selbst keine unangenehmen Überraschungen an; die Tories erwarteten in den Unterhauswahlen einen Sieg und den Ausbau der Mehrheit für Churchills Regierung. Als stattdessen ein Erdrutschsieg Labours Clement Attlee an die Macht brachte, waren die Umbrüche innerhalb des alliierten Lagers bereits gewaltig. Doch das war nichts gegen die Veränderungen, die in Europa anstanden und die in Potsdam innerhalb von siebzehn Tagen diskutiert worden - oft genug nur als Improvisorium, das sich dann als erstaunlich beständig erwies.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2022/04/rezension-michael-neiberg-potsdam-end.html
Rezension: Johannes Burkhardt – Deutsche Geschichte in der frühen Neuzeit
Johannes Burkhardt - Deutsche Geschichte in der frühen Neuzeit
Nachdem Anfang des Jahres meine eigenen Wissenslücken im Bereich Frühe Neuzeit schonungslos aufgedeckt wurden, fühlte ich mich hinreichend motiviert, sie zumindest rudimentär zu füllen. Die Reihe C. H. Beck Wissen ist glaube ich allen Geschichtsstudierenden hinreichend bekannt; die um 120 Seiten dünnen Büchlein verstehen sich als Überblicksdarstellungen und Einführungen in ein jeweiliges Thema. Sie sind allerdings von Historiker*innen für ein zumindest stark interessiertes Laienpublikum, eher aber für ein Fachpublikum geschrieben, was sich an der voraussetzungsreichen Struktur und der stark verdichteten Sprache zeigt. Darin ist Burkhards "Deutsche Geschichte der Frühen Neuzeit" keine Ausnahme. Das ist kein Kritikpunkt; ich will nur verdeutlichen, dass sich um keine leichte Lektüre für nebenher oder gar eine mit unterhaltsamen Narrativen und steilen Thesen handelt. Der Anspruch ist eher, den aktuellen Stand der Forschung wiederzugeben.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2022/04/rezension-johannes-burkhardt-deutsche.html
Rezension: John Dos Passos – Mr. Wilson’s War
John Dos Passos - Mr. Wilson's War
Woodrow Wilson ist im öffentlichen Gedächtnis meistens als "Idealist" bezeichnet. Seine 14 Punkte gelten oft als nette Idee, die aber den Realitäten der Machtpolitik nicht entsprach, weswegen er in Versailles ausmanövriert wurde. Dieses Narrativ ist mittlerweile von der historischen Forschung gründlich revidiert worden, findet sich aber leider immer noch in zahlreichen Schulbüchern und populären Darstellungen. Umso relevanter ist es, sich mit dieser Epoche amerikanischer Außenpolitik, in der die immer noch junge Republik erstmals entscheidend in den Gang des Weltgeschehens eingriff, zu beschäftigen. Den Beginn dieser Entwicklung in der Präsidentschaft McKinleys und dem Spanisch-Amerikanischen Krieg zu suchen ist kein überäßig revolutionärer Zug; im erst kürzlich hier besprochenen "Gangsters of Capitalism" von Jonathan M. Katz wurde ein ähnlicher Ansatz gewählt. Wäre doch John Dos Passos' Geschichte des gleichen Zeitraums auch nur annähernd so überzeugend geraten.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2022/04/rezension-john-dos-passos-mr-wilsons-war.html
Rezension: Vladislav M. Zubok – Collapse. The Fall of the Soviet Union
Vladislav M. Zubok - Collapse. The Fall of the Soviet Union
Michail Gorbatschow war weder Historiker noch Ökonom. Das allein ist kein großes Problem, die meisten Menschen sind weder Ökonom*innen noch Historiker*innen. Problematisch wird es, wo der Dunning-Kruger-Effekt voll zuschlägt und ein Staatsoberhaupt mit dem vollen Enthusiasmus des Amateurs und frisch gebackenen Konvertiten die Grenzen der eigenen Fähigkeiten nicht nur nicht erkennt, sondern auch willentlich überschreitet. Man könnte bei Lektüre von Vladislav M. Zuboks grandiosem "Collapse" den Eindruck bekommen, dass es sich dabei um Gorbatschows Hauptschwäche handelte - bei einem Mann, der an Schwächen nicht eben arm und hauptverantwortlich für den Kollaps des sowjetischen Reichs zwischen 1989 und 1991 war. Es ist diese Geschichte, die Zubok nachzeichnet und deren Gründe er zu erleuchten hofft.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2022/04/rezension-vladislav-m-zubok-collapse.html
Rezension: Mark Mazower – Hitlers Imperium
Mark Mazower - Hitlers Imperium (Mark Mazower - Hitler's Empire)
Das 2009 erschienene "Hitlers Imperium" des britischen Historikers Mark Mazower beschäftigt sich mit der Frage der Verwaltung der von den Nazis eroberten Gebiete. Untrennbar mit diesem Thema ist stets die Frage nach dem Potenzial verbunden, das das Deutsche Reich besaß, diesen Krieg tatsächlich zu gewinnen. Denn von der Ausbeutung der Ressourcen des unterworfenen Europa hing alles ab; sie war das explizite Ziel des Krieges, elementar als "Lebensraum" in die NS-Ideologie eingebunden. Bekanntlich gelang es den Deutschen nur in sehr eingeschränktem Maße, ihre Ziele zu erfüllen. Die Gründe dafür sind vielfältig und komplex; sie reichen von praktischen Herausforderungen über Inkompetenz zu ideologischen Einschränkungen. In Letzteren sieht Mazower wieder und wieder den eigentlichen Grund für das immanent notwendige Scheitern der Nazis in ihren Absichten.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2022/03/rezension-mark-mazower-hitlers-imperium.html
Rezension – Ages of American Capitalism
Jonathan Levy - Ages of American Capitalism (Hörbuch)
Wirtschaftsgeschichte ist ein Feld, das in der Geschichtswissenschaft ein stiefmütterliches Dasein fristet. Umso wichtiger sind diejenigen Werke, die den nötigen Kontext schaffen, um hier entscheidendes Verständnis zu schaffen. Das Ganze einen Schritt weiter bringt Jonathan Levy in seinem Werk "Ages of Capitalism", indem er den Versuch unternimmt, die Geschichte der USA als Wirtschaftsgeschichte zu erzählen. Die Prämisse ist, dass die Bedeutung der Wirtschaft so groß ist, dass sie die anderen Geschichtsbereiche entscheidend mitbestimmt. Für das Geburtsland des modernen Kapitalismus ist das keine zu gewagte Behauptung, und Levy gelingt es hervorragend, nicht nur einen Abriss über 250 Jahre Wirtschaftsgeschichte zu geben, sondern das auch in einen analytischen Rahmen zu gießen.
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2022/02/rezension-ages-of-american-capitalism.html
Buchbesprechung: Die Totengräber. Der letzte Winter der Weimarer Republik
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Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2018/08/buchbesprechung-die-totengraber-der.html
Filmbesprechung: Fury (Herz aus Stahl) – Orks in SS-Uniformen
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| Erschöpfte Fury-Besatzung |
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| The Greatest Generation in action |
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| Sherman gegen Tiger |
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| Angriff auf Helms Klamm |
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| Wenig Ehre, aber umso mehr Glory und War |
Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2015/04/filmbesprechung-fury-herz-aus-stahl.html
Der Erste Weltkrieg als Spiel: Valiant Hearts
Can you make a game about World War I? An adventure game, no less? Ubisoft tried its hand at it. The result is a game called "Valiant Hearts", built on the Rayman2-engine, that was released end of June. The concept is a daring one: You experience the first World War from the perspective of an aging French conscript, Emile, his German son-in-law, Karl, a Belgian nurse, Anna, and an American volunteer, Freddy. The game jumps between these characters as they meet and advances three years through the war. The question remains, though - is it possible to adequatly convey the horrors of the war in a comic-style adventure game? The answer is Yes, at times.
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| Press Space to cut wire. |
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| Just like the real thing. |
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| I guess he wants me to oil the dog. |
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| Defeating von Dorf's Zeppelin, one handgrenade at a time |
Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2014/07/der-erste-weltkrieg-als-spiel-valiant.html
Buchvorstellung: E. Künzl, Die Thermen der Römer (Stuttgart 2013)
Die aktuelle Ausgabe von "Der Limes. Nachrichtenblatt der Deutschen Limeskommission" (2013, 7/2, S.39) enthält eine Buchvorstellung zu E. Künzl, Die Thermen der Römer (Stuttgart 2013).
Das Rezensionsexemplar und die Coverabbildung wurden mir freundlicherweise vom Konrad Theiss Verlag überlassen, wofür ich mich herzlich bedanke.
Abb. Konrad Theiss Verlag
Quelle: http://provinzialroemer.blogspot.com/2013/11/buchvorstellung-e-kunzl-die-thermen-der.html
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