ND-Rezension von Jonathan Lethems „Garten der Dissidenten“

Bislang war es vor allem das bürgerliche Feuilleton, das Jonathan Lethems Roman Der Garten der Dissidenten rezensiert hat, nun findet sich auch im ND eine durchaus wohlwollende Besprechung der linken US-Familiensaga, die vom Kommunismus der 1930er Jahre bis hin zu Occupy reicht.

Lethem, Jonathan: Der Garten der Dissidenten. Roman. Stuttgart: Klett-Cotta, 2014. [Verlags-Info]

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/714905989/

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Wikipedia Meets University, Workshop an der Universität Wien, Juridicum, 15.3.2014,…

Anlässlich des Wikipedia-Tags findet kommende Woche der Workshop "Wikipedia Meets University" statt, bei dem ich ein Impulsreferat zum Thema "Wikipedia in der Lehre" halten werde.

Zeit: Sa, 15.3.2013, 10-16 Uhr
Ort: Universität Wien, Juridicum, Dachgeschoß, Schottenbastei 10-16, 1010 Wien

Einladungsfolder-Wiki-meets-University (pdf, 315 KB)

Programm

10.00-10.05 Uhr
Begrüßung

Grußworte: Christa Schnabl
Vizerektorin für Studium und Lehre an der Universität Wien

10.05-11.30 Uhr
Impulsvorträge

Wikipedia stellt sich vor
Heinz Egger, Wikipedia Autor

Wikipedia/Wikiversity an der Hochschule
Falko Wilms, FH Dornbirn
Thorsten Schwerte, Universität Innsbruck

Studierende editieren Wikipedia
Thomas Planinger, Wikipedia Autor

Wikipedia in der Lehre
Anton Tantner, Universität Wien

Was bedeutet Open Science?
Stefan Kasberger, Open Knowledge Foundation Austria

11.30-12.00 Uhr
Kaffeepause

12.00-13.00 Uhr
Podiumsdiskussion

Moderation Friedrich Schipper, Universität Wien

Ilse Reiter-Zatloukal, Universität Wien
Thorsten Schwerte, Universität Innsbruck
Heinz Egger, Wikipedia Autor
Thomas Planinger, Wikipedia Autor
Claudia Garád, Wikimedia Österreich
Stefan Kasberger, Open Knowledge Foundation Austria
Daniela Spießberger, Fakultätsvertretung JUS

13.00-14.00 Uhr
Mittagspause

14.00-16.00 Uhr
Barcamp

Für die bessere Planung wird um eine kurze, formlose Anmeldung bis zum 12. März 2014 per Mail an claudia.garad@wikimedia.at gebeten.

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/714905985/

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Wer hat die schönste … ?

Ein Plädoyer für die gewohnte Funktionalität einer digitalen Edition

Neulich hörte ich bei einem Workshop zu digitalen Editionen in der Wissenschaft, dass ihre beständig erforderliche Pflege vor allem in der Anpassung an die sich ständig verändernden Lesegewohnheiten der Leser bestünde. Das war keine zur Diskussion gestellte These, sondern klang eher nach einer allgemein akzeptierten Voraussetzung. Das regte mich auf, und auch manch anderer Teilnehmer murmelte etwas von begrenzten Drittmitteln ….

Wie soll ich das über Jahrzehnte gewährleisten? Wie soll ich der Flut von neuen “Devices” innerhalb wenige Jahre gerecht werden? Und will ich wirklich die Reihenfolge, Größe, Farbe und Anordnung der Buttons (darum ging es nämlich) dauernd “anpassen”? Gibt es denn nicht so etwas wie eine minimalistische Eleganz, gerade bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen?

Editionen haben nicht selten eine lange, komplizierte, von historischen Umbrüchen und wechselnden Herausgebern geprägte Geschichte. So dauerte die Herstellung vieler Editionen Jahrzehnte, die editorischen Prinzipien ihres Anfangs waren am Ende manchmal gar vergessen. Wenn sie aber fertig gestellt waren, freute sich die jeweilige Fachgemeinde, endlich eine gesicherte Überlieferung zu haben. Oft schwere Bände, Dünndruck, kaum Durchschuss, aber der Text, der war nun für den Forscher endlich adäquat greifbar. Er ging dann in die Bibliothek, ließ sich nicht ablenken, blind griff er nach dem Band, den er gerade brauchte, und wehe, die Bibliothekare hatten etwas umgestellt! So haben Editionen ihre eigene, nicht immer logische, aber lieb gewordene Anordnung.

Fast täglich lese ich in der digitalen Sammlung compactmemory, klicke blind durch, da die Finger schon selbst wissen, welche Zeitschrift wo ist, wo ich suchen, wie speichern kann. Und dann lese ich in den zusammengestellten Texten, und bin jedes Mal dankbar, dass es diese Zeitungen online gibt, da unsere judaistischen Bestände sonst so zerstreut sind.

Meine Edition der Universal-Kirchenzeitung hat auch ihre eigene Geschichte. Sie ist ein „Nebenprodukt“ eines 2007 vom Steinheim-Institut und DISS begonnenen Editionsprojektes, das vor allem Print-Ausgaben anstrebte. Die Texte, die zu umfangreich waren (wie die Universal-Kirchenzeitung), oder aus anderen Gründen für Print nicht geeignet schienen, sollten als Volltexte online präsentiert werden. Da man zunächst an Bücher dachte, übertrug man das analoge Prinzip der Konzentration auf die Darstellung der Texte auch auf die Onlineausgaben. Das uns so wichtige Kriterium der Langzeitarchivierung erleichterte die Entscheidung für das damals einzige dafür geeignete Format: PDF/A, und damit zusammenhängend, das URN-Verfahren der Deutschen Nationalbibliothek. Das Potenzial von Techniken wie Crossmedia  (oder noch besser: Single Source) Publishing hatte sich uns Geisteswissenschaftlern, die zunächst am Text interessiert waren, noch nicht erschlossen.

So war es 2007.

Die Edition der Universal Kirchenzeitung ist online, wird wahrgenommen und zitiert. Sie ist nicht besonders “schön”, und die damals gestaltete Webseite ist schlicht, dafür aber funktional, zuverlässig, stürzt nie ab und verlangte bisher nicht nach technischer Migration.

Was ist also zu tun?

Ich kann meine Edition nicht ständig verschönern, sie altert mit mir. Wir beide haben hoffentlich noch Interessantes zu sagen. Was für mich erstrebenswert ist, ist die Anpassung an technische Weiterentwicklungen. Für mich bedeutet das, nun endlich die Daten als TEI-Dokumente bereitzustellen, mit umfangreichen Metadaten und einer Schnittstelle wie etwa OAI-PMH (experimentell gibt es diese Schnittstelle schon im Zusammenhang mit dem DARIAH-DE Projekt).

So werden diejenigen, die Interesse, Zeit und Mittel haben, auf der Basis dieser Daten die Stylesheets immer wieder neu anpassen können.

Wer inhaltlich an dem ersten Versuch einer katholisch-protestantisch-jüdischen Zeitschrift  überhaupt interessiert ist, zum theologischen Diskurs des Vormärz forscht, wird mir die nicht mehr ganz moderne Oberfläche nachsehen.

Quelle: http://djgd.hypotheses.org/100

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Stipendium am FCGL der Universität Heidelberg

Das Forensic Computational Geometry Laboratory (FCGL) am Interdisciplinary Center for Scientific Computing der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg hat ein Doktorandenstipendium für eine Arbeit im Bereich der Merkmalsextraktion (Feature Extraction from High Resolution Spatial Data Sets in the domain of forensic sciences related to archaeology, palaeography and geography) ausgeschrieben.

Diese Stellenausschreibung wurde von Dr. Hubert Mara (Universität Heidelberg) zur Verfügung gestellt.

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=3133

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Webressourcen aus Nordeuropa – Fundstücke Februar 2014

In den Fundstücken für Februar finden sich Datenbanken, Apps, Digitalisierungsprojekte usw. aus verschiedenen Bereichen der norwegischen und dänischen Netzwelt.

Norwegen

Das Reicharchiv in Oslo hat zum Verfassungsjubiläum einen “Kulturapp” zum Thema “Kirchenwahlen 1814” lanciert. Bevor die Nationalversammlung zusammentreten konnte, wählten die norwegischen Gemeinden auf lokaler Ebene zwei Wahlmänner, aus deren Kreis für jedes Amt ein Repräsentant bestimmt wurde, der dann an der verfassungsgebenden Versammlung in Eidsvoll teilnahm.

Im Rahmen des Gedenkens an den 1. Weltkrieg hat die Nationalbibliothek folgende Filme digitalisiert und teilweise restauriert: Eidsvoll 1914, Omkring jubilæumsustillingens aapning und Jubileumsutstillingen på Frogner 1914.

Der norwegische Kulturrat veröffentlicht unter der Rubrik Norges dokumentarv ein Register mit den wichtigsten Dokumenten der norwegischen Geschichte, des Wirtschafts- und Kulturlebens und weiteren Bereichen, das zunächst 60 Dokumente und Archivsammlungen enthält, bei Facebook.

Das Osloer Stadtarchiv hat Quellen (Zensus- und Volkszählungslisten) zur Sozialgeschichte der Stadt aus folgenden Beständen zugänglich gemacht: Prinds Christian Augusts Minde und Kontoret for utsatte.

Im Rahmen des 120-jährigen Jubliäums der norwegischen Firma ExxonMobil Norge hat das Stadtarchiv in Stavanger Vorstandssitzungsprotokolle digitalisiert.

Das Stadtarchiv in Oslo verwahrt seit Herbst 2013 die umfangreiche Ausschnittsammlung des Kunstnernes Restaurant Blom und hat Teile dieser kulturhistorisch interessanten Sammlung ins Netz gestellt.

Dänemark

Auf der Internetseite kriminalhistorie.dk werden Fallgeschichten von verurteilten dänischen Kriminellen im 19. Jahrhundert anhand von Quellenmaterial (das auf der Webseite verzeichnet ist) vorgestellt.

Das Archiv der Arbeiterbewegung in Kopenhagen hat dänische Personenakten des Kominternarchivs in Moskau digitalisiert. Das Material kann im Lesesaal des Archivs eingesehen werden.

Die Kartensammlung mit Karreplänen für Kopenhagen 1886-88 (Carré-planer af Kjøbenhavn på 113 kortblade) des dänischen Kartografen Valdemar Frederik Andreas Berggreen hat die Königliche Bibliothek digitalisiert und zugänglich gemacht.

Quelle: http://nordichistoryblog.hypotheses.org/2182

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Publikationen der Groupe d’Information sur les prisons bei Gallimard

Letztes Jahr erschienen: Eine Neuveröffentlichung der Broschüren der Groupe d’Information sur les prisons.

Intolérable. Textes réunis par le Groupe d’Information sur les prisons, présentés par Philippe Artières. Paris: Gallimard, 2013. 352 S., ISBN : 9782070140756 [Verlags-Info]

Inhaltsverzeichnis:
Enquête dans 20 prisons - Prison modèle, Fleury-Mérogis - L'assassinat de George Jackson - Suicides de prison - Cahiers de revendication sortis des prisons lors des récentes révoltes.

Infotext:
En février 1971, des intellectuels dont Michel Foucault, Daniel Defert, Jean-Marie Domenach, Pierre Vidal-Naquet et Gilles Deleuze fondent le Groupe d’Information sur les Prisons pour s’attaquer aux «barreaux du silence». Deux années durant, le GIP a su rassembler magistrats, journalistes, médecins, travailleurs sociaux, détenus, ex-détenus et leurs proches autour d’une volonté commune : «faire savoir la prison» et pratiquer à cette fin une intolérance active envers l’intolérable.
Cinq brochures ont paru, fruit d’enquêtes militantes, relayant la parole des détenus, sans filtre, dans sa brutalité et son intensité. S’y succèdent réponses à des questionnaires, correspondances, cahiers de revendications de mutins, entretiens avec un Black Panther incarcéré... Autant de documents qui permettent à ces invisibles de sortir de l’ombre, de s’inventer comme force politique.
Pour replacer cette expérience collective d’exception dans son contexte socio-politique, l’ouvrage comporte une chronologie détaillée des années GIP conçue par Philippe Artières.


[via Foucault News]

Quelle: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/706806298/

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hist.net-Verein gegründet

Am Freitag durfte ich an der Gründungsversammlung des hist.net-Vereins teilnehmen, der die Ideen von Peter Haber weiterführen will.
“Der Verein hist.net bezweckt die Förderung der digitalen Geschichtswissenschaften in ihren verschiedenen Ausprägungen; insbesondere setzt er sich ein für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den digitalen Geschichtswissenschaften. Hierfür kann der Verein unter anderem Preise ausloben, Veranstaltungen organisieren, Lehrgänge entwickeln, Projekte verfolgen und Kooperationen mit geeigneten juristischen und natürlichen Personen eingehen.”
Noch sind wir eine kleine Gruppe, die aber hoffentlich schnell wächst. Wer die Idee unterstützen will möge dem Verein beitreten (Jahresbeitrag für nat. & jur. Personen CHF 50.- / CHF 30.- für Personen in Ausbildung) – ein Mail mit vollständiger Adresse an aktuar@hist.net genügt. Gerne nimmt der Aktuar auch Projektdeen entgegen, wie der Vereinszweck konkret umgesetzt werden könnte. Falls Sie den Verein finanziell kräftiger unterstützen wollen, ist eine Spende sehr willkommen. Der Aktuar nimmt solche Versprechen gerne entgegen.

Vorstand:
Präsident: Jan Hodel
Aktuar: Elias Kreyenbiel
Kassier: Pascal Föhr
Beisitzerin: Ursina Fäh
Beisitzerin: Sandra Haber

Voraussichtlich wird im Herbst dieses Jahres eine Mitgliderversammlung stattfinden, an welcher der Stand der Dinge, Projekte, Ideen und Vorschläge präsentiert werden. Es wäre toll, möglichst viele Personen, welche sich mit Digital History beschäftigen und/oder diese unterstützen wollen, in diesem Verein begrüssen zu dürfen.

Quelle: http://hsc.hypotheses.org/272

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China-News: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus … (1871)

Die Wiener Weltausstellung 1873 war die erste im deutschsprachigen Raum – und die erste, an der sich China beteiligte. Die Vorbereitungen dafür begannen auf chinesischer Seite wohl unmittelbar nach dem Abschluss des ‘Freundschafts- Handels- und Schifffahrtsvertrags’ am 2.9.1869.  In den Wiener Blättern finden sich immer wieder Notizen zur Weltausstellung, darunter auch  Meldungen über die Vorbereitungen in China. Diese Texte geben Einblick in die Vorbereitungen und machen deutlich, welcher Anstrengungen es bedurfte, beovr am 1. Mai 1873 die Weltausstellung feierlich eröffnet werden konnte.

Einer dieser Texte findet sich fast gleichlautend in mehreren Wiener Blättern[1]. Er gibt Einblick in die Vorbereitungen – und macht deutlich, welcher Anstrengungen es bedurfte, bevor am 1. Mai 1873 die Weltausstellung feierlich eröffnet werden konnte.

Wiener Zeitung, 3.10.1871

Wiener Zeitung, 3.10.1871 (Ausschnitt)
Quelle: ANNO

Heinrich Joseph Aloys von Calice (1831-1912)[2], der in Shanghai 上海 residierte, hatte sich an den zǒnglǐ yámen 總理衙門[3] in Beijing 北京 gewandt und zur Teilnahme an der für 1873 geplanten Ausstellung eingeladen.

Vom Zǒnglǐ Yámen aus ging die Einladung dann über die verschlungenen Wege der chinesischen Bürokratie:
Der Superintendent der Seezölle von Jiangnan 江南 und daotai 道臺 von Suzhou 蘇州, Songjiang 松江 und Taicang 太倉 wurde vom provisorischen Handels-Superintendenten informiert, dass der Zǒnglǐ yámen die Superintendenten des Handels über die Einladung informiert hätte.
Die Zoll-Superintendenten in den offenen Häfen[4] sollten nun dahingehend instruiert werden, dass potentiell an einer Teilnahme interessierten Gruppen diese Einladung zur Kenntnis gebracht werde.
Als ‘incentive’ würden die für die Ausstellung bestimmten Waren in Österreich-Ungarn von Einfuhrzöllen befreit.
Im Gegenzug befreit die chinesische Regierung die für die Ausstellung bestimmten Waren vom Ausfuhrzoll. Davon erfuhr der Vertreter Österreich-Ungarns allerdings nicht direkt, sondern zuerst über den Direktor der Seezollverwaltung, Sir Robert Hart.[5]

Die ersten Aufrufe dürften wenig Resonanz erzeugt haben, denn Die Presse vom 7. März 1872[6] berichtet über die Berichterstattung im in Hongkong erscheindenden Daily Advertiser vom 18.1.1872:

In der Einleitung [...] wird China, das auf den bisherigen Ausstellungen nur schwach vertreten war, aufgefordert, sich lebhaft an der Aussteillung zu betheiligen und besonders die Auswahl solcher Gegenstände zu treffen, welche die Aufmerksamkeit weitester Kreise und die Naturproducte und Bodenschätze des Landes zu lenken geeignet sind. (Die Presse (7.3.1872) 14)

Die Bemühungen, Aussteller aus China zu gewinnen, waren durchaus erfolgreich, denn die Weltausstellungs-Commission schmetterte lauter werdende Kritik an der unzulänglichen Information über die Ausstellung im Inland (!)  damit ab, dass Anmeldungen aus China und Japan eingelaufen wären …[7].

  1. Wiener Zeitung, Morgen-Post, Die Presse vom 3.10.1871.
  2. Calice hatte 1869-1871 als Vertreter des k.u.k. Ministeriums des Äußern und des kaiserlichen Hauses an der ostasiatischen Expedition nach Siam, China und Japan teilgenommen. und war ab 1871 Ministerresident in Shanghai. 1874 kam er nach Bukarest, 1876 nahm er an der Konferenz von Kohenstantinopel teil, 1877-1880 war er im Ministerium des Äußern, 1880-1906 war er Botschafter in Konstantinopel. Kurzbiographie: “Calice, Heinrich Gf. (1831-1912), Diplomat”. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 133,
  3. Der Zǒnglǐ Yámen 總理衙門 (eigentlich: Zǒnglǐ gèguó shìwù yámén 總理衙門 ["Amt für die Belange aller Nationen"]) war das 1861 eingerichtete (Proto-)Außenministerium.
  4. Seit 1841/42 waren Shanghai 上海, Ningbo 寧波, Fuzhou 福州, Xiamen 廈門 und Guangzhou 廣州 offen, ab 1858 Nanjing 南京, Hankou 漢口, Shantou 汕頭 [Swatow], Niuzhuang 牛莊 und Tamsui 淡水sowie ab 1860 Tianjin 天津. Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde die Liste der Vertragshäfen immer länger.
  5. Sir Robert Hart (1835-1911) leitete als Inspector-General von 1863 bis 1911 die Imperial Maritime Custom Service (IMCS). S. Stanley Fowler Wright: Hart and the Chinese customs. (Belfast, Published for the Queen’s University [by] W. Mullan, 1950).
  6. Die Presse  Nr. 66 (7.3.1872) 14. Online: ANNO. Wortident auch in: Neue Freie Presse Nr. 2707 (7.3.1872) 7 (Online: ANNO).
  7. “Agitation für die umfassende Beschickung der Weltausstellung” In: Wiener Weltausstellungs-Zeitung Nr. 50 (15.6.1872) [5] Online: ANNO.

Quelle: http://mindthegaps.hypotheses.org/1331

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CfP: Pop im Alter, transatlantisch und transrheinisch

Gleich drei aktuelle Calls fragen nach Beiträgen zu Pop:

1. Pop im Alter

Die Gleichsetzung von Pop mit Jugendkultur will eine Gesprächsrunde in Frage stellen: Der GAM e.V. (Gesellschaft – Altern – Medien) stellt seine 5. Jahrestagung unter das Thema „Pop im Alter“. Wie der Verein mitteilt, bilde den Mittelpunkt der für den 27.-29. Juni 2014 anberaumten Tunzenberger Kamingespäche “die Entwicklung und die Aneignung der Popkultur im höheren Lebensalter bis hin zu ihren Wurzeln in der Jugend sowie das Wechselverhältnis von Medienaneignung und Identität bezogen auf Popkultur”.

Verfolgt werden laut Call zwei Ziele: Perspektiven, Ansätze und Methoden der Forschung zur Ästhetik und deren Aneignung von Popkultur im Alter sollen nachgezeichnet und aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt werden. Außerdem würden Handlungsfelder für eine künftige Alter(n)smedienforschung aufgezeigt. Pop werde dabei nicht auf Musik beschränkt, sondern sei ein Sammelbegriff für Kultur als Alltagspraxis in der Aneignung mit dem Ziel der Identitätsbildung. Identität verstehe man sowohl als “Ausdruck der individuellen Einzigartigkeit als auch als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft”. Schwerpunkt der Tagung sei die Bedeutung von Pop in Bezug zur Lebenswelt der Subjekte. Damit nehme sie keine medien-, sondern eine subjektzentrierte Perspektive ein. Die Bedeutung von Pop werde vielmehr im Rahmen der Identitätsfindung und -bildung als lebenslanger Prozess verstanden.

Die Gespräche auf Schloss Tunzenberg (Niederbayern) sollen “einer ausgewählten Gruppe von Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen, Kulturschaffenden und pädagogisch Handelnden” die Möglichkeit geben, sich “in einer anregenden Umgebung anhand eigener Forschung und Praxis vertieft mit dem Thema Alter(n) und Medien im sozialen Kontext auseinanderzusetzen”.

Der vollständige Call findet sich hier. Die Deadline wurde soeben verlängert bis zum 24. März 2014.

2. Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014

Das Deutsche Volksliedarchiv Freiburg veranstaltet aus Anlass seines 100. Bestehens eine Geburtstagstagung zur affirmativen und kritischen Rezeption US-amerikanischer Musikkultur in Deutschland von 1914 bis heute. Mit dem Ziel, einen interdisziplinären, multiperspektivischen Zugang zum in Rede stehenden Phänomen zu eröffnen, sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, Themenvorschläge einzureichen. Leitfragen könnten sich auf die teilkulturelle Aneignung der Musik (z.B. in Jugendkulturen), die Thematisierung der USA in deutschsprachiger Musik oder öffentliche/mediale Diskurse (in Ost und West) beziehen. Vier Sektionen widmen sich den Themenfeldern:

- Jazz-Rezeption in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
- Rock’n’Roll und Jugendkultur im Nachkriegsdeutschland
- Vietnam, Flower Power und die „68er“
- Pop-Giganten in Film, Funk und Fernsehen – und Internet

Der vollständige Call findet sich hier. Die Deadline ist der 31.03.2014.

3. Deutsch-französische Schnittstellen in Populärkultur und Medien. Interkulturelle Vermittlungsprozesse und Fremdwahrnehmung

Welche Bilder von Frankreich werden in Deutschland in Medien der Populärkultur vermittelt und umgekehrt? Welche diesbezüglichen Entwicklungen lassen sich diesbezüglich seit den 1950er Jahren feststellen? Diese Fragen will eine Sektion auf dem 9. Kongress des Frankoromanistenverbandes vom 24.bis 27 September 2014 in Münster beantworten.

Leitfragen sind: Inwiefern sind Bilder des Anderen von stereotypen Darstellungsweisen geprägt? Stellen sie auch einen Raum für die interkulturelle Vermittlung von differenzierteren Wissensbeständen dar? Wie verhalten sich die zumeist populären Diskurse der „nicht intentionalen“ Mittlerinstanzen zu traditionellen Mittlerfiguren und –institutionen, die implizit oder explizit eine Diskurshoheit beanspruchen? Welche Wechselbeziehungen gibt es zwischen Selbstbild und Fremdbild bei Figuren oder Medien, die in beiden Ländern präsent sind?

Konkret benannt werden folgende Felder:

- Populäre Musik wie Chanson oder Schlager: Hier werden in zumeist suggestiver Form Sehnsuchtsorte beschworen, aber vielleicht auch Wissensbestände über die andere Kultur geschaffen. Beispielsweise könnten Sängerinnen und Sänger in den Blick genommen werden, die wie France Gall, Frédéric Mey / Reinhard Mey oder auch Georges Moustaki beidseits des Rheins tätig waren und durch ihr – bisweilen sehr genau an das jeweilige Publikum angepasstes – Œuvre kulturvermittelnd tätig waren.
- Fernsehen: Bilder des Anderen entstehen auch fernab der Nachrichten und dokumentarischer Genres, etwa durch die Darstellung Angela Merkels in den „Guignols de l’info“ und allgemein in Variété-Sendungen oder Unterhaltungsshows.
- Populärer Spielfilm: Wie im Bereich des Chansons / Schlagers können auch hier Figuren in den Mittelpunkt rücken (Romy Schneider, Pierre Brice) oder aber einzelne Spielfilme näher betrachtet werden.
- Populärkulturelle Manifestationen des Anderen in Sachbüchern (Reiseführer, Kochbücher, Ratgeberliteratur etc.). Neben der eigentlichen journalistischen Tätigkeit entfalten z.B. viele Auslandskorrespondenten eine rege publizistische Aktivität, die – unabhängig von Einzelereignissen – Bilder des Anderen generiert, festigt und tradiert (U. Wickert, C. Calla, P. Hugues u.v.a.).
- Weitere potenzielle Gegenstände von Beiträgen könnten Werbung, Jugendmagazine, „bandes dessinées“ oder Musicals sein; ebenso willkommen sind Vorschläge aus dem Bereich der Populärliteratur.

Der vollständige Call findet sich hier. Deadline war der 31.1.2014.

Quelle: http://pophistory.hypotheses.org/1187

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