Zu Risiken und Nebenwirkungen – Medizin im Mittelalter zwischen Astrologie und Aderlassmännchen

Ohne die detaillierte Darstellung eines Aderlassmännchen wäre der gelehrte, mittelalterliche Mediziner vermutlich aufgeschmissen gewesen. Nur sie verriet ihm garantiert, ob die Sternenkonstellation günstig war, den Körper seines Patienten mittels Aderlass erfolgreich zu entgiften. Ein Blick auf die Anleitungen zur ‚heilsamen Blutspende‘ im Mittelalter.

Auch wenn es in heutiger Zeit kaum vorstellbar ist: Es hat Zeiten gegeben, da brachte ein Arztbesuch den Menschen eher ins Grab anstatt ihm zur Genesung zu verhelfen. Sicherlich, Heilkundler hatten auch zur damaligen Zeit bereits den Anspruch und den Willen das gesundheitliches Befinden ihres Patienten zu verbessern, ja gar ihn zu heilen. Dennoch galt im christlichen Abendland die Grundsatzdevise: Gott hat das Leben gegeben, genauso kann er es wieder nehmen – Krankheit wurde als Mahnung bzw. Strafe Gottes verstanden.1



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Quelle: https://thearticle.hypotheses.org/893

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Workshop 2 : Methoden auf der Testbank. Drei Zugänge im Vergleich #digigw18_2

NetzwerkAusschreibung des zweiten Workshops im Rahmen der Reihe „Digitale Lehrmethoden und digitale Methoden in der Geschichtswissenschaft: Neue Ansätze für die Lehre“ der AG Digitale Geschichtswissenschaft im VHD:

Methoden auf der Testbank. Drei Zugänge zur Hexenforschung im Vergleich

Ein Workshop von Dr. Katrin Moeller, Andreas Müller M.A., Dr. Anne Purschwitz (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Datum: Freitag, 13. April 2018, 9:00-16:00 Uhr
Ort: Computerpool des Instituts für Geschichte, SR 15 (Geisteswissenschaftliche Bibliothek), Emil-Abderhalden-Str. 25, 06108 Halle/Saale
 Anmeldung zur Veranstaltung: Katrin Moeller (katrin.

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Quelle: https://digigw.hypotheses.org/1751

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Völlig losgelöst von der Erde schwebt Major Tom

Traumverloren schweift der Blick von der Horizontlinie nach oben gen Firmament – den Sternen entgegen. Wir träumen von ihrer Vielzahl, lassen uns in ferne Weiten entführen.

Dort oben, heißt es, schwebt unser Müll, dort schwirren Massen an Satelliten- und Raketenteilen umher. Auch heben sich da oben bekannte Dimensionen auf: 147 bis 152 Millionen Kilometer trennen Mond und Sonne oder 15 Millionen Grad Celsius im Nukleus der Sonne.

Ausstellungsansicht: Rasmus Søndergaard Johannsen, Lineated Luminary, 2018 Eisenblaudruck (links), Anselm Schenkluhn, fast and furious, 2016, Öl auf Leinwand mit LED-Lampen (rechts) © Robert Schittko

Ausstellungsansicht: Rasmus Søndergaard Johannsen, Lineated Luminary, 2018 und 2017 Eisenblaudruck (rechts und links), Sophie Kitching, re-, 2015, Acryl (vorn links) und Ausblick, 2018, Blattgold (oben rechts) © Robert Schittko



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Quelle: https://thearticle.hypotheses.org/846

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Baselitz: Eine Annäherung

Von der Kunst, ein Sonderling zu sein

Wie soll man Maler sein in einer Welt, in der sich Realismus von vornherein verbietet? Zu einer Zeit, in der die Mimesis restlos aufgegangen zu sein scheint in der Fotografie? Zu einer Zeit, da die Abstraktion als Weltsprache gilt und Alternativen rar sind?

Wie tief die Traumata der Nazi-Zeit und des Zweiten Weltkrieges sowie aller Folgen inklusive des Kalten Krieges sitzen, dies kann man einigermaßen ermessen, wenn man Georg Baselitz zuhört – etwa in dem Künstlergespräch, das Kurator Moritz Schwander mit dem Jubilar am 16. Februar in der Fondation Beyeler führte. Trotz seiner Auskunftsfreude, die sich in zahlreichen Interviews manifestiert, ist und bleibt Baselitz der vielleicht hermetischste und zugleich expressivste jener deutschen Malergeneration, die sich in den 1960er Jahren wieder der Figuration zuwandten. Die Vertreter dieser Gruppe – meist bärtige, wuchtig wirkende Männer – entstammen überwiegend Lehrerfamilien und kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Sachsen – oder dem benachbarten Böhmen und Schlesien. Bei aller Heterogenität verbinden sie Fluchtschicksale sowie die daran anschließende Erfahrung des Fremd-Seins.



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Quelle: http://artincrisis.hypotheses.org/2005

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Einführung in das Programmieren für HistorikerInnen. Pre-Conference-Workshop im Rahmen des Historikertags 2018 in Münster

1968 schrieb der französische Alltagshistoriker Emmanuel Le Roy Ladurie in der Wochenschrift ‘Le Nouvel Observateur’: „Der Historiker von morgen wird Programmierer sein oder es wird ihn nicht mehr geben.“1 Diese Prophezeiung hat sich bekanntermaßen als falsch erwiesen. Kenntnisse im Programmieren erleichtern allerdings auf vielfältige Weise die Arbeit von HistorikerInnen, nicht zuletzt angesichts einer immer weiter ansteigenden digitalen Datenflut. Große Korpora von Texten, Bildern und anderen Digitalisaten lassen sich mithilfe kurzer Skripte erfassen, aufbereiten und weiterverarbeiten, sei es im Rahmen der Heuristik, Quellenkritik, Interpretation oder Darstellung.

Die Einführung in das Programmieren für HistorikerInnen gibt zunächst einen Überblick über die Eigenschaften von Python, einer höheren Mehrzweck-Programmiersprache, die besonders in Academia weit verbreitet ist und sich großer Beliebtheit erfreut. Anschließend liegt das Hauptaugenmerk auf der Vorstellung von Anwendungsszenarien und dem gemeinsamen Lösen praktischer Aufgaben. Der Workshop vermittelt Grundkenntnisse in Pythons Syntax und Wortschatz und macht mit zentralen Modulen, Einführungen und Arbeitsumgebungen vertraut, die programmierenden HistorikerInnen zur Verfügung stehen. An seinem Ende werden die TeilnehmerInnen von sich behaupten können, nicht nur über Kontrollstrukturen wie Schleifen und Verzweigungen Bescheid zu wissen, sondern auch erste Erfahrungen im automatischen Erstellen von Dateien, im web scraping und dem natural language processing gesammelt zu haben.



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Quelle: http://digigw.hypotheses.org/1730

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CfP: Funktion und Aufgabe digitaler Medien in Geschichtewissenschaft und Geschichtsunterricht – 25. Jahrestagung der „Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und EDV“

Seit Beginn der sogenannten digitalen Revolution im letzten Drittel des 20. Jh.s spielt die Vermittlung durch die Neuen Medien im Diskurs über den Einsatz von der EDV in den historischen Wissenschaften eine zentrale Rolle. Bereits zu Beginn der 1980er Jahre waren Stichworte wie „digitales Klassenzimmer“ oder „Computer aided Learning“ Themengeber für Tagungen und Sammelbände. Auch bei der ersten Jahrestagung der Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Geschichte und EDV“ (AGE) vor 25 Jahren spielte die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse sowie der Einsatz der digitalen Werkzeuge im Unterricht eine zentrale Rolle. Doch ist es in den letzten Jahren etwas stiller um dieses Thema geworden. Die zuletzt im wissenschaftlichen Diskurs zentralen MOOCs (Massive Open Online Courses) sind zumindest im deutschsprachigen Raum, nicht zuletzt auch aufgrund der Insolvenzanmeldung (und der anschließenden Übernahme durch die Holtzbrinck Publishing Group) der „iversity“, ebenso in den Hintergrund getreten wie die Citizen Science. Es ist also an der Zeit, wieder einmal ein Resümee zu ziehen und nach der Funktion und Aufgabe der digitalen Medien in Wissenschaft und Unterricht zu fragen, weshalb sich die „Arbeitsgemeinschaft Geschichte und EDV“ in ihrer „Jubiläumstagung“ vom 22.-24.11.

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Quelle: http://digigw.hypotheses.org/1724

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Workshop „Digitale Quellen. Praktiken, Geschichten, Epistemologien“, Lüneburg, 13./14. Dezember 2017

Der dritte jährliche Workshop der AG Mediengeschichte (in der Gesellschaft für Medienwissenschaft) fragt nach den Wechselverhältnissen zwischen zeitgenössischer Historiografie und digitalen Medien. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Quellen und der Überlegung, mit welchen historischen, epistemologischen und praxeologischen Herausforderungen sich 1) eine digitale Quellenkritik (d.h. mittels digitaler Methoden) im Verhältnis zu einer Kritik digitaler Quellen, 2) eine Geschichtsschreibung mittels digitalisierter und born digital-Quellen sowie 3) eine Geschichtsschreibung dieser diversen Typen von digitalen Quellen konfrontiert sehen.

Eine Ausgangsbeobachtung des Workshops ist, dass – trotz oder gerade wegen der Emphase, mit der die Rolle der Quellen im Rahmen digitaler Historiografie mitunter diskutiert wird – Debatten zur Epistemologie digitaler Quellen bislang nur vereinzelt stattfinden. Ebenso stehen Diskussionen über archivarische, theoretische sowie methodologische Herausforderungen im Umgang mit den historischen Materialien, die als Grundlagen für (Zeit-)Geschichten des Digitalen dienen können, erst an ihrem Anfang.

„For all the talk about tools and data not nearly enough attention is being paid to how doing history in the digital age is changing as a result of the digital turn. This tendency towards technological determinism needs to be balanced by more attention to methodological and epistemological considerations.

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Quelle: http://digigw.hypotheses.org/1711

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„OwnReality. Jedem seine Wirklichkeit“ – Quellen und Forschungsergebnisse zur Kunst im Kalten Krieg (Mittwochstipp 112)

„À chacun son réel“ – unter diesem Motto stand das 6-jährige vom European Research Council geförderte Forschungsprojekt OwnReality, das den Begriff der Wirklichkeit in der Bildenden Kunst in Frankreich, der BRD, DDR und Polen von 1960 bis 1989 in den … Weiterlesen →

Quelle: http://francofil.hypotheses.org/5162

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Ausstellung „Geldmacher“ von Michael Riedel im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank

Die Ausstellung „Geldmacher“ von Michael Riedel ist seit dem 20.11.2017 im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank zu sehen.

Für diese Schau lies Riedel mehr als dreihunderttausend Scheine auf originalem Banknotenpapier im Format der sieben unterschiedlichen Euro-Banknoten mitsamt den glänzenden Sicherheitsmerkmalen drucken. Diese werden gebündelt und aufeinander gestapelt in Vitrinen präsentiert. Bedruckt ist das Kunstgeld mit einer schwarz-weiß Grafik basierend auf Michael Riedels E-Mailaustausch mit seiner Galerie, was auf die Beziehungen zwischen Kunst und Wirtschaft anspielt. Seine typische Schriftbildästhetik zeigt sich auch in der wandfüllenden Tapete, deren Muster auf einem Programmiercode der Bargeldlogistik beruht, wobei hier Fragen nach Transparenz und Sicherheit thematisiert werden.

Die Ausstellung läuft bis zum 25.

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Quelle: https://thearticle.hypotheses.org/509

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Rudolf Schlichter und die Kultur der Coolness

Dieses Semester unterrichte ich am KIT in Karlsruhe ein Proseminar zu Rudolf Schlichter, einem Maler und Zeichner, der auch als Literat und Theoretiker hervortrat. Auf die Person Schlichter bin ich im Zuge meiner Recherchen zu Hans Sedlmayr gestoßen. Mich interessierte, dass Schlichter als ehemaliger Vertreter der Avantgarde fast zeitgleich zu „Verlust der Mitte“ in „Das Abenteuer der Kunst“ mit ganz ähnlichen Thesen wie Sedlmayr aufwartete.[1] Damit versuchte er nicht zuletzt seine künstlerische Position als Vertreter der figurativen Moderne zu untermauern.

Einen weitreichenden Einblick in die Zeit der 1910er-Jahre bietet Schlichters dreiteilig angelegte und in zwei Bänden erschienene Autobiografie (Das widerspenstige Fleisch und Tönerne Füße, 1932/1933 erschienen). In dieser nimmt er uns mit in seine Jugendzeit. Vor allem ist die Autobiografie in Hinblick auf die Ausbildung an Kunstschulen und Kunstakademien Anfang des 20. Jahrhunderts instruktiv.



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Quelle: http://artincrisis.hypotheses.org/1972

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