Sie erinnern sich bestimmt an diese Anekdote (die umso witziger ist, da sie nicht erfunden wurde): der Konzept-Künstler Wolfgang Müller besuchte eines Tages die Norwegische Insel Hjertøya, wo er zu seinem Staunen die Stare die Ursonate singen hörte. Vermutlich haben die Vogel vor Jahrzehnten den hier herumwandernden Kurt Schwitters gehört, der sein Werk rezitierte – und gaben diese Gesänge von Generation zu Generation weiter. Als Wolfgang Müller die Audioaufnahme dieser Gesänge in der Berliner Galerie Katze 5 präsentierte, prompt interessierte sich dafür bereits der Dumont Verlag (bei welchem die 5-Bändige Ausgabe von Schwitters literarischem OEuvre erschien, hrsg. F.Lach), wer ihm bitteschön die Genehmigung dafür gegeben haben soll.
Wenn die klassischen Vertreter aus der Kunstwelt (genauer, ihre Rechteinhaber) abmahnen, ist es noch in Rahmen des altgebackenen Spiels “Kulturbetrieb”. Doch auch die Avantgarde trifft es, sogar die Verfechter der antiautoritären Subversivität. Wie Marcel Duchamp.
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