Antiziganismus. Was können wir tun?

 

Umfangreiche und detaillierte Curricula, eine unübersehbare Auswahl an Lernmaterialien und gleichzeitig eine schwindende Zahl an Geschichtslektionen sind alltägliche Herausforderungen für Geschichtslehrkräfte der Sekundarstufe I. Lässt sich da ein spezieller Inhalt wie zum Beispiel die Geschichte von Roma, Sinti und Jenischen rechtfertigen? Unbedingt!

 

Das Roma-Kind mit der Waffe

Auf dem Titelbild des Schweizer Magazins „Weltwoche“ vom 5. April 20121 zielte ein Roma-Kind mit einer Pistole direkt auf die Lesenden. Das Bild und der dazu gehörende Artikel lösten eine heftige Debatte aus. Sie sind ein krasses, aber sprechendes Beispiel für den Befund einer kürzlich von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus publizierten Studie zur Berichterstattung über Roma in Schweizer Medien. Die Studie zeigt eine markante Zunahme der Pressebeiträge in den letzten Jahren – und inhaltliche Unterschiede: Berichte über Roma im Inland fokussieren meist auf Aspekte wie Bettelei, Kriminalität und Prostitution, während Ausland-Beiträge mehr über Diskriminierung und Integrationsbemühungen berichten.2

Lernanlässe: die heutige Presse

Der Umgang unserer Mehrheitsgesellschaft mit Roma, Sinti und Jenischen ist heute also ein vieldiskutiertes Thema in der Öffentlichkeit. Ihre Medienpräsenz bietet Lehrkräften die Möglichkeit, exemplarischen, problemorientierten und multiperspektivischen Unterricht zu gestalten. Der Lebensweltbezug ist dabei hoch, zumal in vielen Klassen SchülerInnen mit Migrationshintergrund sitzen, die täglich Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung machen. Für exemplarischen Unterricht in politischer Bildung bieten sich zunächst Presseberichte an: Sie werfen Fragen auf – bezüglich ihrer Fokussierung, bezüglich der Stereotypisierung mancher Vorwürfe, aber auch bezüglich der angesprochenen Problemfelder. Welche Behauptungen lassen sich belegen, welche widerlegen? Wo lassen sich Pauschalisierungen und Vorurteile ausmachen? Wie reagieren Behörden auf die öffentliche Diskussion? Und schließlich: Was weiß man eigentlich über Anzahl, Herkunft und Lebensweise von Roma, Sinti und Jenischen? Kurz, hier bieten sich mannigfache Anknüpfungen für Klafkis Schlüsselthema „gesellschaftlich produzierte Ungleichheit“.3

Das Unrecht an den Jenischen

Die Beschäftigung mit Antiziganismus hat aber auch eine historische Komponente. Sinti und Roma bildeten nach den Juden die zweitgrösste Opfergruppe der Nationalsozialisten. Ihre Stigmatisierung, Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung folgten dem Muster der Shoah, wenn auch nicht überall gleich gnadenlos wie bei der jüdischen Bevölkerung. Auch in der Schweiz gab es eine Form schwerer Diskriminierung: „1926 begannen das Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse der Stiftung Pro Juventute mit Unterstützung des Bundes sowie andere Fürsorgeinstitutionen, den Jenischen systematisch die Kinder (…) wegzunehmen und sie in Pflegefamilien, psychiatr. Anstalten und sogar Gefängnissen unterzubringen, um sie zur Sesshaftigkeit umzuerziehen. Erst 1973 erwirkten die Betroffenen mit Unterstützung der Medien das Ende dieser Massnahmen.“4 In zwei knappen Sätzen beschreibt das Historische Lexikon der Schweiz einen Vorgang, den der Historiker Thomas Meier als „beispielloses dunkles Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte“ bezeichnet.5 Der Hintergrund ist tatsächlich erschreckend: Aufgrund von rassistisch erscheinenden Ressentiments trennte eine private Stiftung mit Unterstützung der Behörden rund 600 Kinder von ihren jenischen Eltern und platzierte sie in Pflegefamilien oder in Heimen. Ziel war es, die fahrende Kultur der Jenischen zu eliminieren, die als gesellschaftlich unerwünscht galt. Zurück blieben gebrochene Eltern und traumatisierte Kinder. Eine Tragödie in einem vom Leid der Katastrophen des 20. Jahrhunderts weitgehend verschonten Land.

Aktuelle Initiativen in der Schweiz

Kultur und Geschichte von Roma, Sinti und Jenischen sind sowohl im Internet wie in der Qualitätspresse und in der Fachliteratur immer besser dokumentiert. Trotzdem braucht es von den Lehrpersonen nach wie vor einige Anstrengung, die Informationen zu sichten und thematisch zu fokussieren. Entsprechend gestaltete Lehrmittel und Lernmaterialien sind noch eher dünn gesät. Die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz hat sich deswegen in zwei Tagungen dem Thema angenommen. Die Resultate der ersten Tagung 2013 zu den aktuellen Forschungsergebnissen zum Antiziganismus werden im Januar 2014 erscheinen. An einer zweiten Tagung6 anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2014 sollen Möglichkeiten der schulischen und ausserschulischen Vermittlung diskutiert werden. Ihre Resultate werden voraussichtlich online zur Verfügung gestellt werden. Antiziganismus hat Potential für den Unterricht – und zwar für Geschichte wie für Politische Bildung. Entsprechende Themen sind aber komplex. Es gilt, inhaltlich korrekt zu sein und bestehende Narrationen kritisch zu hinterfragen. Dazu bedarf es alltagstauglicher Instrumente für die Lehrkräfte – und ein Engagement wie auch eine Kompetenzerweiterung der AutorInnen von Lehrmitteln und Curricula.

 

Literatur

  • Bogdal, Klaus Michael: Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung. Frankfurt a.M. 2011.
  • Schär, Bernhard / Ziegler, Béatrice (Hrsg.): Antiziganismus in Europa und der Schweiz. Geschichte, Kontinuitäten und Reflexionen, Zürich 2014 (erscheint im Januar).
  • Galle, Sara / Meier, Thomas: Von Menschen und Akten. Die Aktion «Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute, Zürich 2009 (mit DVD-ROM).

Externe Links

  • Der Bildungsserver Berlin-Brandenburg bietet eine aktuelle Übersicht über verfügbare Unterrichtsmaterialien zu Sinti und Roma in Deutschland und gibt weitere Hinweise auf Quellen und Dokumentationen. URL: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/sinti_roma.html (zuletzt am 81.1.14).
  • Informationen zu Schweizer Fahrenden bietet die kürzlich publizierte Website der Stiftung „Zukunft für Schweizer Fahrende“. URL: www.stiftung-fahrende.ch/geschichte-gegenwart/ (zuletzt am 8.1.14).
  • Homepage des Historikers Thomas Huonker zu Geschichte und Gegenwart der Jenischen in der Schweiz. URL: http://www.thata.ch (zuletzt am 8.1.14).


Abbildungsnachweis
© Dominik Sauerländer.

Empfohlene Zitierweise
Sauerländer, Dominik: Antiziganismus
. Was können wir tin? In: Public History Weekly 2 (2014) 3, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2014-1165.

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Methodik, Schmuddelkind der Geschichtsdidaktik? Eine österreichische Perspektive

 

Die Geschichtsdidaktik kämpft in Österreich nach wie vor um den durchgängig anerkannten Status einer Teildisziplin der Geschichtswissenschaft, wenn nicht sogar um den einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin. Es gibt bislang keinen ordentlichen Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik an einer Universität. An den Pädagogischen Hochschulen sind die Abdeckungen wenn überhaupt am ehesten mit denen in der Schweiz vergleichbar. Die intensiven geschichtstheoretischen und geschichtsdidaktischen Diskussionen und Forschungen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und auch aktuelle Bemühungen haben zwar viel erreicht, doch die Geschichtsdidaktik konnte sich nicht gänzlich befreien von den an den Lehrerausbildungsseminaren des vorigen Jahrhunderts geprägten und bis heute nachwirkenden Vorstellungen in den Köpfen vieler, wonach die Disziplin vor allem Methodik wäre. 

 

“Schulpunzierung”?

Nicht selten wird „Fachdidaktik“ dabei mit dem Erstellen von Arbeitsblättern und Overheadfolien gleichgesetzt.1 Befördert wird diese Vorstellung von der „reinen Vermittlungsdisziplin“ nicht zuletzt an österreichischen Hochschulstandorten, an denen die Geschichtsdidaktik nicht mit Professuren und einer entsprechenden Ausstattung abgedeckt ist, sondern durch Lehrbeauftragte aus dem Schuldienst, die durch Doppelbelastungen zwischen Lehre in der Klasse und im Hörsaal oft nicht ausreichend Zeit für eine wissenschaftliche Weiterqualifikation am Standort finden, geschweige denn breit empirisch zu forschen. Engagierte Ausnahmen gilt es hier hervorzuheben! Die Didaktik der Geschichte gilt seit Karl-Ernst Jeismann aber eigentlich als die „Wissenschaft vom Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft“. Ein Diktum, das in der Community gerne verwendet wird und dem sich viele Generationen von GeschichtsdidaktikerInnen anschlossen. Es wurde durch unterschiedlichste theoretische und empirische Studien untermauert. Schließlich war es ein Befreiungsschlag, der von einem wenig distinkten Dasein zwischen Geschichtswissenschaft und Allgemeiner Didaktik wegführte. Es kam zudem zur Emanzipation von der „Schulpunzierung“. Die Geschichtsdidaktik weitete sich zugunsten zusätzlich relevanter Bereiche zwischen individuellem und kollektivem historischen Denken und den daraus erwachsenden Objektiviationen (Geschichtskultur) aus.

Selbstreferenzielles System ohne Praxisanbindung?

Was sich jedoch im gleichen Maße entwickelte, war eine gewisse Distanz zur Schulpraxis. Während sich die theoretische und empirische Geschichtsdidaktik bis zum heutigen Tag – dank differenzierter Zugangsweisen und Profilierungen – in einer wissenschaftlichen Sphäre positionierte, existierten nach wie vor die Mühen der konkreten Geschichtsstunde von LehrerInnen. Alltägliche Praxis und wissenschaftlicher Überbau klafften, glaubt man den Unkenrufen der österreichischen Lehrerschaft im Rahmen der Fort- und Weiterbildung, immer weiter auseinander, nicht nur im sprachlichen Habitus beim Reden über den Geschichtsunterricht. Handelt es sich bei weiten Teilen der Geschichtsdidaktik tatsächlich um ein selbstreferenzielles System, ohne die Nöte der Schule wahrzuhaben? Wurde gar die praxisrelevante geschichtsdidaktische Methodik zum „Schmuddelkind“ des Faches? – zu nah am konkreten Problem, zu fern der theoretischen Abstraktion? Es stellt sich daher die Frage, inwieweit pragmatische bzw. (fach)methodische Anliegen aus der Praxis und vor allem auch deren Verquickung mit pädagogischen Problemlagen in konkreten Schulklassen (Heterogenität/ Diversity, Motivation, Leseschwächen, Verhaltenskreativität etc.) von der Geschichtsdidaktik weitgehend ignoriert werden dürfen.

Ungewollte Didaktik in Österreich

Zu Recht war seit dem PISA-Schock ein Hinwenden zum Fachspezifischen und zu den ureigenen Agenden notwendig. Hans-Jürgen Pandels Kritik an den „fremden Importen“2, welche das Fach aushöhlten oder gar die fachspezifischen Aspekte abschafften, war mehr als berechtigt. Doch im Zusammenspiel zwischen der Realität in den Schulklassen, der Leistungsfähigkeit der SchülerInnen und den Anforderungen der Geschichtsdidaktik an einem besseren Geschichtsunterricht zeigen sich für SchulpraktikerInnen nicht selten Anforderungen, die aufgrund fehlender methodischer Modelle als überzogen wahrgenommen werden. Ein Theorie-Praxis-Gap kann festgestellt werden. Für Österreich ist zu beobachten, dass die sprachliche und begriffliche Präzision sowie die einer Wissenschaft innewohnende Tradition im Umgang mit älteren Denkrichtungen in jenem Teilbereich der Geschichtsdidaktik, welcher sich der fachspezifischen schulischen Vermittlung zuwendet und daher als angewandte Wissenschaft begriffen werden kann, von der eigentlichen Zielgruppe – den LehrerInnen – tendenziell abgelehnt wird. Dies hat jedoch mehrere Gründe. Nicht verschweigen sollte man für Österreich die Tatsache, dass viele im Dienst stehende GeschichtslehrerInnen überhaupt keine fachdidaktische Ausbildung erhielten und in der Fortbildung im Heute aber in Teilen einem als übergroß erscheinenden und hoch differenzierten Begriffs- und Methodenapparat gegenüberstehen. Die administrative Praxis des Einsatzes von ungeprüften GeschichtslehrerInnen in der Pflichtschule verschärft diese Situation zudem. Auch scheint es, dass die „bildungspolitisch dominierende didaktische Orthodoxie“, welche alleine die Inhalte sieht, lieber auf das „Faktenlernen“ beharrt und sich gegenüber Änderungen in den Lehrplänen (z.B. fachspezifische Methoden, eigenständiges Denken) als resistent erweist.3 Es wundert dann jedoch wenig, wenn dort auch neopositivistische Positionen im Umgang mit Geschichte und Vergangenheit eingenommen werden.4

Balance tut not!

Es stellt sich weiter die Frage, wie die Methodik der Geschichtsdidaktik zwischen wissenschaftlicher Forschung & Entwicklung, Transferangeboten der Lehrerfortbildung und des Schulbuchmarkts, der gelebten Praxis sowie ihrer professionellen Selbstreflexion in konkreten Lernsettings die notwendige Balance halten kann. Dabei soll hier kein platter Praxis-Theorie-Gegensatz zum Selbstschutz der handelnden Personen an den Schulen oder an den akademischen Einrichtungen aufgebaut werden, sondern für eine enge produktive und gegenseitig wertschätzende Zusammenarbeit plädiert werden. Zudem darf die geschichtsdidaktische Methodik bei praxisnahen, am schulischen Alltag orientierten Umsetzungsversuchen nicht allzu schnell von ihren eigenen VertreterInnen an den tertiären Einrichtungen ins wissenschaftliche Abseits gestellt werden, weil dadurch der nötige Ausgleich und die darin lagernden Erkenntnischancen a priori verloren gehen. Eine adäquate geschichtsdidaktische Methodik wird sich daher hinkünftig um zweierlei kümmern müssen: Nämlich (1) um ihre wissenschaftliche Begründbarkeit, die nicht nur aus normativen bzw. theoretischen Setzungen bestehen kann, und (2) um einen relevanten Praxisbezug, der von den LehrerInnen im Feld angenommen wird. Klaffen die beiden Pole immer weiter auseinander, steht zu befürchten, dass beide Seiten sich als inadäquate „Spielkameraden“ wahrnehmen und den SchülerInnen damit am wenigsten geholfen ist.

 

 

Literatur

  • Kühberger, Christoph / Windischbauer, Elfriede: Individualisierung und Differenzierung im Politikunterricht. Offenes Lernen in Theorie und Praxis, Schwalbach/Ts. 2013.
  • Mayer, Ulrich / Pandel, Hans-Jürgen / Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht, 4. Aufl., Schwalbach/Ts. 2013.

Externe Links

 

Abbildungsnachweis
© Jutta Rotter / pixelio.de

Empfohlene Zitierweise
Kühberger, Christoph: Methodik als “Schmuddelkind” der Geschichtsdidaktik? Eine österreichische Perspektive. In: Public History Weekly 2 (2014) 3, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2014-1263.

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Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2014 in Hamburg

Am 27. Januar 2005, anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945, verabschiedete das Parlament der Europäischen Union die „Entschließung zum Gedenken an den Holocaust sowie zu Antisemitismus und Rassismus“.1 Bereits seit dem Jahr 1996 ist der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus” in Deutschland ein gesetzlich verankerter Gedenktag.2 Der Holocaust-Gedenktag ist über die Jahre in Deutschland zu einem festen Bestandteil der nationalen Erinnerungskultur geworden, zu dem jedes Jahr eine Vielzahl von Gedenk-, Bildungs- und Kulturveranstaltungen stattfinden. […]

Quelle: http://musermeku.hypotheses.org/944

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Wie Adenauer einmal nicht gestört werden wollte

Konrad Adenauer wird von Zeitgenossen als geduldiger Zuhörer geschildert, solange es konzentriert um die Sache ging. “Eins aber haßte der Kanzler, nämlich Palaver” (Richard Stücklen in Schwarz 1991: 22).

Jede gute Vorzimmerkraft hat Mittel und Wege, den Chef aus endlosen Gesprächen zu befreien. Anneliese Poppinga, seit 1958 Adenauers Sekretärin, reichte ihm Nachrichten wie die folgende herein, die vor einigen Jahren in den Autographenhandel kam. Die Frankfurter Allgemeine berichtete seinerzeit über dieses Stück.

Anneliese Poppinga an Konrad Adenauer, um 1960

Notiz für Konrad Adenauer, um 1960

Was ist das – aktenkundlich gesehen? Innerdienstlicher Schriftverkehr des Palais Schaumburg, zweifellos. Solcher Schriftverkehr begegnet in zwei Stilformen (vgl. Meisner 1969: 194; Kloosterhuis 1999: 469):

  1. Als innerdienstliche Verkehrsschriftstücke, die sich an den Formen der an externe Empfänger gerichteten Schreiben orientieren,
  2. als Aufzeichnungen, die von der Form her eigentlich immobile Aktenvermerke sind, aber von der Funktion her als Verkehrsschriftstücke dienen; der Aktenvermerk bekommt Beine.

Die persönliche Anrede im vorliegenden Stück verweist eindeutig auf ein innerdienstliches Verkehrsschriftstück. In einer Aufzeichnung würde an ihre Stelle eine entsprechende Überschrift treten, und unter dem Text würde ein Vorlagevermerk in der damals noch üblichen Art stehen:

Hiermit
Herrn Bundeskanzler
ergebenst vorgelegt.

Und da hier von der Sekretärin an den Kanzler, also von “unten” nach “oben”, über einen Sachverhalt, nämlich die verflossene Zeit, berichtet wird, müsste es sich nach der klassischen aktenkundlichen Lehre um einen innerdienstlichen Bericht mit einer (impliziten) Bitte um Weisung handeln. Die Weisung, ihn nicht zu stören, hat Adenauer dann unmittelbar aufgesetzt.

An sich wurde und wird in der Ministerialbürokratie für diesen Kommunikationsweg die alternative Form der Aufzeichnung benutzt, die heute, in gewandelter Form, als Leitungsvorlage bezeichnet wird (vgl. meinen Artikel vom 29. August 2014). Für die Kommunikation zwischen Chef und Vorzimmer wäre dieses bürokratische Vehikel aber völlig überzogen.

Dann heißt es in der FAZ aber, der Text stünde auf einem Briefbogen des Bundeskanzlers. (Es ist nicht ersichtlich, wie der Ausschnitt der Abbildung gewählt wurde, und welcher Adressblock mit “Bonn am Rhein” sich da im rechten Viertel durchdrückt.) Ein Kopfbogen würde natürlich zu keiner Form innerdienstlichen Schriftverkehrs passen, selbst wenn man die persönliche Bezeichnung “Der Bundeskanzler” zugleich als Behördenbezeichnung nimmt, wie es bei den meisten Bundesministerien ja bis in die Neunzigerjahre offiziell der Fall war.

An diesem Punkt der Untersuchung muss sich die Aktenkunde die Sinnfrage gefallen lassen. Wir befinden uns außerhalb der Zone bürokratischer Standardisierung der Schriftlichkeit, von der die Systematische Aktenkunde, die ein Schriftstück nach Form und Funktion bestimmen soll, ausgeht (Beck 2000: 68). Die klassische Lehre scheint mir doch stark von normiert arbeitender Verwaltung im engeren Sinne geprägt zu sein. Im Umfeld der politischen Entscheidungsträger spielt die Form der produzierten Schriftstücke eine weit geringere Rolle.

Die Verfasserin hätte ihre kurze Nachricht, die sie dem Bundeskanzler verdeckt in einer Laufmape gebracht haben wird, im Grunde auch auf ein Formular für “Büronotizen” schreiben können – so würden Verwaltungspraktiker das Stück ansprechen.

Aktenkundlich reflektiert ist dieser Begriff nicht. Ein zu hohes Niveau begrifflicher Abstraktion leistet der Rezeption der Aktenkunde durch im Archiv arbeitende Historiker meiner Meinung nach aber einen Bärendienst.

Ich danke Dr. Peter Wiegand, Hauptstaatsarchiv Dresden, für den Hinweis auf dieses Stück und Frau Antje Winter, Stadtarchiv Troisdorf, für Informationen zum Gebrauch in Adenauers Büro.

Literatur

Beck, Lorenz Friedrich 2000. Leistung und Methoden der Aktenkunde bei der Interpretation formalisierter Merkmale von historischen Verwaltungsschriftgut. In: Brübach, Nils, Hg. 2000. Der Zugang zu Verwaltungsinformationen: Transparenz als archivische Dienstleistung. Veröffentlichungen der Archivschule Marburg 33. Marburg. S. 67–79.
Kloosterhuis, Jürgen 1999. Amtliche Aktenkunde der Neuzeit: Ein hilfswissenschaftliches Kompendium. In: Archiv für Diplomatik 45, S. 465–563 (Preprint).
Meisner, Heinrich Otto 1969. Archivalienkunde vom 16. Jahrhundert bis 1918. Leipzig.
Schwarz, Hans-Peter, Hg. 1991. Konrad Adenauers Regierungsstil. Rhöndorfer Gespräche 11. Bonn.

Quelle: http://aktenkunde.hypotheses.org/132

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Die Schultern, auf denen wir stehen

Die Parallelen zwischen den Bibeldeutungen des Hieronymus und Auslegungstraditionen der rabbinischen Literatur, die wir in diesem Blog untersuchen, sind anderen Wissenschaftlern schon viel früher aufgefallen. Ihre Namen sind verbunden mit der aufblühenden jüdischen Wissenschaft, die u.a. in Breslau am dortigen Jüdisch-Theologischen Seminar ein wichtiges Zentrum hatte. Im Folgenden sollen hier drei Vertreter dieser großen Tradition kurz vorgestellt werden.

Moritz Rahmer (1837-1904)

In Breslau hatte Mitte des 19. Jahrhunderts Rabbiner Dr. Moritz Rahmer studiert, der vor allem in Magdeburg wirkte (Kurzbiografie der Universität Magdeburg). Er publizierte in jüdischen wissenschaftlichen Zeitschriften seine Untersuchungen zu den hebräischen Traditionen bei Hieronymus und lieferte damit die unmittelbare Vorlage für die Arbeit dieses Blogs. Aufgrund seiner umfassenden Bildung war Rahmer nicht nur in der Lage, die rabbinische Literatur, sondern auch die Schriften der Kirchenväter zu überblicken. Durch ihn bin ich beispielsweise auf die bemerkenswerte Darstellung des Hieronymus gestoßen, wie sich der sich lateinische Kirchenvater seine Kenntnisse der hebräischen Sprache aneignete. Diese Bildung Rahmers stellt für heutige Leser eine Herausforderung dar: Lateinische oder hebräische Zitate werden von ihm grundsätzlich nicht übersetzt, da er das Verständnis beider Sprachen voraussetzt.

Louis Ginzberg (1873-1953)

Louis Ginzberg

Louis Ginzberg

Wahrscheinlich bekannter als Rahmer dürfte Louis Ginzberg sein, dessen monumentales Werk The Legends of the Jews (1909-1928)  weite Verbreitung gefunden hat. Ende des 19. Jh. schrieb er in Heidelberg eine Dissertation zum Thema: Die Haggada bei den Kirchenvätern. Der später nach Amerika ausgewanderte Wissenschaftler, der jahrzehntelang am Jewish Theological Seminary of America einen Lehrstuhl innehatte, zeigt hier seine souveräne Beherrschung des Themas. Sprachlich gilt das selbe für ihn wie für Moritz Rahmer: Die Beherrschung der lateinischen und der hebräisch/aramäischen Sprache und Literatur ist ihm Selbstverständlichkeit.

Samuel Krauss (1866-1948)

Samuel Krauss

Samuel Krauss

Der nächste Wissenschaftler ist Prof. Samuel Krauss, der Rektor der Israelitisch Theologischen Lehranstalt in Wien war. Ich habe ihn schon einmal an anderer Stelle etwas ausführlicher vorgestellt. Krauss verfasste das Werk Griechische und Lateinische Lehnwörter in Talmud, Midrasch und Targum, das heute noch für unsere Untersuchungen sehr nützlich ist.

Im Grunde genommen greifen wir hier in diesem Blog also die Fäden auf, die der damaligen jüdischen Wissenschaft aus den Händen gerissen, bzw. deren Forschungen in der Patristik lange ignoriert wurden. Angelika Neuwirth hat in ihrem Buch »Der Koran als Text der Spätantike« darauf hingewiesen, dass es ebenfalls jüdische Wissenschaftler – allen voran Abraham Geiger – waren, die eine Koranforschung betrieben, bei der  sie ihre umfassenden Sprachkenntnisse in die Lage versetzten, die gemeinsamen und doch so differenzierten Auslegungstraditionen von Rabbinen, Kirchenvätern und dem Koran erstmalig zusammensehen zu können. Auch von diesen Leistungen zehrt die Forschung bis heute.

 

Quelle: http://hieronymus.hypotheses.org/114

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18. Eine Gefahr für die Philosophie?

Ich formuliere mal einen Gedanken, der wie so vieles nur teilweise zuende gedacht ist. Er bezieht sich auf eine Gefahr für die Philosophie oder besser für das Philosophieren, die sich mit dem stillen theoretischen und solitären Arbeiten einstellen könnte, wenn man nicht Acht gibt. Vielleicht einstellen könnte, muss ich sagen, wenn ich konsistent bleiben möchte.

Wissenschaftliche Probleme könnten sich von der eigenen Erfahrung ablösen und ein sekundärwissenschaftliches Eigenleben entwickeln. Die Sache mit der Erfahrung ist natürlich, je nach dem, wie ich diese verstehe, angreifbar. Was soll denn schon metaphysische Erfahrung bedeuten (außerhalb des Yoga-Vereins)? Was ich damit meine ist aber etwas anderes: Es ist nicht die subjektive Akkumulation von Konstanten der Funktion der Welt, sondern die intensive Prüfung von Theorien durch die eigene Vernunft. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel: Aristoteles’ Ethik behandelt die Charaktere der Akteure und ihre Tugenden. Ethische Tugenden sind Mitten zwischen zwei Extremen. – Jetzt können wir uns darüber unterhalten, wie eine Mitte genau definiert sein könnte. Wir könnten Artikel darüber schreiben und Positionen vertreten, was der ursprängliche Text genau sagen möchte. Diese Arbeit ist wichtig und schön, keine Frage. Aber wenn damit nicht auch die Einkehr in sich selbst einhergeht, sondern „Charakter“, „Mitte“ oder „Form“ zu bloß formalen Begriffen werden, mit denen man so hantieren kann, wie mit einer beliebigen Variable, dann könnte doch etwas fehlen, oder? Vielleicht ist das der Unterscheid zwischen “Wissen” und “Nachvollziehen” oder “Durchdringen”. Wenn ich „weiß“, dass die Seele für Platon drei Teile hat, dann bestehe ich sicher die kommende Prüfung. Wenn ich seine Argumente aber versuche intensiv nachzuvollziehen oder zu durchdringen, dann könnte ich das formale Wissen zugunsten einer Überzeugung aufgeben. Platon hat nicht nur deshalb recht oder unrecht, weil seine Drei-Seelenteile-Position derjenigen im Theaitetos wiederspricht. Sondern auch, weil ich Schwierigkeiten habe, mir die Seele als rein körperlichen und willenlosen Hunger vorzustellen. Das formale Wissen, könnte man argumetieren, reiche aus, um sich über verschiedenste Probleme zu unterhalten, sei aber nicht vollständig.

Naja, das klingt alles nicht nur unausgereift, sondern auch merkwürdig, wenn ich es noch eimal lese. Aber irgendwie scheint mir doch etwas wahres dabei zu sein, im Unterschied zwischen formalem und echtem Wissen. – Was ist eigentlich Bewegung? Raum durch Zeit? Oder was Aristoteles in seiner Physik schreibt?

Ich habe auch die Befürchtung, dass das, was ich sage, sich so anhört, wie die theurgische Phantasterei, die Fowden beschreibt. Schauen Sie doch einmal selbst nach und sagen mir Ihre Meinung: Fowden, Garth (1982): The Pagan Holy man in Late Antiquity Society. In: The Journal of Hellenic Studies 102, S. 33–59.

Quelle: http://philophiso.hypotheses.org/231

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Hinweise zur Bildrecherche

Screenshot flickr.com, Bildersuche "Geschichte" mit Creative-Commons-Lizenzen (22.1.2014)

 

Screenshot flickr.com, Bildersuche "Geschichte" mit Creative-Commons-Lizenzen (22.1.2014)

Screenshot flickr.com, Bildersuche “Geschichte” mit Creative-Commons-Lizenzen (22.1.2014)

Die Redaktion der „Zeithistorischen Forschungen / Studies in Contemporary History“ hat einen umfassenden Ratgeber zur Bildrecherche zusammengestellt,  auf den wir hier im Blog visual-history.de gerne hinweisen möchten. Unter anderem stellt der Ratgeber Bilddatenbanken (nichtkommerziell und kommerziell) und Plattformen vor, gibt eine nach thematischen Schwerpunkten sortierte Übersicht über Bildarchive und präsentiert ausgewählte Bildbände sowie eine aktuelle Sammlung nützlicher Links zur Bildrecherche. Das Dokument steht als pdf zum Download zur Verfügung.

 

Quelle: http://www.visual-history.de/2014/01/22/hinweise-zur-bildrecherche/

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Vier Tricks für eine gelingende Dissertation

Im Blog von Denis Walter bin ich auf sechs Tricks für eine gelingende Promotion gestoßen. Für mich ein guter Anlass, über meine Arbeitstricks nachzudenken. Leider sind es nur vier, aber immerhin … Trick Nr. 1: Arbeiten, wenn andere nicht arbeiten … Continue reading

Quelle: http://grammata.hypotheses.org/199

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Waterloo Chamber, Windsor Castle

Auf ein unerwartetes Beispiel für die, in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmenden, Verflechtungen zwischen Großbritannien und den Gefängnissen Britisch-Indiens bin ich heute gestoßen:

At a spacious hall in Windsor Castle, known as the Waterloo Hall, there is a large and beautiful carpet adorning the floor. It has been the marvel and wonder of many a visitor – and rightly so, as it is the only one of its kind both in size and beauty, and in fact the largest one-piece carpet in the world. The admiration with which this wonderful specimen of handicraft is beheld by visitors is intense indeed, but it is nothing compared with the surprise it causes on being told who made it. To no greater person than the humble Indian prisoner that unique honour belongs! That briefly is a picture of the Indian prisoner – rather an uncommon individual – and a discourse on his official abode, namely the Indian prisons, ought to be informative if not interesting to the British public.1

Der in der Waterloo Chamber im Schloß Windsor liegende Teppich wurde in der Tat im Gefängnis von Agra von Häftlingen gewebt. Heute treffen sich dort jährlich die Mitglieder des Hosenbandordens um gemeinsam mit der Queen zu speisen. Eine nette Anekdote, wie das Empire Einfluss auf die britische Kultur hatte, bis in die Gestaltung von Raumdekorationen hinein.

Die Einführung von Teppichweben als Gefängnisarbeit war aber noch in vielerlei anderer Hinsicht das Produkt von Britsch-Indischen Verflechtungen. Abigail McGowan zeigt, das Teppichweben als Gefängnisarbeit Ausdruck spezifisch kolonialer Diskurse war. Neben der romantisch-orientalistischen Idee  der Bewahrung indischer Traditionen durch “historisch-authentische” Teppichmuster, sollte die Teppichweberei auch dem modernen Kolonialstaat dienen. Die Häftlinge sollten durch Arbeit zu disziplinierten Untertanen erzogen werden und gleichzeitig zur Finanzierung der Gefängnisse beitragen.2

Der Teppich in der Waterloo Chamber ist demzufolge das Ergebnis eines kolonialen Disziplinierungsprojektes, mit seinen charakteristischen Widersprüchen. Während Gefängnisarbeit dem Anspruch nach die Gefangenen erziehen und moralisch bessern sollte, sollte sie gleichzeitig auch abschreckend sein sowie wirtschaftlich profitabel sein. In der Praxis wurde der Fokus vor allem auf die letzten beiden Aspekte gelegt.3

  1. Durai, J. Chinna: Indian Prisons, in: Journal of Comparative Legislation and International Law 11/4 (1929), http://www.jstor.org/stable/754020, S. 245–249, S. 245.
  2. McGowan, Abigail: Convict Carpets: Jails and the Revival of Historic Carpet Design in Colonial India, in: The Journal of Asian Studies 72/2 (2013), S. 391–416. doi:10.1017/S0021911813000028
  3. Bilder vom Raum mit Teppich finden sich hier: http://www.royal.gov.uk/TheRoyalResidences/WindsorCastle/VirtualRooms/TheWaterlooChamber.aspx

Quelle: http://rajprisons.hypotheses.org/122

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Acht Kostbarkeiten 八寶

Von den “Acht Kostbarkeiten” ist nicht nur im Zusammenhang mit Buddhismus und Konfuzianismus die Rede, sondern auch im Zusammenhang mit Gerichten der chinesischen Küche: neben dem “Acht Kostbarkeiten”-Gemüse (babao cai 八寶菜), einem in Sojasauce eingelegten Mischgemüse, ist etwa auch der “Acht Kostbarkeiten”-Reis (babo fan 八寶飯) – eine süße Reisspeise mit kandierten Früchten und anderen Zutaten – zu nennen. Die “Acht Kostbarkeiten” stecken auch in Babaoshan 八寶山 (“Berg der Acht Kostbarkeiten”) – dem “Prominentenfriedhof” der Volksrepublik China.

Bleibt nun also die Frage, was sich hinter den “Acht Kostbarkeiten” verbirgt:

„chu [zhu ], die wunscherfüllende, magische Perle, ch’ein [qian], die Münze, ein Symbol der Wohlhabenheit, fang-shêng, die offene Raute, Emblem von Sieg und Erfolg, shu [書], zwei Bücher, ein Zeichen guter Vorbedeutung von von Gelehrtheit, hua [畫], das Bild sinnbildlich für kulturelle Tätigkeit, ch’ing [qing 磬], der Jade-Klangstein, Sinnbild für Glück, chüeh [jiao ], ein Paar Rhinozeroshornbecher, Symbol für Überfluß und Glück, und ai-yeh [aiye 艾葉], ein Artemisiablatt, wiederum ein Emblem für gute Vorbedeutung.“[1]

Neben diesen acht Symbolen des Konfuzianismus sind hier auch die acht Sinnbilder (ba ji xiang 八吉祥) zu nennen, die die “verschiedenen Aspekte des Buddhismus” symbolisieren: “Meeresschnecke, Schirm, Baldachin, Lotos, Vase, Fisch, endloser Knoten, Rad der Lehre.”[2]

  1. Liste nach dem Glossar bei Herbert Fux (Hg.): 4000 Jahre ostasiatische Kunst (Krems 1978), 292 (‚pa pao‘). Vgl. auch Patricia Bjaaland Welch: Chinese Art. A Guide to Motifs and Visual Imagery (Singapore 2008) 228 f. (‚Eight Precious Things‘), die elf (!) verschiedene Gegenstände erwähnt. In den “Erläuterungen häufig wiederkehrender Begriffe” bei Uwe Frankenhauser (Übers.): Sun Yaoting: Der letzte Eunuch des Kaisers Puyi. Das Leben Sun Yaotings, letzter Eunuch des Kaisers Puyi, erzählt von ihm selbst (München [s.a.] [zuerst Leipzig 1993) 673 spricht von den “acht Kostbarkeiten des Konfuzianismus” bzw. von den “acht Symbolen des Gelehrten”.
  2. Wolfram Eberhard: Lexikon chinesischer Symbole. Die Bildsprache der Chinesen (München, 5. Aufl., 1996) 16 (“Acht”).

Quelle: http://wenhua.hypotheses.org/993

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