Die mittellateinische Goliardendichtung und ihr historischer Kontext: Komik im Kosmos der Kathedralschulen Nordfrankreichs
1000 Worte Forschung: Eingereichte Dissertation im Fach Mittelalterliche Geschichte, Justus-Liebig-Universität Gießen
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Wer Goliardendichtung erforscht, betritt wahrlich kein Neuland, sondern einen dichten, internationalen und interdisziplinären Dschungel an Monographien und Anthologien, Aufsätzen und Lexikonartikeln. Umso erstaunlicher wirken die beträchtlichen methodischen Problemfelder, die schon der erste Blick in diesen Urwald gewährt. Hierunter zählen zunächst das Fehlen eindeutiger Definitionen von Goliardendichtung, das Klären der Frage, welche Texte zu ihr zu zählen sind und welche nicht, sowie das unreflektierte Benutzen einer diffizilen Terminologie, indem bisweilen nicht unterschieden wird zwischen „Goliardendichtern,“ den Verfassern der Goliardendichtung, und „Goliarden,“ einer ab 1227 greifbaren Gruppe wohl schauspielerisch tätiger Klerikervaganten mit niedrigem sozialen Status. Vor allem aber die Frage des historischen Kontextes, der für die Interpretation der Goliardendichtung kaum überschätzt werden kann, bietet dem Leser eine breite Palette an Erklärungsansätzen und nennt – je nach Literaturwahl – unter anderem Klöster, Höfe, Schulen (oft ohne spezifizierenden Zusatz), Kanzleien, Universtäten (was auch immer das im 12. Jahrhundert umfassen soll), Tavernen, Bordelle, die Straße, Märkte, Feste etc.
Zunächst wurde in den wenigen Gedichten, die das Hoch- und Spätmittelalter mit den (hier literarischen, nicht realhistorischen) Namen Golias und goliardus versehen hat, insgesamt sechs Determinanten gefunden, die alle Gedichte aufweisen. Diese (1.
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Viele Wege führen zum Journalismus – Volontär bei der F.A.Z.
von Lukas Engelkamp (2-Fach-Bachelor | Geschichte | Anglistik/Amerikanistik) Journalismus ist ein beliebtes Berufsfeld. Nicht nur Journalistikstudenten sind scharf auf einen Job als Redakteur bei einer Zeitung oder als Moderator im Fernsehen. „Es gibt nicht den einen Weg,“ betont Jörn Wenge, der im Rahmen der Übung „Berufe für Historiker*innen (und andere Geisteswissenschaftler*innen)“ nach Münster gekommen ist, um uns einen Einblick in das Berufsfeld des Journalismus zu ermöglichen. Jörn Wenge ist Volontär bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und hat nicht Journalistik studiert. Er ist 26 Jahre alt … Viele Wege führen zum Journalismus – Volontär bei der F.A.Z. weiterlesen →
Quelle: http://beruf.hypotheses.org/656
Automatisierte Handschriftenerkennung: Das Projekt READ und die in seinem Rahmen entwickelte Plattform Transkribus
Menschen sind in der Lage, Handschriften zu entziffern. Wie sieht es bei den Maschinen aus? Können sie uns heutzutage diese Aufgabe komplett abnehmen oder ist es momentan noch nicht so weit? Über den Stand der Dinge zur automatisierten Handschriftenerkennung aus dem Kontext des Projekts READ berichtete im Rahmen des Kolloquiums Digital Humanities Tobias Hodel aus dem Staatsarchiv Zürich.
Handschriftenerkennung: Wozu der Aufwand?
Die Entzifferung von Archivdokumenten ermöglicht uns einen tiefen Einblick in die Vergangenheit. Millionen von Akten, die weltweit in unterschiedlichen Archiven in analoger oder digitaler Form aufbewahrt werden, verbergen unvorstellbare Mengen an Wissen und Erkenntnissen in sich.
Viele von diesen Dokumenten sind Handschriften.
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Quelle: https://dhc.hypotheses.org/469
Zur visuellen Produktion von „Flucht“ und „Asyl“ in Pressefotografien der Bundesrepublik
Lokomotive Zwei-Neun-Drei: weil mein Heizer von Flammen / und Dampfkesseln was versteht

Soundtrack zu diesem Bild: https://prolos.bandcamp.com/track/jalava-lied
Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/1022633519/
Blog-Rundschau 2: Geschichte und Öffentlichkeit

Stencil, Berlin (Foto: Levke Harders, 2017) CC BY-NC-SA 3.0 DE
von Levke Harders
Vor einiger Zeit habe ich auf Blogs, die ich gerne lese, hingewiesen. In der Zwischenzeit sind neue Blogs, Podcasts, Videos und Webseiten hinzugekommen. Aktuell verfolge ich mit viel (Vor‑) Freude den Geschichtstalk im Super7000, bei dem noch in den nächsten Monaten live zu aktuellen und historischen Themen diskutiert wird. Nicht überraschend, dass dieses Angebot von L.I.S.
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Netzwerkanalyse als gewinnbringende Methode in den Geschichtswissenschaften?
25.09.2017 von Franzisca Scheiner
Networking ist en vogue. In den letzten Jahren sind zahlreiche Karriereratgeber erschienen, die erklären, wie richtiges Netzwerken funktioniert. Der entscheidende Punkt ist dabei immer, dass versucht werden sollte, möglichst viele (nützliche) soziale Beziehungen zu knüpfen und so zum Beispiel einen Informationsvorteil gegenüber anderen zu erlangen. Netzwerken befördert nachweislich den beruflichen Erfolg und soll helfen, im entscheidenden Moment, über einen (persönlichen) Kontakt seine beruflichen Aussichten zu verbessern beziehungsweise zu steigern. Die Idee des Netzwerkens beruht ganz klar auf den vor allem in der Soziologie verbreiteten Theorien und Methoden der sozialen Netzwerkanalyse1.
Ihren Ursprung hat die soziale Netzwerkanalyse in diversen wissenschaftlichen Disziplinen, wie der Soziologie, Psychologie und Pädagogik.
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Projekt Torsten Roeder: Horizontales Lesen: Das „Verdi-Requiem“ und die deutsche Kritik #dhmasterclass
Meine kürzlich eingereichte Dissertation befasste sich mit der deutschsprachigen Rezeption der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi in den Jahren 1874–1878, also den Jahren der Erstaufführungen. Aufgrund des szenischen Charakters der Musik wurde das Werk im Deutschen Reich mehrfach als unangemessen verurteilt („kein Requiem nach deutscher Art“), was nicht nur unter den Vorzeichen von Wagnerismus und reichsdeutschem Kulturkampf, sondern auch unter dem zeitgenössischen Begriff von musikalischem „Realismus“ und romantischer Kirchenmusikästhetik zu begreifen ist. Auch gegenwärtig führt die Ambivalenz des Werkes, das sich in einer Grauzone zwischen Spiritualität und Inszenierung zu bewegen scheint, immer wieder zu Diskussionen hinsichtlich seiner Interpretation.
Als Grundlage der Analyse wurden zahlreiche Musikkritiken aus Tageszeitungen und Musikfachblättern zu einem Textkorpus zusammengestellt, das 330 Texte unterschiedlicher Gattung mit insgesamt ca. 950.000 Zeichen Reintext enthält. Die Texte wurden nach Digitalisaten und Fotokopien transkribiert und mit TEI-Markup versehen. Dabei wurde ein hoher Wert auf die Erschließung semantischer Einheiten gelegt: Insgesamt konnten 530 Personen, 142 Aufführungen, 96 Ortschaften und 135 Werke in insgesamt 8.000 Relationen identifiziert werden.
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Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/2836
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Master Class in Digital Humanities „Forschungsdaten“ #dhmasterclass
Über ein CfP wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten deutsch-französischen Master Class „Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften: Nutzung und Konzepte“ ausgewählt. Hier stellen sie sich selbst in Kurzbiographien vor (alphabetische Reihenfolge).
== zur französischen Fassung geht es hier lang.
Martin Bauch
Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts an der Universität Potsdam, FU Berlin und Università degli studi Firenze. 2012 promovierte er zur Herrschaftslegitimation durch öffentlich inszenierte Frömmigkeit am Beispiel Kaiser Karls IV. an der TU Darmstadt. 2009-2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte der TU Darmstadt; 2013-2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom. Seit 2017 leitet er eine Nachwuchsforschungsgruppe (VW Freigeist Fellowship) zur spätmittelalterlichen Klimageschichte im europäischen Vergleich am Leibniz-Institut für die Geschichte des östlichen Europa (GWZO).
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Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/2829
