Digitales Comeback

„Der wertvollste Dreckhaufen der Welt“[1], „Schätze aus dem Schlamm“[2] oder „Wenn ein Archiv an Demenz leidet“[3] – so lauten die aussagekräftigen Zwischenüberschriften im Sonderband der Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln „Geschichte mit Zukunft. 10 Jahre Wiederaufbau des Kölner Stadtarchivs“. Es handelt sich um Zitate aus überregionalen Medien, die beim ersten Durchblättern des Buches ein lebendiges Bild von zehn Jahren Rettungsarbeit erzeugen. Stellenbeschreibungen mit der für ArchivmitarbeiterInnen eher ungewöhnlichen Anforderung „Bereitschaft zur Reisetätigkeit innerhalb der Bundesrepublik“[4] erinnern an die verschiedenen Standorte und Asylarchive. Viele hochaufgelöste Fotos und Detailaufnahmen beeindrucken mit unter Mauerresten hervorschauenden, zerstückelten Archivalien, schwer zu bändigenden „Blumenkohl“-Akten und fertig restaurierten Evangelarien aus dem Mittelalter.

Die Katastrophe am 3. März 2019, die zwei Todesfälle verursachte und das sechsstöckige Archivgebäude im Erdboden versinken ließ, hat einen seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa unvergleichlichen Schaden verursacht.[5] Ein Jahrtausend Stadtgeschichte in Form von 22 Regalkilometern Archivgut, drei laufenden Kilometern Bibliotheksgut und 330.000 Karten, Pläne und Plakate wurden zertrümmert und unter Bauschutt vergraben.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/03/digitales-comeback/

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Willkommen im alten Köln

Der 2018 erschienene 103. Band der Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln enthält fünf der im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „Willkommen im alten Köln“ 2016 gehalten Vorträge. Die Ausstellung präsentierte neben Gemälden der mittelalterlichen Stadtmauer des Malers Siegfried Glos ausgewählte Archivalien. Der Band stellt eine Novität dar, weil bis dato die Publikation von Findbüchern im Vordergrund stand. Da diese jedoch in Zeiten von Onlinerecherche und digitalisierten Beständen ihren Wert eingebüßt haben, so die Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln, Bettina Schmidt-Czaia: “… möchten wir zukünftig den Fokus verschieben, indem wir u.a. die Vorträge des Begleitprogramms zu unseren Jahresausstellungen veröffentlichen. Immer wieder bitten uns die Besucher am Rande unserer Vortragsreihe, die Beiträge in Ruhe noch einmal nachlesen zu können. Wir unternehmen mit der Punlikation der Vorträge zukünftig einen weiteren Schritt auf dem Weg des Historischen Archivs der Stadt Köln zu einem Bürgerarchiv, bei dem zu den Kernaufgaben der Bereitstelluung von Quellen zu wissenschaftlicher und privater Forschung auch die Vermittlung von Informationen und Einsichten an einen erweiterten Kreis interessierter Bürger tritt.”



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/02/willkommen-im-alten-koeln/

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Willkommen im alten Köln

Der 2018 erschienene 103. Band der Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln enthält fünf der im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „Willkommen im alten Köln“ 2016 gehalten Vorträge. Die Ausstellung präsentierte neben Gemälden der mittelalterlichen Stadtmauer des Malers Siegfried Glos ausgewählte Archivalien. Der Band stellt eine Novität dar, weil bis dato die Publikation von Findbüchern im Vordergrund stand. Da diese jedoch in Zeiten von Onlinerecherche und digitalisierten Beständen ihren Wert eingebüßt haben, so die Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln, Bettina Schmidt-Czaia: “… möchten wir zukünftig den Fokus verschieben, indem wir u.a. die Vorträge des Begleitprogramms zu unseren Jahresausstellungen veröffentlichen. Immer wieder bitten uns die Besucher am Rande unserer Vortragsreihe, die Beiträge in Ruhe noch einmal nachlesen zu können. Wir unternehmen mit der Punlikation der Vorträge zukünftig einen weiteren Schritt auf dem Weg des Historischen Archivs der Stadt Köln zu einem Bürgerarchiv, bei dem zu den Kernaufgaben der Bereitstelluung von Quellen zu wissenschaftlicher und privater Forschung auch die Vermittlung von Informationen und Einsichten an einen erweiterten Kreis interessierter Bürger tritt.”



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/02/willkommen-im-alten-koeln/

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RIDE 11 zu „Tools and Environments for Digital Scholarly Editing“ erschienen!

Die elfte Ausgabe der Rezensionszeitschrift RIDE – herausgegeben seit 2014 vom Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) – ist soeben erschienen und unter http://ride.i-d-e.de/issues/issue-11 erreichbar!

Mit der neuen Ausgabe startet ein neuer Themenschwerpunkt in der RIDE-Reihe: „Tools and Environments for Digital Scholarly Editing“. Initiatorinnen und Gastherausgeberinnen der Ausgabe sind Anna-Maria Sichani und Elena Spadini. Idee des neuen Themenschwerpunkts ist, Software als Teil des wissenschaftlichen Ökosystems stärker im Fachdiskurs zu evaluieren und diskutieren. Darüber hinaus sind die Rezensionen von Tools und Forschungsumgebungen für all diejenigen nützlich, die an der Erstellung von wissenschaftlichen Editionen beteiligt sind und die Verwendung von Software in Betracht ziehen. 

Die elfte Ausgabe von RIDE enthält fünf Rezensionen in Englisch (4) und Französisch (1), die Tools und Forschungsumgebungen für die digitale wissenschaftliche Editionen diskutieren.

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Quelle: https://dhd-blog.org/?p=12832

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The Imperial City of Cologne

Joseph P. Huffman, Professor für Europäische Geschichte am privaten christlichen Messiah College in Mechanicsburg, Pennsylvania (USA), unternimmt in seiner 2018 bei der Amsterdam University Press erschienenen Monographie den ambitionierten Versuch einer Gesamtgeschichte der Stadt Köln im Zeitraum von 19 v. Chr. bis 1125 n. Chr. auf nur 280 Seiten. Sein Buch ist nur der erste von geplanten zwei Bänden, der Nachfolger soll die Jahre 1125 bis 1475 abdecken. Dies erklärt vermutlich auch den irreführenden Titel – denn eine Reichsstadt bzw. ‚Imperial City‘ war Köln in der im vorliegenden Band behandelten Zeit keineswegs.



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/01/the-imperial-city-of-cologne/

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Die Kriegsverbrecherlobby – Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter

Herbert Kappler war zwar kein Hundertjähriger als er am 15. August 1977 aus dem Fenster eines römischen Militärkrankenhauses stieg und verschwand. Zudem ist nicht einmal sicher, ob Kappler sich – wie von den Boulevard-Medien seinerzeit kolportiert – überhaupt aus seinem Zimmer im dritten Stock abseilen musste, um in die Freiheit zu gelangen. Ein Methusalem war er in gewisser Hinsicht aber dennoch: 32 Jahre hatte der ehemalige SS-Mann in italienischer Haft gesessen, ehe er bei einem Krankenhaus-Aufenthalt die Flucht ergriff. Somit gehörte er zu den letzten im westeuropäischen Ausland inhaftierten deutschen Kriegsverbrechern. Kappler hatte 1944 mit dem Massaker in den Fosse Ardeatine einen der grausamsten Massenmorde in Italien während des Zweiten Weltkriegs zu verantworten. Nach dem Krieg war er in Rom wegen der brutalen Erschießung von 335 Italienern zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt worden. In den drei Jahrzehnten seiner Haft wurde Kappler in Italien zunehmend zur Symbolfigur für die deutschen Besatzungsverbrechen. In der Bundesrepublik hingegen wurde er gern zum Opfer einer ungerechten und unbarmherzigen italienischen Kriegsverbrecherpolitik stilisiert.



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/12/rezension-bohr-glahe/

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Von wegen Konvent?

Einem Scherz zufolge können Historiker*innen im Gegensatz zu Gott auch die Vergangenheit verändern. Wenn Jesse Spohnholz mit seiner Geschichte des “Konvents von Wesel” 1568 Recht hat, werden die Möglichkeiten der Zunft sogar noch stark unterschätzt: Wer sich seine Vergangenheit erfindet, bildet Traditionen und damit Möglichkeiten, die eine langfristige Wirkung entfalten – im Falle der niederländischen Nationalkirche und des “Konvents von Wesel” bis heute.

Die Fragen von Wirkung und Vergangenheitsbildung, die Konfessionsbildung am Niederrhein und in den Niederlanden sowie nicht zuletzt die Geschichte des “Konvents von Wesel” untersucht – besser: hinterfragt – der amerikanische Historiker Jesse Spohnholz (Washington State University) in seinem jüngsten Buch von 2017. Die hier folgende Vorstellung des Bandes gibt nicht nur den eigenen Leseeindruck wieder, sondern greift auch Punkte von David Luebke (University of Oregon), Ute Lotz-Heumann (University of Arizona) und Yair Mintzker (Princeton University) beim Round Table auf der German Studies Association Conference am 4. Oktober 2019 in Portland (Oregon, USA) auf.

Aus Wesel nichts Neues? – Was der “Konvent von Wesel” sein sollte



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/11/rezension-konvent-von-wesel/

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RIDE-Preis für die beste Rezension in Band 10

Das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) freut sich, die Gewinnerin des vierten RIDE-Preises für die beste Rezension in „RIDE 9 – Digital Scholarly Editions of Correspondence“ bekannt zu geben (http://ride.i-d-e.de/issue-10/). Der Preis in Höhe von 250 Euro wird mit großzügiger Unterstützung der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz vergeben (mehr Informationen: http://ride.i-d-e.de/reviewers/ride-award-for-best-review/).

Die Jury der Preisvergabe, bestehend aus Thomas Stäcker (Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt), Roman Bleier (Universität Graz), Frederike Neuber und Markus Schnöpf (beide Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) – verleiht den Preis diesmal an
Dominik Kasper (Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz) für sein Review der „Alfred Escher-Briefedition“ (https://ride.i-d-e.de/issues/issue-10/alfred-escher-briefedition/).

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Quelle: https://dhd-blog.org/?p=12210

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„all welt wil auf sein wider Burgundi“

Patrick Leukel nimmt in seiner voluminösen Arbeit, die 2019 bei Schöningh in Paderborn erschienen ist, eine hervorragende und detaillierte Analyse des Reichsheeres im Neusser Krieg von 1474/75 vor. Das Buch stellt die überarbeitete Fassung seiner 2015 in Mainz eingereichten Dissertation dar und ist neben Einleitung und Fazit in acht Hauptkapitel gegliedert:

 

 

 

 

  • Theoretischer Zugang und Vorüberlegungen
  • Aspekte des Kriegswesens im 15. Jahrhundert
  • Der historische Rahmen: Das Reich – Burgund – Neuss


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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/08/all-welt-wil-auf-sein-wider-burgundi/

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Der Aachener Kongress 1818

Der renommierte Historiker Heinz Duchhardt bedient mit seinem Band zum Aachener Kongress von 1818 zwei aktuelle gesellschaftliche Tendenzen: die Logik der Jubiläen sowie das gesteigerte öffentliche Interesse an Friedensprozessen. Im Mittelpunkt steht der wenig bekannte Kongress von Aachen als erster „Folgekongress“ des berühmten Wiener Kongresses von 1815. Dabei eröffnet Duchhardt ein breites politisches, gesellschaftliches und kulturelles Panorama, das sowohl die internationalen Verwicklungen als auch die regionale und lokale Bedeutung des Aachener Kongresses für die Stadt Aachen und das Rheinland, das eben erst seit dem Wiener Kongress zu Preußen gehörte und auf diese Weise stärker eingebunden werden sollte, berücksichtigt. Duchhardt spricht hier von einer „Good-will-Offensive“ (S. 55) der preußischen Regierung gegenüber der rheinischen Provinz.

Zu verstehen ist der Aachener Kongress als deutlich kleinerer Nachfolgekongress des großen Wiener Kongresses, in dessen Schatten er folglich auch historiographisch steht. Dabei zeichneten sich hier durchaus Neuerungen im internationalen Miteinander ab, wenn der Kaiser von Österreich, der russische Zar und der preußische König gemeinsam mit ihren führenden Ministern zusammenkamen, um bereits im Vorfeld konfliktregulierend in die Geschicke Europas eingreifen zu können – ganz ähnlich wie es heute die G7/8- bzw. G20-Treffen versuchen. In der Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit war dies insofern eine Neuerung, als bis dahin Kongresse – wie der Westfälische Friedenskongress oder eben der Wiener Kongress – in erster Linie der Konfliktbeendigung gedient hatten.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/07/der-aachener-kongress-1818/

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