Mein Haushalt voller europäischer Geschichte – Geschichte Europas anhand privater Gegenstände

Sechs Uhr morgens, Paris, Gare du Nord, 1988: Endstation für den Paris-Warschau Express. Un rouge, s.v.p.! ruft einer, kräftig gebaut, ordentlicher Bauch, rundliches Gesicht, leicht gerötet. Kurz danach vor ihm dieses kleine Weinglas mit 100cl Rotwein. Um sechs Uhr morgens.

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Quelle: https://wolfgangschmale.eu/mein-haushalt-voller-europaeischer-geschichte-3/

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Hat Karl Marx dieses Haus jemals betreten? Schauplätze seines Pariser Exils 1843-1845

Nächstes Jahr jährt sich der Geburstag von Karl Marx zum 200. Mal. Zugleich feiern das Kommunistische Manifest (1847/48) mit 170 Jahren und „Das Kapital“ (1868) mit 150 Jahren runde Jubiläen. Anlass genug, um Leben, Werk und Wirkung von Karl Marx auf neue (geht das?) oder zumindest interessante Weise anhand von Biographien, Filmen, Dokudramen, Radiofeatures1, Ausstellungen2, Websites, Veröffentlichungen, Tagungen etc. zu beleuchten. Neben Fragen nach der Aktualität von Marx‘ Schriften liegt ein beliebter Aspekt im derzeitigen Marx-Hype auf Darstellungen zu seiner Person und seinem privaten Umfeld. Das zeigt sich am – wie ich finde – langweilig-bieder erzählten Film „Der junge Karl Marx“ ebenso wie an den neueren Biographien, die dafür allerdings ebenso Kritik einstecken mussten3.



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Quelle: http://19jhdhip.hypotheses.org/3008

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Wanderungen in Paris zwischen Osiris und Moses, von Xu Zhen zu Claude Monet

Paris im Februar 2016: Von der Gegenwart des Terrors, dessen Opfer permanent am Republik-Denkmal auf der Place de la République gedacht wird, über Ausstellungen zurück zu Osiris, Moses, und wieder in die Gegenwart chinesischer Kunst. Kraft schöpfen bei Monets Nymphéas.

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Quelle: http://wolfgangschmale.eu/paris/

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Jakob von Vitry: Okzidentale Geschichte (Jacobus de Vitriaco: Historia Occidentalis, deutsch), 9

[Fortsetzung des Übersetzungsprojekts]

Neuntes Kapitel

Über den Magister Johannes von Nivelles und andere Prediger

Nachdem der genannte Kämpfer Christi1also gestorben war, der es auf sich genommen hatte, in heiligem Streit die Welt zu bewachen, und der die teilweise dunklen Gegenden durch das Licht der Wahrheit erleuchtet hatte, begannen viele, durch den Eifer der Liebe entzündet und durch sein Beispiel angetrieben, zu predigen und zu lehren. Sie erzogen viele zur Gerechtigkeit und entrissen durch heilige Aufmunterungen die Seelen der Sünder aus dem Rachen des Leviathans. Die wichtigsten der Namen unter diesen waren, Sternen am Himmel gleich: der verehrungswürdige Pater und Magister Stephanus, Erzbischof von Canterbury,2der Magister Galterus von London,3 der Magister Robertus von Chorcon, der später Kardinal wurde,4 (Adam,) der Zisterzienserabt von Perseigne,5 der Magister Albericus von Laon,6 der später Erzbischof von Reims wurde und sich von einem Fluss in ein Bächlein verwandelte.7 Weiterhin der Magister Johannes von Liro und sein Gefährte, der Magister Johannes von Nivelles, ein demütiger und ehrfurchtsvoller Mann und geschmückt mit den Perlen aller Tugenden.8Dazu noch viele weitere, deren Namen eingeschrieben sind ins Buch des Lebens,9und die, indem sie auf dem Acker des Herrn treu und besonnen arbeiteten, die Bestien aus den Felshöhlen und Bergen jagten, und die Fische aus dem See des Schmutzes und den Stricken und Netzen des Elends herauszogen.

D O W N L O A D

(PDF/A-Version)

Empfohlene Zitierweise: Jakob von Vitry: Okzidentale Geschichte 9, übers. von Christina Franke, mit Anmerkungen von Björn Gebert, in: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte, 27. April 2015, http://mittelalter.hypotheses.org/5735 (ISSN 2197-6120).

  1. Gemeint ist Fulko von Neuilly (†1202), vgl. Jakob von Vitry: Okzidentale Geschichte 6, übers. von Christina Franke, in: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte, 8. Juni 2014, http://mittelalter.hypotheses.org/3879 (ISSN 2197-6120) sowie Jakob von Vitry: Okzidentale Geschichte 8, übers. von Christina Franke, in: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte, 16. November 2014, http://mittelalter.hypotheses.org/4687 (ISSN 2197-6120).
  2. Stephen Langton (†1228): Studium in Paris in den 1180er Jahren, Schüler von Petrus Cantor, später Lehrer in Paris; bedeutender Theologe, Verfasser zahlreicher Werke; päpstlicher delegierter Richter 1205/6, Kardinalpresbyter von S. Crisogono 1206; Wahl zum Erzbischof von Canterbury auf Betreiben von Papst Innocenz III. 1206 in Rom, Konsekration 1207 gegen den Widerstand des englischen Königs, daraufhin Exil bis 1213 in Frankreich, v.a. in der Zisterzienserabtei Pontigny; Mitwirkung bei der Entstehung der Magna Carta Libertatum 1215; Suspendierung durch den Papst 1215; Zwangsaufenthalt an der Kurie 1215-1218; Translation von Reliquien Thomas Beckets nach Canterbury 1220. Lit.: Folkestone Williams: Lives of the English Cardinals. Including historical notices of the papal court, from Nicholas Breakspear (Pope Adrian IV.) to Thomas Wolsey, Cardinal Legate, 1, London 1868, S. 205-48; Klaus Ganzer: Die Entwicklung des auswärtigen Kardinalats im hohen Mittelalter. Ein Beitrag zur Geschichte des Kardinalkollegiums vom 11. bis 13. Jahrhundert, Tübingen 1963 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 26), S. 153-9; John W. Baldwin: Masters, Princes and Merchants. The social views of Peter the Chanter and his circle, Bd. 1: Text, Princeton, NJ 1970, S. 25-31; Werner Maleczek: Papst und Kardinalskolleg von 1191 bis 1216, Wien 1984 (Publikationen des Historischen Instituts beim Österreichischen Kulturinstitut in Rom, Abhandlungen 6), S. 164-6; Daniel Baumann: Stephen Langton. Erzbischof von Canterbury im England der Magna Carta (1207-1228), Leiden [u.a.] 2009 (Studies in Medieval and Reformation Traditions 144).
  3. Walter, Archidiakon von London: als solcher nachweisbar 1212-1214; von Papst Innocenz III. 1213 zur Kreuzzugspredigt in England beauftragt. Quellen und Lit.: August Potthast: Regesta Pontificum Romanorum. Inde ab a. post Christum natum MCXCVIII ad a. MCCCIV, Bd. 1, Berlin 1874, Nr. 4727 (S. 410f.); Early Charters of the Cathedral Church of Saint Paul, London, ed. Marion Gibbs, London 1939 (Camden Series 3,58), Nr. 255, 263, 307; Alfred John Andrea: Walter, archdeacon of London, and the Historia occidentalis of Jacques de Vitry, in: Church History 50 (1981), S. 141-51.
  4. Robert de Corson († 1219): Studium in Paris in den 1190er Jahren, Schüler von Petrus Cantor, ab 1200 Lehrer in Paris; verfasste einige theologische Werke; häufig päpstlicher delegierter Richter bis 1212; Kardinalpresbyter von S. Stefano in Monte Celio ab 1212; Legat in Frankreich 1213-1215; Prediger beim Albigenserkreuzzug und beim 5. Kreuzzug; Tod vor Damiette. Lit.: Marcel Dickson et Christiane Dickson: Le cardinal Robert de Courson. Sa vie, in: Archives d’histoire doctrinale et littéraire du moyen âge Bd. 9 (1934), S. 53-142; Baldwin: Masters (wie Anm. 2), S. 19-25; Maleczek: Papst und Kardinalskolleg (wie Anm. 2), S. 175-9; Jörg Oberste: Zwischen Heiligkeit und Häresie. Bd. 1: Städtische Eliten in der Kirche des hohen Mittelalters, Köln [u.a.] 2003 (Norm und Struktur 17), S. 193-7.
  5. Adam von Perseigne (†1221): erst Regularkanoniker, dann Benediktiner, schließlich Zisterzienser und Abt von Perseigne (1188-1221); 1195 Disputation mit Joachim von Fiore in Rom; 1198 Beichtvater des engl. Königs Richard Löwenherz; predigte den 4. Kreuzzug; wurde besonders von Papst Innocenz III. mit wichtigen Aufträgen betraut, etwa 1208 mit der Vermittlung zwischen den Königen von England und Frankreich; verfasste Predigten, Briefe und einen Liber de mutuo amore ad sacras virgines. Quellen und Lit.: Radulphi de Coggeshall chronicon Anglicanum, in: Radulphi de Coggeshall chronicon Anglicanum, de expugnatione Terrae Sanctae libellus. Thomas Agnellus de morte et sepultura Henrici regis Angliae junioris. Gesta Fulconis filii Warini. Excerpta ex otiis imperialibus Gervasii Tileburiensis, ed. Joseph Stevenson, Joseph, New York, NY [u.a.] 1875 (Rerum Britannicarum medii aevi scriptores 66), S. 1-208, hier 130; Statuta Capitulorum Generalium Ordinis Cisterciensis. Ab anno 1116 ad annum 1786, ed. Joseph Maria Canivez, Bd. 1: Ab anno 1116 ad annum 1220, Louvain 1934 (Bibliothèque de la Revue Ecclésiastique 10), 1201.37 (S. 270); Louis Calendini: Art. “Adam de Perseigne”, in: Dictionnaire d’histoire et de géographie ecclésiastiques (künftig: DHGE), 1, Paris 1912, Sp. 488-90; Adam de Perseigne: Lettres, Texte latin, introd., trad. et notes par Jean Bouvet, Bd. 1, Paris 1960 (Sources chrétiennes 66 / Sources chrétiennes. Série des textes monastiques d’Occident 4), S. 7-29; The Historia Occidentalis of Jacques de Vitry. A critical edition, ed. John Frederick Hinnebusch, Fribourg 1972 (Spicilegium Friburgense 17), Appendix C, S. 254f. mit weiterer Literatur; Laurent Maillet: Les missions d’Adam de Perseigne, émissaire de Rome et de Cîteaux (1190-1221), in: Annales de Bretagne 120,3 (2013), S. 99-116; Klaus Graf: Der Zisterzienser Adam von Perseigne und das Speculum virginum, in: Ordensgeschichte. Ein interdisziplinäres Gemeinschaftsblog, 8. September 2013, http://ordensgeschichte.hypotheses.org/5570 (ISSN 2198-8315).
  6. Alberich von Laon bzw. von Humbert bzw. von Hautvilliers (†1218): Archidiakon von Paris; Erzbischof von Reims ab 1206/07; initiierte den gotischen Neubau der Kathedrale von Reims; nahm 1212 am Albigenserkreuzzug teil; brach auch zum 5. Kreuzzug auf; Tod in Pavia auf dem Rückweg vom Heiligen Land. Quellen und Lit.: Albrici monachi Triumfontium Chronicon, ed. P. Scheffer-Boichorst, in: MGH SS 23, 631-950, hier S. 887 (Ernennung zum Erzbischof von Reims), 889 (Teilnahme am Albigenserkreuzzug), 905 (Aufbruch ins Heilige Land), 907 (Tod in Pavia); Gallia Christiana, in provincias ecclesiasticas distributa, qua series et historiae archiepiscoporum, episcoporum et abbatum… / opera et studio Dionysii Sammarthani,… [deinde] monachorum Congregationis S. Mauri Ordinis S. Benedicti [deinde] condidit, 9: De provincia Remensi, ejusque metropoli ac suffraganeis Suessionensi, Laudunensi, Bellovacensi, Catalaunensi ac Noviomensi ecclesiis, Paris 1751, Sp. 104-107; Pierre-François Fournier: Art. “Albéric de Humbert”, in: DHGE 1, Paris 1912, Sp. 1409; The Historia Occidentalis, ed. Hinnebusch (wie Anm. 5), Appendix C, S. 257.
  7. Diese Formulierung Jakobs von Vitry spielt laut César Egasse du Boulay: Historia Universitatis Parisiensis, 2: Ab An. 1110 Ad Ann. 1200, Paris 1665, S. 724 und The Historia Occidentalis, ed. Hinnebusch (wie Anm. 5), Appendix C, S. 257 darauf an, dass er zuvor Armut gepredigt, nun aber kirchliche Würden angenommen hatte.
  8. Johannes von Liro († nicht vor 1220) und Johannes von Nivelles (†1233): Kanoniker im Bistum Lüttich (Liège) im engeren Umfeld (letzterer war zeitweise Dekan) des Lütticher Bischofs Hugues de Pierrepont (1200-1229); unterstützten gemeinsam mit Jakob von Vitry das frühe Beginentum im Bistum Lüttich sowie Regularkanonissen- und Zisterzienserinnenkonvente. J. von Nivelles wurde 1215/19 Regularkanoniker in Oignies; Papst Innocenz III. beauftragte ihn mit der Kreuzzugspredigt (1216), Honorius III. mit der Kreuzzugskollekte (1219). Quellen und Lit.: Thomae Cantipratani Bonum Vniversale De Apibus, ed. Georges Colvener, Douai 1627, S. 362, 529; Acta Sanctorum, quotquot toto orbe coluntur vel a catholicis scriptoribus celebrantur, quae ex Latinis et Graecis aliarumque gentium antiquis monumentis coll., digessit, notis illustr. Joannes Bollandus servata primigenia scriptorum phrasi, ed. Godefridus Henschenius et al. Junii, Bd. 4: Sanctos a die XVI ad XX colendos complexus, Editio novissima, curante Joanne Carnandet, Paris [u.a.] 1867, S. 195-7; Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, ed. . von Leonard Ennen und Gottfried Eckertz, Bd. 2, Köln 1863, Nr. 50 (S. 60); Lettres de Jacques de Vitry (1160/1170-1240). Évêque de Saint-Jean-d’Acre, ed. Robert Burchard Constantijn Huygens, Leiden 1960, Nr. VI und VII, S. 123-53; Regesta Honorii Papae III, ex Vaticanis archetypis aliusque fontibus, ed. Petrus Pressutti, Bd. 1, Nr. 1972 (S. 326); Christine Renardy: Les Maîtres universitaires dans le diocèse de Liège. Répertoire biographique. 1140-1350, Paris 1981 (Bibliothèque de la Faculté de Philosophie et Lettres de l’Université de Liège 232), S. 355-7, 361-3; William McDonnell: The Beguines and Beghards in Medieval Culture with Special Emphasis on the Belgian Scene, New York, NY 1954, S. 40-7; The Historia Occidentalis, ed. Hinnebusch (wie Anm. 5), Appendix C, S. 285f.; Jacques de Vitry: Histoire Occidentale / Historia Occidentalis (tableau de l’Occident au XIIIe siècle), trad. par Gaston Duchet-Suchaux; introd. et notes par Jean Longère, Paris 1997, S. 100, Anm. 1f.; Jörg Voigt: Beginen im Spätmittelalter. Frauenfrömmigkeit in Thüringen und im Reich, Köln [u.a.] 2012 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission in Thüringen. Kleine Reihe 32), S. 34-40.
  9. Ausführlich zum himmlischen liber vitae sowie den irdischen libri, ihren Schreibern und den eingeschriebenen Namen vgl. jetzt “Eure Namen sind im Buch des Lebens eingeschrieben”. Antike und mittelalterliche Quellen als Grundlage moderner prosopographischer Forschung, hrsg. von Rainer Berndt, Münster i.W. 2014 (Erudiri Sapientia 11).

Quelle: http://mittelalter.hypotheses.org/5735

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Auf der Suche nach Vorfahren, die im 19. Jahrhundert nach Paris ausgewandert sind? Tipps zur genealogischen Suche

Vor dem protestantischen Heim deutscher Erzieherinnen in Paris, ca. 1900

Vor dem protestantischen Heim deutscher Erzieherinnen in Paris, ca. 1900 (Privatbesitz)

Häufig erhalte ich Anfragen von Privatpersonen, die bei der Suche nach einem Vorfahren, der nach Paris ausgewandert ist, im Internet auf mein Forschungsprojekt zu den Deutschen Einwanderern in Paris im 19. Jahrhundert stoßen. Viele sind von dieser massiven Abwanderung von deutschsprachigen "Gastarbeitern" nach Paris überrascht und fragen sich (und mich), was ihren Vorfahren veranlasst haben könnte, nach Paris auszuwandern. Darüber hinaus benötigen sie Ratschläge, wie sie am besten bei der Suche nach Urkunden und Dokumenten in Frankreich vorgehen sollen. Denn ohne Sprachkenntnisse und Kenntnisse der hiesigen Verwaltungsstruktur ist es schwierig, die richtige Stelle für Anfragen nach offiziellen Dokumenten (Geburts-, Tauf-, Hochzeits-, Einbürgerungsurkunden, Sterberegister etc.) zu finden. Höchste Zeit also, diese Hinweise und Tipps für die Suche nach Urkunden und Dokumenten zu Einwanderern in Paris hier öffentlich zu machen.

Warum Paris? Wirtschaftliche Migration, politisches Exil und der Mythos Paris als "Hauptstadt des 19. Jahrhunderts"

Die Gründe für eine Auswanderung nach Paris im 19. Jahrhundert waren sehr vielfältig und von der individuellen Situation der Einzelnen abhängig. Bekannt ist Paris vor allem als Aufenthaltsort von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern wie Heinrich Heine, Ludwig Börne, Karl Marx und anderen. Die französische Hauptstadt war insbesondere in den 1830er und 1840er Jahren ein Zufluchtsort für politisch Verfolgte aus den deutschen Ländern. Die Masse der deutschsprachigen Einwanderer waren aber Handwerker, Arbeiter, Tagelöhner und Dienstmädchen. Für die Handwerker und Gesellen auf der Walz stellte Paris eine wichtige Etappe dar, um ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu erweitern. Auch zahlreiche Händler und Kaufleute zog es für einige Zeit zum Geschäftemachen an die Seine. Das hier im Blog bereits mehrfach erwähnte "Adressbuch der Deutschen in Paris von 1854", das online als Datenbank durchsucht werden kann, zeugt von den wirtschaftlichen Aktivitäten der deutschsprachigen Einwanderer.

Für ungelernte Arbeiter, Tagelöhner, Lumpensammler oder (hessische) Straßenkehrer galt Paris als Ort, wo es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Industrie und während der 1860er Jahre aufgrund des Umbaus und der Stadterweiterung unter der Leitung des Architekten Eugène Haussmann mehr Arbeit gab als zur selben Zeit in Hessen, Württemberg, Bayern oder Sachsen. Die ungelernten Arbeiter sprachen zumeist kein Französisch und lernten es oftmals auch während ihres Aufenthalts nicht. Sie erfanden aber eigene Worte, wie die protestantischen und katholischen Pfarrer berichteten, die für die großen deutschsprachigen Gemeinden in Paris zuständig waren: "Die Boulevards waren für sie Bullwagen, die berühmten Champs-Elyséss die Schandliese, die Ecole de médicine die goldene Metze usw. Als Hessenpfarrer mußte man diese Ausdrücke kennen, sonst war man verraten und verkauft."1

Aus den Berichten der Pfarrer geht außerdem hervor, dass die deutschen Einwanderer oft zurückgezogen und in sehr ärmlichen Verhältnissen lebten. Mit einem Tagesverdienst von 2,5 Francs als Lumpensammler konnte man kaum genug Geld für das tägliche Leben verdienen, geschweige denn Geld zurücklegen, um mit etwas Erspartem in die Heimat zurückzukehren. Frauen und auch Kinder halfen daher oftmals mit, um das Auskommen der Familie zu sichern. Auffallend ist zudem die große Anzahl an deutschsprachigen Dienst- und Kindermädchen sowie Gouvernanten, die in den bürgerlichen und adeligen Familien in Paris für einige Jahre tätig waren2.

Entscheidende Einschnitte für die deutschsprachige Einwanderung nach Paris stellten der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 dar. In beiden Fällen wurden die Einwanderer ausgewiesen und mussten die französische Hauptstadt und Frankreich verlassen. Nicht alle kamen der Ausweisung nach: Vor allem ärmere Familien harrten versteckt in Paris aus, in der Hoffnung, dass der Krieg bald vorbei gehen würde. Ihre Schicksale kann man anschaulich in den Berichten des amerikanischen Botschafters in Paris, Washburne, nachlesen, der während des Krieges den Schutz der Staatsangehörigen aus Preußen und den Staaten des Norddeutschen Bundes übernommen hatte3. Manche Einwanderer sahen Frankreich längst als neue Heimat an und blieben, um auf Seiten Frankreichs zu kämpfen. Die Zahl der Einbürgerungen stieg während des Kriegs sprunghaft an. Einige Deutschen standen ebenfalls mit den Franzosen während der Pariser Kommune, dem Aufstand von 1871, auf den Barrikaden. Da während der Kommune das Pariser Stadtrathaus, das Justizministerium und andere wichtige administrative Gebäude brannten, sind zahlreiche Dokumente für die genealogische Forschung verloren.

Die schwierige Suche nach Dokumenten zu Einwanderern

Generell sind individuelle Suchen nach Einzelpersonen sehr schwierig. In der Regel tauchen Einwanderer nur in behördlichen oder kirchlichen Quellen auf, d.h. bei Geburt, Taufe, Hochzeit, bei Einbürgerungsanträgen oder im Sterbefall. Wenn sie einen kleinen Betrieb oder ein Geschäft geführt haben, können auch Unterlagen in wirtschaftlichen Registern oder Steuerregistern vorhanden sein. Generell gab es in Paris im 19. Jahrhundert mit dem "Bottin de Commerce", benannt nach seinem Begründer Sebastién Bottin, eine Art "gelbe Seiten", in denen schon seit 1789 Adressen von handwerklichen Betrieben, Kaufleuten und Geschäften gesammelt und veröffentlicht wurden. Privatpersonen sind darin jedoch nicht zu finden. Auch sind die Adressverzeichnisse - anders als das Adressbuch der Deutschen in Paris von 1854 - nicht online, sondern müssen auf Mikrofilm vor Ort im Pariser Stadtarchiv, den Archives de Paris, eingesehen werden. Telefonbücher wurden erst ab 1880 erstellt, auch diese sind bisher nicht online gestellt.

Die Adresse ist oftmals Ausgangspunkt für die weiteren Forschungen. Erst mit der Adresse kann man sich an die richtige Behörde oder die richtige Kirchengemeinde wenden. Auch für die Suche nach wirtschaftlichen Aktivitäten ist die Adresse notwendig. So gibt es im Pariser Stadtarchiv das Grundstücksregister, die sogenannten "calepins du cadastre". Dort sind die Grundrisse der Häuser in Paris eingetragen, die Namen der Bewohner und Geschäftstreibenden, welcher Teil des Gebäudes bewohnt wurde, die Miethöhe etc. Für die Forschung sind diese Unterlagen sehr interessant, sie können aber auch Privatpersonen Aufschluss darüber geben, wie die Wohnverhältnisse ihrer Vorfahren waren.

Welche offiziellen Urkunden gibt es und wo findet man sie?

Urkunden zum Personenstand

Nach einem Gesetz aus dem Jahr 1792 waren die französischen Bürgermeister verpflichtet, getrennte Personenstandsregister in doppelter Ausführung für Geburten, Hochzeiten und Todesfälle in ihrer Gemeinde anzulegen. In diesen Registern finden sich außerdem Korrekturen zu den Urkunden sowie in den Geburtsregistern Hinweise wie etwa zur Anerkennung der Vaterschaft oder ggf. zur Adoption. Auch Vermerke zu einer Scheidung wurden aufgenommen4. Die Personenstandsregister werden in Frankreich 100 Jahre in den Rathäusern aufbewahrt und sind für diese Zeit nicht öffentlich zugänglich. Privatpersonen können aber schriftlich Kopien oder Auszüge aus den Registern oder Urkunden erhalten, wenn sie mit der gesuchten Person verwandt sind. Eine Kopie (copie) enthält den gesamten Text der Urkunde, inklusive der Anmerkungen. Ein Auszug (extrait) ist dagegen nur eine nicht vollständige Fassung der Originalurkunde. Bei einer Geburtsurkunde im Auszug wird beispielsweise die Identität des Vaters nicht bekannt gegeben. Nach Ablauf der Frist von 100 Jahren werden die Register und die Kopien der Urkunden an das entsprechende Regionale Archiv oder das Stadtarchiv abgegeben. In Paris sind die Archives de Paris als Stadtarchiv für alle Arrondissements von Paris zuständig.

Personenstandsregister in den Archives de Paris

Die Suche nach einer Geburtsurkunde (acte de naissance), Heiratsurkunde (acte de marriage) oder Sterbeurkunde (acte de décès) für die Zeit vor 1902 kann im Pariser Stadtarchiv vorgenommen werden. Dabei gibt es jedoch wesentliche Einschränkungen für die Zeit vor 1860: Denn sowohl das Rathaus als auch das Justizministerium, in denen die Register und Urkunden des Personenstands bis zu ihrer Abgabe ins Archiv gelagert waren, brannten - wie bereits erwähnt - 1871 während des Kommune-Aufstands vollständig ab. Für den Zeitraum von 1860-1870 waren die Urkunden noch nicht an das Archiv übergeben, so dass diese glücklicherweise noch erhalten sind. Für die Zeit vor 1860 wurde versucht, die Unterlagen anhand der kirchlichen Register und über einen 1872 erfolgten großangelegten Aufruf an die Öffentlichkeit zu rekonstruieren. Etwa ein Drittel der Zivilstandsurkunden für die Zeit vor 1860 konnten dadurch wieder hergestellt werden5. Der Bestand enthält also sehr große Lücken, die von Arrondissement zu Arrondissement variieren. Zumeist sind nur die Sterberegister erhalten, die aber zumindest das Alter der Person, ihren Geburtsort sowie die Namen der Eltern und ggf. des Ehepartners enthalten.

Die Personenstandsregister sind unterteilt in Jahrzehnt-Übersichten (Tables decennales): 1860-1872, 1873-1882, 1883-1892, 1893-1902. Die einzelnen Register sind nach Arrondissement aufgeteilt und dann alphabetisch geordnet. Kennt man weder das genaue Geburtsdatum noch das Arrondissement, so kann man in diesen Jahrzehnt-Übersichten, die online sind, nachsehen.

archives_parisAuf der Website der Archives de Paris werden mehrere Datenbanken angeboten: Zum einen der Zugang zu den Jahrzehnt-Übersichten "Tables decennales" für die Zeit von 1860-1902, mit deren Hilfe man nach Personennamen suchen kann, wenn man das Jahrzehnt des Datums der Ausstellung der Urkunde und den Urkundentyp (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunde) kennt. Im Suchergebnis kann man das Digitalisat des Registers mit allen Angaben sehen.

Die zweite Datenbank enthält das Registre d'actes d'état civil (1860-1902), das man durchsucht, wenn man das Arrondissement, den Typ der Urkunde sowie ihr Ausstellungsdatum kennt. Sie führt direkt auf ein Digitalisat der Urkunde.

Eine dritte Datenbank erschließt den rekonstituierten Bestand für die Zeit vor 1860. Es gibt ein alphabetisches Register Fichiers alphabétiques de l’état civil reconstitué (XVIe siècle-1859), mit dessen Hilfe man die Archivsignatur für eine Urkunde herausfinden kann. Diese Urkunden sind ebenfalls digitalisiert und online einsehbar.

Weitere Regional- und Stadtarchive in Frankreich

Die französischen Archive digitalisieren prioritär Urkunden des Personenstands, weil sie dazu die häufigsten Anfragen bekommen. Sollte die gesuchte Urkunde nicht online sein, so können Anfragen für die Kopie einer Urkunde schriftlich per Brief oder per Mail erfolgen. Teilweise sind diese Dienstleistungen mit Kosten verbunden. Die Briefanfragen können in englischer Sprache abgefasst sein. Das Wiki zur Genealogie GenWiki bietet Musterbriefe in verschiedenen Sprachen und für unterschiedliche Archive und Behörden an. Die Beantwortung dieser Anfragen kann einige Zeit in Anspruch nehmen, in kleineren Städten geht es zumeist schneller. Letztlich ist die Bearbeitungszeit vom jeweiligen Archiv abhängig. Ich selbst habe mit dem Stadtarchiv in Straßburg sehr positive Erfahrungen gemacht: Meine Anfrage wurde in der gleichen Woche beantwortet. Eine Übersicht zum französischen Archivsystem mit weiteren Links und Erklärungen zu den Regionalarchiven in Frankreich findet sich im Beitrag "Archive in Frankreich"6

Kirchliche Urkunden

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Blick auf die katholische Kirche "St. Joseph des Allemands" der deutschen Einwanderer, Postkarte im Privatbesitz

In Frankreich übernahm die staatliche Verwaltung bereits 1792 während der Französischen Revolution die Ausstellung der Personenstandsurkunden. Die Kirchengemeinden führten ihrerseits zwar weiterhin eigene Register. Diese hatten aber keine Funktion mehr als offizielle Dokumente. Für die genealogische Suche sind die Kirchenregister von großer Bedeutung. Insbesondere für Paris nehmen sie als Ersatz für die zerstörten Urkunden des Zeitraum von 1793-1859 eine zentrale Rolle ein. Manche Kirchenregister werden zentral aufbewahrt (siehe unten). Ansonsten muss man sich direkt an die zuständige Kirchengemeinde wenden, wozu man allerdings Wohnort und Adresse der gesuchten Person kennen muss.

Katholische Gemeinden

In jeder katholischen Kirchengemeinde wird in zweifacher Ausführung ein Register für Taufen und Heirat sowie die entsprechenden Urkunden (acte de baptême, acte de mariage) aufbewahrt. Für die Einsicht dieser Dokumente für die Zeit ab 1902 kann man sich direkt an die betreffende Gemeinde oder das katholische Diözesanarchiv wenden. Eine Übersicht zu den aktuellen Gemeinden findet sich online. Auskünfte werden jedoch nur an Familienangehörige gegeben, so dass die verwandtschaftliche Beziehung nachgewiesen werden muss. Die ehemaligen Gemeinden sind in einem Register von 1890 aufgeführt7.

Die Genealogische Gesellschaft von Utah (Mormonen) hat alle Pariser kirchlichen Register des Zeitraums von 1792 bis 1860 mikroverfilmt und in eine Datenbank übertragen, die darüber hinaus weitere Register aus der ganzen Welt enthält. Der Zugang zur Datenbank findet sich auf der Website FamilySearch.

Protestantische Gemeinden

Ein Teil der protestantischen Kirchenregister werden von der Société de l'histoire du protestantisme français aufbewahrt. Da die Register nicht vollständig sind, muss man sich unter Umständen an die zuständige Kirchgemeinde wenden, die ebenfalls ein Exemplar der Register aufbewahrt. Für die Augsburger Konfession wurden die Register der verschiedenen Pariser Kirchengemeinden seit etwa 1809 zentralisiert8.

Jüdische Gemeinden

Für die Suche nach jüdischen Vorfahren kann man sich an das Consistoire israélite de Paris wenden, das die Register der verschiedenen Pariser Synagogen enthält. Die Heiratsurkunden sind ab 1822, die Sterberegister erst ab 1880 erhalten9. Weitere Hilfestellung gibt der Cercle de Généalogie Juive10.

Einbürgerung

Wer vorhatte, sich dauerhaft in Paris niederzulassen, hat ein Einbürgerungsverfahren angestrebt. Die Voraussetzungen, um einen Antrag stellen zu dürfen - dazu gehörte beispielsweise die Dauer des Aufenthalts in Paris -, variierten im Laufe des 19. Jahrhunderts. Grundsätzlich wurden zwei Verfahren durchgeführt: die "kleine" Einbürgerung (admission à domicile), durch die man das Vererbungsrecht erwarb, einerseits. Und die umfassende Naturalisierung, die einem alle Rechte und Pflichten eines französischen Staatsbürgers übertrug, andererseits. Durch die Einbürgerung des Ehemanns erhielt die Ehefrau automatisch die französische Staatsbürgerschaft.

Die Unterlagen zu den Einbürgerungen werden im französischen Nationalarchiv, den Archives Nationales aufbewahrt. Es gibt eine Online-Datenbank, die Namen der Personen enthält, die für die Zeit bis 1853 einen Einbürgerungsantrag gestellt haben. Um eine Recherche durchzuführen, muss auf dieser Übersichtsseite zu den Datenbanken (bases de données) die Datenbank NAT ausgewählt werden. Aufgrund der Angaben in der Datenbank kann man die Einbürgerungsakte als Kopie bestellen. Wer sie vor Ort einsehen will, sollte genügend Zeit einplanen, da Bestellung und Heraussuchen der Akte etwa eine Woche in Anspruch nehmen11.

Weitere Dokumente

Hinweise zum Personenstand sind auch in Wählerlisten enthalten, die in Paris für den Zeitraum von 1848 an jedoch nur mit Lücken überliefert sind. Die Listen wurden nach Arrondissement geführt und enthalten den Namen, die Adresse, den Beruf sowie Geburtsdatum und Geburtsort. Sie werden in den Archives Nationales aufbewahrt und müssen persönlich vor Ort eingesehen werden. Viele Einwanderer wurden überwacht, so dass sich unter Umständen Dokumente im Pariser Polizeiarchiv und in den Archives Nationales (Akten des Innenministeriums) befinden können12. Ein Einwohnermeldeamt gab es nicht, Ausländer mussten sich aber auf der Polizeistation ihres Viertels melden. Da beginnt dann allerdings die Suche von vorn: Denn wenn man die Adresse und damit das entsprechende Viertel nicht kennt, kommt man hier nicht weiter.

Links zur genealogischen Forschung in Frankreich

Wie in Deutschland u.a. mit Ahnenforschung.net gibt es auch in Frankreich eine große genealogisch interessierte Community, die sehr gut organisiert ist und Hilfestellung bietet. Zwei Adressen seien abschließend genannt, die bei der Suche weiterhelfen können: Ein umfassendes Informationsangebot für die genealogische Suche in Frankreich findet man im Guide Généalogie. Dort gibt es insbesondere Hilfestellung zur persönlichen Ahnenforschung: Methoden, Quellen, Archive, weiterführende Adressen und Internetseiten zum Thema. Daneben gibt es die Bibliothèque Généalogique, die Website eines privaten Forschungszentrums zur Sozialgeschichte. Auf der rechten Seite sind vier Datenbanken zu finden:  Die "Cartes de Sûreté à Paris", kirchliche Geburtsregister (Registres Paroissiaux Naissances) kirchliche Heiratsregister (Registres Paroissiaux Mariage), kirchliche Sterberegister (Registres Paroissiaux Décès) sowie Häftlingsregister (Registres de Bagnards). Das Angebot ist teilweise kostenpflichtig bzw. setzt einen Leseausweis der Bibliothek voraus.

Viel Erfolg bei der Suche!

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Literatur

Sur les traces de vos ancêtres à Paris: la recherche des origines. Guide de recherches biographiques et généalogiques aux Archives de Paris, Paris (Archives de Paris) 1997, ISBN 2-86075-008-8.

  1. Pfarrer Frisius: In Paris während der Monate Juli und August 1870. Erinnerungen eines deutschen Pfarrers, in: Evangelisches Gemeindeblatt München No. 9 1914, S. 136-140, hier S. 136.
  2. Vgl. dazu auch Mareike König, »Bonnes à tout faire«: Deutsche Dienstmädchen in Paris im 19. Jahrhundert, in: Dies. (Hg.), Deutsche Handwerker, Arbeiter und Dienstmädchen in Paris. Eine vergessene Migration im 19. Jahrhundert, München 2003 (Pariser Historische Studien, 66), S. 69–92. Online unter: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/phs/koenig_handwerker/koenig_bonnes
  3. Vgl. Der Schutz der Deutschen in Frankreich 1870 und 1871. Briefwechsel des außerordentlichen Gesandten und bevollmächtiten Minister der Vereinigten Staaten für Frankreich, E.B. Washburne in Paris vom 17. Juli 1870 bis zum 29. Jun i1871, hg. von Adolf Hepner, Stuttgart 1907.
  4. In Frankreich war die Scheidung mit Gesetz vom 20. September 1792 an erlaubt, wurde 1816 wieder verboten und mit Gesetz vom 27. Juli 1884 erneut ermöglicht.
  5. Eine zweite Initiative zur Wiederherstellung der zerstörten Urkunden erfolgte in den 1940er und 1950er Jahren, und noch immer erhält das Stadtarchiv Kopien aus privater Hand.
  6. Florence de Peyronnet-Dryden, Matthias Nuding, Archive in Frankreich, in: Falk Bretschneider, Mareike König, Pierre Monnet (Hg.), Geschichte machen in Frankreich. Ein Wegweiser für Studium, Forschung und Karriere, Revue de l'Institut francais d'histoire en Allemagne, 10 (2014), http://ifha.revues.org/7830.
  7. Fabrique et consistoires de la ville de Paris. Circonscriptions des paroisses... avec dictionnaire des rues et plan, Paris 1890.
  8. Die Adresse lautet: Église évangélique luthérienne de France, Inspection de Paris, 16 rue Chauchat, 75009 Paris, Frankreich
  9. Die Adresse des Consistoire lautet: 17, rue Saint-Georges, 75009 Paris
  10. Die Adresse des Cercle de Généalogie Juive lautet: 14, rue Saint-Lazare, 75009 Paris
  11. Weitere Informationen zur den Naturalisierungsakten finden sich auf den Unterseiten der Website der Archives Nationales.
  12. Zum Pariser Polizeiarchiv siehe den Beitrag von Jürgen Finger, Kleiner Archivführer 3: Les Archives de la Préfecture de Police, in: Moral Economy, 15.10.2014, http://moraleconomy.hypotheses.org/68.

Quelle: http://19jhdhip.hypotheses.org/2097

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Die digitalen Sammlungen der Pariser Stadtbibliotheken (Mittwochstipp 48)

Zur Pariser Bibliothekslandschaft mit ihren zahlreichen Einrichtungen gehören auch mehrere spezialisierte städtische Bibliotheken unterschiedlicher Ausrichtung mit einem umfangreichen Online-Angebot. Sie präsentieren sich auf einer gemeinsamen Website, die die einzelnen Bibliotheken vorstellt, aktuelle Informationen und praktische Hinweise für die Nutzung vor … Weiterlesen

Quelle: http://francofil.hypotheses.org/2799

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Auf der Suche nach dem Kanon der Geschichte

 

Alles hat vor ein paar Tagen angefangen mit einem Tweet: Welche Bücher sollte jeder #Historiker gelesen haben? #leseliste — Marc Mudrak (@MarcMudrak) July 26, 2014 Um zu erklären, wie es zu dieser Frage kam, muss ich etwas weiter ausholen. Denn auch Tweets haben manchmal längere Vorgeschichten. Während meiner Jahre in Frankreich ist mir in den Buchhandlungen, Bibliographien und Gesprächen etwas aufgefallen, was ich so aus Deutschland nicht kannte: Links des Rheins gibt es eine Art Kanon der großen historischen Wissenschaftsliteratur und Autoren (es sind […]

 

 

Quelle: http://catholiccultures.hypotheses.org/2165

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Paris zur Zeit der Belle Époque: die Ausstellung “Paris 1900” im Petit Palais

Foto 1Das Petit Palais an den Champs-Elysées wurde neben dem Grand Palais als prächtiger Ausstellungspalast für die Weltausstellung 1900 errichtet und dient heute als Museum. Derzeit werden dort bis zum 17. August 2014 in der Ausstellung “Paris 1900, la ville spectacle” über 600 Exponate gezeigt und Besucherinnen und Besucher in das Paris der Jahrhundertwende, die Zeit der Belle Époque, zurückversetzt. Das Petit Palais alleine lohnt schon einen Besuch, denn es repräsentiert bestens die Zeit des Fortschrittsoptimismus, der technischen Neuerungen und den Stil und die Eleganz des Pariser Lebens um 1900.

Foto 2Gezeigt werden in sechs thematischen Abschnitten Gemälde, Kunstgegenstände, Poster, Skulpturen, Fotografien, die ersten Filme der Gebrüder Lumière sowie Möbel, Schmuck und Kostüme. Das ist insgesamt sehr klassisch, transportiert aber dennoch überzeugend die quirlige Atmosphäre und die Aufbruchsstimmung, die anlässlich der damaligen Weltausstellung geherrscht haben muss. Über 51 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen damals aus aller Welt nach Paris. Darunter waren auch viele deutsche Dienstmädchen, die sich zu dieser Zeit in Paris in Stellung oder auf Arbeitssuche befanden. Die Weltausstellung taucht in den Archiven und Dokumenten immer wieder auf, so z.B., weil im Jahr 1900 die Übernachtungszahlen des protestantischen Dienstmädchenheims zum ersten Mal rückläufig waren. Nach der gültigen Hausordnung des Heims, durften die jungen Frauen nach dem Abendessen um 19 Uhr das Haus nicht mehr verlassen. Sie wollten aber unbedingt zur Weltausstellung gehen und suchten und fanden also andere Unterkünfte, die ihnen größere Freiheiten erlaubten1.

Drei Bahnhöfe (Gare de Lyon, d’Orsay und Invalides) waren eigens für die Weltausstellung 1900 gebaut sowie die erste Metrolinie fertig gestellt worden. Nur ein Jahr zuvor war die Dreyfusaffäre mit der Begnadigung von Alfred Dreyfus zwar noch nicht vollständig beendet, aber zumindest beruhigt worden. Aufgrund der internationalen Proteste nach der zweiten Verurteilung des jüdischen Offiziers wäre es beinahe zu einem internationalen Boykott der anstehenden Weltausstellung in Paris gekommen. Erst die Begnadigung im Herbst 1899 sorgte dafür, dass die Weltausstellung zu einem internationalen Erfolg werden konnte.

Foto5Die heutige Ausstellung im Petit Palais führt Besucherinnen und Besucher durch die Abschnitte “Paris, vitrine du monde”, eben jener Weltausstellung von 1900 gewidmet, das Paris des “Art Nouveau”, gefolgt vom Paris der Kunstszene, “Der Mythos der Pariserin” und “Paris bei Nacht”, mit den Abschnitten zur Theater- und Kabarettszene, und dem Abschnitt von den Cafés-concerts über Zirkus bis hin zu den Freudenhäusern am Montmartre.

Der Mythos der “Belle Époque” dauert bis heute an, und das nicht nur, weil unmittelbar im Anschluss an diese – zumindest bürgerliche – Leichtigkeit das Grauen des Ersten Weltkriegs folgte, sondern auch, weil darin eine tatsächliche kulturelle Mischung zum Ausdruck kommt, auf deren ungleiche Kräfte die Ausstellung hinweisen will, so das Programmheft. Ein Besuch ist zwar beim Einlass stets mit Wartezeiten verbunden, wird aber allen, die sich für Paris und die Belle Époque interessieren, uneingeschränkt empfohlen.

Wer nicht nach Paris kommen kann, hat die Möglichkeit, sich mit diesem Video zu trösten, das einen Eindruck von der Ausstellung bietet (mit französischen Kommentaren von Christophe Leribault).

Exposition Paris 1900 – Petit Palais von paris_musees

 

Ausstellung im Petit Palais
vom 2.4.2014-17.8.2014,
Dienstag-Sonntag 10h00-18h00
Donnerstags 10h00-20h00

http://www.petitpalais.paris.fr/fr

Fotos (M. König):

1) Das Petit Palais

2) Der Eingang der Ausstellung

3) Blick in die Ausstellung: der Abschnitt zu Theater und Kino

  1. Vgl. Mareike König, Bonnes à tout faire: Deutsche Dienstmädchen in Paris um 1900, in: Dies. (Hg.), Deutsche Handwerker, Arbeiter und Dienstmädchen in Paris. Eine vergessene Migration im 19. Jahrhundert, München 2003, S. 69-92, hier S. 88, online: http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0004/bsb00044758/images/index.html?fip=193.174.98.30&seite=69&pdfseitex=.

Quelle: http://19jhdhip.hypotheses.org/1885

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