Forschungsdaten? Gibt’s doch schon!
#tldr;
Bevor neue Daten erhoben werden, lohnt sich die Suche nach bereits vorhandenen. Doch wo findet man Forschungsdaten für die Geschichtswissenschaft? Der Beitrag zeigt zentrale Suchwege, Repositorien, Datenkataloge und Fachportale – von BASE und OpenAIRE über RADAR4Memory bis zu thematischen Angeboten für historische Sozialdaten, Geodaten, Genealogie und Oral History.
Forschungsdatenmanagement (FDM) ist in aller Munde. Es ist ein zentrales Element guter wissenschaftlicher Praxis und wird von Forschungsförderern zunehmend als Voraussetzung für eine Projektförderung gesehen. Ohne Datenmanagementplan (DMP) gibt es kein Geld, so kann man überspitzt sagen, und das ist auch richtig so. Denn ein gutes Forschungsdatenmanagement ist nicht nur dazu da, Forschungsergebnisse transparent, nachvollziehbar und nachnutzbar zu machen, sondern es trägt auch dazu bei, ressourcenintensive Doppelarbeit zu vermeiden. Klar ist außerdem: Auch in den Geisteswissenschaften produzieren und nutzen wir längst Forschungsdaten.
[...]
Bei Academia.edu etc. bleiben? Wissenschaftliche Textrepositorien haben auch ihre Geschichte
Paris 2011
Ist Academia.edu nicht ein prima Ort für die selbstgesteuerte akademische Zweitpublikation: riesiges Netzwerk, weltweite Nutzer*innen, kostenfreier, dennoch funktionaler Basis-Account? Der passende Ort für die digitale Zweitpublikation, die nicht selten sehr viel mehr Leser*innen findet, als die erste (wenn diese in einem Sammelband oder einer kleinen Zeitschrift erschienen ist), oder? Mehrere Kolleg*innen haben diesen Service noch kürzlich für sich entdeckt und waren nachvollziehbar begeistert.

Am 29. Juni 2011 habe ich meinen Academia.edu-Account eingerichtet, damals war dieser privatwirtschaftliche Internetdienst noch keine drei Jahre alt. Wenn die Erinnerung nicht trügt, hatte dieses Unternehmen zu diesem Zeitpunkt vor acht Jahren knapp achthunderttausend Mitglieder, das kam mir gigantisch vor. Es war ja auch gigantisch und einmalig: so viele Kolleg*innen weltweit in einer einzigen Netzwerkstruktur!
[...]
Wissenschaftsblogs als Publikationsorte – Ein von den Geisteswissenschaften noch zu wenig genutztes Potential?
Die Bekanntmachung der neuen Förderrichtlinie „Freier Informationsfluss in der Wissenschaft – Open Access“ des BMBF hat mich als Geisteswissenschaftlerin, aktive Bloggerin und Mitglied der Redaktionen von de.hypotheses.org und von Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte (im Folgenden Mittelalter) zum Nachdenken gebracht. Nicht nur über einen Antrag – der verkam aus diversen Gründen zur Ruine – sondern auch und gerade über den Stand des digitalen geisteswissenschaftlichen Publizierens. Wissenschaftsblogs werden meiner Meinung nach noch zu selten als wissenschaftliche Publikationsorte und viel zu oft nur als Orte der Wissenschaftskommunikation verstanden und genutzt (vgl. Hiltmann 2015). Dabei war es durch sie nie einfacher als jetzt, wissenschaftliche Information niederschwellig, schnell, kostenfrei und ortsunabhängig fließen zu lassen – und das bedeutet eben auch, wissenschaftliche Erkenntnis in Form von Publikationen für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit allgemein zugänglich zu machen. Gerade der wissenschaftliche Blogartikel könnte nämlich gut in Konkurrenz zum klassischen, primär noch gedruckten Aufsatz in einer Zeitschrift oder in einem Sammelband treten. Er sollte das auch!
[...]
