Lernen mit Digitalen Spielen: Das Text-Adventure „Swinemünde“

Die vier Modi des historischen Lernens im Digitalen nach Bernsen (2017) – eigene Abbildung von Daniel Giere (2017)

Als sehr positiv ist die zunehmende Beschäftigung der Geschichtsdidaktik mit digitalen Spielen der vergangenen Jahre einzuschätzen.[1] Dennoch fehlt es derzeit nach wie vor an Beispielen für den Einsatz aktueller digitaler Spiele im Geschichtsunterricht oder der universitären Lehre. Entsprechend werden wir in Zukunft vermehrt solche Beispiele für die exemplarische Einbindung digitaler Spielformate in historischen Lehr- und Lernkontexte in unserem Blog anbieten. Bei historischem Lernen und digitalen Spielen dürfen nicht nur die geschichtlichen Inhalte im Zentrum stehen, denn stets müssen auch die Möglichkeiten, die sich durch die Beschäftigung mit dem Medienformat ergeben, reflektiert werden. Grundlage für derartige Reflexionen können zum Beispiel folgende vier Modi sein: Lernen an Digitalen Medien, Lernen mit Digitalen Medien, Lernen über Digitale Medien und Lernen im Digitalen Medium.[2] Diese ermöglichen anhand einer Verhältnisbestimmung zu den NutzerInnen auf analytischer Ebene eine „unterrichtsbezogene Strukturierung von Medien“[3] und sind daher für den Transfer der Ergebnisse wissenschaftlicher Studien für historisches Lernen von großem Wert.

  • Lernen an Digitalen Medien beschreibt Medien als unmittelbare Lernobjekte, bspw.

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Quelle: http://gespielt.hypotheses.org/1373

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„Unknown unknowns“? – Schärfung eines analytischen Werkzeuges

31.05.2017 Aljoscha Tillmanns und Martin Schröder

Das Wissen um das Nichtwissen über die Zukunft stellt ohne Frage eine Herausforderung dar. Dies gilt nicht nur für uns, denen es verwehrt ist, die Zukunft vorherzusagen, sondern ebenfalls für die Bemühungen, dieser Universalie menschlicher Existenz konzeptionell auf die Schliche zu kommen. Ein Versuch stammt von dem Soziologen Ulrich Bröckling, der mit seinem Begriffsduo der „known unknowns“ und „unknown unknowns“ zwei Ebenen des präventiven Zukunfshandelns unterschied.1

 

Folgt man Bröckling mit seinem Modell und sucht man daraufhin empirische Beispiele, so ergibt sich jedoch schnell ein Ungleichgewicht. Anschauungen für den Begriff der „known unknowns“ lassen sich relativ zügig ausfindig machen.

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Quelle: http://grk1919.hypotheses.org/292

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„Die erste wahre Opera buffa“: „La buona figliuola“ (1760) von Niccolò Piccinni in der DHI-Reihe „Concentus musicus“

1760 für ihren Autor Niccolò Piccinni (1728-1800) Durchbruch in der Musikstadt Rom sollte sie sich bald als europäischer Sensationserfolg erweisen, die komische Oper „La buona figliuola“. Das Teatro delle Dame, einst von einem Conte d’Alibert nahe der Piazza di Spagna eröffnet und führend unter den zahlreichen Opernhäusern der musiktheaterbegeisterten Tiberstadt, hatte auf den Komponisten aus Bari gesetzt. Der war allerdings zuvor am renommierten Neapler Teatro San Carlo mit einer Reihe erfolgreicher Titel in Erscheinung getreten und auch schon bei den Römern mit seiner Version des metastasianischen Dauerbrenners „Alessandro nelle Indie“ 1758 am Teatro Argentina gut angekommen, so dass sich das Risiko für Domenico Mazzoni, den von den Besitzern des Teatro delle Dame verpflichteten Impresario, in Grenzen hielt. Den Stoff für seine Oper am Teatro delle Dame hatte Piccinni selbst vorgeschlagen, ein Stück des renommierten venezianischen Komödiendichters Carlo Goldoni nach einem englischen Briefroman, „Pamela or Virtue Rewarded“ (1740), dem in ganz Europa enorm erfolgreichen Erstlingswerk von Samuel Richardson. „La buona figliuola“ lag also im Trend, mehr noch: Piccinni sollte es gelingen, mit ihr einen dem literarischen ebenbürtigen Sensationserfolg auf der Musikbühne zu erzielen und der gerade durch Goldoni für die Opera buffa nutzbar gemachten Gattung des „larmoyanten“ Dramma giocoso auf Dauer die Richtung zu weisen.

Das römische Publikum spendete „La buona figliuola“ in der Nacht des 6. Februar 1760 am Teatro Alibert bzw. Teatro delle Dame frenetischen Beifall und die italienische Opera buffa der Folgezeit knüpfte in vielfältiger Weise an Piccinnis römischen Geniestreich an, an Konstellationen, Situationen, Haltungen und Gebärden, an sprachliche und gestische Nuancierungen, an die feinen Abstufungen zwischen Seria- und Buffaprofil in der Personencharakterisierung, in der rhetorischen, in der musikalischen Konturierung. Ganz ohne Zweifel modellhaft war Piccinni die Gestaltung der Protagonistin gelungen, des „mezzo carattere“ Cecchina.

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Quelle: https://musicaroma.hypotheses.org/951

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„Wie es wirklich war.“ – Wider die Authentizitätsdebatte im digitalen Spiel

Wer sich sowohl für Geschichte als auch für digitale Spiele interessiert, fragt beim Spielen historischer Szenarien notgedrungen irgendwann danach, wie authentisch diese im Spiel eigentlich umgesetzt wurden: War das damals wirklich so – während der Kreuzzüge, im Zweiten Weltkrieg, im alten Rom? Die Antwort fällt nicht weiter schwer: Nein. Nein, es war damals nicht so, sondern anders.

Im folgenden möchte ich argumentieren, warum es grundsätzlich falsch ist, die Frage nach der Authentizität historischer Spiele zu stellen, denn sie fußt auf einem fehlgeleiteten Verständnis von Geschichte und Geschichtsforschung. Sie versteht die Vergangenheit als eine feste, unveränderliche Größe, mit welcher sich moderne, ludische Interpretationen vergleichen lassen.  Auch wir HistorikerInnen sind nicht davor gefeit, in diese Falle zu tappen. Es ist ja auch zu verlockend, seufzend – zugleich aber kaum ein Lächeln verhehlend – aus einer erhabenen Position als WissenschaftlerIn heraus auf augenscheinliche Anachronismen und Fehler hinzuweisen. Die SS-Ritter mit Schwert und kugelabweisender Rüstung in Medal of Honour: Underground ? Eher nicht.

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Quelle: https://gespielt.hypotheses.org/1334

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Von »Die verlorene Welt« zu »Jurassic Park«. Wissenschaftliche Entwicklung im Dinosaurierfilm.

29.03.2017 Anna Maria Schmidt

Im Jahr 1925 zog ein englisches Forscherteam in den brasilianischen Dschungel. Das Ziel der Expedition war kein Geringeres als denNachweis über die Existenz lebendiger Dinosaurier zu erbringen. Und tatsächlich: Auf einem versteckten Hochplateau stießen die Expeditionsteilnehmer unter Leitung des Zoologen George Edward Challenger auf die längst ausgestorben geglaubten Urzeittiere. Zum Beweis für das Erlebte, überführten die Abenteurer einen lebendigen Brontosaurus nach England. Vor dessen Vorführung in der Londoner Zoological Hallkonnte der Langhalssaurier sich jedoch aus seinem Käfig befreien und innerhalb der Stadt für Angst und Schrecken sorgen, bis er die Stadt schließlich der Themse folgend verließ.

 



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Quelle: http://grk1919.hypotheses.org/273

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Karl Mauch – Auf der Suche nach der Kontingenz?

15.03.2017 Aljoscha Tillmanns

Karl (oder Carl) Mauch1 (1837-75), eigentlich Hilfs- und Hauslehrer aus dem Schwabenland, war sein Beruf zu langweilig; schon während seiner Tätigkeit als Lehrer eignete er sich naturwissenschaftliche, geographische und medizinische Kenntnisse an. Den Beruf als Lehrer übte er nur vier Jahre lang aus (1859-63), dann wechselte er in einen Beruf, der zwar höhere Gefahren mit sich brachte, aber dementsprechend auch größeres Abenteuer versprach: Er fuhr zwei Jahre lang zur See. Ob er hier zwischen dem Risiko, in das er sich begab, und den Chancen – der Befriedigung seiner Wissbegierde – abwog?

1865 landete er in Durban an, reiste von dort weiter und begann mit der Kartographierung des Transvaal, 1866-67 erforschte er das Gebiet des heutigen Zimbabwe, 1870 bereiste er die Delagoa-Bucht. Im Jahr 1871 machte er dann seine vermutlich größte Entdeckung: die Ruinen von Great Zimbabwe, immerhin namengebend für den heutigen Staat Zimbabwe.

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Quelle: https://grk1919.hypotheses.org/270

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Selbstversuch: Wenn zwei Historiker ein Spiel machen…

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„Einer der letzten Päpste […] hat kraft seiner Herrschaft über die Welt diese Inseln und dieses ozeanische Festland besagtem König und besagter Königin und ihren Nachfolgern in diesen Königreichen, unseren Herren, mit allem, was darin ist, zum Geschenk gegeben […]. Nachdem nun Ihre Hoheiten dank dieser Schenkung Könige und Herrn dieser Inseln und Festlandsgebiete sind, und da einige Inseln mehr, ja fast alle, diesen solchermaßen installierten Königen und Herrn Gehorsam geleistet haben und ihnen nun dienen, wie es Untertanen obliegt, mit gutem Willen, ohne Widerstand und das geringste Zögern, da sie ferner, instruiert durch alles vorher Gesagte, die zu ihrer Missionierung zu unserem heiligen Glauben gesandten Ordensbrüder aufnahmen und ihnen gehorchten, und das alles dankbar und aus freiem Willen, und sich ohne Belohnung oder sonstige Bedingungen zu Christen bekehrten und es noch sind und Ihre Hoheiten […] sie dementsprechend wie die anderen Untertanen und Vasallen behandeln ließen, so seid ihr zu dem gleichen gehalten und verpflichtet.“ Aus dem Requirimiento[1]

Enthusiastische Dilettanten

Treffen sich zwei Historiker. Sagt der eine zum anderen, Sag‘ mal, wollen wir nicht zusammen ein Spiel basteln? Was so anfängt, ist entweder ein skurriler Witz oder aber der Beginn eines Experiments. Was kommt dabei heraus, wenn besagte Historiker nicht nur über digitale Spiele mit historischem Hintergrund schreiben, sondern sich auch in die Pflicht nehmen, selbst eins zu entwickeln? Wenn man die Mittel hat und den Aufwand nicht scheut, vielleicht etwas wie Valiant Hearts.

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Quelle: https://gespielt.hypotheses.org/1231

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Vom Gegenwärtigen im Vergangenen. Neue Perspektiven auf das Spannungsverhältnis von Kontingenz und Heimat

15.02.2017 Anna Strommenger

Es gilt in der Forschung zur Bedeutung von Heimat als nahezu unbestritten, dass diese zunehmend dann in den Fokus gesellschaftlicher Verhandlung rückt, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – in die Krise gerät oder prekär zu werden droht. Erst der tatsächliche oder geglaubte Verlust eines zuvor unhinterfragt bleibenden Nahverhältnisses zwischen Mensch und Umwelt evoziert die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Neubestimmung von Heimat und lässt diese so zu einem Reflexionsbegriff gesellschaftlichen Veränderung werden.1 Für eine Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Prävalenz von Kontingenz ist die Analyse (historischer) Heimatkonjunkturen dabei von doppeltem Interesse: Sie macht nicht nur gesellschaftlicher Kontingenzerfahrung sichtbar, sondern lässt gleichzeitig Rückschlüsse auf verschiedene Formen der Kontingenzbewältigung zu.

 

Wenn an dieser Stelle für eine neue Perspektive auf das historisch spezifische Spannungsverhältnis von Kontingenz und Heimat im deutschen Kaiserreich plädiert wird, so geschieht dies vor dem Hintergrund aktueller Debatten um das, was Heimat ausmache. Neue Forschungsperspektiven entstehen nicht zuletzt in der Konfrontation vergangener Gegenwart mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, da die Deutung und Konturierung von Vergangenem stets auch von gegenwärtigen Problemlagen affiziert wird.

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Quelle: http://grk1919.hypotheses.org/262

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Eine neue Chance für ostdeutsche Wissenschaftler_innen oder die Brisanz eines wissenschaftsgeschichtlichen Themas

18.01.2017 Marie-Christin Schönstädt

Man könnte denken, dass es im 27. Jahr nach der Wiedervereinigung keine Rolle mehr spielt, in welchem Teil Deutschlands jemand aufgewachsen ist und sozialisiert wurde. In dem kürzlich erschienenen Artikel „Der Osten will Posten“1 , wird jedoch ein anderes Bild gezeichnet. Timo Meynhardt, ein 44-jähriger Professor, hat eine Stelle als Lehrstuhlinhaber an der Handelshochschule Leipzig (HHL). Er ist in der DDR aufgewachsen und zur Schule gegangen. Seine universitäre Karriere durchlief er im bereits vereinten Deutschland an der Universität Jena und an einigeninternationalen Standorten in Oxford, Peking und einer Promotion in St. Gallen.

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Quelle: http://grk1919.hypotheses.org/246

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