Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities: Ein Manifest

YesWeDigital

Die Sozial- und Geisteswissenschaften sind ein zentraler Bestandteil unserer Kultur. Sie bieten einen analytischen Einblick in die Welt, in der wir leben. Die Digital Humanities reflektieren den Übergang der Geisteswissenschaften ins digitale Zeitalter. Sie schaffen nicht nur neue technische Werkzeuge, sondern eröffnen auch neue Wege, Wissen zu generieren und zu verbreiten, und dies sowohl innerhalb der einzelnen akademischen Disziplinen als auch über diese Grenzen hinaus.

Die Digital Humanities verbinden Praxisnähe, Reflexivität und kollaboratives Erarbeiten von Standards. Sie bieten eine hervorragende Grundlage, die Geisteswissenschaften mithilfe neuer Materialien, Methoden und hermeneutischen Ansätzen zu überdenken und zu erweitern. Freier Zugang auf unser kulturelles Erbe und kollaborative Projekte, die auch nicht-akademische Zielgruppen erreichen, erlauben eine Neudefinition unseres Verhältnisses zur Gesellschaft. Wir sehen die Digital Humanities daher als Scharnierstelle für die Zukunft der Geisteswissenschaften.

Vor drei Jahren nahmen über 100 Mitglieder der wachsenden DH-Community am THATCamp Paris 2010 teil. Um ihre Anerkennung gegenüber diesem neuen Wissenschaftsbereich Ausdruck zu verleihen, verfassten sie gemeinsam das erste europäische Manifest der Digital Humanities. Der anschließende Zuwachs an beteiligten Personen und Vorhaben trug dazu bei, diesem Arbeitsfeld eine größere Sichtbarkeit zu verleihen.

Dennoch  hat sich die institutionellen und traditionellen Strukturen unterworfene akademische Welt mit ihren Institutionen, Akteuren und Praktiken nicht in der gleichen Geschwindigkeit entwickelt. Auf der einen Seite entstehen neue Forschungsmethoden: vernetzt, kollektiv, horizontal, multimodal, pluridisziplinär und mehrsprachig. Akteure der Digital Humanities sind mit neuen Aufgaben und Arbeitsstellungen konfrontiert: Sie erstellen Datenbanken, entwickeln Softwares, analysieren umfangreiche Datensätze, definieren Begrifflichkeiten und Modelle, arbeiten über Wikis und Pads zusammen, kommunizieren via Websites, Blogs und anderen sozialen Medien. Auf der anderen Seite leisten Forschungseinrichtungen einen gewissen Widerstand gegen diese Veränderungen oder behindern sie sogar: Fortbildungen, Förderstrukturen, Bewertungskriterien, Auswahlprozesse und Karrierewege haben sich nur geringfügig verändert und scheinen nicht in der Lage zu sein, aus dem entstehenden digitalen Ökosystem Nutzen zu ziehen.

Die wachsende Lücke zwischen der florierenden digitalen Praxis und ihrer institutionellen Anerkennung gefährdet die akademische Gemeinschaft als Ganzes. Insbesondere aber leidet der wissenschaftliche Nachwuchs darunter, denn die gegenwärtige Situation bringt ein hohes Maß an Unsicherheit in die Planung der eigenen wissenschaftlichen Zukunft.

Am 10. und 11. Juni 2013 trafen sich Forscher/innen und andere Mitglieder der akademischen Gemeinschaft am Deutschen Historischen Institut in Paris, um an der internationalen Konferenz “Forschungsbedingungen und Digital Humanities: Welche Perspektiven hat der Nachwuchs?“ teilzunehmen. Der Konferenz war ein offener Aufruf zur Blogparade vorausgegangen, in dessen Rahmen online Beiträge publiziert wurden, um die Konferenz gemeinsam und öffentlich vorzubereiten.

Das vorliegende Manifest ist das Ergebnis dieses Arbeitsprozesses. Es betont die wichtigsten Aspekte der Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen und benennt die dringendsten institutionellen Erfordernisse.

I. Allgemeines

Der wissenschaftliche Nachwuchs leidet in allen Disziplinen unter einer hohen Arbeitsplatzunsicherheit, den Folgen von befristeten Verträgen und dem Risiko, nie eine feste Stelle zu bekommen. Digital Humanists spüren diesen Druck aufgrund relativ kurzer Finanzierungszeiträume, einer geringen Zahl geeigneter Stellen und dem Fehlen deutlicher Karriereaussichten noch stärker. Aus den genannten Gründen fordern wir:

  • Langfristige Karriereaussichten für junge Forscherinnen und Forscher, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die sich in den Digital Humanities engagieren.

  • Ermutigung, Beratung und Unterstützung durch etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diesen Aspekt betont ebenfalls das 2011 von der Europäischen Wissenschaftsstiftung einberufene Forum der Nachwuchswissenschaftler in seinen Empfehlungen (Changing Publication Cultures in the Humanities).

  • Faire Grundsätze und klar definierte Richtlinien, um die wissenschaftliche Relevanz von gemeinsam erstellten Arbeiten zu beurteilen und allen Teilnehmern angemessene Anerkennung einzuräumen.

  • Breite Akzeptanz und Anerkennung für die Vielfalt digitaler Medien und Veröffentlichungsformen als Mittel wissenschaftlicher Kommunikation.


Wesentliche Arbeiten von Digital Humanists
bleiben zu Unrecht unter dem Radar interner und externer Evaluationen. Daher fordern wir:

  • Open Access- und Open Data-Veröffentlichungen müssen ermutigt und unterstützt werden – indem die Nutzung erleichtert, adäquate Finanzierung bereit gestellt und die akademische Anerkennung erhöht wird.

  • Das Recht auf Zweitveröffentlichung muss im europäischen und nationalen Recht festgeschrieben werden, um gesetzliche Sicherheit für den Grünen Weg im Open Acess zu gewährleisten.

Die Forschung und Lehre mit digitalen Mitteln erfordert spezifische Fähigkeiten und Infrastrukturen. Um Bedingungen zu schaffen, in denen diese sich entfalten können, brauchen wir:

  • geeignete und nachhaltige akademische Infrastrukturen wie Repositorien, Publikationsplattformen, Kataloge, soziale Netzwerke und Blogportale.

  • ein öffentliches Datenbankprojekt, das nationale und europäische Informationen zu in den DH beantragten Projekten – unabhängig von deren Bewilligung – bereithält, mit dem Ziel, durch größere Transparenz eine bessere Orientierung und Koordinierung zu erreichen.

  • ehrgeizige digitale Trainingsprogramme in den Geisteswissenschaften für alle Generationen und Karrierestufen. Fortgeschrittene Studierende, Junior und Senior Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler benötigen angepasste Schulungen.

Als Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler schätzen wir interkulturellen Dialog und Mehrsprachigkeit. Veröffentlichungen sollten nicht ausschließlich in englischer Sprache erfolgen, sondern als Zusatz zu Veröffentlichungen in der eigenen Sprache angeregt werden.

II. Forschungseinrichtungen und Hochschulen

Konsistente digitale Strategien sollten in jeder Einrichtung entwickelt und gepflegt werden. Akademische Gesellschaften und Universitäten sollten den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Digital Humanities durch adäquate Finanzierungszeiträume, Aussichten auf eine Festanstellung und Nachhaltigkeit für Wissenschaftler/innen und Techniker/innen zugleich unterstützen. Frühes Training kollaborativen Arbeitens sollte gefördert werden, dasselbe gilt für den Erwerb technischer Kenntnisse in Arbeitsgruppen.

Wir befürworten die Einrichtung von spezialisierten Arbeitsgruppen zur Förderung digitaler Vorhaben und interdisziplinärer Forschung. Institutionen müssen dies durch Schaffung eines wissenschaftlichen Ökosystems für Akteure der Digital Humanities untersützen. Dies sollte folgendes beinhalten:

  • qualitätsgesicherte Open Access-Plattformen

  • Archive und Technologien sowie Infrastrukturen für die langfristige Archivierung von Forschungspublikationen und -daten in Verbindung mit den Grundsätzen von Open Access und Open Data.

  • Datenbanken- und Softwareinfrastrukturen (z.B. Big Data und Linked Data Anwendungen)

  • effiziente Werkzeuge für die Digitalisierung analoger Quellen

  • Suchmaschinen und Recherchewerkzeuge für Metadaten, um digitale Medien einfacher recherchierbar zu machen, zu kontextualisieren und zu bewerten

  • Verbreitung frei zugänglicher Quellen, Lehrmaterialien und Creative Commons-Lizenzen

Wissenschaftliches Bloggen, Aktivitäten in sozialen Medien und Rezensieren in netzbasierten Formaten müssen offiziell anerkannt und gefördert werden. Forschungseinrichtungen sollten Fachkenntnisse und Trainings anbieten, die der Verbreitung folgender Kompetenzen dienen: Einsatz von sozialen Medien in der Forschung und der öffentlichen Kommunikation, Kodieren, Management von Websites, Erstellung von Datenbanken und multimediales Editieren. Alle beteiligten Akteure müssen zudem über ausreichende Kenntnisse in rechtlichen Fragen verfügen, insbesondere im Bereich des Urheberrechts und der freien Lizenzen.

III. Forschungsförderer

Es ist wichtig, dass Forschungsförderer die Bedürfnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaften bei der Entscheidung über Art und Umfang der Förderung digitaler Projekte, Institutionen und Infrastrukturen berücksichtigen sowie die Art und Weise, wie diese evaluiert werden. Forschungsförderer müssen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass digitale Projekte, besonders solche mit eigener Website, nie richtig zu Ende gehen: kontinuierliche Unterstützung über die Gründungsphase hinaus ist notwendig (z.B. für Serverkosten und technische Instandhaltung).

Forschungsförderer sollten spezifische Programme schaffen, die kollaborative Forschung über nationale Grenzen hinweg genauso wie nachhaltige Infrastrukturen für die Wissenschaft und praktische Schulungen für den Gebrauch digitaler Forschungswerkzeuge fördern.

Forschungsförderer sollten neue Bewertungsverfahren entwickeln, die digitale Formen und digitale Qualifikationen berücksichtigen.

  • Peer-Reviewed Print-Zeitschriften können nicht länger die einzigen Veröffentlichungsformen bleiben, die bei Bewerbungen und Anträgen berücksichtigt werden. Neue Formen digitaler Wissenschaftskommunikation, -bewertung und -veröffentlichung müssen gefördert werden.

  • Die Bewertung von Digital Humanities-Projekten sollte neue Kriterien in Betracht ziehen, wie etwa wissenschaftliche Qualität sowie technische Qualität und Anwendung

  • Der Kreis traditioneller Gutachter muss erweitert werden: Experten für digitale Medien, Informatiker und Ingenieure müssen miteinbezogen werden, um eine verlässliche Bewertung zu ermöglichen.

  • Forschungsförderer sollten Open Peer-Review-Verfahren und offene Kommentare in ihren Bewertungsprozessen berücksichtigen.

Was nun?

Akteure und Beobachter beklagen oft das langsame Tempo, in dem sich Infrastrukturen entwickeln. Während sich eine neue Wissenschaftskultur etabliert, in der digitale Instrumente und Methoden vollständig anerkannt sein werden, müssen alle Beteiligten proaktiv tätig werden, um akademische Strukturen an die neuen Forschungspraktiken anzupassen. Diese Aufgabe stellt sich ganz konkret für jeden, in jedem akademischen Bereich und jeder akademischen Disziplin. Wir alle können zu diesem gemeinsamen Neuanfang beitragen.

Die ersten Unterzeichner (vor Ort und online) waren die Teilnehmer der Konferenz “Forschungsbedingungen und Digital Humanities: Welche Perspektiven hat der Nachwuchs?”, Paris, 10. – 11. Juni 2013. Sie können das Manifest in einem Kommentar unterstützen und mitzeichnen.

Pascal Arnaud
Anne Baillot
Aurélien Berra
Dominique Boullier
Thomas Cauvin
Georgios Chatzoudis
Arianna Ciula
Camille Desenclos
André Donk
Marten Düring
Natalia Filatkina
Sascha Foerster
Sebastian Gießmann
Martin Grandjean
Franziska Heimburger
Christian Jacob
Mareike König
Marion Lamé
Lilian Landes
Matthias Lemke
Anika Meier
Benoît Majerus
Claudine Moulin
Pierre Mounier
Marc Mudrak
Cynthia Pedroja
Jean-Michel Salaün
Markus Schnöpf
Julian Schulz
Bertram Triebel
Milena Žic-Fuchs

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Abbildung: Yes we digital! by Martin Grandjean, CC-BY-SA.

English Version: Young Researchers in Digital Humanities: A Manifesto

Version française : Jeunes chercheurs et humanités numérique : un manifeste

Versión española: Jóvenes Investigadores en Humanidades Digitales: un Manifiesto

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/1995

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Ergebnisse der Blogparade „Nachwuchs und Digital Humanities” #dhiha5

2886939817_2b6a7d2a01_mZur Vorbereitung unserer gemeinsam mit “L.I.S.A. – das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung” und dem Centre pour l’édition électronique ouvert (Cléo) organisierten Tagung „Forschungsbedingungen und Digital Humanities: Welche Perspektiven hat der Nachwuchs?“ haben wir am 11. April 2013 zu einer Blogparade auf Deutsch, Englisch und Französisch aufgerufen. Insgesamt sind 25 Beiträge eingereicht worden, darunter zwei Zeichnungen. Daneben gab es eine Diskussion auf der französischen Mailingliste “Digital Humanities”, die hier und hier aufrufbar ist. Zwei Beiträge aus der Diskussion wurden zu Blogposts erweitert. Zwölf der Beiträge wurden auf Deutsch, elf auf Französisch, zwei auf Englisch geschrieben. Übersetzt wurden insgesamt vier Beiträge, alle vier aus dem Französischen ins Deutsche sowie einmal ins Englische. Wir danken allen Teilnehmer/innen der Blogparade ganz herzlich!

Die vier Arbeitsgruppen, die anhand der Beiträge der Blogparade ihre Papiere für die vier Panels der Tagung geschrieben haben (Programm), nehmen in den Texten jeweils Bezug auf einzelne Beiträge. Diese Auswertungen sind hier zugänglich:

Panel I: Which changes are currently taking place in our research and academic culture?

Panel II: Training for the Digital Humanities – what skills are necessary, how can they be transmitted?

Panel III: Evaluation and Quality Control in the Digital Humanities / deutsch: Evaluierung und Qualitätssicherung in den Digital Humanities

Panel IV: Career, Financing and the Academic Recognition of Achievements in the Digital Humanities

Im Folgenden werden die eingereichten Beiträge zur Übersicht nach Sprachen geordnet alphabetisch gelistet. Diese Übersicht wird fortlaufend ergänzt, da nach wie vor Beiträge eingehen. Letzte Änderung: 10.6.2013

Deutsche Beiträge

Marjorie Burghart, Die drei Ordnungen. Das Weltbild der Digital Humanities #dhiha5, in: Digital Humanities am DHI Paris, 18.5.2013, http://dhdhi.hypotheses.org/1666 [Übersetzung aus dem Französischen].

Marten Düring, Die Forschungskultur der Digital Humanities in 7 Schlagworten, in: Digital Humanities am DHI Paris, 26.4.2013, http://dhdhi.hypotheses.org/1615.

Sascha Foerster, Goldgräberstimmung in den Digital Humanities. Oder: Wenn Algorithmen filtern helfen #dhiha5, in: Weblog von Sascha Foerster, 8.6.2013, http://www.saschafoerster.de/2013/06/goldgraeberstimmung-in-den-digital-humanities/.

Sebastian Gießmann, Digital Humanities und Medienkulturwissenschaft, in: Daten und Netzwerke, 23.5.2013,   https://datanetworks.wordpress.com/2013/05/23/digital-humanities-und-medienkulturwissenschaft-dhiha5/.

Moritz Hoffmann, Vermittlungsformen: Warum Historiker (nicht) bloggen, in: hellojed., 13.4.2013, http://www.hellojed.de/wp/?p=453.

Charlotte Jahnz, Wo bleiben die Nachwuchsblogger?, in: [gab_log]. Geisteswissenschaft als Beruf, 16.4.2013, http://gab.hypotheses.org/684.

Marion Lamé, Beitrag im Dreiertakt #dhiha5, in: Digital Humanities am DHI Paris, 9.6.2013, http://dhdhi.hypotheses.org/1744 [Übersetzung aus dem Französischen].

Lilian Landes, Wie hältst Du’s mit der Qualität? Gretchen online, in: RKB-Blog, 23.4.2013, http://rkb.hypotheses.org/498.

Monika Lehner, Im Netz der (un)begrenzten Möglichkeiten, in: mind the gaps, 19.4.2013, http://mindthegaps.hypotheses.org/564.

Philipp Nordmeyer, Blogs, Bücher und das Werkzeug des Historikers #dhiha5, in: criticalbits, 25.4.2013, http://www.criticalbits.org/2013/04/25/blogs-bucher-und-das-werkzeug-des-historikers/.

Maxi Maria Platz, Der konstruierte Gegensatz, in: MinusEinsEbene, 18.4.2013, http://minuseinsebene.hypotheses.org/482.

Michael Schmalenstroer, Digital Humanities als Generationenkonflikt, in: Schmalenstroer.net, 2.6.2013, http://schmalenstroer.net/blog/2013/06/digital-humanities-als-generationenkonflikt/.

Christof Schöch, Was Sie schon immer über “research technologists” wissen wollten und nie zu fragen wagten, in: DHd-Blog, 26.3.2013, http://dhd-blog.org/?p=1487.

Petra Tabarelli, “Du schreibst in einem Blog? Meinst du ernsthaft, dass das jemand liest und interessiert?!” – Ein Beitrag für #dhiha5, in: tekninen historia, 15.4.2013, http://tektoria.de/du-schreibst-in-einem-blog-meinst-du-ernsthaft-dass-das-jemand-liest-und-interessiert-ein-beitrag-fur-dhiha5/.

Tis, Gamification der Lehrinhalte… und Sie? #dhiha5, in: Digital Humanities am DHI Paris, 19.5.2013, http://dhdhi.hypotheses.org/1685 [Übersetzung aus dem Französischen].

Tis, Gegen die McDonaldisierung der Forschung! #dhiha5, in: Digital Humanities am DHI Paris, 28.5.2013, http://dhdhi.hypotheses.org/1722 [Übersetzung aus dem Französischen].

 

Französische Beiträge

Anne Baillot, Allons enfants de #dhiha5! (un but pour la France), in: Digital Intellectuals, 27.4.2013, http://digitalintellectuals.hypotheses.org/1198.

Anne Baillot, Des papillons au plafond, in: Digital Intellectuals, 6.6.2013, http://digitalintellectuals.hypotheses.org/1322.

Marjorie Burghart, Les Trois Ordres ou l’Imaginaire des Digital Humanities #dhiha5, in: Digital Humanities à l’IHA, 28.4.2013, http://dhiha.hypotheses.org/804.

Frédéric Clavert, Contribution au colloque #dhiha5: “Questions de formation: quelles nouvelles compétences sont nécessaires?”, in: Frédéric Clavert, 29.4.2013, http://www.clavert.net/contribution-au-colloque-dhiha5-questions-de-formation-quelles-nouvelles-competences-sont-necessaires/ .

Antonin Dubois, Quelques remarques personnelles sur les “digital humanities” en SHS #dhiha5, in: Recherches, reflexions et perspectives franco-allemandes sur l’histoire, 14.5.2013,  http://parhei.hypotheses.org/167.

Martin Grandjean, L’analyse de réseau, nouvel outil d’exploration de fonds d’archives (#dhiha5), in: Martin Grandjean, 2.5.2013, http://www.martingrandjean.ch/analyse-de-reseau-nouvel-outil-exploration-fonds-archives/.

Franziska Heimburger, Former à l’utilisation des outils informatiques – vers un socle commun ? Notre contribution au #dhiha5, in: La Boite à Outils des Historiens, 29.4.2013, http://www.boiteaoutils.info/2013/04/former-lutilisation-des-outils.html.

Marion Lamé, Contributions sur un rythme ternaire au #dhiha5, in: Digital Humanities à l’IHA, 30.4.2013, http://dhiha.hypotheses.org/832.

Pierre Mounier, #dhiha5 Quelle(s) idéologie(s) pour les humanités numériques ?, in: blogo numericus, 10.06.2013, http://blog.homo-numericus.net/article11179.html.

Tis, Stop à la Mcdonalisation de la recherche !, in: PHDelirium, 23.5.2013, http://www.phdelirium.com/portfolio/stop-a-la-mcdonalisation-de-la-recherche/#.UbR3YNgfjKd.

Tis, La gamification des enseignements…et vous?”, in: PHDelirium, 18.5.2013, http://www.phdelirium.com/portfolio/la-gamification-des-enseignements-et-vous/#.UbR3xdgfjKd.

 

Englische Beiträge

Anne Baillot, Gniggolb – is blogging from the end to the beginning, in: [Blog] Digital Intellectuals, 11.4.2013, http://digitalintellectuals.hypotheses.org/1165.

Marjorie, Burghart, The Three Orders or Digital Humanities Imagined #dhiha5, in: Digital Humanities à l’IHA, 28.4.2013, http://dhiha.hypotheses.org/817 [Übersetzung aus dem Französischen].

Lucas Frederik Garske, Change & Permanence – a Walk around Science 2.0, in: Paint it Science, 1.6.2013, http://paintitscience.com/change-permanence/.

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Abbildung:  ‘schreiben‘ von rosmary, CC-BY 2.0.

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/1752

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Wo bleiben die Nachwuchsblogger?

Unter dem Hashtag #dhiha5 sammelt das dhdhi-Blog zur Zeit Beiträge zum Kolloquium der Reihe „Digital Humanities am DHIP“, das am 10. und 11. Juni 2013 bereits zum fünften Mal stattfindet. In diesem Jahr beschäftigt sich das Kolloquium mit den Auswirkungen der derzeitigen digitalen Veränderungen auf die Forschungsbedingungen und insbesondere um die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für den Nachwuchs in den Geisteswissenschaften ergeben.

Als Studentin der Geschichte möchte ich mich an der Diskussion gerne beteiligen. Dazu ist zu sagen, dass mein Institut – im Gegensatz zu anderen – noch nicht wirklich im digitalen Zeitalter angekommen zu sein scheint. Seit kurzem liegen auf dem ein oder anderen Tisch nicht mehr Ausdrucke der vorzubereitenden Texte, sondern Tablets. Dass die E-Learning-Plattform der Universität genutzt wird, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Was den Vortrag innerhalb der Seminare und Übungen angeht, wird aber häufig noch auf den guten, alten Overheadprojektor zurückgegriffen. Dies geschieht teilweise auch, weil es zu Beginn des Semesters klare Ansagen von den Dozenten gibt, dass der vorhandene Beamer dann auch selbst gestartet und bedient werden sollte. Powerpointpräsentationen sieht man daher in den seltensten Fällen. So wird dann Geld dafür ausgegeben, Portraits der im Referat behandelten Personen auf Folien für den Tageslichtschreiber zu drucken. Dass man Powerpoint-Referate im Anschluss für alle auf die E-Learning-Plattform hochlädt kenne ich nur aus meinem Nebenfach. Generell werden die Möglichkeiten des E-Learnings nicht ausgeschöpft: es wird nur der Seminarapparat, der auch in ausgedruckter Form weiterhin besteht, nun auch digital zur Verfügung gestellt.

Ein Wandel hat dagegen stattgefunden, was die Nutzung digitaler Kommunikationskanäle angeht. Zu Beginn meines Studiums bekam ich in jedem Proseminar Wikipedia-Verbot, mittlerweile wird aber auch von den Professoren die Nutzung von Wikipedia für einen einführenden Blick ins Thema zum Teil empfohlen. Dass man dort häufig die ersten Literaturangaben für ein Referat findet, wussten die meisten Kommilitonen bereits 2008 und verstießen daher mit Vorsatz gegen das Wikipedia-Verbot. Social-Media hingegen findet kaum Einsatz, das Seminar für Osteuropäische Geschichte und das für Rheinische Landesgeschichte haben Facebook-Auftritte, sonst findet jegliche Kommunikation aber über die Homepage des Instituts statt. Bloggende oder twitternde Kommilitonen oder Dozenten sind mir nicht bekannt. Dass dies an meinem Institut möglicher Weise auch von Studenten nicht unbedingt erwünscht ist, macht vielleicht eine Episode aus dem Oberseminar, das ich im vergangenen Semester besuchte, deutlich:

Zu Gast war eine Historikerin, die zudem Informatik studiert hatte und nun über die Möglichkeiten des Einsatz von Data Mining und Machine Learning in der Geschichtswissenschaft referierte. Abgesehen davon, dass viele Zuhörer mit den Begriffen der Informatik nichts anfangen konnten, wurde in der darauffolgenden Diskussion deutlich, dass viele keinen Nutzen in den neuen Methoden sahen. Viel mehr wurde davon ausgegangen, dass es mit der Verarbeitung von Daten durch Computer automatisch zu einer Verfälschung der Geschichte kommen würde. Die darauffolgende Diskussion ging dann von unterschiedlichen Auffassungen in der Auswahl von Methoden bis hin zum Verteufeln von OpenAccess. Für jemanden, der sich regelmäßig darüber aufregt, dass es kaum E-Publikationen gibt, war die Diskussion sehr enttäuschend.

Ich würde mir daher wünschen, dass zukünftige Geschichtsstudenten bereits in ihren Proseminaren auch Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet sammeln können – ob das mittlerweile geschieht weiß ich nicht, in meinen Proseminaren zu Beginn meines Studiums war es jedenfalls nicht der Fall. Natürlich ist der Gang in die Bibliothek weiterhin Pflicht, aber ich kenne bis heute Kommilitonen, die nicht wissen, was JSTOR ist und mittlerweile kurz vor ihrem Master-Abschluss stehen. Genauso würde mich die Beantwortung der Frage interessieren: “Wie zitiert man E-Books?”, gerade bei englisch-sprachigen Publikationen wird das immer mehr Thema.

Für eine bessere Vernetzung im Studium eignen sich meiner Meinung nach Gruppen in sozialen Netzwerken am besten. Bei Gruppenreferaten kann man sich so besser absprechen. Da facebook hier immer noch das soziale Netzwerk mit den meisten Nutzern ist, das auch gerade nicht besonders netz-affine Menschen anspricht, sollte vielleicht darüber nachgedacht werden hier aktiver zu werden. Dass es eine Generation der “Digital Natives” gibt, glaube ich dabei nicht. Dass man intuitiver mit dem Internet umgeht, wenn man mit ihm aufgewachsen ist, dagegen schon – automatisch Medienkompetenz erhält man dadurch aber nicht. Wichtig ist hierbei in meinen Augen, dass es Vorbilder für die Studenten gibt. Ein bloggender Doktorand, der sein Blog während eines Oberseminars vorstellt, wäre ein Anfang, denn ich kenne viele, die zwar wissen was Blogs sind, selbst aber möglicher Weise Scheu haben, selbst aktiv zu werden. Das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch daran, dass man noch Anfänger ist, wie hellojed.de und tektoria.de treffend bemerkt haben. Ein weiteres Argument, warum der wissenschaftliche Nachwuchs vielleicht vor einer größeren Hemmschwelle steht als die gestandenen Wissenschaftler, sehe ich darin, dass gerade Menschen, die ihre ersten wissenschaftlichen Schritte in einem Blog wiedergeben, durch Besserwisser-Trolle abgeschreckt werden könnten – hier wäre dann eine starke Community gefragt.

Dass ein medienkompetenter Umgang mit dem Internet immer wichtiger wird, sollte mittlerweile bekannt sein. Gerade hier die Ausbildung zu vertiefen, kann nur gewinnbringend sein, nicht nur aus wissenschaftskommunikativer Perspektive, sondern auch wegen des Umstands, dass nicht alle Geschichtsstudenten später in die Forschung gehen und mit einer Medienkompetenz, die auch das Internet umfasst, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bestehen.

Quelle: http://gab.hypotheses.org/684

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Aufruf zur Blogparade: „Forschungsbedingungen und Digital Humanities: Welche Perspektiven hat der Nachwuchs?“ #dhiha5

IMG_6056Am 10. und 11. Juni 2013 findet das 5. Kolloquium der Reihe „Digital Humanities am DHIP“ statt, gemeinsam organisiert vom Deutschen Historischen Institut Paris mit “L.I.S.A. – das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung” und unter Mitarbeit des Centre pour l’édition électronique ouvert (Cléo). Auf der diesjährigen international besetzten Tagung geht es um die Auswirkungen der derzeitigen digitalen Veränderungen auf die Forschungsbedingungen und insbesondere um die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für den Nachwuchs in den Geisteswissenschaften ergeben. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung und Karriere, Anerkennung wissenschaftlicher Leistungen, Qualitätssicherung und Evaluierung sowie neuer digitale Formen der Wissenschaft. Die Tagung wird mit einer Keynote von Christian Jacob eröffnet. Anschließend gibt es vier Panels:

Panel I:  Wie verändert sich derzeit unsere Forschungs- und Wissenschaftskultur?
(mit Edward Vanhoutte, Dominique Bouiller und Arianna Ciula)

Panel II:  Universitäre Ausbildung: Welche neuen Kompetenzen sind erforderlich?
(mit Malte Rehbein und Jean-Michel Salaün)

Panel III: Evaluierung und Qualitätssicherung in den Digital Humanities
(mit Milena Žic-Fuchs und Denise Pumain)

Panel IV: Karriere, Finanzierung und akademische Anerkennung der Leistungen in den Digital Humanities
(mit Claudine Moulin und Pascal Arnaud)

Mit diesem Aufruf zur Blogparade soll der gesamten wissenschaftlichen Community die Möglichkeit gegeben werden, sich kollektiv und öffentlich an der Vorbereitung des Kolloquiums zu beteiligen.

Eingereicht werden können einzeln oder kollektiv erstellte Beiträge zu den oben genannten Themen, die in Blogs, auf Pads oder Wikis veröffentlicht wurden, sowie relevante Texte oder Quellensammlungen bei Zotero, Diigo, Tumblr oder Storify usw., audio-visuelle Beiträge, Zeichnungen, Podcasts, Interviews etc. – jedes Format, dass zu einer öffentlichen Diskussion beitragen kann, ist willkommen!

Teilnahmebedingung ist, dass es sich um einen öffentlichen Beitrag handelt, der mit dem Hashtag #dhiha5 versehen ist. Damit ein Beitrag berücksichtigt werden kann, bitten wir Sie, ihn unter diesen Artikel als Kommentar zu posten. Wer selbst kein eigenes Blog hat, kann seine Beiträge per Mail zur Veröffentlichung in unserem Blog einsenden (Kontaktdaten siehe unten). Ein öffentlich zugängliches Twitterarchiv für den hashtag #dhiha5 ist eingerichtet.

Alle Beiträge werden von einer Gruppe deutscher und französischer Nachwuchswissenschaftler/innen zusammengefasst und zu Beginn der einzelnen Panels des Kolloquiums vorgestellt. Die Vortragenden werden gebeten, auf die Beiträge zu reagieren. Die eingereichten Beiträge bilden die Basis eines Manifestes für den Nachwuchs in den Digital Humanities, das am Ende des Kolloquiums gemeinsam redigiert und anschließend veröffentlicht wird.

An die Tastaturen – wir freuen uns auf Ihre Beiträge!!

Mareike König (mkoenig [at] dhi-paris.fr)

Pierre Mounier (pierre.mounier [at] ehess.fr)

Georgios Chatzoudis (chatzoudis [at] gerda-henkel-stiftung.de)

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Abbildung: Typewriter by toastytreat87, Creative Commons CC BY-NC-ND 2.0

Siehe auch: Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities – Ankündigung einer Tagung 2013, in: Digital Humanities am DHIP, 1.6.2012, http://dhdhi.hypotheses.org/916.

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/1598

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Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities – Ankündigung einer Tagung 2013


Die fünfte Tagung in der Reihe “Digital Humanities am DHIP” ist für 2013 geplant und wird vom DHIP gemeinsam organisiert mit “L.I.S.A. – das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung” und unter Mitarbeit des Centre pour l’édition électronique ouvert (Cléo). Ein erstes Treffen dazu wird am Dienstag, den 5. Juni 2012 in Paris stattfinden.

Mit dieser Tagung wollen wir thematisieren, welche Auswirkungen die derzeitigen digitalen Veränderungen auf den Nachwuchs in den Geisteswissenschaften haben. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der Ausbildung und Karriere, der Anerkennung wissenschaftlicher Leistungen, der Qualitätssicherung und Evaluierung sowie neuer digitale Formen der Wissenschaft und ihre Auswirkungen.

Denn unsere Wissenschaftskultur verändert sich derzeit radikal durch die rasanten Entwicklungen im IT-Bereich. Die Auswirkungen sind dabei in allen Bereichen spürbar und betreffen die wissenschaftliche Kommunikation, Publikation, Arbeitsmethodik, Informationsbeschaffung genauso wie Fragen der Didaktik und Ausbildung. Diese Veränderungen, Verdichtungen und Beschleunigungen bedeuten insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs eine große Herausforderung. Neue Qualifikationen und Kenntnisse sind gefordert, die in der universitären Ausbildung bisher aber kaum oder gar nicht vermittelt werden. Auch fehlen beispielsweise Standards und Methoden für die Evaluierung wissenschaftlicher Leistungen bei kollaborativen Arbeiten und im Web 2.0. Der Aufbau von virtuellen Forschungsumgebungen und Dienstleistungen, die damit einhergehen, nehmen an Bedeutung zu, ohne jedoch bislang mit klassischen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten gleich gewichtet zu werden. Die Bedürfnisse des Nachwuchses – so scheint es – bleiben  auf der Strecke. Bietet ein Engagement in den digital humanities mehr Risiken als Chancen?

Um die Sicht des wissenschaftlichen Nachwuchses ausreichend zu berücksichtigen und um nicht nur eine Bestandsaufnahme zu betreiben, sondern gleichzeitig Mechanismen und Strukturen zu diskutieren, die hilfreich sein können, soll über Blogs und soziale Medien vorab eine Gruppe von jüngeren Wissenschaftler/innen zu den genannten Themen Statements vorbereiten. Diese werden den Vortragenden vorab zugesandt und am Anfang eines jeden Panels kurz vorgestellt, so dass in den Vorträgen und Diskussion auf diese Bedürfnisse eingegangen werden kann. Auf diese Weise könnte am Ende der Tagung ein Memorandum entstehen, das die wesentlichen Aspekte zusammenfasst.

Von einer internationalen, vor allem deutsch-französischen Perspektive dieser Themen erhoffen wir uns neue Einsichten auf diesen für unsere zukünftige Forschungskultur zentralen Aspekt.

Der Hashtag zur Tagung ist #dhiha5. Wir werden auf den Blogs des DHIP sowie bei “L.I.S.A. – das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung” bereits im Vorfeld ausführlich berichten.

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/916

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Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities – Ankündigung einer Tagung 2013

Die fünfte Tagung in der Reihe “Digital Humanities am DHIP” ist für 2013 geplant und wird vom DHIP gemeinsam organisiert mit “L.I.S.A. – das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung” und unter Mitarbeit des Centre pour l’édition électronique ouvert (Cléo). Ein erstes Treffen dazu wird am Dienstag, den 5. Juni 2012 in Paris stattfinden.

Mit dieser Tagung wollen wir thematisieren, welche Auswirkungen die derzeitigen digitalen Veränderungen auf den Nachwuchs in den Geisteswissenschaften haben. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der Ausbildung und Karriere, der Anerkennung wissenschaftlicher Leistungen, der Qualitätssicherung und Evaluierung sowie neuer digitale Formen der Wissenschaft und ihre Auswirkungen.

Denn unsere Wissenschaftskultur verändert sich derzeit radikal durch die rasanten Entwicklungen im IT-Bereich. Die Auswirkungen sind dabei in allen Bereichen spürbar und betreffen die wissenschaftliche Kommunikation, Publikation, Arbeitsmethodik, Informationsbeschaffung genauso wie Fragen der Didaktik und Ausbildung. Diese Veränderungen, Verdichtungen und Beschleunigungen bedeuten insbesondere für den wissenschaftlichen Nachwuchs eine große Herausforderung. Neue Qualifikationen und Kenntnisse sind gefordert, die in der universitären Ausbildung bisher aber kaum oder gar nicht vermittelt werden. Auch fehlen beispielsweise Standards und Methoden für die Evaluierung wissenschaftlicher Leistungen bei kollaborativen Arbeiten und im Web 2.0. Der Aufbau von virtuellen Forschungsumgebungen und Dienstleistungen, die damit einhergehen, nehmen an Bedeutung zu, ohne jedoch bislang mit klassischen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten gleich gewichtet zu werden. Die Bedürfnisse des Nachwuchses – so scheint es – bleiben  auf der Strecke. Bietet ein Engagement in den digital humanities mehr Risiken als Chancen?

Um die Sicht des wissenschaftlichen Nachwuchses ausreichend zu berücksichtigen und um nicht nur eine Bestandsaufnahme zu betreiben, sondern gleichzeitig Mechanismen und Strukturen zu diskutieren, die hilfreich sein können, soll über Blogs und soziale Medien vorab eine Gruppe von jüngeren Wissenschaftler/innen zu den genannten Themen Statements vorbereiten. Diese werden den Vortragenden vorab zugesandt und am Anfang eines jeden Panels kurz vorgestellt, so dass in den Vorträgen und Diskussion auf diese Bedürfnisse eingegangen werden kann. Auf diese Weise könnte am Ende der Tagung ein Memorandum entstehen, das die wesentlichen Aspekte zusammenfasst.

Von einer internationalen, vor allem deutsch-französischen Perspektive dieser Themen erhoffen wir uns neue Einsichten auf diesen für unsere zukünftige Forschungskultur zentralen Aspekt.

Der Hashtag zur Tagung ist #dhiha5. Wir werden auf den Blogs des DHIP sowie bei “L.I.S.A. – das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung” bereits im Vorfeld ausführlich berichten.

Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/916

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Junge Hamburger Geschichtswissenschaft – Zur Geschichte einer Vortragsreihe

Anna-Maria Götz und Christa Wetzel Im laufenden Wintersemester 2011/12 findet die Vortragsreihe „Junge Hamburger Geschichtswissenschaft“ (JHG) zum vierten Mal an der Universität Hamburg statt. Alle zwei Wochen, jeweils am Montagabend, stellen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des Historischen Seminars ihre Forschungsprojekte und … Weiterlesen

Quelle: http://netzwerk.hypotheses.org/1129

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