Die aktuelle Ausgabe von Mo. Magazin für Menschenrechte (Nr.31, PDF, S.29) enthält einen aufschlussreichen Staatsbürgerschaftstest für (österreichische) PolitikerInnen. Ob irgendeine/r diesen bestehen würde?
Eine Analyse der Sozialpartnerschaft
Schöne Analyse der Sozialpartnerschaft, erstellt von Hanns Eisler in einem Gespräch im November 1960:
Nun gibt's sogar 'Sozialpartnerschaft': Der Arbeiter ist der 'Sozialpartner' des Unternehmers 'Gehen wir fischen', sagte der Angler zum Wurm.
Herrmann, Dieter B.: "Ich bin mit jedem Lob einverstanden". Hanns Eisler im Gespräch 1960-1962. Leipzig/Hildburghausen: Salier, 2009, S. 44.
Nun gibt's sogar 'Sozialpartnerschaft': Der Arbeiter ist der 'Sozialpartner' des Unternehmers 'Gehen wir fischen', sagte der Angler zum Wurm.
Herrmann, Dieter B.: "Ich bin mit jedem Lob einverstanden". Hanns Eisler im Gespräch 1960-1962. Leipzig/Hildburghausen: Salier, 2009, S. 44.
Salongespräch zum Sichtbarmachen marginalisierter Geschichte, Wien 20.6.2013
Eine Ankündigung u.a. vom Salon 21:
Diskussion: Marginalisierte Geschichten sichtbar machen: Projekte und Strategien, 20.06.2013, Wien
Diskussion im Rahmen der Salongespräche des Arbeitskreis Archiv der Migration in Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der Gegenwart
Ort: Institut für die Geschichten der Gegenwart, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien
Zeit: 20.06.2013, 19.00 Uhr
DiskutantInnen
Li Gerhalter, Sammlung Frauennachlässe
Belinda Kazeem, Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte und Gegenwart
Hannes Sulzenbacher, QWien Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte
Julya Rabinowich, Schriftstellerin
Moderation: Vida Bakondy
Diskussion: Marginalisierte Geschichten sichtbar machen: Projekte und Strategien, 20.06.2013, Wien
Diskussion im Rahmen der Salongespräche des Arbeitskreis Archiv der Migration in Kooperation mit dem Institut für die Geschichte der Gegenwart
Ort: Institut für die Geschichten der Gegenwart, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien
Zeit: 20.06.2013, 19.00 Uhr
DiskutantInnen
Li Gerhalter, Sammlung Frauennachlässe
Belinda Kazeem, Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte und Gegenwart
Hannes Sulzenbacher, QWien Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte
Julya Rabinowich, Schriftstellerin
Moderation: Vida Bakondy
Das Ende eines homophoben Neuheiden
Klar, dass es unter HistorikerInnen auch durchgeknallte Nazis geben muss; über ein seit kurzem nicht mehr existierendes Exemplar dieser Spezies berichtete Bernhard Schmid in der Jungle World.
Mercedes Bunz im Ö1-Gespräch
Heute auf Ö1 (14.6.2013, 16:00-17:00):
Im Gespräch
"Die Digitalisierung hat, wie ein Hammer, zwei Seiten. Man kann damit jemanden erschlagen oder ein Haus bauen"
Michael Kerbler und Alexandra Föderl-Schmid, "Der Standard", im Gespräch mit Mercedes Bunz, Internet-Theoretikerin
Hörte oder las man von einem Prisma, dann dachten die meisten zuerst wohl an einen geometrischen Glaskörper, der ein Dreieck als Grundfläche besitzt und zur Lichtbrechung verwendet wird. Seit vergangener Woche weiß die breite europäische Öffentlichkeit: es kann sich auch um ein extrem ausgefeiltes Spionageprogramm handeln, mit dem riesige Datenmengen von amerikanischen Geheimdiensten aus Telefon- und Internet-Datenspeichern amerikanischer Firmen abgesaugt werden können. Übrigens: alle physisch in den USA befindlichen "Cloud"-Datenspeicher - auch dann, wenn es sich nicht um US-amerikanische Firmen handelt - sind ein Objekt der Begierde der amerikanischen Geheimdienste. Denn sowohl sie als auch US-amerikanische Unternehmen, wie etwa Google, werden unter Hinweis auf die Gesetzeslage - Stichwort "Patriot Act" - zur Kooperation veranlasst.
Dass so etwas geschieht, ist nicht neu. Schon nach dem Ersten Weltkrieg kopierte die Vorläuferorganisation der NSA, der National Security Agency, jeweils in den Nachtstunden mittels kryptoanalytischem Programm alle Telegramme, die das Land erreichten und verließen. Das Programm trug den poetischen Namen "Black Chamber". Die Ausspähung der Telegramme wurde übrigens nach zehn Jahren wieder eingestellt, weil das US-Außenministerium die Finanzierung des Dienstes stoppte. Die Begründung des damaligen Außenministers Henry L. Stimson lautete schlicht: "Gentlemen do not read each other's mail." - "Ein wirklicher Herr liest nicht die Post eines anderen". Diese noble Haltung hat offenbar ausgedient.
Als "Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid und Michael Kerbler am Freitag vergangener Woche einander zum Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz in der Universität Salzburg trafen, war die Informationslage zum Thema "Prisma" noch dürftig. Aber die Dimension der Affäre, die sich hinter den ersten Meldungen verbarg, war spürbar. Bunz, die die Entwicklung des Internet und die Macht der Algorithmen grundsätzlich nicht als Bedrohung sah, musste einen Vertrauensbruch konstatieren. Einen Vertrauensbruch, der sich zwischen Firmen wie Google, Facebook und anderen und den Nutzern der Dienste jener Unternehmen ereignet habe.
Andererseits konstatiert Bunz in ihrem jüngsten Buch auch positive Aspekte des Internet. Es ereigne sich eine "stille Revolution". Algorithmen verändern Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik, ohne dabei viel Lärm zu machen. "Wir reden fast nur über die negativen Folgen der Digitalisierung, über das Positive reden wir fast nicht. Dabei hat sie, wie ein Hammer, zwei Seiten. Man kann damit jemanden erschlagen oder ein Haus bauen."
In welchem Ausmaß Computerprogramme unsere Wahrnehmung modifizieren, Datenerfassungsprogramme Persönlichkeitsprofile der Nutzer anfertigen und Unternehmen diese Profile profitabel verkaufen, das dominierte ebenso das Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin, wie die Frage nach den Folgen der "stillen Revolution" für Demokratie und Gesellschaft.
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Gestaltung: Michael Kerbler
Im Gespräch
"Die Digitalisierung hat, wie ein Hammer, zwei Seiten. Man kann damit jemanden erschlagen oder ein Haus bauen"
Michael Kerbler und Alexandra Föderl-Schmid, "Der Standard", im Gespräch mit Mercedes Bunz, Internet-Theoretikerin
Hörte oder las man von einem Prisma, dann dachten die meisten zuerst wohl an einen geometrischen Glaskörper, der ein Dreieck als Grundfläche besitzt und zur Lichtbrechung verwendet wird. Seit vergangener Woche weiß die breite europäische Öffentlichkeit: es kann sich auch um ein extrem ausgefeiltes Spionageprogramm handeln, mit dem riesige Datenmengen von amerikanischen Geheimdiensten aus Telefon- und Internet-Datenspeichern amerikanischer Firmen abgesaugt werden können. Übrigens: alle physisch in den USA befindlichen "Cloud"-Datenspeicher - auch dann, wenn es sich nicht um US-amerikanische Firmen handelt - sind ein Objekt der Begierde der amerikanischen Geheimdienste. Denn sowohl sie als auch US-amerikanische Unternehmen, wie etwa Google, werden unter Hinweis auf die Gesetzeslage - Stichwort "Patriot Act" - zur Kooperation veranlasst.
Dass so etwas geschieht, ist nicht neu. Schon nach dem Ersten Weltkrieg kopierte die Vorläuferorganisation der NSA, der National Security Agency, jeweils in den Nachtstunden mittels kryptoanalytischem Programm alle Telegramme, die das Land erreichten und verließen. Das Programm trug den poetischen Namen "Black Chamber". Die Ausspähung der Telegramme wurde übrigens nach zehn Jahren wieder eingestellt, weil das US-Außenministerium die Finanzierung des Dienstes stoppte. Die Begründung des damaligen Außenministers Henry L. Stimson lautete schlicht: "Gentlemen do not read each other's mail." - "Ein wirklicher Herr liest nicht die Post eines anderen". Diese noble Haltung hat offenbar ausgedient.
Als "Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid und Michael Kerbler am Freitag vergangener Woche einander zum Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz in der Universität Salzburg trafen, war die Informationslage zum Thema "Prisma" noch dürftig. Aber die Dimension der Affäre, die sich hinter den ersten Meldungen verbarg, war spürbar. Bunz, die die Entwicklung des Internet und die Macht der Algorithmen grundsätzlich nicht als Bedrohung sah, musste einen Vertrauensbruch konstatieren. Einen Vertrauensbruch, der sich zwischen Firmen wie Google, Facebook und anderen und den Nutzern der Dienste jener Unternehmen ereignet habe.
Andererseits konstatiert Bunz in ihrem jüngsten Buch auch positive Aspekte des Internet. Es ereigne sich eine "stille Revolution". Algorithmen verändern Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik, ohne dabei viel Lärm zu machen. "Wir reden fast nur über die negativen Folgen der Digitalisierung, über das Positive reden wir fast nicht. Dabei hat sie, wie ein Hammer, zwei Seiten. Man kann damit jemanden erschlagen oder ein Haus bauen."
In welchem Ausmaß Computerprogramme unsere Wahrnehmung modifizieren, Datenerfassungsprogramme Persönlichkeitsprofile der Nutzer anfertigen und Unternehmen diese Profile profitabel verkaufen, das dominierte ebenso das Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin, wie die Frage nach den Folgen der "stillen Revolution" für Demokratie und Gesellschaft.
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Gestaltung: Michael Kerbler
Rezension von Hazel Rosenstrauch: Der empfindsame Henker
Sehr schön, meine Rezension von Hazel Rosenstrauchs wunderbarem Buch ist nun auf HSOZKULT erschienen:
Rosenstrauch, Hazel: Karl Huß, der empfindsame Henker. Eine böhmische Miniatur. Berlin: Matthes & Seitz, 2012.
Rosenstrauch, Hazel: Karl Huß, der empfindsame Henker. Eine böhmische Miniatur. Berlin: Matthes & Seitz, 2012.
HR2: Sendung mit Heinrich Bosse
HR2 sendet heute (13.6.2013, 12:05-13:00) ein Gespräch mit dem Germanisten Heinrich Bosse; eine von mir verfasste Rezension seines von Nacim Ghanbari herausgegebenem Buch Bildungsrevolution 1770 bis 1830 erscheint übrigens in der nächsten Ausgabe der Frühneuzeit-Info.
Am Tisch mit Heinrich Bosse, Bildungsforscher
Privatschulen und Nachhilfekurse, Seminare im Internet und Prüfungscoaching sie alle boomen zurzeit. Neben dem staatlichen Schulwesen entsteht ein freier Bildungs-Markt. Das ist, so ungewohnt es anmutet, nichts Neues.
Einen freien Markt fürs Lehren und Lernen hat es in Deutschland schon einmal gegeben - das schildert Heinrich Bosse sehr anschaulich in seinem Buch Bildungsrevolution 1770 bis 1830. Mit ihm spricht Ruth Fühner im hr2-Doppel-Kopf.
Am Tisch mit Heinrich Bosse, Bildungsforscher
Privatschulen und Nachhilfekurse, Seminare im Internet und Prüfungscoaching sie alle boomen zurzeit. Neben dem staatlichen Schulwesen entsteht ein freier Bildungs-Markt. Das ist, so ungewohnt es anmutet, nichts Neues.
Einen freien Markt fürs Lehren und Lernen hat es in Deutschland schon einmal gegeben - das schildert Heinrich Bosse sehr anschaulich in seinem Buch Bildungsrevolution 1770 bis 1830. Mit ihm spricht Ruth Fühner im hr2-Doppel-Kopf.
Susanne Beiweis über Sternendämone und Talismane
Heute hält Junior Fellow Susanne Beiweis am IFK (Reichsratsstraße 17, 1010 Wien, 10.6., 18h) einen Vortrag zum Thema Sternendämon, Edelstein und Talisman. Analogie-Denken in Marsilio Ficinos De Vita Libri Tres; als Vorgeschmack hat sie auf Science ORF einen Beitrag zur Bedeutung des magischen Denkens bei Renaissance-Philosophen veröffentlicht.
Statement Georg Kreisler
Schöne Aussage von Georg Kreisler:
"Leute wie ich hingegen sind unregierbar."
Kreisler, Georg: Letzte Lieder. Autobiografie. Zürich/Hamburg: Arche, 2009, 103.
"Leute wie ich hingegen sind unregierbar."
Kreisler, Georg: Letzte Lieder. Autobiografie. Zürich/Hamburg: Arche, 2009, 103.
