Hermann L. Gremliza zu Gast im Deutschlandfunk

Am Sonntag, 29.5.2011 (13:30-15:00) führt Joachim Scholl in der vom Deutschlandfunk ausgestrahlten Sendung Zwischentöne ein Gespräch mit konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza:

Der Journalist Hermann L. Gremliza
Musik und Fragen zur Person
Im Gespräch mit Joachim Scholl

Seit bald 40 Jahren steht sein Name für die Zeitschrift "konkret": Hermann L. Gremliza. Er ist Verleger, Herausgeber, Kolumnist und Autor dieser letzten, konsequent links-intellektuellen Monatsschrift, und unverdrossen kämpft der inzwischen 70-Jährige für sein Ideal einer aufgeklärten, liberalen, kritischen Gesellschaft.
Wobei auch "die Linke" stets ihr Fett abbekommt, mit Absicht und Lust sitzt Hermann Gremliza zwischen allen Stühlen. Am kommenden Sonntag ist er zu Gast in den "Zwischentönen" im Deutschlandfunk.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/18130766/

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Dietmar Dath/Barbara Kirchner: Der Implex

Sehr schön, auch 2011 vergeht nicht ohne Bücher von und mit Dietmar Dath; nicht nur, dass im Verlag Das Neue Berlin ein von Martin Hatzius erstellter Interviewband mit dem Titel Alles fragen, nichts fürchten erscheint, ist bei Suhrkamp für Oktober ein 900-Seiter angekündigt:

Dietmar Dath, Barbara Kirchner
Der Implex - Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee

Inhalt

Morgen wird alles besser: An dieser Parole erkennt man seit der Aufklärung die Anhänger des sozialen Fortschritts, während die der Finsternis bellen, daß früher alles besser gewesen sei. Die einen setzen auf Wissenschaft und Technik, damit Freiheit, Wohlstand, Bildung und Schönheit sich mehren, die anderen auf Tradition, Blut, Boden, Familie, Vaterland und sonstigen Urväterhausrat, damit alles nicht noch schlimmer werde, als es ohnehin schon ist.
Dieses Buch behauptet, daß jede Zeit, jede Handlung, jeder Gedanke tatsächlich mehr Möglichkeiten der Selbstverbesserung enthält, als man auf den ersten Blick sieht. Den inneren Zusammenhang dieser verborgenen Freiheitsgrade nennt das Buch »Implex«. Das Wort bezeichnet ein Modell, mit dem man erklären kann, wie Fortschritt in den Mühen tatsächlicher Menschen verwirklicht wird. Es macht verständlich, warum nur Epochen, die sich bestimmte Irrtümer erlauben, auch bestimmte Wahrheiten finden können, und es zeigt, daß die Aufklärung der Gegenwart Werkzeuge der Emanzipation vererbt hat, von denen sie selbst gar nichts wußte. Es verdeutlicht schließlich, was an dieser Lehre und anderen praktischen und theoretischen Hinterlassenschaften der historischen Linken wertvoll bleibt – bis heute.
Auf dem Weg zu diesen Resultaten unternimmt das Buch Reisen durch realistische Forschung und phantastische Kunst, stellt bekannte und unbekannte Revolutionen, Kriege, Formen des Unrechts und des Widerstands dar und öffnet die Sicht auf Zeitabschnitte, von denen gar nicht so leicht zu entscheiden ist, ob sie Zukunft sind, Vergangenheit oder Gegenwart.


Hatzius, Martin: Dietmar Dath. Alles fragen, nichts fürchten: Berlin: Das Neue Leben, Erscheinen für September 2011 angekündigt. [Verlags-Info]

Dath, Dietmar/Kirchner, Barbara: Der Implex - Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee. Berlin: Suhrkamp, Erscheinen für Oktober 2011 angekündigt. [Verlags-Info]

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/18117360/

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Staat und Kirche. Politik und Religion

Wann dient Religion als Instrument zur Durchsetzung politisch gewollter Veränderungen? Wie hängen Religion und Politik zusammen? Und gibt es Parallelen zu politischen Ideologien? In Ausgabe 7/2011 des MONTAGSRADIO diskutieren wir die Zusammenhänge von Religion und Politik mit Historiker Henning Pietzsch.

Wo Religion und Kirche in Opposition zum Staat stehen, sucht der Staat nach Ersatzinstitutionen, um das Gemeinschaftsbedürfnis der Menschen zu befriedigen. Auch unter Androhung staatlicher Repressialien gelang es zum Beispiel den Kirchen in der DDR, zum Ort für freiheitliches und oppositionelles Denken zu werden. Nach dem Ende der DDR verloren die Kirchen auf den ersten Blick an Bedeutung. Doch trotz Humanismus und Aufklärung bestimmen auch in unserem westlich geprägten Kulturkreis die Werte und Grundsätze religiöser Glaubensgemeinschaften das Handeln des Einzelnen und staatlich organisierter Systeme. Sie geben Boden für die Sinnerklärung der eigenen Existenz.

MP3 und Timeline gibt es unten…

1:30 Umbruch im Nahen Osten und die Bedeutung der Religion

5:00 Religion als Rückzugsraum

6:30 Gab es religiösen Fundamentalismus in der DDR?

8:00 Oskar Brüsewitz

10:00 „Kirche im Sozialismus“

12:00 Kirche als „bürgerlicher Überrest“

14:00 Kirche und Opposition

17:30 kirchliche Jugendarbeit wird vom Staat als „oppositionell“ eingeordnet

20:00 Bedeutung der Künstler, Heraustreten der Opposition aus der Kirche

22:00 Rolle der Kirche nach 1989

24:00 Überleben der Jugendweihe

26:00 Religiöse Züge des Kommunismus

30:00 Religion und Ideologie: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

37:00 Rückkehr des Religiösen in der Gesellschaft?

40:00 Religiöse Einstellung der Diskutierenden

45:00 Religion und Politik heute, Täter und Versöhnung

50:00 Nihilismus, religiöse Nischen und der homo oeconomicus

52:00 Ökonomie, Ersatzreligionen und Warenfetischismus

54:00 Fragebogen

Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/05/16/staat-und-kirche-politik-und-religion/

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Yes Men in Wien

Das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Uni Wien veranstaltet einmal jährlich die Reihe "Media Activism"; wie Uni:view berichtet, kommen diesmal die Yes Men nach Wien; der Aktivistengruppe sind zwei Abende gewidmet:

Lecture Performance & Diskussion
Ort: Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 2, Hörsaal C1
Datum: 19. Mai 2011
Zeit: 19:30 Uhr

Am 19. Mai 2011, 19.30 Uhr, präsentieren die international bekannten Medienaktivisten "The Yes Men" im Hörsaal C1 am Campus der Universität Wien live ihre neuesten Aktionen. Die Aktivistengruppe, die Kommunikationsguerilla betreibt, bezeichnet ihr Tun als "Identitätskorrektur". Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe "Media Activism" statt und wird vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft (TFM) der Universität Wien einmal im Jahr organisiert.

Film Screening (kinoki mikrokino)
Ort: Depot, 1070 Wien, Breite Gasse 3
Datum: 20. Mai 2011
Zeit: 19:00 Uhr

In Ergänzung zur Lecture Performace von "The Yes Men" am Vortag bietet am 20.5. ein Screening der beiden Dokumentarfilme "The Yes Men" und "The Yes Men Fix The World" einen Einblick in die bisherigen Aktionen der Medienaktivisten.

The Yes Men Fix the World, R: Andy Bichlbaum, Mike Bonnano, Kurt Engfehr, USA/F/GB 2009, 90 min, engl.

The Yes Men, R: Dan Ollman, Sarah Price, Chris Smith, USA 2003, 80 min., engl.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/16607628/

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Žižek zu Europas neuem Zwei-Parteien-System

Der Titel des Artikels - Plädoyer für eine linke Leitkultur - hat zwar mit dem Inhalt meines Erachtens nichts gemein und scheint auf das Konto der Redaktion zu gehen, lesenswert ist Slavoj Žižeks im Presse-Spectrum veröffentlichte Analyse der gegenwärtigen politischen Konstellation in Europa aber allemal:

Bis vor Kurzem wurde das politische Feld der europäischen Nationen durch zwei Hauptströmungen bestimmt, die das ganze Spektrum der wählbaren Parteien definierte: Da gab es zum einen die Mitte-Rechts-Parteien (Christdemokraten, Liberal-Konservative, Volksparteien et cetera) und zum anderen die Mitte-Links-Parteien (Sozialisten, Sozialdemokraten et cetera); zudem noch kleinere Parteien, die eine enger gefasste Gruppe von Wählern ansprach (Grün-Parteien, Kommunisten et cetera). Die letzten Wahlergebnisse sowohl in West als Ost beweisen jedoch das langsame Heraufdämmern einer davon ganz verschiedenen Polarität. Nun gibt es eine starke Partei des Zentrums, die für den globalen Kapitalismus als solchen steht und die üblicherweise eine liberale Kulturpolitik verfolgt (liberale Abtreibungsgesetze, Rechte der Schwulen und Lesben, Rechte ethnischer Minderheiten und so weiter). Dieser Partei steht eine immer stärker werdende populistische Partei gegenüber, die sich gegen die Zuwanderung wendet und die an ihren äußeren Rändern auch Kontakte mit offen rassistischen und neofaschistischen Gruppen unterhält.
Analog zum "angemessenen Antisemitismus" eines Robert Brasillach sieht Žižek übrigens bei der Partei des Zentrums einen als angemessen betrachteten Rassismus am Werk.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/16596281/

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Kitsch oder Kultur? Über den Sinn und Unsinn von Denkmälern

MONTAGSRADIO, Ausgabe 06/2011. Ein Streitgespräch. Gäste: Der HistorikerWolfgang Wippermann und der Stadtplaner Florian Mausbach. Das Denkmal für Freiheit und Einheit. Über die Bedeutung des Denkmals im 21. Jahrhundert

In einem vitalen, um nicht zu sagen sehr vitalen Streitgespräch diskutieren wir mit einem der Initiatoren des gerade beschlossenen Denkmals für Freiheit und Einheit auf dem Berliner Schloßplatz, dem ehemaligen Präsidenten des Bundesbauamtes, Florian Mausbach und einem der entschiedensten Kritiker, dem Berliner Historiker, Wolfgang Wippermannn.

Ein Disput in Reinkultur!

Denkmäler sind Teil unserer Erinnerungskultur und repräsentieren den Zeitgeist verschiedener Epochen. Sie stehen für ein Ereignis, eine Person oder ein Zustand von Vergangenem und sollen erinnern, mahnen, motivieren und ermutigen. Aber welchen Zweck können sie im 21. Jahrhundert noch erfüllen? Und welcher Moment der Zeitgeschichte muss sich in einem Denkmal manifestieren? Wer ist Adressat, wie soll es gestaltet werden und wo ist der richtige Ort? Und wie viele Denkmäler verträgt eine Nation?

Im November 2007 beschloss der Deutsche Bundestag, das bürgerliche Engagement von Millionen Menschen in der DDR für politische Reformen und demokratische Freiheiten mit einem Freiheits- und Einheitsdenkmal dauerhaft zu würdigen. Die Einigung über den Entwurf erfolgte im April 2011.  Neben dem Gewinner-Projekt “Bürger in Bewegung” des Stuttgarter Architektenbüros “Milla & Partner” und Sasha Waltz sprechen wir mit ihnen über das Holocaust-Mahnmal und Kriegerdenkmäler.

Für Hastige gibt es hier noch die Timeline zum Skippen. Das MP3-File zum Download gibt es hier.

2:00 Architektur für die Demokratie, die Kuppel auf dem Reichstag

4:00 Mausbach: die notwendige symbolische Feier der Demokratie

5:00 Wippermann: „Das Denkmal wird nicht vom Volk, sondern für das Volk gesetzt.“

6:00 „Die Wippe ist Kitsch“, kein authentischer Ort

8:30 Ein Revolutionsdenkmal ist nötig. „Eine Stadt ohne Denkmäler ist wie eine Wohnung ohne Bilder.“

10:00 Denkmäler als Herrschaftslegitimation

11:30 Mausbach: Beschluss des Bundestages für das Denkmal

13:00 Wippermann: Denkmalsprache verbraucht, Kitsch, Holocuast-Mahnmal

17:00 Mausbach: Holocaustmahnmal in Frankfurt

19:30 Wippermann: Inflation der Denkmäler

22:00 Heidmeier: notwendiges Scheitern

24:00 Maubach: notwendiges würdevolles Gedenken

26:00 Wippermann: Gedenkstätten statt Denkmäler, Täter können für Opfer kein Denkmal zu errichten

28:00 Mausbach: Freiheitsdenkmal wichtig für eine wehhafte Demokratie

29:00 die Form des Denkmals

31:00 das interaktive Denkmal

33:00 Wippermann: teurer Kitsch, vorhandene Denkmäler verändern: Neue Wache, Kriegerdenkmal

35:00 Mausbach: man kann die alten Kriegerdenkmäler und Nazigebäude nicht abreißen und die Städte bereinigen

36:30 zum Standort des Freiheits- und Einheitsdenkmals

38:00 der Sockel des alten Kaiserdenkmals für ein demokratisches Denkmal

39:00 die Ausstellung auf dem Alexanderplatz, Kennzeichnung authentischer Orte statt „überhöhter Darstellung“

40:00 Bundeswehrdenkmal

42:00 Pathos und Revolution, Ermutigung durch das Denkmal: ohne Zivilcourage keine Demokratie
45:00 kein Ausdruck denkbar? Wippermann: „Staatsnation ist nicht denkmalwürdig“

47:00 Mausbach: „Abschluss einer lange Geschichte“

Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/05/02/kitsch-oder-kultur-uber-den-sinn-und-unsinn-von-denkmalern/

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Ö1: Intellektuelle im Zeitalter des Web 2.0

in den Ö1-Dimensionen (Mi 13.4.2011, 19:06-19:30):

"J'accuse" per Facebook. Die Intellektuellen im Zeitalter des Web 2.0. Gestaltung: Lukas Wieselberg

Seit wann gibt es eigentlich Intellektuelle? Das kommt darauf an, was man darunter versteht. Denkt man an (zumeist männliche) Personen, die in wichtigen gesellschaftlichen Fragen ihre Stimme erheben, universalen Werten verpflichtet sind und der Sache des demokratischen Gemeinwohls dienen, dann könnte man bis an die Anfänge der Philosophie zurückgehen.

Dann war Sokrates ein Intellektueller, Erasmus von Rotterdam, Goethe, Voltaire und Karl Marx. Als Begriff wurde der "Intellektuelle" aber erst 1898 geprägt, als Émile Zola sein berühmtes "J’accuse" im Zug der Dreyfus-Affäre proklamierte. Der französische Autor, der öffentlich die Ungerechtigkeit und den Antisemitismus seiner Zeit beklagte, wurde zum Prototyp der nachfolgenden Generationen.

Von seiner Geburtsstunde an war der Begriff "Intellektueller" aber umstritten, wie der deutsche Historiker Dietz Bering 2010 in seinem Buch "Die Epoche der Intellektuellen" ausgeführt hat: selbstbewusster Bezugspunkt für die einen, die die Werte der Aufklärung vertraten, ein Schimpfwort für die anderen, die - wie die Nationalsozialisten - den Glauben an die Macht der Vernunft verhöhnten.

Schon oft tot gesagt

Konstitutiv für die wechselvolle Geschichte der Intellektuellen war immer auch die Rede von ihrem bevorstehenden oder gerade zurückliegenden Ende. In Frankreich, dem Weltzentrum des Intellektualismus, begruben zuletzt die Postmodernen den Intellektuellen, zusammen mit den großen Erzählungen und Utopien.

Als Untote lebten sie aber weiter in den immer umfangreicher werdenden Feuilletons der großen Qualitätszeitungen und -zeitschriften, um plötzlich von einem Feind bedroht zu werden, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war: Das Internet im Allgemeinen und die sozialen Medien des Web 2.0 im Besonderen sind es, die Funktion und Existenz des klassischen Intellektuellen infrage stellen - das war die Ausgangsthese einer Tagung, die im Februar am Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen eine Gruppe prominenter Forscher/innen und - ja - Intellektueller versammelte.

Wo werden relevante Themen diskutiert?

Die veränderte Situation lässt sich anhand zweier zentraler Merkmale des klassischen Intellektuellen skizzieren: der Wichtigkeit von Schrift - und Öffentlichkeit. Wie Émile Zola setzten auch seine Nachfolger - von Günter Grass bis Jean-Paul Sartre, von Ralf Dahrendorf bis Noam Chomsky - für ihre gesellschaftlichen Interventionen auf das geschriebene Wort, veröffentlicht in Massenmedien, was für eine größtmögliche Verbreitung der Botschaft sorgte.

Im Zeitalter von Facebook und Twitter kann jedoch nahezu jeder publizieren. Der Einfluss starker Medienmarken ist zwar nicht verschwunden, hat durch das Social Web aber zumindest Konkurrenz bekommen. Für Jürgen Habermas, den Intellektuellen des deutschsprachigen Raums der Gegenwart, ist das ambivalent: "Die Nutzung des Internets hat die Kommunikationszusammenhänge zugleich erweitert und fragmentiert. Deshalb übt das Internet zwar eine subversive Wirkung auf autoritäre Öffentlichkeitsregime aus; aber die horizontale und entformalisierte Vernetzung der Kommunikationen schwächt zugleich die Errungenschaften traditioneller Öffentlichkeiten."

Mit anderen Worten: Wenn sich Bürger zunehmend in Diskussions-Foren zu ihren Lieblingsthemen aufhalten - in der Hamster-Community oder in der Facebook-Gruppe für Rucola -, dann schwinden die Orte, in denen über relevante Themen des Gemeinwohls verhandelt wird. Und das mindert die Chance von Intellektuellen, ihren "avantgardistischen Spürsinn für Relevanzen" (Habermas) und ihre Schreibkunst überhaupt einbringen zu können.

Ein neuer Typus von Intellektuellen

Vielleicht aber, und das war eine der Thesen am KWI in Essen, kehrt der schreibende Intellektuelle in einer anderen Form zurück (falls er je verschwunden war): nicht mehr als Autor von Pamphleten und Analysen, sondern von Codes und Programmen.

"Program or Be Programmed" heißt demnach die Alternative - und ein Buchtitel des amerikanischen Medientheoretikers Douglas Rushkoff. Der Intellektuelle bliebe dann Fachmann der Schrift, seine Sprache aber wäre die der Computer. Als Vorbote dieses (vermutlich wieder überwiegend männlichen) neuen Typus von Intellektuellen könnte dann Julian Assange erscheinen.

Ob man das schillernde Gesicht von WikiLeaks tatsächlich in eine Reihe stellen kann mit Émile Zola, Michel Foucault und Pierre Bourdieu, darüber war man sich in Essen nicht einig.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/16560587/

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Arte: Marx Reloaded

Heute spätnächtens (11.4.2011, 23:20-0:15; Wiederholung: 20.4.2011, 5:00-6:00) auf Arte: Jason Barkers Dokumentation zur Aktualität von Karl Marx; das ND kommentiert: Kommunismus – da greift selbst »arte« zur Gespensterstunde als Sendezeit. Der Film fängt so spät an, dass er Mitternacht überschreitet. Es lockt, wenn der Abspann läuft, also schon ein neuer Tag. Meint's der Himmel gut, kommt dann bald sogar ein Morgenrot. Mitten im Kapitalismus!

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/16558804/

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