Das deutsche Alphabet, die Grundlage unserer schriftlichen Kommunikation, ist für uns alle eine derartige Selbstverständlichkeit, dass ein Darübernachsinnen erstaunt. Aber genau dieses Alphabet ist auch Veränderungen unterworfen und kannte bis vor kurzem eines nicht: Das große Eszett. Tatsächlich gab der Rat für deutsche Rechtschreibung in Zeiten von Präsident Trump, des Brexit und des wohl größten Cholera-Ausbruchs im Jemen seit Beginn der Aufzeichnungen am 29. Juni 2017 bekannt: Es gibt einen neuen Buchstaben, das deutsche Alphabet besteht nunmehr aus 30 Buchstaben, das Eszett kann fortan großgeschrieben werden! Während diese Meldung vielerorts gar nicht vernommen oder gleichgültig-amüsiert bis verständnislos-wütend (man werfe bei Interesse einen Blick etwa in die Kommentare diesbezüglich auf Spiegel Online) zur Kenntnis genommen wurde, erfreute sie aus sprach-, schrift- und typografiegeschichtlicher Sicht umso mehr. Zwar gibt es bereits seit 2008 eine Unicode-Nummer (U+1E9E) für das große Eszett und es wurde in mediävistischen Kreisen bereits durch die Medieval Unicode Font Initiative (MUFI) eingeführt, doch nun ist seine Existenz auch offiziell abgesegnet.
Ähnlich wie das Eszett groß und damit irgendwie erwachsen geworden ist, so hat auch das Mittelalterblog ein turbulentes Semester hinter sich, das es größer und ein Stückchen erwachsener hat werden lassen. Das große Eszett wurde vor allen Dingen aus Gründen eines typografisch einheitlichen Schriftbildes eingeführt. Und auch das Blog wird in seiner interdisziplinären Vielfalt einheitlicher und professioneller.
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