SdK 79: Michael Seemann über den Kontrollverlust

Foto: Ralf Stockmann
Foto: Ralf Stockmann

Der Blogger und Kulturwissenschaftler Michael Seemann hat ein Buch geschrieben, in dem er  Erklärungen und Strategien liefert für gesellschafts-politische Veränderungen, die wir im Zuge der Digitalisierung gegenwärtig erleben. Im Kontrollverlust erkennt er dabei das Paradigma dieses Jahrzehnts. Wir reden über seine Theorie des Kontrollverlusts, die  Regeln des neuen Spiels, Meinungsfreiheit und darüber, was Plattformen mit dem Kontrollverlust zu tun haben. Außerdem erzählt er, wie es zur Crowdfunding-Kampagne kam, durch Das neue Spieldie das Projekt finanziert wurde, und wie er das Schreiben des Buchs organisiert hat.

Linkliste: Michael Seemann (Blog, Twitter), Das neue Spiel, Leuphana Universität Lüneburg, HyperKult, #feierabend, Crowdfunding auf Startnext, Dirk von Gehlen, VG Wort, Frank Rieger/Rop Gonggrijp: We lost the War, Transaktionskostentheorie (Wikipedia), Postdemokratie (Wikipedia), AK Vorrat, Moore’s Law (Wikipedia), Sousveillance, GitHub, Markdown (Wikipedia)

Update 13.10.2014: Das Buch ist inzwischen erschienen und kann hier bezogen werden.



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Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk79

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SdK 78: Karl Fröschl über die Softwarekrise

Ende der 1960er Jahre trafen sich Programmierer bei zwei Nato-Konferenzen, in Garmisch-Partenkirchen und in Rom, um über Probleme bei der Herstellung von Software zu diskutieren. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass  sich das Verhältnis zwischen Software und Hardware wesentlich verändert hatte. Die erarbeiteten Lösungsansätze wirken sich bis heute auf die Softwareentwicklung und ihr Qualitätsmanagement aus. Nicht nur wurde bei den Treffen das Konzept von Software Engineering entworfen, sondern führte letztlich die Theoretisierung des Programmierens auch zur Entstehung der Informatik als akademisches Fach. Der Wirtschaftsinformatiker Karl Fröschl arbeitet an einem Projekt zur “Informatisierung Österreichs”, bei dem er zahlreiche ZeitzeugInnen der österreichischen Computergeschichte interviewt hat. Im Gespräch erläutert er die Gründe für die Softwarekrise und warum sie letztlich bis heute nicht überwunden ist.

Edsger Wybe Dijkstra.jpg
Edsger Wybe Dijkstra“ von Hamilton Richards – manuscripts of Edsger W. Dijkstra, University Texas at Austin. Lizenziert unter CC BY-SA 3.

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Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk78

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SdK 77: Helmut Lethen über Bilder und ihre Wirklichkeit

SdK77_LethenWer das Wort “Wirklichkeit” in einer kulturwissenschaftlichen Debatte verwendet, ist stets darum bemüht, Anführungszeichen zumindest anzudeuten, um sich nicht verdächtig zu machen, mit einem naiven Realitätsbegriff zu hantieren. Helmut Lethen, Direktor des IFK, ist diese Diskussion inzwischen leid, weshalb er sein Buch “Der Schatten des Fotografen” der Frage widmet, in welchem Verhältnis Bilder und Fotografien zur Wirklichkeit stehen. Im Gespräch folgen wir nLethen_Schatten des Fotografenicht nur einigen Beispielen und theoretischen Bezügen, die im Buch besprochen werden – wie zum Beispiel die scheinbar idyllische Szene auf dem Coverfoto –, sondern reden auch über die Entstehung und den Schreibprozess. Für das Buch erhielt Helmut Lethen 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik. Unterstützt werde ich in dieser Episode von dem Philosophen Jakob Moser.

Linkliste: Helmut Lethen (Wikipedia), Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK), Buch: Der Schatten des Fotografen. Bilder und ihre Wirklichkeit, Preis der Leipziger Buchmesse, Jakob Moser, Lukrez (Wikipedia), Hans Belting (Wikikpedia), Roland Barthes: Die Mythen des Alltags (Wikipedia), Aby Warburg (Wikipedia), Boris Groys: Unter Verdacht, Wehrmachtsausstellung (Wikipedia), Klaus Theweleit (Wikipedia), Babyn Jar (Wikipedia), Robert Capa (Wikipedia), Oskar Negt (Wikipedia), nominierte Bücher für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik: Über Pop-Musik (Diedrich Diederichsen), Max Weber: Ein Leben zwischen den Epochen (Jürgen Kaube), Angezogen: Das Geheimnis der Mode (Barbara Vinken), Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament (Roger Willemsen)

Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk77

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SdK 76: Florian Bettel über Rohrpost und Pneumatik

SdK76_BettelEnde des 19. Jahrhunderts erschien einigen Ingenieuren Pneumatik als Beförderungs- und Kommunikationstechnik der Zukunft. Mit Hilfe von Luftdruck statt Elektrizität sollten etwa Menschen in atmosphärischen Eisenbahnen transportiert oder Briefe in Büchsen durch die Stadt geschossen werden. Der Kulturwissenschaftler Florian Bettel hat sich mit den Anfängen der (Wiener) Rohrpost auseinandergesetzt. Er erklärt unter anderem, warum der Plan eines pneumatischen Leichentransports zum Wiener Zentralfriedhof scheiterte und wie sich die Stadtrohrpost in einigen Großstädten wie Wien, Paris oder Berlin etablierte. Während es Rohrpostanlagen in vielen Gebäuden heute noch gibt, gilt die Rohrpost als Sinnbild für überbordende Bürokratie – oder für das Internet.

Die Rohrpostzentralstation in Wien, ca. 1910. Quelle: WStLA, Wiener Stadt- und Landesarchiv, media wien, 9771
Die Rohrpostzentralstation in Wien, ca. 1910. Quelle: WStLA, Wiener Stadt- und Landesarchiv, media wien, 9771

Linkliste: Florian BettelEroberung des Untergrunds (Dissertation), Wiener Zentralfriedhof (Wikipedia), Brazil (Wikipedia), atmosphärische Eisenbahn (Wikipedia), Semmeringbahn, Franz von Felbinger (Wikipedia), Ted Stevens: Internet as Series of Tubes (Wikipedia), Beach Pneumatic Transit, New York (Wikipedia), Wiener Weltausstellung 1873 (Wikipedia), Rotunde (Wikipedia), Miasma (Wikipedia), Sumetzberger (Hersteller von Rohrpostanlagen)



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Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk76

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Hörspiel über Phreaking und die frühe Hackerkultur

Hörenswertes Hörspiel über die ersten Phreaker. Ich mag Hörspiele besonders gerne, wenn sie – wie in diesem Fall – immer wieder zwischen Fiktion und Dokumentation wechseln.

Captain Crunch
Laut New York Times zählt er zu den berühmtesten Hackern der Welt: John T. Draper alias Captain Crunch ist eine lebende Legende. Mit einer Spielzeugpfeife, die er in einer Müslipackung ( Cap’n Crunch ) fand, manipulierte er in den 70er Jahren das weltweite Telefonnetz. Durch das von ihm entdeckte Verfahren, das in Hackerkreisen als Blue Boxing bekannt ist, wurde der Grundstein für die Hacker-Subkultur gelegt. Auf seiner unglaublichen Reise traf er früh auf Steve Wozniak und Steve Jobs, die Gründer von Apple – eine Begegnung, deren Konsequenz über Jahrzehnte ein gut gehütetes Firmengeheimnis war. Buch: Evrim Sen, Denis Moschitto; Regie: Thomas Leutzbach © WDR 2014

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Quelle: https://codinghistory.com/hoerspiel-phreaking/

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Hörspiel über Phreaking und die frühe Hackerkultur

Hörenswertes Hörspiel über die ersten Phreaker. Ich mag Hörspiele besonders gerne, wenn sie – wie in diesem Fall – immer wieder zwischen Fiktion und Dokumentation wechseln.

Captain Crunch
Laut New York Times zählt er zu den berühmtesten Hackern der Welt: John T. Draper alias Captain Crunch ist eine lebende Legende. Mit einer Spielzeugpfeife, die er in einer Müslipackung ( Cap’n Crunch ) fand, manipulierte er in den 70er Jahren das weltweite Telefonnetz. Durch das von ihm entdeckte Verfahren, das in Hackerkreisen als Blue Boxing bekannt ist, wurde der Grundstein für die Hacker-Subkultur gelegt. Auf seiner unglaublichen Reise traf er früh auf Steve Wozniak und Steve Jobs, die Gründer von Apple – eine Begegnung, deren Konsequenz über Jahrzehnte ein gut gehütetes Firmengeheimnis war. Buch: Evrim Sen, Denis Moschitto; Regie: Thomas Leutzbach © WDR 2014

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Quelle: http://codinghistory.com/hoerspiel-phreaking/

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SdK 75: Sebastian Vehlken über Computersimulation

SdK75_VehlkenComputerbasierte Simulationsmodelle haben einige Wissenschaften, wie die Atomphysik oder die Biologie, in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verändert. Denn Forschung basiert nun nicht mehr nur auf den erprobten Verfahren von Theorie und Experiment, sondern versucht, Zukunft quantifizierbar zu machen – etwa zur Berechnung eines Restrisikos. Der Medienwissenschaftler Sebastian Vehlken arbeitet zur Theorie und Geschichte der Computersimulation und beschäftigt sich mit Schwarmforschung und Supercomputing. Er erklärt, welche Rolle Hollywood und Batman bei der Entwicklung von Simulationsmodellen spielte und warum Computersimulationen häufig Katastrophen imaginieren.

Linkliste: Sebastian Vehlken (IFK, Leuphana Universität Lüneburg), DFG-Kollegforschergruppe Medienkulturen der Computersimulation, Dissertation: Zootechnologien. Eine Mediengeschichte der Schwarmforschung, Emergenz (Wikipedia), Bionik (Wikipedia), Manhattan-Projekt (Wikipedia), Norbert Wiener (Wikipedia), Stafford Beer (Wikipedia), Viktor Mayer-Schönberger: Freiheit und Vorhersage – Über die ethischen Grenzen von Big Data, Wunderland Kalkar, Google Flu Trends (Wikipedia), Bruno Latour (Wikipedia), Eyjafjallajökull (Wikipedia)

Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk75

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Radio TEXperimenTales

Wenn man meinen Kram hier gerne liest, mag man mich vielleicht ja auch mal hören. Dazu gibt es jetzt die Gelegenheit, da der weitläufig für seine Wrint-Podcasts bekannte Holger Klein mich interviewt hat und das Interview dann tatsächlich auch veröffentlichte.

Wrintlogo

Es ist erschienen in der Rubrik “zum Thema” und dreht sich über weite Strecken um die Tücken des Voynich Manuskripts – das bleibt halt so ziemlich das Öffentlichkeitswirksamste, was ich zu erzählen habe. Dazu gibt es aber auch kleine Abstecher, z.B. in die Computerlinguistik (ganz zu Anfang – da läuft es noch etwas unrund bei mir, man gibt halt nicht alle Tage ein Telefoninterview) und um die Frage, was Mode und Wissenschaft miteinander zu tun haben.

Insgesamt muss ich feststellen, dass ich zufriedener mit dem Ergebnis bin, als ich vorher gedacht hatte. Mit Holger kann man allerdings auch verdammt gut plaudern, auf diesem Wege sei ihm herzlich dafür gedankt. Angebandelt wurde das ganze mal wieder über Twitter, wo das einzigartige @mettwurstballett Holger auf mein Halbwissen zum Voynich Manuskript aufmerksam machte, worauf dieser mich anrief. Das Ergebnis könnt ihr hier anhören oder herunterladen. Vielleicht ja irgendwo im Grünen an diesem sonnigen Pfingstwochenende.

Quelle: http://texperimentales.hypotheses.org/1066

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