Texte des RECS #10: Der Salon im Park von Rheinsberg – Zeitspuren einer bemerkenswerten Rheinsberger Gartenstaffage

Dr. Detlef Fuchs (SPSG)

Schon im 19. Jahrhundert verlor das Rheinsberger Gartenreich die Mehrzahl seiner Staffagebauten, sodass an den meisten Stellen die ursprüngliche Struktur und somit auch die Ikonographie des tief in die Landschaft gestaffelten Parks kaum noch ablesbar war. Im Lustgarten in unmittelbarer Nähe des Schlosses blieben einige wenige Gartenarchitekturen erhalten. Zu ihnen zählt der sogenannte Salon (Abb. 1) im Orangerierondell, das mit seinem Namen noch an ursprünglich angedachte Funktionen dieses Gartenorts erinnert. Die umgebenden Marmorstatuen der vier Jahreszeiten, im Auftrag des Prinzen Heinrich von Giovanni Antonio Cybei gefertigt, verkörpern seit 1766 den immerwährenden Rhythmus des Werdens und Vergehens. Noch heute wird der Besucher magisch angezogen, wenn er auf der barocken Hauptachse zum Schloss an das Wegekreuz gelangt und dann die Querallee den Blick nach Westen zum Portal des Salons lenkt. Diese zum Schloss konkurrierende Sichtinszenierung gehört zu den Ursprungsmomenten des Rheinsberger Lustgartens.

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Quelle: https://recs.hypotheses.org/1677

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Texte des RECS #9: Der Cadolzburger Altar und die Hohenzollern

Carsten Dilba (SPSG)

Meister des Cadolzburger Altars, Cadolzburger Altar, geöffnet, Copyright: SPSG, GK I 8997, Foto: Jörg P. Anders

„[…] ein Gedanke [erfüllt] sämtliche Mitglieder der Kirchenverwaltung […], dieses Gemälde nebst die beiden Altarflügel bildenden Gemälde […] Euer Königlichen und Kaiserlichen Hoheit zum Geschenke ehrerbietigst anzubieten.“[1] In jenem vom Pfarrer Schlegel an den Kronprinzen Friedrich Wilhelm, den nachmaligen 99-Tage Kaiser (Friedrich III.) gerichteten Schreiben vom 22. Oktober 1873 wird diesem der Cadolzburger Altar als Geschenk offeriert. Vorangegangen waren Versuche des preußischen Kronprinzen, dieses mittelalterliche Kunstwerk in seinen Besitz zu bekommen, die jedoch im Sande verliefen.



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Quelle: http://recs.hypotheses.org/1559

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T-RECS #4: „Sie weinte, aber sie nahm.“ Friedrich dem Großen zum 305., Maria Theresia zum 300. Geburtstag

Jürgen Luh (SPSG/RECS)

Kommt man heute auf die erste Teilung Polens 1772 zu sprechen, so ist in aller Regel etwa folgendes zu lesen: Im August 1772 teilten die drei Mächte Preußen, Russland und Österreich einen Großteil von Polen-Litauen unter sich auf. Österreich nahm sich die recht wohlhabende Provinz Galizien sowie Lodomerien, Russland ein riesiges Stück Ostpolens, und Preußen annektierte das Gebiet Westpreußens, um endlich über eine durchgehende Landbrücke vom brandenburgischen Kernland nach Ostpreußen zu verfügen. Während Friedrich der Große und Katharina II. keinerlei Skrupel zeigten, war Maria Theresia bei solcher Willkür und Raubgier äußerst unwohl. Sie habe sich nur schwer darein gefügt. Die unglückliche Teilung Polens, sagte sie, habe sie zehn Jahre ihres Lebens gekostet. Der preußische König habe daraufhin zynisch bemerkt: „Sie weinte, aber sie nahm“, manchmal sogar zudem noch: „Und je mehr sie weinte, desto mehr nahm sie“. [1]

Johann Esaias Nilson, Karikatur zur Lage des Königreichs Polen im Jahr 1773, Radierung 1773, 29 x 19,2 cm

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Quelle: https://recs.hypotheses.org/982

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Texte des RECS #2: Die Belege zu den monatlichen Schatullrechnungen Friedrichs des Großen in der Abschrift Stengels

Ralf Zimmer

Als in Berlin am Montag, den 22. November 1943 gegen 19.30 Uhr die Sirenen heulten, kündigten sie den Bewohnern den bis dahin schwersten Luftangriff der Royal Air Force in der von Arthur Harris ausgerufenen „Luftschlacht um Berlin“ an. In dieser Nacht brannte nicht nur das Schloss Charlottenburg aus. Auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche musste einen Treffer durch eine Luftmine hinnehmen. Von unterschiedlicher Funktion sind beide Gebäude dennoch untrennbar mit den Hohenzollern verbunden. Ebenfalls in dieser Nacht wurde in der Spandauer Straße 1 in Charlottenburg das Brandenburg-Preußische, ehemals Königliche Hausarchiv zerstört. [1]

Findmittel aus dem ehemaligen Brandenburg-Preußischen Hausarchiv

Findmittel aus dem ehemaligen Brandenburg-Preußischen Hausarchiv, Foto: GStA PK



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Quelle: http://recs.hypotheses.org/629

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