von Leonard Mach [zum aktuellen Call4Blogs] Die Bib ist zu, das E-Mail-Postfach quillt förmlich...
Disziplinierte Bilder
In der Kriegsbildberichterstattung ging NS-Deutschland – so die gängige Meinung in den Geschichtswissenschaften – gänzliche neue Wege, indem Bilder nicht nur zensiert, was bereits im Ersten Weltkrieg üblich gewesen war, sondern durch einen eigenen Propagandaapparat umfassend diszipliniert worden seien. Durch ein eigenes Ministerium, das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, einerseits und militärisch organisierte Propagandatruppen andererseits, deren bekannteste die Propagandakompanien (PK) waren, sei bereits auf der Ebene der Bildproduktion und -distribution interveniert worden.[1]
Nimmt man allerdings die visuelle Kriegspropaganda des faschistischen Italien zu dieser Zeit vergleichend in den Blick, gerät die These der Einzigartigkeit und internationalen Vorreiterfunktion der deutschen Kriegsbildberichterstattung im Allgemeinen und der PKs im Speziellen ins Wanken. Für Italien bildete nicht erst der Kriegseintritt im Juni 1940 – an der Seite NS-Deutschlands – den Anlass für die Organisierung einer Kriegsbildpropaganda, sondern bereits fünf Jahre vorher der Angriffskrieg gegen das Kaiserreich Abessinien am Horn von Afrika.[2]
Der Umstand, dass Italien bereits drei Jahre vor NS-Deutschland eine effiziente, zentral organisierte Kriegsbildberichterstattung aufgebaut hatte, macht einen Vergleich attraktiv und wirft überdies die Frage auf, ob es zwischen den beiden ab 1936 befreundeten Diktaturen zu einem Knowhow-Transfer im Bereich der Bildpropaganda gekommen ist. Im Rahmen dieses Beitrags sollen daher Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Entstehung, Organisation und Funktion systematisch untersucht werden. So soll nicht nur ein Beitrag zur Erforschung der deutschen Kriegsbildberichterstattung, spezifisch der Propagandakompanien (PK) geleistet werden, sondern deren Erforschung auch entprovinzialisiert werden. An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass es bereits eine beachtliche Tradition in der vergleichenden Erforschung der Transfer- und Beziehungsgeschichte(n) zwischen den beiden faschistischen Diktaturen gibt.
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Stellenausschreibung: Wiss. Mitarbeiter*in (w/m/d), Projekt „MultiHTR – Multilinguale Handschriftenerkennung“, Freiburg
Das Slavische Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Lehrstuhl für Slavische Philologie (Sprachwissenschaft), sucht im Rahmen des MWK-Projekts „MultiHTR – Multilinguale Handschriftenerkennung“ eine*n
Wissenschaftliche*n Mitarbeiter*in (w/m/d)
Teilzeitstelle (50 %)
Eintrittstermin: Zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Bewerbungsfrist: 20.04.2020.
Aufgaben:
• Vorbereitung mehrsprachiger Trainingsdaten (digitale Bilder und korrespondierende Transkriptionen) für die Erstellung von Handwritten-Text-Recognition-Modellen und Training dieser Modelle
• Erstellung und Dissemination einer Crowdsourcing-Plattform zur mehrsprachigen Crowd-Transkription
• Vorbereitung von englischsprachigen Publikationen zur multilingualen Handschriftenerkennung
• Koordination der Projekt-Hilfskräfte
Anforderungsprofil:
• Masterabschluss in einer einschlägigen Disziplin (bspw. Philologie, Digital Humanities, Informatik)
• Fähigkeit, die kyrillische Schrift zu lesen bzw. Bereitschaft, diese Fähigkeit zu erwerben
• Interesse an weiteren Schriftsystemen (bspw. Arabisch)
• Grundverständnis in Digital Humanities, Interesse an Künstlicher Intelligenz und Bereitschaft, sich in die grundlegende Funktionsweise Neuronaler Netze einzuarbeiten
• Proaktive, selbständige Arbeitsweise
• Team- und Kommunikationsfähigkeit
• Erfahrung mit Social Media
• Vorteilhaft: Kommandozeilen- und Programmierkenntnisse
• Vorteilhaft: Kenntnisse einer HTR-Software (bspw. Transkribus)
Weitere Informationen über das Projekt unter www.
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Quelle: https://dhd-blog.org/?p=13407
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