Zur Geschichte des Drehkreuzes

So schöne geschichtswissenschaftliche Themen gibt es auf der Welt, und es ist immer wieder eine Freude, wenn jemand ein solches behandelt. Ganz entzückt bin ich über den Umstand, dass sich nun ein Kollege der Geschichte des Drehkreuzes angenommen und dazu einen Aufsatz in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Technikgeschichte veröffentlicht hat:

Höhne, Stefan: Vereinzelungsanlagen. Die Genese des Drehkreuzes aus dem Geist automatischer Kontrolle, in: Technikgeschichte 83.2016, S. 103-124.

Abstract:

In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts halten Drehkreuze Einzug in eine Vielzahl von Räumen des Alltags: von Supermärkten und Parks bis zu Stadien und Transitsystemen. Von den aufstrebenden Ingenieurwissenschaften als „Vereinzelungsanlagen“ tituliert, ist ihr Erscheinen Ausdruck eines tiefgrei- fenden Wandels in der Steuerung großer Menschenansammlungen im Zuge der Entfaltung der modernen Massengesellschaft. Zugleich bekundet sich in ihnen ein neues Menschenbild des selbstbestimmten Konsumentensubjekts. Diese historischen Dynamiken werden anhand einer Analyse der frühesten großflächigen Anwendungsfelder von Drehkreuzen, der amerikanischen Supermarktkette Piggly Wiggly sowie der New Yorker Subway, detailliert nachgezeichnet.

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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022589308/

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SOS Brutalismus

Ehrlicher, unverfälschter Beton, abweisend und anziehend zugleich: In letzter Zeit wird die Qualität der brutalistischen Archtektur der 1970er gewürdigt, ihre von Abriss bedrohten Perlen in eigenen Kampagnen - siehe http://sosbrutalism.org - geschützt. Wie schön, dass in einem einschlägigen Artikel in der Wochenendausgabe des Standard das in dieser Angelegenheit verdienstvolle Deutsche Architekturmuseum Frankfurt eine Brutalismus-Ausstellung für 2017 ankündigt!

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022502167/

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Vom Ende des Wäscheleinenverbots in Kalifornien und dem Ursprung des Šopska Salat

Via .at-Medien erreichten mich heute doch glatt zwei Breaking News:

1) Zivilisatorische Verhältnisse halten zumindest in einem Teilbereich Einkehr in Kalifornien: Es darf dort wieder Wäsche zum Trocknen im Aussenbereich aufgehängt werden. (orf.at, vgl. die bisherige Berichterstattung des Adresscomptoirs dazu, u.a. live aus dem Rom des Jahrs 1730: 1, 2).

2) Der Historiker Stefan Detchev hat zum Ursprung des auch in Tschechien beliebten Šopska-Salat geforscht; gemäß seinen zuletzt im September an der Uni Gießen präsentierten und heute vom Standard weiterverbreiteten Erkenntnissen gab es im 19. Jahrhundert auf bulgarischem Gebiet nur eine vage Idee von Salat, und die heutige Zusammensetzung des Šopska verbreitete sich erst ab den 1970er Jahren. Geschichtswissenschaft at her best!

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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022479413/

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Beppo Beyerl: Bildband zur Triester Straße

Nachdem Beppo Beyerl vor drei Jahren ein schönes Buch über die Triester Straße bei Löcker veröffentlicht hat, bringt er nun einen Bildband über diesen faszinierenden Verkehrsweg heraus:

Beyerl, Beppo: Die Triester Straße. Eine Geschichte des Verkehrsweges von Wien nach Triest in Bildern. Schleinbach: Edition Winkler-Hermaden, 2015. [Verlags-Info]

Buchbeschreibung:
Die Straßenverbindung von Triest nach Wien wurde nach der Anerkennung der Stadt Triest als Freihafen im Jahre 1719 und dem Ausbau unter Kaiser Karl VI. die wichtigste Verkehrsachse der Monarchie. Die damalige Reichsstraße führte vom Wiener Linienwall, genauer vom heutigen Matzleinsdorfer Platz, über den Semmering nach Bruck an der Mur, von dort über Graz und Laibach durch den Karst nach Triest. Manche Abschnitte sind heute unter der Bezeichnung „B 17“ dem Reisenden vertraut.

Die Triester Straße und die von ihr passierten Orte sind eng verbunden mit der Industrie- und Sozialgeschichte Österreichs. An dieser Achse wurden die ersten Fabriken errichtet, etwa in Ternitz, Neunkirchen, Wiener Neustadt, Traiskirchen, am Wienerberg, aber auch in Mürzzuschlag, Kapfenberg und Bruck an der Mur.

Der Semmering und der Karst waren nicht einfach zu bewältigende Hindernisse für alle Großhändler, die ihre Waren von der Donaumetropole in die Adriastadt – und umgekehrt – karrten.

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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022428304/

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Ausstellung und Animationsfilm zu Otto Wichterle, dem Erfinder der weichen Kontaktlinse

Wie schön, dem aktuellen Programm des Tschechischen Zentrums Wien (PDF) entnehme ich, dass die weiche Kontaktlinse eine tschechische Erfindung ist, 1961 mit einer selbstgebauten Apparatur aus Kinder-Chemiebaukasten, Plattenspielermotor und Fahrraddynamo aus Hydrogel entwickelt von Otto Wichterle (1913-1998). Im oberösterreichischen Softwarepark Hagenberg wird erstmals in Österreich vom 9.6.-24.7.2015 dazu die Ausstellung Medizintechnik und Licht: Zum 100. Geburtstag von Otto Wichterle, Erfinder der weichen Kontaktlinse gezeigt, die Vernissage findet am 9.6.2015 um 19 Uhr statt, dabei wird auch ein Animationskurzfilm von Zuzana Bahulová präsentiert.

Einladungsfolder mit weiteren Informationen (PDF)

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022425342/

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