Rudolf Schlichter und die Kultur der Coolness
Dieses Semester unterrichte ich am KIT in Karlsruhe ein Proseminar zu Rudolf Schlichter, einem Maler und Zeichner, der auch als Literat und Theoretiker hervortrat. Auf die Person Schlichter bin ich im Zuge meiner Recherchen zu Hans Sedlmayr gestoßen. Mich interessierte, dass Schlichter als ehemaliger Vertreter der Avantgarde fast zeitgleich zu „Verlust der Mitte“ in „Das Abenteuer der Kunst“ mit ganz ähnlichen Thesen wie Sedlmayr aufwartete.[1] Damit versuchte er nicht zuletzt seine künstlerische Position als Vertreter der figurativen Moderne zu untermauern.
Einen weitreichenden Einblick in die Zeit der 1910er-Jahre bietet Schlichters dreiteilig angelegte und in zwei Bänden erschienene Autobiografie (Das widerspenstige Fleisch und Tönerne Füße, 1932/1933 erschienen). In dieser nimmt er uns mit in seine Jugendzeit. Vor allem ist die Autobiografie in Hinblick auf die Ausbildung an Kunstschulen und Kunstakademien Anfang des 20. Jahrhunderts instruktiv.
[...]
Gamification in Museen – Web-Apps und Microsites zur spielerischen Wissensvermittlung
Komplexe Webanwendungen bzw. Web-Apps und interaktive Microsites scheinen zur Zeit bei Museen ein beliebtes Mittel zu sein, Aufmerksamkeit für Ausstellungen zu generieren oder spielerisch Inhalte zu vermitteln. Gamification, also die Implementierung von Spielelementen, dient hier dazu, Strukturen für…
Die erfundene Stadt (Teil II)
Mit Versailles wurde die dreiflügelige Schlossanlage zum Role Model für den Herrschersitz. Aus der rundum geschlossenen Befestigungsanlage entwickelte der sich hofseitig öffnende Repräsentationsort. Auch die Residenz des Sonnenkönigs ging im Übrigen aus einer Jagdanlage hervor.
In der Rige der nach diesem Vorbild absolutistischer Herrschaftsarchitektur europaweit entstandenen Barockschlösser nimmt Karlsruhe eine Sonderstellung ein. Denn entlang der ersten und der neunten Achse des zugrundeliegenden sternförmigen Layouts rotiert das Schloss seine beiden Flügel windmühlenartig nach außen. Dazwischen öffnet sich der Fächer. Das Schloss umarmt also die Stadt.

[...]
Die erfundene Stadt (Teil I)
Wenn ich im Falle Karlsruhes von „Erfindung“ spreche, impliziert das automatisch, dass andere Städte nicht erfunden worden seien. Tatsächlich handelt es sich bei Karlsruhe um eine barocke Planstadt, und zwar einer der letzten ihrer Art. Gerne wurde und wird die mittelalterliche als natürlich gewachsene Stadt gegen die rational geplanten Städte der Moderne ausgespielt. Dagegen lässt sich beispielsweise einwenden, dass auch im Mittelalter stadtplanerische Maßnahmen nachweisbar sind. Allein durch Stadtbefestigungen war letztlich eine Form vorgegeben, auf die reagiert werden musste.
Karlsruhe – ein Modellfall der urbanistischen Moderne
Dennoch stellt der Gründungsakt von Karlsruhe einen Spezialfall dar. Hier entschloss sich ein Fürst an der von ihm bestimmten Stelle, aus dem Nichts heraus eine Stadt zu errichten. In Karlsruhe – so meine These – wird Vieles von dem erprobt, was die moderne Stadtplanung schließlich auszeichnen wird. Anlässlich des diesjährigen 300.
[...]
Wie plant man eine (Kultur-)Bloggerreise? Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen
Zwischen dem 28. und 30. November 2014 ist der Eine oder Andere vielleicht über das Hashtag #kbreise14 gestolpert. Die von der Kunsthalle Karlsruhe, der Karlsruhe Tourismus GmbH sowie Art & Design Museums Basel initiierte Reise für Kulturblogger rief einige Diskussionen hervor - bei den Veranstaltern, bei den Teilnehmern und zum Glück auch in der Social Media Community, die sich mit Kultur- und Museumsthemen befasst. tl;dr Die Kunsthalle Karlsruhe und ihre Kooperationspartner verdienen Respekt für den „Sprung ins kalte Wasser“ und ihre erste Bloggerreise #kbreise14. […]