„Früher sind die Autos auch aus Holz gebaut worden.“
Aus der Reihe „Auf Holz geklopft…“
Früher ist vieles aus Holz hergestellt worden: Schiffe, Häuser, Kutschen, Autos, Fahrräder, Tische, Schüsseln, Löffel und so weiter. Holz wurde als Bau- und Werkstoff genutzt, und schon immer auch als Brennstoff. „Die Verdrängung von Holz als Brennstoff und als Material für Werkzeuge und Maschinen war ein langer Prozess, der mit dem gesamten Verlauf der Industrialisierung zusammenhängt und bis ins 20. Jahrhundert reicht.“, schreibt Joachim Radkau in seinem Buch „Holz – Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt“ (2012, S. 218, Hervorhebung im Original). Materialien wie beispielsweise Stahl oder später auch Kunststoff verdrängten in vielen Bereichen den vielseitigen Rohstoff Holz. Tatsächlich verlor Holz als Material aber nie völlig an Bedeutung. Gerade der Kohleabbau, beispielsweise, verbrauchte viel Grubenholz.
[...]
Möbelstück trifft Waldnaturschutz – Die Rotkernbuche
Aus der Reihe „Auf Holz geklopft…“
„Rot, rot, rot sind alle meine Möbel. Rot, rot, rot ist alles, was ich hab‘…“. Möbel?!? Wer kennt nicht dieses Kinderlied mit dem „alle meine Kleider“ und dem Durchgehen der verschiedenen Farben. Offensichtlich lässt es sich sehr leicht abwandeln. Warum nicht also zu „alle meine Möbel“? Mit Möbeln richten wir unser Zuhause ein. Sie sollen funktional, oft aber auch gleichzeitig schön sein. Mitunter sollen sie auch etwas über uns mitteilen.
[...]
Stoffgeschichten für jedermann
Armin Reller, Heike Holdinghausen: Der geschenkte Planet. Nach dem Öl beginnt die Zukunft. Frankfurt/Main: Westend Verlag 2014.
Es gibt sie also: die Zukunft. Trotz Klimawandel und Ressourcenmangel. Und obwohl die Menschheit nicht nur wächst, sondern immer mehr Menschen so leben wollen wie wir im Westen. Fleisch essen, auf der Autobahn rasen, Elektroschrott nach Afrika exportieren. Armin Reller, Professor für Ressourcenstrategie in Augsburg, und taz-Journalistin Heike Holdinghausen glauben trotzdem an uns. An unsere Lernfähigkeit, an die Macht des Wissens. Reller und Holdinghausen wollen den Glauben an den Fortschritt nicht aufgeben: „Wo kämen wir ohne ihn hin?“ (S. 16). Ihre Idee: An „resilienten Technologien oder Verhaltensweisen“ arbeitet es sich leichter, wenn man die „Geschenke des Planeten“ besser kennt (S. 8, 17). Reller und Holdinghausen erzählen deshalb die Geschichten von Stoffen. Welche Rolle hat das Öl in der Geschichte der Menschheit gespielt? Wie steht es um Raps und Lein, Weizen und Holz? Was ist mit Kohlendioxid, Algen und Bakterien, was mit Eisen, Gallium und Abfall?
Dieser Ansatz macht Spaß, nicht nur wegen der vielen Fakten, die man so nicht in der Zeitung findet, oder wegen der Aktualität (Stichwort Fracking). Experte und Fachjournalistin: So funktioniert Aufklärung. Reller und Holdinghausen geben nicht vor, jede Stoffgeschichte bis ins Detail zu kennen oder gar auf jede Frage eine Antwort zu haben. Im Gegenteil: Konkurrierende Positionen werden benannt und vorsichtig gegeneinander abgewogen. Der Verzicht auf Eifern schließt dabei konkrete Politikempfehlungen keineswegs aus (zum Beispiel zu alternativen Energien, zu Biodiesel, zu Ökodesign).
Auch der Kommunikationswissenschaftler wird fündig. Was bedeutet es, dass viele Rohstoffe aus Ländern kommen, in denen es keine Pressefreiheit gibt? Wie schafft man es, den Fleischkonsum (für Reller und Holdinghausen ein zentrales Problem) genauso „kampagnenfähig“ zu machen wie den Rapskraftstoff (S. 58)? Warum ist der „Rückzug der Tanne aus Bayern“ in den Medien untergegangen und das „Waldsterben“ nicht (S. 122)? Wie müssen Öffentlichkeit und Mediensystem organisiert sein, damit das Zukunftsbild akzeptiert und legitimiert wird, das Reller und Holdinghausen entwerfen? Nur eine Kostprobe: „Pommesbuden ohne Currywurst, nur alle zehn Jahre ein neues Mobiltelefon und in jedem Stadtteil fünf Schuster (…). Dabei auf lokale Wirtschaftskreisläufe in überschaubaren Gemeinschaften setzten, auf kleine Produktionseinheiten, auf geldlose Tauschwirtschaften – also resiliente Strukturen“ (S. 237). Ein gutes Buch, ein wichtiges Buch.
Archäologie im Thurgau – Literaturdownload
Ausstellungskataloge und Fachartikel.
Quelle: http://provinzialroemer.blogspot.com/2013/03/archaologie-im-thurgau-literaturdownload.html