Operation Kulturreflexion

Dirk Baecker   I Drei Fakultäten gibt es an der Universität Witten/Herdecke. Die erste realisiert den Gründungsgedanken einer universitären Nachwuchsausbildung für die medizinische Praxis im Allgemeinen und das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke im Besonderen, die zweite gehorcht einem Hochschulgesetz, das den Status einer Universität damals nur für eine Einrichtung kannte, die mindestens zwei Fakultäten aufweist (heute erspart sich das HG Definitionen, indem es die Hochschulen in §1 (2) schlicht namentlich listet, für die es gilt). Es lag nahe, der Fakultät für Gesundheit und ihrem Interesse an […]

Quelle: http://kure.hypotheses.org/356

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Fremd in ihrem Land: Eine Reise in das Herz der amerikanischen Rechten

Martin W. Schnell Arlie Russell Hochschild (geb. 1940) ist eine berühmte Soziologin aus Berkeley. Als Forscherin verfolgt sie ein Leben lang fundamentale Veränderungen der amerikanischen Gesellschaft anhand symptomatischer Entwicklungen. Ihre Bücher kamen immer zur rechten Zeit. Als vor über 30 Jahren die Dienstleistungsbranche wichtiger als die Industrie des Rust Belt wurde, legte sie das Buch The Managed Heart. Commercialisation of Human Feeling vor (dt. A.R. Hochschild: Das gekaufte Herz.

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Quelle: http://kure.hypotheses.org/353

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Wie die Wilden? Sebastian Junger über Stammeskulturen und moderne Gesellschaft

Dirk Rustemeyer Alexis de Tocquevilles Bericht über seine Amerikareise (Über die Demokratie in Amerika [1835/1840], Stuttgart 1985) weckte das Interesse der Europäer am Gemeindeleben der Vereinigten Staaten. Gedieh in Amerika ein besonderes Ethos der Freiheit? Woraus speiste sich die eigentümlich staatsferne Sittlichkeit der Kolonien? Bei aller Begeisterung warnte Tocqueville auch vor Gefahren, die, wie ihm schien, aus der egalitären Natur der amerikanischen Gesellschaft selbst zu entspringen drohten, allen voran einem überhandnehmenden Individualismus. Klagen über den schleichenden Verlust eines ursprünglichen Freiheits-Ethos sind seitdem nicht mehr […]

Quelle: http://kure.hypotheses.org/342

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Für einen erweiterten, sehr alten Formbegriff in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften

Dirk Baecker Dass die Digitalisierung, das heißt die technische Vernetzung sozialer und kultureller Prozesse durch Computer, Datenbanken, Plattformen und Algorithmen, auch die Wissenschaft tiefgreifend verändert, ist ein Gemeinplatz. In welche Richtung, ist allerdings unklar. Klar ist, dass die Digitalisierung selbst zu einem bedeutenden Forschungsgegenstand geworden ist, der, mit Max Weber formuliert, die technischen und kulturellen Voraussetzung der Gestaltung digitaler Medien ebenso betrifft wie deren technische und kulturelle Folgen, ohne dass Voraussetzungen und Folgen sehr viel miteinander gemein haben müssen. Klar ist auch, dass die […]

Quelle: http://kure.hypotheses.org/331

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Komplexitätsforschung VI: Kultur als Gegenstand einer Wissenschaft vom Künstlichen

Dirk Baecker Thesen zum Vortrag „Diesseits von Geld und Geist: Wie und wozu bewirtschaftet man eine Kultur?“ auf dem Forum Europe Ruhr 2017, Essen, 7. September 2017 I. Man hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder über C. P. Snows These von den zwei Kulturen der naturwissenschaftlichen und literarischen Intelligenz gesprochen (Two Cultures and the Scientific Revolution, 1959), die sich weder sprachlich noch intellektuell noch emotional verstehen. Mindestens ebenso wichtig wie der Unterschied zwischen diesen beiden Kulturen, von denen die eine der […]

Quelle: http://kure.hypotheses.org/317

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Komplexitätsforschung I: Was heißt komplex?

Dirk Rustemeyer „Komplexität“ ist die Form selbstreferentieller – natürlicher, sozialer, kultureller oder psychischer – Ordnungen. Eltern, Unternehmern, Ärzten, Soldaten, Künstlern oder Wissenschaftlern ist sie nur zu vertraut: Wie gehen wir unter Bedingungen knapper Zeit, knapper Ressourcen und knappen Wissens mit dem Überschuss des Möglichen gegenüber dem Wirklichen um?  Unter Bedingungen der Kontingenz entsteht eine Komplexität von Ordnungen. Die Frage der Komplexität – Warum ist dies und nicht anderes? – tritt an die Stelle der Frage der klassischen Metaphysik: Warum ist etwas und nicht vielmehr […]

Quelle: http://kure.hypotheses.org/257

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Liberal Arts, oder Philosophie, Kunst und Wissenschaft

Dirk Baecker Was leisten Schule und Universität für die Erziehung eines freien Menschen? In der Antike und noch im Mittelalter hätte man geantwortet, dass die Frage falsch gestellt ist. Als freier Mensch wurde man geboren, wenn man das Glück hatte, in eine freie Familie geboren zu werden. Bauern, Handwerker, Gewerbetreibende und Sklaven hatten dieses Glück nicht. Hatte man das Glück, in einer Familie geboren zu werden, die dem Adel angehörte oder andere Formen der Unabhängigkeit erreicht hatte (reiche Kaufleute), übernahm zunächst die Familie die […]

Quelle: https://kure.hypotheses.org/233

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Liberal Arts, oder Philosophie, Kunst und Wissenschaft

Dirk Baecker Was leisten Schule und Universität für die Erziehung eines freien Menschen? In der Antike und noch im Mittelalter hätte man geantwortet, dass die Frage falsch gestellt ist. Als freier Mensch wurde man geboren, wenn man das Glück hatte, in eine freie Familie geboren zu werden. Bauern, Handwerker, Gewerbetreibende und Sklaven hatten dieses Glück nicht. Hatte man das Glück, in einer Familie geboren zu werden, die dem Adel angehörte oder andere Formen der Unabhängigkeit erreicht hatte (reiche Kaufleute), übernahm zunächst die Familie die […]

Quelle: https://kure.hypotheses.org/233

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Kultur, reflexiv

Die Frage muss immer wieder neu diskutiert werden. Ist Kultur essentiell oder differentiell zu definieren? Nietzsches Hinweis, man könne nicht definieren, was eine Geschichte habe (Zur Genealogie der Moral, 13), müsste für Kultur erst recht gelten, aber das stellt diejenigen nicht zufrieden, die ausgerechnet hier, in der Kultur, nach Identitäten suchen. Andreas Reckwitz hat die Frage jüngst wieder neu aufgeworfen (Die Zeit, 15. Dezember 2016). Und er hat sie in den Rahmen einer Unterscheidung zwischen Hyperkultur und Kulturessentialismus gestellt. Die Hyperkultur ist diejenige, die […]

Quelle: https://kure.hypotheses.org/225

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Kultur, reflexiv

Die Frage muss immer wieder neu diskutiert werden. Ist Kultur essentiell oder differentiell zu definieren? Nietzsches Hinweis, man könne nicht definieren, was eine Geschichte habe (Zur Genealogie der Moral, 13), müsste für Kultur erst recht gelten, aber das stellt diejenigen nicht zufrieden, die ausgerechnet hier, in der Kultur, nach Identitäten suchen. Andreas Reckwitz hat die Frage jüngst wieder neu aufgeworfen (Die Zeit, 15. Dezember 2016). Und er hat sie in den Rahmen einer Unterscheidung zwischen Hyperkultur und Kulturessentialismus gestellt. Die Hyperkultur ist diejenige, die […]

Quelle: https://kure.hypotheses.org/225

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