SdK 74: Jan Hecker-Stampehl über digitale Geschichte

SdK74Wichtige Grundlagen geschichtswissenschaftlichen Arbeitens scheinen sich im Moment zu verändern: Texte können mit Hilfe von Software kollaborativ verfasst werden, Quellen liegen häufig als Digitalisate und Onlineressourcen in Datenbanken vor. Die Publikation eines Aufsatzes erfolgt dann bei einem Open Access-Verlag. Diskutiert wird der Text anschließend nicht mehr nur mit FachkollegInnen auf der nächsten Tagung, die natürlich einen Twitterhashtag bekommt, sondern auch auf dem Projektblog, wo in zahlreichen Blogposts die Argumentation des Beitrages erläutert wird. Handelt es sich dabei lediglich um wenige Ausnahmen, oder erleben wir tatsächlich gerade einen ‘digital turn’? Jan Hecker-Stampehl ist Historiker und mit zahlreichen Webpräsenzen sichtbarer Teil einer sich wandelnden Geschichtswissenschaft. In einem Forschungsprojekt untersucht er die Veränderungen der Geschichtskultur durch das Internet. Wir sprechen über die Auswirkungen des digitalen Wandels und über die Frage, ob es eine ‘digitale Geschichtswissenschaft’ überhaupt gibt.

Linkliste: Jan Hecker-Stampehl (Twitter, HU Berlin), NordicHistoryBlog, history@the.net – digital cultures of history on the web, Roy Rosenzweig (Wikipedia), AG Digitale Geschichtswissenschaft, Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd2014), Archivalia, Blogportal hypotheses



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Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk74

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Podcast-Interview mit Daniel Meßner: Stimmen der Kulturwissenschaften 73

Daniel Meßner von den Stimmen der Kulturwissenschaften hat mich ca. 40 Minuten zur “Suche nach den Nachkriegskindern” interviewt. Dabei interessierte ihn besonders das Crowdfunding, die damalige Studie und wie es in Zukunft weitergehen soll. Hier geht’s zum Podcast:

http://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk73

Daniel Meßner bei der Aufnahme

Daniel Meßner bei der Aufnahme

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Daniel für die Gelegenheit einmal ausführlich und in die Tiefe über das Projekt zu sprechen. Das Interview und die Vorbereitung waren sehr spannend und die Interviewatmosphäre sehr angenehm. Auch die anderen Interviews der Stimmen der Kulturwissenschaften sind sehr hörenswert. Mir gefielen besonders die folgenden Episoden:

Wer nun selbst auf die Idee kommen mag, einen Podcast zu starten, der darf auch gerne bei Daniel einen Workshop besuchen. Meine Erfahrungen bei einem solchen Podcast-Workshop habe ich in diesem Beitrag aufgeschrieben:

WeblogSF: Gehör verschaffen: Podcast-Workshop für Wissenschaftler bei der #DHd2014 in Passau

Quelle: http://zakunibonn.hypotheses.org/985

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SdK 73: Sascha Foerster über Nachkriegskinder

SdK_FoersterIn den Jahren 1951 bis 1962 wurden an sechs Standorten in Deutschland insgesamt 4.000 Kriegs- und Nachkriegskinder für die Studie “Deutsche Nachkriegskinder” medizinisch und psychologisch untersucht. Zwar bieten die Datenbestände für die Wissenschaftsgeschichte einen wichtigen Einblick in die Methoden und Arbeitsweisen der Psychologie in den 1950er Jahren, gleichzeitig eröffnet sich aber die Chance für eine einzigartige Langzeitstudie. Denn in einer Nachfolgestudie könnte die Entwicklung der “Nachkriegskinder” über die gesamte Lebensspanne nachvollzogen werden, und das auf der Grundlage historischer Originaldaten, die bislang noch nie vollständig ausgewertet wurden. Voraussetzung dafür ist es allerdings, die “Nachkriegskinder” wiederzufinden, und das auf Basis der Meldedaten aus den 1950er Jahren. Der Historiker und Psychologe Sascha Foerster machte sich deshalb auf die schwierige Suche nach den “Nachkriegskindern”. Eine Suche, die zumindest für ein Jahr, auf einem für wissenschaftliche Projekte noch immer ungewöhnlichem Weg finanziert wurde.

Linkliste: Sascha Foerster (Blog, Twitter), Deutsche Nachkriegskinder (Zentrum für Alternskulturen, Bonn), Deutsche Nachkriegskinder auf Twitter, Crowdfunding (Wikipedia), Sciencestarter, Deutsche Nachkriegskinder auf Sciencestarter, Tweet von @MschFr über Donation-Matching, Marshallplan (Wikipedia), Bild: Bundesarchiv, Bild 183-2003-0703-500 (CC-BY-SA 3.0 DE)



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Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk73

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SdK 72: Wolfgang Schmale über Privatheit

SdK_SchmalePrivatheit ist Bedingung für menschliche Freiheit und Kernelement des zivilen Lebens, heißt es in dem Buch “Privatheit im digitalen Zeitalter”, das der Historiker Wolfgang Schmale gemeinsam mit der Datenschutzexpertin und Juristin Marie-Theres Tinnefeld herausgegeben hat. Wie lässt sich jedoch ein Begriff wie “Privatheit” oder das Konzept der informationellen Selbstbestimmung in die Vergangenheit übertragen und wie kann eine historische Perspektive und kulturgeschichtliche Einbettung die gegenwärtige Datenschutz-Debatte in Zeiten nach den Snowden-Leaks erweitern? Im Gespräch erläutert Wolfgang Schmale, inwiefern das massenhafte Sammeln von Daten durch Geheimdienste nicht unbedingt immer einen Qualitätssprung staatlicher Überwachung bedeutet und warum Staaten letztlich Schaden nehmen, wenn sie ihre Bürgerinnen und Bürger in hohem Maße ausspähen.

Linkliste: Wolfgang Schmale, Buch: Privatheit im digitalen Zeitalter (Böhlau 2014) gemeinsam mit Marie-Theres Tinnefeld, Geschichte des privaten Lebens (5 Bände), Foucault und Biopolitik (Wikipedia), Viktor Mayer-Schönberger (Wikipedia), Kassandra (Wikipedia)

Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk72

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SdK 71: Andrea Wald über das Ornament

Ornamente galten vor 1900 als bloßes Beiwerk, Zierde oder Staffage. Zwar wurde das Ornament, als “Haut der Gegenstände nach Außen”, auch vorher schon thematisiert, jedoch als verdächtiger, SdK_Waldproblematischer Grenzfall zwischen Zeichen, Rahmen oder Funktion und nicht als eigenständige Form. Sichtbaren Ausdruck erhält das Ornament als autonome Kunstform im Jugendstil, der ersten Lifestyle- und Designbewegung im Fin de Siècle. Zu deren bekanntesten Vertretern gehörten in Wien beispielsweise Gustav Klimt oder Otto Wagner. Andrea Wald ist Kulturwissenschaftlerin und sie untersucht das Ornament als Denkstil im Kontext von wissenschaftlichen Studien und kunsthistorischer Theorien. Es handelt sich außerdem um die erste SdK-Episode, für die sich ein Spaziergang durch Wien empfiehlt, weil die Debatten um das Ornament im Stadtraum erfahrbar sind, etwa beim Weg von der Wiener Ringstraße zum Looshaus am Michaelerplatz hin zur Linken Wienzeile.

Linkliste: Andrea Wald (University of Chicago, IFK), Historismus (Wikipedia), Wiener Ringstraße (Wikipedia), Jugendstil (Wikipedia), Eingangsportal der Weltausstellung 1900 von René Binet, Linke Wienzeile (Wikipedia), Gottfried Semper (Wikipedia), Adolf Loos (Wikipedia), Looshaus (Wikipedia), Alois Riegl (Wikipedia), Ernst Haeckel (Wikipedia), Hugo von Hofmannsthal (Wikipedia), Salzburger Festspiele

Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk71

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SdK 70: David Lindschinger über Römische Geschichte

Die römische Geschichtsschreibung setzte erstaunlich spät ein. Erst gegen Ende des 3. SdK_LindschingerJahrhunderts vor Christus, nachdem Rom bereits ein bedeutender Akteur im Mittelmeerraum war, begannen römische Aristokraten mit den ersten schriftlichen Aufzeichnungen. Ein besonderes Merkmal dieser Historiographie ist, dass die frühen römischen Historiker ausschließlich Gesamtgeschichten verfassten, von der mythischen Stadtgründung durch Romulus und Remus bis zur eigenen Gegenwart im 2. Jahrhundert vor Christus. Der Historiker David Lindschinger untersucht diese nur in zahlreichen Fragmenten überlieferten Texte von insgesamt 15 Autoren und bettet sie in ihren sozio-politischen Kontext ein. Er versucht damit zu erklären, warum die römische Geschichte immer wieder so erzählt wurde, schießlich spielte die Erinnerungskultur bei den römischen Eliten eine zentrale Rolle, was sich zum Beispiel in komplexen Begräbnisritualen zeigt.

Linkliste: David Lindschinger (IFK), Titus Livius: Ab urbe condita (Wikipedia), Fabius Pictor (Wikipedia), The Fragments of the Roman Historians (Wikipedia), Livius Andronicus (Wikipedia), Mos maiorum (Wikipedia), Polybios (Wikipedia), Cato der Ältere (Wikipedia), Römische Republik (Wikipedia)

Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk70

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SdK 69: Johannes Mattes über Höhlenforschung

Höhlen werden seit vielen Jahrhunderten als Wirtschaftsräume genutzt und gelten zugleich als mythische Orte, die häufig mit Fruchtbarkeit assoziiert wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte eine neue Form der Tiefenaneignung ein: Höhlen wurden vermessen, kartografiert und benannt. Anschließend entstand nicht nur eine deutschnationale Vereinsbewegung durch engagierte Tiefenalpinisten, sondern setzte auch eine Verwissenschaftlichung ein, die mit der Einrichtung eines eigenen Lehrstuhls an der Universität Wien ihren Höhepunkt erreichte. Der Historiker Johannes Mattes hat eine Kulturgeschichte der Höhlenforschung geschrieben, in der es um das “Reisen ins Unterirdische” geht. Wir sprechen über das Begehen von Höhlen von der Antike bis zur einsetzenden Verstaatlichung im Zuge ihrer wirtschaftlichen Ausbeutung im Rahmen der Höhlendüngeraktion und über die Popularisierung durch Schauhöhlen, die bis in die Gegenwart reicht.

Linkliste: Johannes Mattes: Reisens ins Unterirdische, Speläologie (Wikipedia), Karst (Wikipedia), Dachstein Mammuthöhle, Drachenhöhle (Wikipedia), Kurt Ehrenberg (Wikipedia), Othenio Abel (Wikipedia), Lamprechtsofen (Wikipedia), Lurgrotte, Höhlendüngeraktion (Wikipedia), Adolf Schmidl (Wikipedia), Geheimsache Bärenhöhle, Eisriesenwelt, Gassel-Tropfsteinhöhle Ebensee, Linzer Grottenbahn am Pöstlingberg (Wikipedia), Mammoth-Cave (Wikipedia)

Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk69

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Podcast zum Thema Videoüberwachung

In der aktuellen Podcast-Episode der “Stimmen der Kulturwissenschaften” spreche ich mit Robert Rothmann über seine Studie zum Auskunftsrecht bei Videoüberwachungsanlagen:

SdK 68: Robert Rothmann über Videoüberwachung

Nach §26 des Datenschutzgesetzes hat jede Person, die von einer Überwachungskamera aufgezeichnet wurde, das Recht, Auskunft über die verarbeiteten Daten zu erhalten. Der Soziologe Robert Rothmann hat in einem Krisenexperiment untersucht, was passiert, wenn er die Bilder tatsächlich einfordert. Zahlreiche Betreiber von Videoüberwachungsanlagen wurden nach seinem Besuch mit einem Auskunftsbegehren konfrontiert, darunter Banken, Museen, Supermärkte, die kleine Trafik ums Eck, eine Disco und sogar ein Würstelstand. Es hat sich gezeigt, dass die Macht-Asymmetrie zwischen Beobachtung und Überwachung durch das Auskunftsrecht nicht aufgehoben werden kann, vor allem, weil der Anspruch auf Auskunft in der Praxis kaum durchsetzbar ist. Nicht zuletzt zieht das Nachfragen eine unangenehme Sogwirkung der Verdächtigung nach sich.

Quelle: http://www.univie.ac.at/identifizierung/php/?p=5632

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SdK 67: Ramón Reichert über die Macht der Vielen

Der Medienwissenschaftler Ramón Reichert untersucht digitale Medienkulturen und hat vor kurzem das Buch “Die Macht der Vielen. Über den neuen Kult der digitalen Vernetzung” veröffentlicht. Darin geht es ihm um eine Zeitdiagnose, in der er beschreibt, wie die digitale Kommunikation neue Formen der Subjektivierung etabliert. Zwar kommt es zu einer Aufwertung kollektiver Partizipation, doch schwankt ihre Bewertung in einem breiten Spektrum zwischen Euphorie und Dystopie. Je nachdem, ob wir vom Internet als Freiheitstechnologie sprechen oder den Kontroll- und Steuerverlust beklagen. Wir reden unter anderem über Kulturen der Selbstregulierung, die durch digitale Vernetzung eine neue Qualität erreicht haben, etwa mit der Quantifed Self-Bewegung und neuen Formen der Katalogisierung des Selbst. Außerdem sprechen wir darüber, warum die Frontend-Euphorie nach Snowden zum Problem wird und wieso “Die Macht der Vielen” nicht “Die Unmacht der Vielen” heißt.

Linkliste: Ramón Reichert, Die Macht der Vielen. Über den neuen Kult der digitalen Vernetzung (transcript), Michael Jackson: The Mask Project, Critical Code Studies, Countersurveillance (Wikipedia), Panopticon (Wikipedia), Internet Eyes (Futurezone), Quantified Self (Wikipedia), Geert Lovink, Edward Snowden (Wikipedia), DIY-Kultur (Wikipedia)



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Quelle: https://stimmen.univie.ac.at/podcast/sdk67

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Podcast „Durch Gott zum Sieg…“ – Der Erste Weltkrieg und die Kirchen

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Als am 1. August 1914 das deutsche Kaiserreich mobil machte, war das der Auftakt für die „Urkatastrophe des Jahrhunderts“: den Ersten Weltkrieg. Alle patriotischen Hoffnungen schienen Wirklichkeit zu werden, die Kriegsbegeisterung kannte kaum Grenzen. In diesem Klima wollten die Kirchen nicht abseits stehen; auch sie begrüßten den Krieg, dessen angeblich reinigende Kraft Deutschland zu einer geistig-moralischen Erneuerung führen sollte:

WDR-Beitrag vom 12.01.2014 (Podcast):  http://www.wdr3.de/zeitgeschehen/ersterweltkiregundkirchen100.html

Quelle: http://1914lvr.hypotheses.org/926

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