Vortrag zum „Syndrom der deutschen Einkreisung“ am DHI
Am Donnerstag, 26. April 2012, findet um 18.00 Uhr der Vortrag „Le syndrome de l´encerclement allemand. Vers une nouvelle histoire culturelle de l´avant-1914“ im Deutschen Historischen Institut Paris statt. Es spricht Ute Daniel von der Technischen Universität Braunschweig, kommentiert wird der Vortrag von Johann Chapoutot (Universität Grenoble, IUF).
Die öffentliche Meinung der Vorkriegszeit war von der Überzeugung geprägt, in einer Welt von Feinden zu leben, die darauf abzielten, das aufstrebende Kaiserreich „einzukreisen“ und es an der Entfaltung seines Potentials zu hindern. Das „Einkreisungs-Syndrom“ wurde bereits in der Forschung wahrgenommen, es gibt jedoch keine größere Untersuchung zum Thema.
Ute Daniel zeigt anhand der Wahrnehmung Wilhems II. und seines „persönlichen Regiments“ in der Presse, dass die Person des Kaisers bzw. seine wahrgenommene Schwäche und fehlende Durchsetzungsfähigkeit für Teile der öffentlichen Meinung selbst ein Symptom der Einkreisung waren und die zunehmende Radikalisierung und Militarisierung der deutschen Politik bedingten.
Der Vortrag ist auf Deutsch mit französischer Simultanübersetzung.
Weitere Informationen finden Sie hier:
„Le syndrome de l´encerclement allemand. Vers une nouvelle histoire culturelle de l´avant-1914“
Deutsches Denkmal in Sedan vor dem Abriss
Call for Papers für die Sommeruniversität »Conflict Studies« und Neue Militärgeschichte. Neue Perspektiven auf das »Zeitalter der Weltkriege 1914-1945«
Der „rapport Zimet“ zum Centenaire 2014 auf Deutsch
Ausschreibung von Promotionsstipendien
In dem von der Einstein-Stiftung geförderten und am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin durchgeführten Forschungskolleg: „Der Erste Weltkrieg und die Konflikte der europäischen Nachkriegsordnung (1914 – 1923) oder: Die Radikalisierung des Antisemitismus in Europa“ sind sechs Promotionsstipendien und ein Stipendium für ein Post-Doc-Projekt zu vergeben.
Der Erste Weltkrieg stellt eine tiefgreifende Zäsur in der europäischen Geschichte dar. Die traumatischen Kriegserfahrungen und die verheerenden moralischen Folgen lösten in weiten Teilen Europas politische Verwerfungen aus. Im Zuge dessen entwickelte sich eine Radikalisierung, die in Deutschland zu einem, im Mord an den europäischen Juden kulminierenden nationalsozialistischen Antisemitismus führte. Am Beispiel von Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Frankreich, Belgien (Dissertationsprojekte) sowie Russland (Postdoc-Projekt) bzw. der frühen Sowjetunion sollen unter europäisch-komparativen Gesichtspunkten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Radikalisierung des Antisemitismus sowie die transnationalen Verflechtungen in der Verschärfung der Judenfeindschaft in Europa herausgearbeitet werden.
Bewerberinnen und Bewerber müssen ein geschichtswissenschaftliches Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Bis auf die Arbeitsphasen, die für die notwendigen auswärtigen Archivreisen vorgesehen sind, ist der Arbeitsort Berlin. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sollen in dieser Zeit an den gemeinsamen Kolloquien und Arbeitsgruppen im Rahmen des Forschungskollegs teilnehmen. Die Höhe des Stipendiums beträgt 1000 € (Post-Doc-Projekt: 1250 €) pro Monat, zuzüglich Reisekosten, und kann für maximal drei Jahre vergeben werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Stipendien Ausschreibung
Ausschreibung von Promotionsstipendien

In dem von der Einstein-Stiftung geförderten und am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin durchgeführten Forschungskolleg: „Der Erste Weltkrieg und die Konflikte der europäischen Nachkriegsordnung (1914 – 1923) oder: Die Radikalisierung des Antisemitismus in Europa“ sind sechs Promotionsstipendien und ein Stipendium für ein Post-Doc-Projekt zu vergeben.
Der Erste Weltkrieg stellt eine tiefgreifende Zäsur in der europäischen Geschichte dar. Die traumatischen Kriegserfahrungen und die verheerenden moralischen Folgen lösten in weiten Teilen Europas politische Verwerfungen aus. Im Zuge dessen entwickelte sich eine Radikalisierung, die in Deutschland zu einem, im Mord an den europäischen Juden kulminierenden nationalsozialistischen Antisemitismus führte. Am Beispiel von Polen, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Frankreich, Belgien (Dissertationsprojekte) sowie Russland (Postdoc-Projekt) bzw. der frühen Sowjetunion sollen unter europäisch-komparativen Gesichtspunkten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Radikalisierung des Antisemitismus sowie die transnationalen Verflechtungen in der Verschärfung der Judenfeindschaft in Europa herausgearbeitet werden.
Bewerberinnen und Bewerber müssen ein geschichtswissenschaftliches Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Bis auf die Arbeitsphasen, die für die notwendigen auswärtigen Archivreisen vorgesehen sind, ist der Arbeitsort Berlin. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sollen in dieser Zeit an den gemeinsamen Kolloquien und Arbeitsgruppen im Rahmen des Forschungskollegs teilnehmen. Die Höhe des Stipendiums beträgt 1000 € (Post-Doc-Projekt: 1250 €) pro Monat, zuzüglich Reisekosten, und kann für maximal drei Jahre vergeben werden.
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Neue Plattform der DGIA: Schwerpunkt Erster Weltkrieg 1914-2014
Die Institute der Stiftung Deutsche Geschichtswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA) initiieren im Rahmen der Vorbereitungen auf den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs 2012 eine Fülle von Veranstaltungen, Projekten und Veröffentlichungen. Mit dem Ziel, die Forschungsergebnisse der Institute und die der Geschichtswissenschaft ihrer Gastländer zu bündeln und sie der deutschen und internationalen Fachgemeinde zugänglich zu machen, wurde die Internetseite www.1914-2014.net eingerichtet.Die Plattform versammelt Informationen zu zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen, Beiträgen, Berichten, Publikationen, Forschungsprojekten und Ausstellungen, die von den Auslandsinstituten verantwortet werden oder an denen sie beteiligt sind. Durch die Dokumentation der stiftungsübergreifenden Aktivitäten wird das Thema in einer globalen Dimension beleuchtet. Mit der Zeit soll sich die Seite zu einer ergiebigen Anlaufstelle rund um das Thema entwickeln.
Neue Plattform der DGIA: Schwerpunkt Erster Weltkrieg 1914-2014

Die Institute der Stiftung Deutsche Geschichtswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA) initiieren im Rahmen der Vorbereitungen auf den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs 2012 eine Fülle von Veranstaltungen, Projekten und Veröffentlichungen. Mit dem Ziel, die Forschungsergebnisse der Institute und die der Geschichtswissenschaft ihrer Gastländer zu bündeln und sie der deutschen und internationalen Fachgemeinde zugänglich zu machen, wurde die Internetseite www.1914-2014.net eingerichtet. Die Plattform versammelt Informationen zu zukünftigen und vergangenen Veranstaltungen, Beiträgen, Berichten, Publikationen, Forschungsprojekten und Ausstellungen, die von den Auslandsinstituten verantwortet werden oder an denen sie beteiligt sind. Durch die Dokumentation der stiftungsübergreifenden Aktivitäten wird das Thema in einer globalen Dimension beleuchtet. Mit der Zeit soll sich die Seite zu einer ergiebigen Anlaufstelle rund um das Thema entwickeln.
1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War – Projektstart an der FU Berlin
Am 20./21. Januar 2012 fand an der FU Berlin ein großer Workshop zum Projektstart der von der DFG geförderten Online-Enzyklopädie 1914-1918-online statt. Ziel des von Oliver Janz (FU Berlin) geleiteten Projektes ist es, zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs 2014 ein von international anerkannten Experten geschriebenes, englischsprachiges Referenzwerk im open-access zur Verfügung zu stellen. Das DHI Paris ist – wie auch die deutschen Auslandsinstitute in Moskau und Warschau – als strategischer Kooperationspartner eng mit dem Projekt verbunden und unterstützt das Projektteam nach Kräften.
Wie schreibt man eine globale Geschichte des Ersten Weltkriegs? Diese Leitfrage stand im Mittelpunkt des zweitägigen Kick-off-Workshops, zu dem große Teile des Editorial Boards, des Editorial Advisory Boards und Vertreter der zahlreichen Kooperationspartner nach Berlin gekommen waren. In vielerlei Hinsicht gab Hew Strachan (University of Oxford) in seiner Keynote Lecture „The First World War as global war“ die Richtung der allgemeinen Diskussion vor, indem er gekonnt die angesichts der weltweiten Verschränkung der kriegführenden Mächte zwangsläufig globale Dimension des Krieges herausarbeitete und das Überkommen der nach wie vor dominanten nationalen Narrative als wichtigste Herausforderung der Geschichtsschreibung zum Ersten Weltkrieg bezeichnete. In der großen Runde international profilierter Weltkriegs-Experten gab es niemanden, der ihm da widersprochen hätte… allein eine Antwort auf die Ausgangsfrage bzw. gar ein Rezept für die stringente Einlösung der gebetsmühlenartig vorgebrachten Forderung, doch endlich „richtig“ globalgeschichtlich zu arbeiten, konnte (und wollte) der Beitrag nicht liefern. Denn in der Praxis muss man sich, insbesondere wenn die Ebene von Einzelstudien zu Gunsten von Überblicksdarstellungen verlassen wird, sehr schnell mit ganz unterschiedlichen Problemen herumplagen, insbesondere auf der Ebene der sprachlichen Kompetenzen des einzelnen Forschers, die zwangsläufig sehr begrenzt sind und nur die Rezeption eines Bruchteils der relevanten Literatur und Quellen erlauben. Der einzige Ausweg – und das machte die Diskussion zu den verschiedenen Vorträgen des Workshops sehr deutlich – liegt in der kollaborativen Arbeit, nur durch Netzwerkbildung und Kooperation können letztlich regionale Expertise und Sprachkenntnisse in ausreichendem Maße gebündelt und übergreifende Fragestellungen erkannt bzw. angestoßen werden.
Und genau hier liegt eine wesentliche Stärke von 1914-1918-online: die inhaltliche Ausrichtung und Verantwortung liegt in den Händen eines rund 50-köpfigen Editorial Boards, das sich aus HistorikerInnen aus der ganzen Welt zusammensetzt. Die Tatsache, dass nur rund ein Viertel der Editors aus Deutschland stammt bzw. an deutschen Institutionen lehrt und forscht, belegt eindrücklich, wie ernst es dem doch immerhin mit deutschen Geldern finanzierten Projekt damit ist, seine transnationale Agenda umzusetzen. Damit stehen die Chancen sehr gut, dass es gelingt, den Stand der Forschung nicht nur abzubilden, sondern neue Themen zu definieren, Projekte anzustoßen und der Historiographie zum Ersten Weltkrieg Impulse zu geben.
Einen ausführlichen Tagungsbericht gibt es hier.
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