Josef Váchals blutiger Roman

Damals war der Zucker nämlich noch nicht erfunden gewesen, da derselbe zum ersten Male im sechsundsechzigsten Kriege aus dem Knochen todter Preußen ausgekocht worden war.

Josef Váchals erstmals in Kleinstauflage 1924 erschienener blutiger Roman hat so schöne Sätze wie diesen anzubieten; der Autor selbst war ein besonders durchgeknalltes Exemplar der Spezies Mensch, politisch teils völlig jenseitig, Dank sei aber dem Kētos-Verlag und Ondřej Cikán, diesen idealen Schundroman aufwändig kommentiert und gestaltet ins Deutsche übertragen zu haben!

Váchal, Josef: Der blutige Roman. Versuch um den Typus des idealen Schundromans. Wien/Prag: Kētos, 2019, Zitat S. 156

Verlags-Info: https://www.ketos.at/2017/10/josef-vachal-der-blutige-roman.html

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022686404/

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Neu erschienen: Erwin Riess – Herr Groll und die Wölfe von Salzburg

Erfreulicherweise gibt es einen neuen Groll-Roman von Erwin Riess zu lesen, des Titels Herr Groll und die Wölfe von Salzburg - ein Vorabdruck wurde bereits im aktuellen Augustin veröffentlicht, zusätzlich gibt es dort auch ein Porträt von Erwin Riess.

Riess, Erwin: Herr Groll und die Wölfe von Salzburg. Salzburg: Otto Müller Verlag, 2021, Verlagsinfo: https://www.omvs.at/buch/herr-groll-und-die-woelfe-von-salzburg/

Kurzbeschreibung:

Dringende Ermittlungen führen Groll und seinen Gefährten, den Dozenten, nach Salzburg. Die Mutter des Dozenten, Fabrikantin und Festspielliebhaberin, vermisst ihren langjährigen Freund, einen Engländer, der im Vorstand eines weltumspannenden Rohstoffkonzerns sitzt. Sie befürchtet eine Entführung. In der Woche vor Beginn der Festspiele ereignen sich seltsame Dinge: Sowohl im Innergebirg, in Werfen und Golling, als auch in der Stadt Salzburg tauchen am Domplatz, am Schloss Leopoldskron und an anderen touristischen Hotspots lebensgroße Puppen auf. Sie tragen englische Sakkos, manche sind ohne Kopf, aber alle haben ein „Salzburg Manifesto“ bei sich. Eine radikal-ökologische amerikanische Gruppe namens „Deep Green Revolution“ erklärt der umweltvernichtenden Großindustrie und dem Luxuskonsum den Krieg.

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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022686372/

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No numbers. No anything – Wer kennt große Flohliteratur?

Für die Erforschung der Kulturtechnik der Nummerierung mag Herman Melvilles 1851 erschienener monströser Moby-Dick nicht allzu ertragreich nutzbar sein, aber immerhin, dank des Kommentars zur von Matthias Jendis besorgten Übersetzung weiß ich nun, dass Melville während einer Reise nach Konstantinopel am 11. Dezember 1856 über dessen Gassenwirrwarr folgenden Eintrag verfertigte: Just like getting lost in a wood. No plan to streets. Pocket-compass. Perfect labryth. Narrow. Close, shut in. If you could get up into tree. Soar out of the maze. But no.

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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022684943/

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Richard Schuberth über Morgengrauen von Selahattin Demirtaş

Möge der Welt Selahattin Demirtaş noch die 142 Jahre, die ihn Erdogan einsperren lassen will, und mehr erhalten bleiben, und mögen seine Geschichten das von uns verhätschelte Böse überleben als Zeugnis der Menschenliebe, als Zeugnis einer noch immer nicht gleichgeschalteten türkischen Vielfalt der Stimmen und nicht zuletzt als Zeugnis eines beachtlichen Erzähltalents. - Richard Schuberth rezensiert im heutigen Standard-Album einen Erzählband des immer noch inhaftierten HDP-Politikers.

Demirtaş, Selahattin: Morgengrauen. München: Penguin, 2018. Verlags-Info: https://www.randomhouse.de/Buch/Morgengrauen/Selahattin-Demirta/Penguin/e542216.rhd
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Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022660750/

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Tomer Gardi: Die Feuerbringer – Eine Schlager-Operetta

Das war aber wirklich ein schönes Hörspiel, das der gestrige FM4-Sumpf (noch ein paar Tage abrufbar) vom WDR (hier auch downloadbar) übernommen hat: Tomer Gardis Die Feuerbringer, eine fulminate Schlager-Operetta, in der der beinahe-kriminelle Schlagerstar Rüdiger vom Gericht dazu verurteilt wird, einen Schlagerworkshop für Migranten zu leiten.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022653244/

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Dietmar Dath/Thomas Weber: Sprech-, Sing- und Musikdrama zu den russischen Revolutionen…

Klingt ja sehr spannend: "Nie mehr warten", ein von Dietmar Dath und Thomas Weber für den SWR produziertes Sprech-, Sing- und Musikdrama über die beiden russischen Revolutionen von 1917 steht zum Download bereit.

Die Beschreibung:

A, B und C - eine Stimme für den Umsturz, eine dagegen und eine, die sich nicht entscheiden will: Das Stück bildet den Moment ab, in dem Lenin aus dem Exil zurückkehrt und deutlich macht, dass die Revolution, die das Regime des Zaren gestürzt hat, ihm nicht genügt. Der Umsturz, der nach seinem alten russischen Kalenderzeitraum "Februarrevolution" heißt, war für ihn nur das Vorspiel einer Umwälzung hin zum Sozialismus. Das Szenario ist ein dreiseitiger Konflikt: Ja, nein, vielleicht.

Alle drei Standpunkte, die während des Dramas in Bewegung geraten, sind in einer Krise und wissen das: Stimme A will nie mehr warten, bis die Gelegenheit zum Versuch da ist, eine völlig neue Gesellschaftsgeschichte zu beginnen, Stimme B will nie mehr warten, bis endlich das friedliche und gesetzmäßige, ruhige und freie Leben beginnt, also die Zeit von Krieg und Aufstand vorbei ist, und Stimme C will nie mehr auf den Moment warten, an dem sich zeigt, welche der beiden anderen Haltungen die unbezweifelbar richtige ist.

Alle drei erleben die historische Situation »zwischen Februar und Oktober« 1917 als eine ungeheure Anstrengung, in der zwar alles auf eine Entscheidung hindrängt, die aber eben noch nicht gefallen ist. So wird die Gegenwart ständig von Rückblicken und Visionen heimgesucht.

Eine besondere, geheimnisvolle Rolle spielen Briefe Lenins an seine Geliebte Inessa Armand, deren verborgener zweiter Text zwischen den Zeilen sich im Drama »Nie mehr warten« als eine Art Song herausstellt.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022635917/

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