Die NZZ begibt sich heute ins in der Nähe von Turin gelegene Ivrea, der Heimstätte der Olivetti-Schreibmaschinen und findet dort das Archivio Olivetti sowie ein Freilichtmuseum der Olivetti-Bauten.
Nummerierung der Warteplätze in der Arztpraxis, Amman um 1940
In seiner im Original 1994 erschienenen Geschichte einer Stadt. Eine Kindheit in Amman schildert Abdalrachman Munif folgenden Einsatz der Kulturtechnik der Nummerierung:
Doktor Sorân hingegen, dessen Praxis am Eingang des Gemüsemarkts lag, war in ganz Amman bekannt und beliebt. Seine Praxis war zu allen Zeiten voller Menschen, und die kleine, dicke Arzthelferin, die Eisenplättchen mit einer Zahl darauf verteilte, wies jeden Patienten an, sich seine Zahl zu merken. Alle kämen der Reihe nach dran. Trotzdem gab es immer wieder Schwierigkeiten, denn sobald ein Patient das Behandlungszimmer verliess, erhoben sich alle und behaupteten, ihre Eisen in die Höhe hebend, sie seien an der Reihe. Dann erschien der glatzköpfige Doktor Sorân und mahnte zur Ruhe und Ordnung. Bei mir gibts keine Herren und Paschas, alles kommt der Reihe nach! versicherte er mit seinem fröhlichen armenischen Akzent.
Munif, Abdalrachman: Geschichte einer Stadt. Eine Kindheit in Amman. Basel: Lenos, 1996, S. 14.
Doktor Sorân hingegen, dessen Praxis am Eingang des Gemüsemarkts lag, war in ganz Amman bekannt und beliebt. Seine Praxis war zu allen Zeiten voller Menschen, und die kleine, dicke Arzthelferin, die Eisenplättchen mit einer Zahl darauf verteilte, wies jeden Patienten an, sich seine Zahl zu merken. Alle kämen der Reihe nach dran. Trotzdem gab es immer wieder Schwierigkeiten, denn sobald ein Patient das Behandlungszimmer verliess, erhoben sich alle und behaupteten, ihre Eisen in die Höhe hebend, sie seien an der Reihe. Dann erschien der glatzköpfige Doktor Sorân und mahnte zur Ruhe und Ordnung. Bei mir gibts keine Herren und Paschas, alles kommt der Reihe nach! versicherte er mit seinem fröhlichen armenischen Akzent.
Munif, Abdalrachman: Geschichte einer Stadt. Eine Kindheit in Amman. Basel: Lenos, 1996, S. 14.
Radio France Culture: Foucault: l’ombre des Lumières
Diese Woche brachten Les nouveaux chemins de la connaissance auf Radio France Culture fünf Sendungen zu Foucault:
15.2.2010: 1/5: L'Histoire de la sexualité [mp3]
16.2.2010: 2/5: Les mots et les choses [mp3]
17.2.2010: 3/5: L'engagement politique [mp3]
18.2.2010: 4/5: Foucault et les Lumières [mp3]
19.2.2010: 5/5: Foucault et la folie [mp3]
[via Foucault-List]
15.2.2010: 1/5: L'Histoire de la sexualité [mp3]
16.2.2010: 2/5: Les mots et les choses [mp3]
17.2.2010: 3/5: L'engagement politique [mp3]
18.2.2010: 4/5: Foucault et les Lumières [mp3]
19.2.2010: 5/5: Foucault et la folie [mp3]
[via Foucault-List]
Addressing the Houses
Frisch erschienen: Mein erster englischer Artikel zu den Hausnummern, in der geschätzten Zeitschrift Histoire & Mesure. Er sollte irgendwann per Subskription bzw. Pay per View-Basis auf der Homepage von Histoire & Mesure bzw. bei Cairn auch online zugänglich sein; wenn es soweit ist, werde ich es mitteilen.Tantner, Anton: Addressing the Houses. The Introduction of House Numbering in Europe, in: Histoire & Mesure, 24.2009/2, S. 7-30.
Abstract: The article deals with a technology of house identification that was characteristic for the classifying spirit of the eighteenth century: house numbering. This technology was not introduced to facilitate orientation for the cities inhabitants or to be helpful to foreigners; its origin can be located in the border areas of early modern police, military and tax administration. It aimed to give the state access to the riches and resources of every house, and to make it easier to control, tax or recruit their inhabitants, or to lodge soldiers. After an overview of house numbering development in 18th-century Europe, this article treats the different systems of house numbering (consecutive numbering of all the houses in the city or in a district, block numbering, the clockwise schemes, the even/odd system etc), arguing that it was difficult to make people accept the difference between the address and the physical data (the house).
Résumé: Identifier les maisons. Lintroduction du numérotage des maisons en Europe.
Larticle traite dune technologie didentification caractéristique de lesprit classificateur du XVIIIe siècle : le numérotage des maisons. Cette technologie na pas été introduite dans le but de simplifier lorientation des habitants des villes ou dêtre utile aux étrangers. Elle trouve son origine dans une zone frontière où se côtoient larmée, le fisc et la police. Les numéros de maison devait permettre à lÉtat laccès aux richesses et aux ressources des maisons, pour contrôler, imposer et recruter les habitants ou pour loger des soldats. Après un tour dhorizon sur lintroduction du numérotage de maisons en Europe, larticle traite des différents systèmes utilisés pour le numérotage (numérotage dans lordre des localités entières ou par district, numérotage des pâtés de maisons, numérotage des rues selon le système du « fer à cheval » ou le système pair/impair). Il ne fut pas facile de faire accepter lidée dune différence entre le numéro (celui de la maison) et ladresse.
Das gesamte Inhaltsverzeichnis der Ausgabe mit dem Thema La ville et ses mesures befindet sich hier.
Weblog Mercurius Politicus
Mercurius Politicus war der Name eines zur Zeit des englischen Commonwealth von Marchamont Nedham herausgegebenen News Books; Nick Poyntz betreibt unter dem gleichen Namen ein Weblog, in dem sich u.a. ein Eintrag zu Henry Walkers Office of Entries findet, bei dem es sich vielleicht um das erste in England zumindest kurzfristig errichtete Adressbüro handelte (nach mehreren nicht realisierten Projekten).
„Dauer-Trainingslager für Talente“
Hans Ulrich Gumbrecht ist in der heutigen NZZ skeptisch, was den Nutzen der zeitgenössischen Symposien-Kultur anbelangt und konstatiert u.a. Konformitätsdruck:
«Diese vom etablierten und zu bestätigenden Konsensus abweichende These möchte ich nicht vorstellen, weil ich befürchte, dann gelyncht zu werden.» Das ist ein wörtliches Zitat - welches beileibe nicht nur einen Einzelfall zur Sprache bringt. Hinzu kommt die Furcht - sie mag aus einer unangemessenen Analogisierung zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften resultieren -, dass man die Verfügungsgewalt über einmal öffentlich vorgestellte Denk- und Forschungsergebnisse unumkehrbar verliert. Es triumphieren die Vorsichtigen, welche bedingungslos die Konsens-Meinungen ihres Lehrstuhls oder ihrer Forschergruppe bestätigen. Korpsgeist wird mehr denn je belohnt im Zeitalter der massiven Forschungsförderung. Riskantes Denken von Individuen ist weniger gefragt.
«Diese vom etablierten und zu bestätigenden Konsensus abweichende These möchte ich nicht vorstellen, weil ich befürchte, dann gelyncht zu werden.» Das ist ein wörtliches Zitat - welches beileibe nicht nur einen Einzelfall zur Sprache bringt. Hinzu kommt die Furcht - sie mag aus einer unangemessenen Analogisierung zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften resultieren -, dass man die Verfügungsgewalt über einmal öffentlich vorgestellte Denk- und Forschungsergebnisse unumkehrbar verliert. Es triumphieren die Vorsichtigen, welche bedingungslos die Konsens-Meinungen ihres Lehrstuhls oder ihrer Forschergruppe bestätigen. Korpsgeist wird mehr denn je belohnt im Zeitalter der massiven Forschungsförderung. Riskantes Denken von Individuen ist weniger gefragt.
Ihr habt die Uhr, wir die Zeit – SPOn-Interview mit Peter Hein
Das neue Fehlfarben-Album Glücksmaschinen ist mittlerweile schon ausgeliefert und SPOn interviewt dazu Peter Hein; der Standard berichtete schon vor ein paar Tagen.
„Numero’s“ – Nummerierte Livreebediente in Wiener Theatern, 1833
In allen [fünf Theatern Wiens] besteht übrigens eine Limonadière (Zuckerbäckerei), aus der von Livree-Bedienten (sogenannten Numeros, von den Nummern an ihren Hüten) Erfrischungen aller Art herumgeboten werden.
Schmidl, Adolf Anton: Wien wie es ist. Wien: Gerold, 1833, S. 208 f. [Google Books]
Schmidl, Adolf Anton: Wien wie es ist. Wien: Gerold, 1833, S. 208 f. [Google Books]
„Numero’s“ – Nummerierte Livreebediente in Wiener Theatern, 1833
In allen [fünf Theatern Wiens] besteht übrigens eine Limonadière (Zuckerbäckerei), aus der von Livree-Bedienten (sogenannten Numeros, von den Nummern an ihren Hüten) Erfrischungen aller Art herumgeboten werden.
Schmidl, Adolf Anton: Wien wie es ist. Wien: Gerold, 1833, S. 208 f. [Google Books]
Schmidl, Adolf Anton: Wien wie es ist. Wien: Gerold, 1833, S. 208 f. [Google Books]
