DCTP-Interview mit Lothar Müller zum Papier
Wer Lothar Müller, Verfasser des Buchs Weiße Magie. Die Epoche des Papiers im Fernseh-Interview sehen will, hat in der Nacht von Montag 18.2.2013 auf Dienstag 19.2.2013 um 0:30 auf RTL bei 10 vor 11 Gelegenheit dazu:
Vor dem Papier gab es die Keilschrift und den Papyros (aus Schilf). Das Papier wurde in China erfunden und kam über Arabien nach Europa. Es wurde zum Rohstoff der Massenpresse, sobald es nicht nur aus Lumpen, sondern aus Holz hergestellt wurde. Zugleich ist dieses weiße und vor dem Bedrucken oder Beschreiben leere Material für die Niederlegung und Konzentration der Gedanken, also für die Entäußerung des Geistes, eine elementare Station. Wie ein Spiegel reflektiert das leere Blatt den Menschen, der ihm seinen Geistesinhalt anvertraut. Mit und ohne Tränen.
In seinem viel beachteten Buch Die weiße Magie begründet Dr. Lothar Müller, Redakteur im Feuilleton der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, weshalb das Papier kein bloß technisches Medium ist, sondern ein Kulturträger (einschließlich der Zeitungen und Bücher), das durch die digitale Revolution bisher auch nicht überholt werden kann.
Vor dem Papier gab es die Keilschrift und den Papyros (aus Schilf). Das Papier wurde in China erfunden und kam über Arabien nach Europa. Es wurde zum Rohstoff der Massenpresse, sobald es nicht nur aus Lumpen, sondern aus Holz hergestellt wurde. Zugleich ist dieses weiße und vor dem Bedrucken oder Beschreiben leere Material für die Niederlegung und Konzentration der Gedanken, also für die Entäußerung des Geistes, eine elementare Station. Wie ein Spiegel reflektiert das leere Blatt den Menschen, der ihm seinen Geistesinhalt anvertraut. Mit und ohne Tränen.
In seinem viel beachteten Buch Die weiße Magie begründet Dr. Lothar Müller, Redakteur im Feuilleton der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, weshalb das Papier kein bloß technisches Medium ist, sondern ein Kulturträger (einschließlich der Zeitungen und Bücher), das durch die digitale Revolution bisher auch nicht überholt werden kann.
CfP: News and the Shape of Europe, 1500-1750
Vom 26.-28.7.2013 findet in London ein internationales Symposium des Early Modern News Networks statt, ein 250-Wort-Abstract kann bis 28.2.2013 eingeschickt werden.
Aufsatz über Eckensteher
Ich jauchze frohlockend auf, denn in der letzten Ausgabe des Internationalen Archivs für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) ist ein Aufsatz über die Berliner Eckensteher erschienen, die ähnlich wie die Wiener Lohnlakaien und später die Dienstmänner als menschliche Suchmaschinen betrachtet werden können. Nach einem sehr oberflächlichen Blick in den Aufsatz scheint dieser Aspekt zwar nicht systematisch behandelt zu werden, auch bleibt Krajewskis Diener-Buch unbeachtet, immerhin aber wird erwähnt, dass diese Eckensteher nummeriert waren:
Briese, Olaf: Eckensteher. Zur Literatur- und Sozialgeschichte eines Phantoms, in: IASL, 37.2012/2, S. 239288.
DOI 10.1515/iasl-2012-0030
http://www.degruyter.com/view/j/iasl-2012-37-issue-2/iasl-2012-0030/iasl-2012-0030.xml?format=INT
Homepage des Autors: http://www.briese.o.ms/
Briese, Olaf: Eckensteher. Zur Literatur- und Sozialgeschichte eines Phantoms, in: IASL, 37.2012/2, S. 239288.
DOI 10.1515/iasl-2012-0030
http://www.degruyter.com/view/j/iasl-2012-37-issue-2/iasl-2012-0030/iasl-2012-0030.xml?format=INT
Homepage des Autors: http://www.briese.o.ms/
SoZ-Rückblick auf Willi Münzenberg-Tagung
Tagung 100 Jahre Riepl’sches Gesetz, Wien 24.-26.1.2013
Ein bisschen irreführend ist der Obertitel der demnächst in Wien stattfindenden Tagung 100 Jahre Riepl'sches Gesetz: Medienkomplementarität als Herausforderung für die Rezeptions- und Wirkungsforschung, würde man doch zumindest ein paar kommunikationshistorische Vorträge im Programm erwarten. Weit gefehlt, behandelt werden nur gegenwärtige Entwicklungen.
Datenbank zu Kraftfahrzeugen in Österreich, 1930er/1940er Jahre
Am Technischen Museum Wien wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts (Projektleitung: Christian Klösch; MitarbeiterInnen: Verena Pawlowsky, Oliver Kühschelm, Rainer Hackauf) eine Datenbank erstellt, die Kraftfahrzeugverzeichnisse aus den 1930er und 1940er Jahren erschließt. Wer zum Beispiel nach einem Herrn Freud sucht, wird für 1937 einen PKW Steyr 50, Kennzeichen A3523 finden!
Roboter-Ausstellung im Technischen Museum Wien
Ab übermorgen bis zum 14.7.2013 zeigt das Technische Museum Wien die Ausstellung Roboter. Maschine und Mensch?, die auch einen historischen Teil beinhaltet: Die Wegbereiter der Roboter sind vielfältig und reichen teils bis in die Antike zurück. Mechanische Experimente im 16. Jahrhundert, wundersame Automaten wie die allesschreibende Wundermaschine von Friedrich Knaus, aber auch Dampfmaschinen und Fernsprechanlagen ebneten den Weg für neue Entwicklungen.
Postmeisterporträts in Schloss Ambras
Das Schloss Ambras hat seine Dauerausstellung um Postmeisterporträts der Taxis-Bordogna (frühes 16. bis ausgehendes 18. Jahrhundert) erweitert.
Franz Joseph Thuns Enzyklopädie
Wird nicht gerade als Schnäppchen bei Ingentaconnect zur Verfügung gestellt:
Cerman, Ivo: Seeing in the Dark: Franz Joseph Thun and his Encyclopedia, in: Central Europe, 10.2012/2, S. 91-107.
http://dx.doi.org/10.1179/1479096312Z.0000000006
Cerman, Ivo: Seeing in the Dark: Franz Joseph Thun and his Encyclopedia, in: Central Europe, 10.2012/2, S. 91-107.
http://dx.doi.org/10.1179/1479096312Z.0000000006
Vor Google-Band erschienen
Ich frohlocke, denn das Papieruniversum ist um ein Buch reicher geworden. Seit heute vormittag halte ich in den Händen:Brandstetter, Thomas/Hübel, Thomas/Tantner, Anton (Hg.): Vor Google. Eine Mediengeschichte der Suchmaschine im analogen Zeitalter. Bielefeld: Transcript, 2012. 262 S., ISBN 978-3-8376-1875-4, Euro 29,70 (A) [Verlags-Info mit Kurz-Interview, Buchhandel.de, Amazon]
Das Buch in einem Satz:
Das digitale Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: Kammerdiener, Zeitungskomptoire, Kanontafeln, Staatshandbücher, Zettelkästen und Zitationsindizes werden zu den neuen Helden der Historiographie.
Die Verlagsankündigung:
Ein Alltag ohne digitale Suchmaschinen ist heute nur noch schwer vorstellbar. Dabei lassen sich zahlreiche Einrichtungen, Personen und Techniken ausmachen, die lange vor Google und Co. ähnliche Funktionen übernommen haben - Staatshandbücher und Diener etwa, aber auch Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire.
Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen früheren und den heutigen Suchmaschinen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie? Das Buch widmet sich diesen und weiteren Fragen und liefert damit nicht nur neue Erkenntnisse über die Medien der Vergangenheit, sondern vertieft auch die Analysen der gegenwärtigen medialen Lage.
Das Inhaltsverzeichnis:
Einleitung (PDF)
Thomas Brandstetter, Thomas Hübel, Anton Tantner
Ordnung ist das halbe Leben. Zur Ökonomie von Benamung und Suche
Stefan Rieger
»Wende sie um und um, denn alles ist in ihr.« Über das Suchen in heiligen Texten
Daniel Weidner
Fragen ohne Antworten. Die Suche nach lokalen Informationen in der frühen Aufklärung
Alix Cooper
Herrschaftsordnung, Datenordnung, Suchoptionen. Recherchemöglichkeiten in Staatskalendern und Staatshandbüchern des 18. Jahrhunderts
Volker Bauer
Das Zeitungskomptoir als Informationsdrehscheibe. Michael Hermann Ambros und seine Grazer Anzeigenblätter
Andreas Golob
Ask Jeeves. Der Diener als Informationszentrale
Markus Krajewski
Suchen und Finden. Notizführung und Grammatik bei Theodor Nöldeke
Henning Trüper
Vannevar Bush und die Technikutopie Memex. Visionen einer effizienten Speicherung und Verfügbarmachung von Information
Martin Schreiber
Zentralität und Sichtbarkeit. Mathematik als Hierarchisierungsinstrument am Beispiel der frühen Bibliometrie
Bernhard Rieder
Einen Preis für Gendergerechtigkeit werden wir bei genau einer im Band vertretenen Autorin dafür leider nicht bekommen, aber wir können für uns anführen, dass wir uns um manche Autorinnen persönlich bemüht haben, diese dann aber doch abgesprungen sind.
Digital verfügbar ist die Leseprobe (PDF) mit Inhaltsverzeichnis und Vorwort, vielleicht wird ja die Zukunft zeigen, welche weiteren elektronischen Versionen Transcript noch anbieten wird.