The Imperial City of Cologne

Joseph P. Huffman, Professor für Europäische Geschichte am privaten christlichen Messiah College in Mechanicsburg, Pennsylvania (USA), unternimmt in seiner 2018 bei der Amsterdam University Press erschienenen Monographie den ambitionierten Versuch einer Gesamtgeschichte der Stadt Köln im Zeitraum von 19 v. Chr. bis 1125 n. Chr. auf nur 280 Seiten. Sein Buch ist nur der erste von geplanten zwei Bänden, der Nachfolger soll die Jahre 1125 bis 1475 abdecken. Dies erklärt vermutlich auch den irreführenden Titel – denn eine Reichsstadt bzw. ‚Imperial City‘ war Köln in der im vorliegenden Band behandelten Zeit keineswegs.



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/01/the-imperial-city-of-cologne/

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Die Kriegsverbrecherlobby – Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter

Herbert Kappler war zwar kein Hundertjähriger als er am 15. August 1977 aus dem Fenster eines römischen Militärkrankenhauses stieg und verschwand. Zudem ist nicht einmal sicher, ob Kappler sich – wie von den Boulevard-Medien seinerzeit kolportiert – überhaupt aus seinem Zimmer im dritten Stock abseilen musste, um in die Freiheit zu gelangen. Ein Methusalem war er in gewisser Hinsicht aber dennoch: 32 Jahre hatte der ehemalige SS-Mann in italienischer Haft gesessen, ehe er bei einem Krankenhaus-Aufenthalt die Flucht ergriff. Somit gehörte er zu den letzten im westeuropäischen Ausland inhaftierten deutschen Kriegsverbrechern. Kappler hatte 1944 mit dem Massaker in den Fosse Ardeatine einen der grausamsten Massenmorde in Italien während des Zweiten Weltkriegs zu verantworten. Nach dem Krieg war er in Rom wegen der brutalen Erschießung von 335 Italienern zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt worden. In den drei Jahrzehnten seiner Haft wurde Kappler in Italien zunehmend zur Symbolfigur für die deutschen Besatzungsverbrechen. In der Bundesrepublik hingegen wurde er gern zum Opfer einer ungerechten und unbarmherzigen italienischen Kriegsverbrecherpolitik stilisiert.



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/12/rezension-bohr-glahe/

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Von wegen Konvent?

Einem Scherz zufolge können Historiker*innen im Gegensatz zu Gott auch die Vergangenheit verändern. Wenn Jesse Spohnholz mit seiner Geschichte des “Konvents von Wesel” 1568 Recht hat, werden die Möglichkeiten der Zunft sogar noch stark unterschätzt: Wer sich seine Vergangenheit erfindet, bildet Traditionen und damit Möglichkeiten, die eine langfristige Wirkung entfalten – im Falle der niederländischen Nationalkirche und des “Konvents von Wesel” bis heute.

Die Fragen von Wirkung und Vergangenheitsbildung, die Konfessionsbildung am Niederrhein und in den Niederlanden sowie nicht zuletzt die Geschichte des “Konvents von Wesel” untersucht – besser: hinterfragt – der amerikanische Historiker Jesse Spohnholz (Washington State University) in seinem jüngsten Buch von 2017. Die hier folgende Vorstellung des Bandes gibt nicht nur den eigenen Leseeindruck wieder, sondern greift auch Punkte von David Luebke (University of Oregon), Ute Lotz-Heumann (University of Arizona) und Yair Mintzker (Princeton University) beim Round Table auf der German Studies Association Conference am 4. Oktober 2019 in Portland (Oregon, USA) auf.

Aus Wesel nichts Neues? – Was der “Konvent von Wesel” sein sollte



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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/11/rezension-konvent-von-wesel/

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RIDE-Preis für die beste Rezension in Band 10

Das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) freut sich, die Gewinnerin des vierten RIDE-Preises für die beste Rezension in „RIDE 9 – Digital Scholarly Editions of Correspondence“ bekannt zu geben (http://ride.i-d-e.de/issue-10/). Der Preis in Höhe von 250 Euro wird mit großzügiger Unterstützung der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz vergeben (mehr Informationen: http://ride.i-d-e.de/reviewers/ride-award-for-best-review/).

Die Jury der Preisvergabe, bestehend aus Thomas Stäcker (Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt), Roman Bleier (Universität Graz), Frederike Neuber und Markus Schnöpf (beide Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) – verleiht den Preis diesmal an
Dominik Kasper (Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz) für sein Review der „Alfred Escher-Briefedition“ (https://ride.i-d-e.de/issues/issue-10/alfred-escher-briefedition/).

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Quelle: https://dhd-blog.org/?p=12210

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„all welt wil auf sein wider Burgundi“

Patrick Leukel nimmt in seiner voluminösen Arbeit, die 2019 bei Schöningh in Paderborn erschienen ist, eine hervorragende und detaillierte Analyse des Reichsheeres im Neusser Krieg von 1474/75 vor. Das Buch stellt die überarbeitete Fassung seiner 2015 in Mainz eingereichten Dissertation dar und ist neben Einleitung und Fazit in acht Hauptkapitel gegliedert:

 

 

 

 

  • Theoretischer Zugang und Vorüberlegungen
  • Aspekte des Kriegswesens im 15. Jahrhundert
  • Der historische Rahmen: Das Reich – Burgund – Neuss


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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/08/all-welt-wil-auf-sein-wider-burgundi/

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Der Aachener Kongress 1818

Der renommierte Historiker Heinz Duchhardt bedient mit seinem Band zum Aachener Kongress von 1818 zwei aktuelle gesellschaftliche Tendenzen: die Logik der Jubiläen sowie das gesteigerte öffentliche Interesse an Friedensprozessen. Im Mittelpunkt steht der wenig bekannte Kongress von Aachen als erster „Folgekongress“ des berühmten Wiener Kongresses von 1815. Dabei eröffnet Duchhardt ein breites politisches, gesellschaftliches und kulturelles Panorama, das sowohl die internationalen Verwicklungen als auch die regionale und lokale Bedeutung des Aachener Kongresses für die Stadt Aachen und das Rheinland, das eben erst seit dem Wiener Kongress zu Preußen gehörte und auf diese Weise stärker eingebunden werden sollte, berücksichtigt. Duchhardt spricht hier von einer „Good-will-Offensive“ (S. 55) der preußischen Regierung gegenüber der rheinischen Provinz.

Zu verstehen ist der Aachener Kongress als deutlich kleinerer Nachfolgekongress des großen Wiener Kongresses, in dessen Schatten er folglich auch historiographisch steht. Dabei zeichneten sich hier durchaus Neuerungen im internationalen Miteinander ab, wenn der Kaiser von Österreich, der russische Zar und der preußische König gemeinsam mit ihren führenden Ministern zusammenkamen, um bereits im Vorfeld konfliktregulierend in die Geschicke Europas eingreifen zu können – ganz ähnlich wie es heute die G7/8- bzw. G20-Treffen versuchen. In der Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit war dies insofern eine Neuerung, als bis dahin Kongresse – wie der Westfälische Friedenskongress oder eben der Wiener Kongress – in erster Linie der Konfliktbeendigung gedient hatten.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/07/der-aachener-kongress-1818/

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RIDE 10 veröffentlicht – Rezensionen digitaler Briefeditionen

Wir freuen uns, die zehnte Ausgabe des Rezensionsjournal RIDE, das seit 2014 vom Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) herausgegeben wird, ankündigen zu können. Die aktuelle Ausgabe widmet sich einem Editionstyp, der sich in den letzten beiden Jahrzehntenstetig wachsender Beliebtheit erfreut: der digitalen Briefedition.

Band 10 enthält folgende fünf Rezensionen (zwei auf Englisch, drei auf Deutsch):

Quelle: https://dhd-blog.org/?p=11843

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Inklusion-Exklusion

Franz-Josef Arlinghaus geht in seiner 2006 abgeschlossenen und 2016/17 noch einmal leicht, aber ohne Berücksichtigung der seither erschienenen Literatur überarbeiteten Kasseler Habilitationsschrift der gesellschaftlichen Funktion des Rechtstreits im spätmittelalterlichen und in Ausblicken im frühneuzeitlichen Köln nach. Zentral sind dabei die Kategorien von Zugehörigkeit und Ausschluss von streitender Parteien zu beziehungsweise von der Genossenschaft der Bürger. Im Anschluss an systemtheoretisch erweiterte Überlegungen von Max Weber geht Arlinghaus dabei davon aus, dass Konflikte zwischen Bürgern stets zugleich das Verhältnis der Streitenden zur Genossenschaft betrafen. Die Mitgliedschaft zu ihr werde daher nicht allein durch einen Normverstoß in Frage gestellt, sondern bereits die Tatsache, dass es innerhalb der einer Friedenspflicht unterliegenden Bürgerschaft zu einer Auseinandersetzung kam, stellte die Mitgliedschaft wenigstens einer der Parteien in Frage. Gerichten sei demnach die primäre Funktion zugekommen, als Diskursraum zur Verhandlung von Inklusion und Exklusion zu dienen, um den Frieden innerhalb der Genossenschaft zu schützen.

Um diese These zu prüfen, untersucht Arlinghaus zunächst das Kölner Gerichtswesen (nämlich das Hochgericht des Erzbischofs und die Ratsgerichtsbarkeit) im Hinblick auf die Verortung der Gerichte im Stadtraum – die ja von hoher Bedeutung ist, wenn sie als Diskursraum verstanden wurden –, ihr Personal, ihre Rituale und ihre Schriftnutzung. Sodann beleuchtet er den Stadtverweis und die Todesstrafe als Formen der Exklusion. Er kann dabei mit einer Fülle von erhellenden Beobachtungen aus der Kölner Entwicklung vornehmlich des 14. bis 16.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/05/inklusion-exklusion/

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RIDE-Preis für die beste Rezension in Band 9

Das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) freut sich, die Gewinnerin des vierten RIDE-Preises für die beste Rezension in „RIDE 9 – Digital Text Collections“ bekannt zu geben (http://ride.i-d-e.de/issue-9/). Der Preis in Höhe von 250 Euro wird mit großzügiger Unterstützung der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz vergeben (mehr Informationen: http://ride.i-d-e.de/reviewers/ride-award-for-best-review/).

Die Jury der Preisvergabe, bestehend aus Claudia Resch (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Stefan Dumont (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften), Roman Bleier (Universität Graz) und Martina Scholger (Universität Graz) – verleiht den Preis diesmal an Lucia Vannini (University of London) für ihr „Review of Papyri.info“ (https://ride.i-d-e.

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Quelle: https://dhd-blog.org/?p=11585

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„Bürger im Spiegelbild der Armut“

„Bürger im Spiegelbild der Armut“. Armenwesen und Armenfürsorge in den Städten Köln und Ōsaka im Vergleich.

Unter dem Titel „Bürger im Spiegelbild der Armut“ veröffentlichte Hideto Hiramatsu seine 2011 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eingereichte Dissertation über das Armenfürsorgewesen der Städte Köln und Ōsaka im 19. und ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.

Die Dissertation gliedert sich neben Einleitung und Schlussbetrachtung in zwei Teile. Der erste Hauptteil beschäftigt sich mit dem kommunalen Armenfürsorgesystem in Köln zur Zeit des Kaiserreichs, der zweite mit dem der westjapanischen Stadt Ōsaka während der Taishō-Demokratie (1912–1926). Beide Teile sind jeweils in drei Unterkapitel gegliedert.

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Quelle: http://histrhen.landesgeschichte.eu/2019/03/buerger-im-spiegelbild-der-armut/

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