Ein Reitergefecht, II

Noch einmal möchte ich auf das Gemälde von Sebastian Vrancx zu sprechen kommen, vgl. Ein Reitergefecht, I. Das Bild hat als Quelle in jedem Fall ihren eigenen Wert, ist aber auch nicht leicht zu lesen. Mit nachstehenden Bemerkungen möchte ich daher versuchen, mich diesem Gemälde zu nähern.

Wie es für diese Art der Malerei typisch ist, gibt es kein konkretes historisches Vorbild für diese Szene; zumindest läßt sich nicht ermitteln, auf welche möglichen Ereignisse sich die Darstellung bezieht. Versuche, für das Bild einen konkreten historischen Bezug herzustellen, dürften jedenfalls ins Leere gehen. Vielmehr wird man Vrancx den Anspruch unterstellen können, hier eine typische Szene in Kriegszeiten festhalten zu wollen (eine der wenigen Ausnahmen hiervon ist der Kampf zwischen Bréauté und Leckerbeetje am 5. Februar 1600 in der Vughter Heide, vgl. den Ausstellungskatalog von 1998 „1648 – Krieg und Frieden in Europa„, S.

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Quelle: https://dkblog.hypotheses.org/1116

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Dimensionen und Implikationen digitaler historischer Kommunikationsforschung

Impulse zu den theoretischen Herausforderungen der Digitalisierung historischer Kommunikationsforschung

von Christian Pentzold (Bremen) & Peter Gentzel (Augsburg)

Kommunikationshistorische Forschung wird durch Digitalisierungsprozesse auf vielfältige und tiefgreifende Art und Weise herausgefordert. Diesen Herausforderungen produktiv und kreativ zu begegnen, ist ebenso alternativlos – will historische Forschung weiterhin ein gesellschaftliches Mandat zur Deutung und Bewertung von Vergangenheit und Gegenwart ausüben – wie radikal (selbst-)reflexiv – will (kommunikations-)historische Forschung den theoretischen und analytischen Kontakt zwischen ihren Formal- und Materialobjekten nicht dem Zufall überlassen.

Auf der einen Seite ist damit die Frage der historischen Expertise angesprochen, die qua quellenkundlicher, -kritischer und -analytischer Kompetenz eine gewichtige Stimme der Vernunft in öffentlichen Debatten darstellt. Wie deutlich man diese Stimme in Zukunft wahrnehmen wird, hängt auch davon ab, ob und wie sie an den Orten präsent ist, an denen Deutungsangebote verhandelt werden, oder wie sie in Zeiten der radikalen „Verringerung der Halbwertzeit von Orientierungswissen“ (Rosa 2005) mittels Geschichte und Vergangenheit Kontextualisierung (und Relativierung) leisten kann. Auf der anderen Seite steht die benannte „Quellen-Expertise“ zur Disposition. Nicht nur, weil die historischen Quellen der Zukunft die digitalen Medien der Gegenwart – mit ihren im Vergleich zu traditionellen Quellen wesentlich anderen Eigenschaften – sind, sondern auch, weil die entsprechenden Analysemethoden, -logiken und -ergebnisse selbst zunehmend digital transformiert sind.

Herausforderungen und Gestalt einer in Konturen und Ambitionen bisher allenfalls diffusen historischen Kommunikationsforschung im digitalen Zeitalter können über drei Dimensionen erfasst werden: Eine bezogen auf die Gegenstände und empirischen Objekte, eine im Blick auf die Verfahren und analytischen Techniken und eine hinsichtlich der Formen wissenschaftlichen (Zusammen-)Arbeitens.

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Quelle: https://dicommhist.hypotheses.org/136

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„Was ist denn hier schon wieder los?“ Zwischen Aktionen, Suchbewegungen, Aufregung und Langeweile: Ethnografische Forschung an einer inklusionsorientierten Schule

Von Susanne Heil Die Ethnografie zählt nicht zu den originär pädagogischen, sondern vielmehr zu den interdisziplinären, sozialwissenschaftlichen Forschungsansätzen. Sie hat derzeit aber durchaus Konjunktur, auch in den Erziehungswissenschaften, und stellt z. B. im Bereich…

Quelle: http://hse.hypotheses.org/548

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Name oder Nummer. Über die Bürokratisierung des Taxiverkehrs am Flughafen von Dakar (Teil 2)

Teil 2/2: Materielle und Immaterielle Komponenten einer Technologie in der Praxis

Une version française de ce billet se trouve ici.

Im ersten Teil dieses Beitrags haben wir das bürokratische System des carnet vorgestellt, welches die Reihenfolge von Taxifahrten unter den Mitgliedern der GIE-RCPTA am Flughafen von Dakar organisiert. Dieser zweite Teil beleuchtet die Handlungsspielräume, die die carnet-Technologie dem verantwortlichen Bürokraten (coxeur) in der Praxis ermöglicht und was dies für das Weiterleben und die Kultur lokaler sozialer Beziehungen bedeutet. Außerdem wollen wir der Frage nachgehen, warum diese Technologie so geworden ist, wie sie heute ist.

Anwesenheitskontrolle und persönliche Beziehungen

Coxeurs beim Synchronisieren der verschiedenen carnets nach einem Kontrollgang um 18h30



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Quelle: http://ihacrepos.hypotheses.org/632

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Das Verhältnis zu den geistlichen Gewalten

Parallel zu und im engen Zusammenhang mit der Institutionalisierung der Kirchenpflegschaft zeichnet sich eine zunehmende Konsolidierung der Rechte in der pfarrkirchlichen Verwaltung ab, zunächst in der Innenstadt, in der Folge aber auch in den restlichen Kirchspielen Kölns.[1349] Zum Teil war sie jedoch verschieden ausbalanciert und noch keineswegs gegen weitere Verschiebungen geschützt. Zwar waren die Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und Geistlichkeit im Verlauf des 15. Jahrhunderts nicht mehr von der grundsätzlichen Natur vor allem des 13. Jahrhunderts. Doch ist noch bis zum Jahrhundertende in keiner der Dom- und Rheinvorstadtpfarreien eine unumstrittene Einsetzung eines Pfarrers überliefert. Im Gegensatz zum 13. und 14. Jahrhundert konnten sich die Parochianen mit ihren Ansprüchen auf der Grundlage der erlassenen Papstbullen aber nun weitgehend durchsetzen. Darüber kam es bis zum Beginn des 16.

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Quelle: https://ccaa.hypotheses.org/402

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Interview: „Das Thema der populistischen Parteien war für Österreich und Italien schon seit langem ein Thema“

Im Vorfeld zu unserer Veranstaltung „Einfache Antworten auf schwierige Fragen? Populismus heute und gestern“ hat uns Podiumsteilnehmer PD Dr. Lutz Klinkhammer vom Deutschen Historischen Institut in Rom einige Fragen zu Populismus in Italien beantwortet.

 

PD. Dr. Lutz Klinkhammer Deutsches Historisches Institut in Rom

Bereits im Oktober 2015 beschäftigte sich eine Tagung am Deutschen Historischen Institut in Rom mit dem Thema „Populismus, Populisten und die Krise der Parteien.

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Quelle: http://gid.hypotheses.org/1578

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Das neue Redaktionsmitglied: Eine alte Bekannte

Seit März 2017 bin ich neu in der Redaktion von de.hypotheses, viele kennen mich aber schon als Mitgründerin und Mitherausgeberin des Wissenschaftsblogs Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte. Ich bin eine neue, alte Bekannte.

 Wie ich zum Bloggen kam:

Ganz bodenständig bei Suppe und Bier! Alkoholschwangere Ideen enden meist in einem großen Katzenjammer am nächsten Morgen. Bei mir endete es in der Gründung eines Wissenschaftsblogs. Im Dezember 2012 kurz nach dem Start des deutschsprachigen Portals von Hypotheses war ich zu einem Mittelalter-Kolloquium an der Universität Mannheim eingeladen.

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Quelle: http://redaktionsblog.hypotheses.org/3361

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Das neue Redaktionsmitglied: Eine alte Bekannte

Seit März 2017 bin ich neu in der Redaktion von de.hypotheses, viele kennen mich aber schon als Mitgründerin und Mitherausgeberin des Wissenschaftsblogs Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte. Ich bin eine neue, alte Bekannte.

 Wie ich zum Bloggen kam:

Ganz bodenständig bei Suppe und Bier! Alkoholschwangere Ideen enden meist in einem großen Katzenjammer am nächsten Morgen. Bei mir endete es in der Gründung eines Wissenschaftsblogs. Im Dezember 2012 kurz nach dem Start des deutschsprachigen Portals von Hypotheses war ich zu einem Mittelalter-Kolloquium an der Universität Mannheim eingeladen.

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Quelle: http://redaktionsblog.hypotheses.org/3361

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Fast befriedigende Matura am Schottengymnasium

In den nächsten Tagen stöhnen wieder Schülerinnen und Schüler am Schottengymnasium wie in ganz Österreich bei der mündlichen Matura. Denjenigen, die einen Antritt in Latein wagen, mag als Trost dienen, dass man früher nicht nur Übersetzungen vom Lateinischen ins Deutsche anfertigen musste, sondern auch umgekehrt. Das machte auch dem jungen Karl Hübl 1885 bei der schriftlichen Matura am Schottengymnasium zu schaffen: Den deutsch-lateinischen Prüfungsteil beurteilte sein Prüfer nur als fast befriedigend. P. Hugo Mareta, der die Prüfungen in Latein und Deutsch abnahm, war von 1856 bis 1902 längstdienender Lehrer des Schottengymnasiums und konnte sich daher wohl eine kreativere Benotung erlauben.

Schriftliche Maturaarbeit (deutsch-lateinisch) von Karl Hübl (1885)
Schriftliche Maturaarbeit (deutsch-lateinisch) von Karl Hübl (1885)

In der mündlichen Prüfung konnte sich sein Schüler dann offensichtlich des „Fast“ entledigen: Wie im Zeugnis vom 2. Juli 1885 zu lesen ist, schloss Hübl die Latein-Matura schließlich doch noch mit einem Befriedigend ab.

Maturazeugnis von Karl Hübl (1885)
Maturazeugnis von Karl Hübl (1885)

Bleibt die Frage, warum die schriftliche Maturaarbeit des jungen Karl heute im Stiftsarchiv aufbewahrt wird?

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Quelle: https://schotten.hypotheses.org/1323

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Frisch gebrühter Espresso zum frisch gedruckten Buch – die Buchhandlung des 21. Jahrhunderts

Print on demand mal anders: Der französischer Verlag Presses Universitaires de France (PUF) führt seit März diesen Jahres eine ungewöhnliche Buchhandlung im Herzen des Quartier Latin in Paris: eine Buchhandlung fast ohne Bücher, gemütlich eher als Café eingerichtet. Der Clou darin ist die „Espresso Book Machine“, die Bücher in wenigen Minuten frisch druckt und bindet.

Und so funktioniert es: Man stöbert auf Tablets im Verlagsangebot von PUF. In den E-Books kann man jeweils die ersten 20 Seiten anlesen. Möchte man ein Buch als gedrucktes Buch kaufen, so bestellt man es und es wird in der Espresso Book Machine – die unbescheiden als „Gutenberg-Presse des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet wird[1], vor Ort gedruckt und gebunden. 60 Seiten pro Minute dauert der Druck. Bei 300 Seiten hat man gerade Zeit genug, einen Café hinunterzustürzen. Der Umfang für die Print on demand darf 850 Seiten jedoch nicht überschreiten.

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Quelle: http://dhdhi.hypotheses.org/2737

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