Die Alchemie ist tot – es lebe die Chemie!?

Erschöpft ist der Alchemist in seiner Werkstatt, die von eifrigem Treiben zeugt, zusammengesunken und sanft entschlafen. In seiner rechten Hand hält er noch die Schreibfeder, mit der er bis vor Kurzem seine Beobachtungen in dem davor aufgeschlagenen Buch festgehalten hat. Das Feuer des alchemistischen Ofens ist verloschen, das Werkzeug liegt, als wäre es inmitten der Tätigkeit fallen gelassen worden, davor verstreut. Der Zeitpunkt des Todes kann noch nicht weit zurückliegen. Es ist ein merkwürdiges Spannungsverhältnis zwischen eifrigem Schaffen und der Stille des Todes, das dieses Bild dominiert. Die Suche nach dem so vielfach in diversen Handschriften gepriesenen Stein der Weisen ist, so scheint es, gescheitert. Die Reise des Adepten bleibt unvollendet. Es ist ein Bild von Verzweiflung und Kapitulation, das Elihu Vedder mit seinem Werk The Dead Alchemist (1868) hier zeichnet.1



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Quelle: https://thearticle.hypotheses.org/588

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„N. O. Body – Aus eines Mannes Mädchenjahren“ – von einer Medizinhistorikerin neu gelesen V: Diskussion – Resümee – Literatur

Diskussion Wie wird eine Besonderheit, ein Leiden von wem und wann bewertet? Und gibt es nicht zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Ausschläge hinsichtlich der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, des juristischen Rahmens und der Selbst- und Fremdzuschreibungen? Was…

Quelle: http://intersex.hypotheses.org/5173

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„N. O. Body – Aus eines Mannes Mädchenjahren“ – von einer Medizinhistorikerin neu gelesen IV: Jüdischer Kontext

Jüdischer Kontext – die Rolle des Mohel

Titelblatt der Ausgabe von 1907. Dies ist der zweite von vier Beiträgen von Marion Hulverscheidt zu „N.O. Body“: Teil I: Hinführung und Fragestellung Teil II: Geburt und Hebamme Teil III: Arztkontakte Teil IV: Jüdischer Kontext Teil V: Diskussion und Resümee

In seiner pseudoanymisierten Autobiographie hat Karl M. Baer seine jüdische Herkunft verschleiert. Martha Baer wurde als Kind einer jüdischen Familie geboren. Vielleicht hat der Vater von Martha Baer nicht, wie in der Autobiographie von N. O.

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Quelle: http://intersex.hypotheses.org/5012

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„N. O. Body – Aus eines Mannes Mädchenjahren“ – von einer Medizinhistorikerin neu gelesen III: Arztkontakte

Arztkontakte

Titelblatt der Ausgabe von 1907. Dies ist der zweite von vier Beiträgen von Marion Hulverscheidt zu „N.O. Body“: Teil I: Hinführung und Fragestellung Teil II: Geburt und Hebamme Teil III: Arztkontakte Teil IV: Jüdischer Kontext Teil V: Diskussion und Resümee

Insgesamt werden von N. O. Body nur wenige Arztkontakte geschildert: Der Hausarzt der Eltern wurde nach der Geburt gerufen und um eine Beurteilung des Kindes gebeten (Body, 1907, 21). Aufmerken lässt diese Formulierung: „Der damalige Hausarzt unserer Familie war ein ganz vorzüglicher Mensch, aber alles andere, nur kein Arzt“ (Body 1907, 21). Unklar bleibt, um wen es sich hier handelte.

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Quelle: http://intersex.hypotheses.org/5009

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„N. O. Body – Aus eines Mannes Mädchenjahren“ – von einer Medizinhistorikerin neu gelesen I: Hinführung und Fragestellung

Titelseite der Originalausgabe von 1907.

Dieser Blogpost ist der erste einer Reihe von Beiträgen von Marion Hulverscheidt.

Hinführung und Fragestellung

In der Liste der historischen Selbstzeugnisse von Intersexuellen/Hermaphroditen gibt es prominente und wenigere bekannte Schilderungen. Einschlägig bekannt ist die Lebensgeschichte von Adélaïde Herculine Barbin (dt. Foucault 1998), einem Menschen, der als Mädchen aufwächst, sich nicht zugehörig fühlt, von einem Arzt dann als Mann entdeckt wird und fortan gezwungen wird, im männlichen Geschlecht zu leben. Dies gelingt ihm nicht gut und er begeht 1868 Selbstmord, sein Tagebuch hinterlassend. Adélaïde Herculine alias Camille alias Abel bietet sich an als Identifikationsfigur und als Leit-Opfer.

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Quelle: https://intersex.hypotheses.org/4931

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Vegetarische Volksküchen

Vegetarische Mahlzeiten als leistbares Essen für alle – dieses Ziel verfolgten Mitglieder des Vereins für naturgemäße Lebensweise in den 1880er Jahren mit dem Projekt der vegetarischen Volksküchen. Das Vorhaben wurde aus finanziellen Gründen nie realisiert. Trotzdem soll es näher betrachtet werden, da das Konzept für die Volksküchen Einblick in die Vorstellungen und Arbeitsweise der Wiener Vegetarier/innen gibt. Außerdem soll Geschichtsschreibung ja nicht nur von Erfolgen erzählen.

Die Verpflegungssituation der Industriearbeiter/innen
Als Mitglieder des Wiener Vereins für naturgemäße Lebensweise Mitte der 1880er Jahre das Projekt einer vegetarischen Volksküche ins Leben riefen, verköstigten in Wien mehrere nicht-vegetarische Volksküchen die zunehmende Zahl von Lohnarbeiter/innen.
Die Errichtung von Volksküchen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war eine Reaktion auf die Entstehung der Großteils unterbezahlten städtischen Arbeiter/innenschaft und die aufgrund der Industrialisierung veränderten Lebensverhältnisse[1]. Während zu Beginn des Jahrhunderts bei Handwerkern, anderen Gewerbetreibenden und Heimarbeiter/innen Wohn- und Arbeitsort meist ident waren, erfolgte die Arbeit in Fabriken getrennt vom Wohnort bzw. Schlafplatz.

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Quelle: https://veggie.hypotheses.org/188

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Link-Hint compact: Prostitution – Das “älteste Gewerbe der Welt”?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (19.2.2013)

www.bpb.de/apuz/155369/ Die Vorstellung, Prostitution sei “das älteste Gewerbe der Welt” wird – nicht nur am Stammtisch – bis in die Gegenwart hinein kolportiert. Die historische Realität sieht jedoch anders aus. Die ältesten Erscheinungsformen der Prostitution – von der Heiligen Hochzeit über die Hierodulenpaarung bis zur Apotropäischen beziehungsweise Unheilabwehrenden Prostitution – gingen auf sakrale Riten zurück. […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2016/12/6859/

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Die Gegenwart der Geschichte – Das Historische Quartett (Literaturhaus München)

http://www.literaturhaus-muenchen.de/reihe/items/240.html Geschichte hat Konjunktur, der Sachbuchmarkt boomt. Woraus resultiert das große Interesse der Leserinnen und Leser an geschichtlichen Themen? Sicherlich auch aus den brennenden Fragen, die die Gegenwart an uns richtet: Welche historischen Ereignisse stehen exemplarisch für gesellschaftliche Veränderungen? Welche Persönlichkeiten haben beispielhaft gehandelt? Kann man aus Geschichte lernen? Das »Historische Quartett« wird sich ab […]

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2016/11/6843/

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Die ersten Wiener Vegetarier

Bevor sich Vegetarier/innen gemeinsam in Vereinen für eine fleischlose Lebensweise einsetzten, waren es Einzelpersonen, die mit Zeitschriftenartikeln und Broschüren die vegetarische Idee verbreiteten. Für Wien sind Adolf Zedtwitz und Franz Kubiczek als vegetarische Vorkämpfer zu nennen. Beide entschieden sich Ende der 1860er Jahre, kein Fleisch mehr zu essen und waren von da an publizistisch aktiv.

Adolf Zedtwitz (1823-1895)

Adolf Zedtwitz wurde 1867 Vegetarier, davor war er krankheitsbedingt mit der Naturheilkunde in Kontakt gekommen – eine sehr üblicher vegetarischer Lebenslauf im 19. Jahrhundert. Zedtwitz litt Zeit seines Lebens an den Nebenwirkungen einer Behandlung mit Quecksilber[1]. Zu den Gründen der Quecksilber-Anwendung finden sich in zeitgenössischen biografischen Artikeln keine Angaben, im 18. und 19.

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Quelle: https://veggie.hypotheses.org/44

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durchsichten: Kollektiv denken. Transnationale Wissenschaftspraxis französischer Sozialwissenschaftler, 1890er–1930er Jahre

Die Hochschulsysteme (West-)Europas und der USA waren im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Zu nennen sind dabei deutliche Zunahmen bei den …

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2016/09/6786/

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