Die Zukunft der Aufarbeitung
2014 ist das Jahr der historischen Jubiläen und Jahrestage. Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg; die Friedliche Revolution jährt sich zum 25. und die EU-Osterweiterung zum 10. Mal. Wie können die Jubiläen gefeiert, welche Themen sollten noch angegangen werden und wie begeht die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur dieses europäische Jahr der Zeitgeschichte?
Im kommenden MONTAGSRADIO 07/2012 sprechen Kaja Wesner und Markus Heidmeier mit Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, über die bisherigen Themen der Bundesstiftung, ihre zukünftigen Ziele und darüber, welche Relevanz die Arbeit der Bundesstiftung bei den Menschen in Ost und West heute noch hat. Demnächst erscheint hier das komplette Gespräch.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/05/21/die-zukunft-der-aufarbeitung/
Zum Schutz des eigenen Systems? Über Geheimdienste und -polizeien im 20. und 21. Jahrhundert
Die Spionage- und Informantentätigkeit zur Erkundung und Abwehr des gegnerischen Feindes ist eines der ältesten Gewerbe der Welt und wird auch im 21. Jahrhundert noch völkerrechtlich geduldet. Die innenpolitische Dimension entwickelte sich im Zuge der Staatenbildung mit der Begründung, Staaten müssen den Erhalt ihrer Systeme schützen – in den Diktaturen des 20. Jahrhundert mit der Gestapo und der Stasi in ihren extremen Ausformierungen der Geheimpolizei.
Im MONTAGSRADIO 05/2012 sprechen Jochen Thermann und Kaja Wesner mit Jens Gieseke der Abteilung “Kommunismus und Gesellschaft” des Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) über die Methoden und Ziele des BND und der Stasi während des Kalten Krieges und deren Effektivität. Welcher Geheimdienst war am besten über die Grundhaltung der DDR-Bevölkerung im Jahr 1989 informiert und wie wurde das vorhandene Wissen bewertet?
Und hier noch die Timeline zu dem Gespräch:
01:15 Sind Demokratien ohne Geheimdienste denkbar?
02:15 Die Entstehung & Arbeitsweise von Geheimdiensten
05:00 Geheimdiensttätigkeit nach innen
06:00 Sind Geheimdienste vollständig kontrollierbar?
07:30 Die BND-Historikerkommission
09:00 Kontinuitäten im 20. Jahrhundert
13:30 Stasi als deutscher Sonderfall?
17:30 Fokus der Geheimdienste in Osteuropa
18:45 Stand der Aufarbeitung in Polen und Rumänien
23:00 Methode der Zersetzung
25:30 Agenten in Ost und West
28:00 Wissensstand BND / Stasi / CIA 1989
37:30 Feindbildkonstruktion als Legitimation für Geheimdienste
40:00 Aufarbeitung unterliegt Kategorisierung der Stasi, Beispiel “IM”
42:30 Wie effektiv arbeitet der Verfassungsschutz heute?
Und hier gehts direkt zu MP3.
“Geheimdienste gehören zur modernen Staatlichkeit dazu”
Montagsradio mit Dr. Jens Giesecke from kooperative-berlin on Vimeo.
Das Netzwerk der Inoffiziellen Mitarbeiter – kurz IM – war ein tragendes Element für das Ministerium der Staatssicherheit, dem Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR und zugleich Geheimpolizei. Das gesamte Überwachungssystem war aber sehr viel komplexer und geht weit über die IMs hinaus. Im kommenden Montagsradio 05/2012 sprechen Jochen Thermann und Kaja Wesner mit Jens Gieseke der Abteilung “Kommunismus und Gesellschaft” des Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) über die Funktion von Geheimdiensten im Kalten Krieg und die Unterscheidung von Geheimdiensten und Geheimpolizei. Demnächst erscheint hier das komplette Gespräch.
Quelle: http://www.montagsradio.de/2012/04/23/geheimdienste-gehoren-zur-modernen-staatlichkeit-dazu/
“Repression” exemplarisch sichtbar machen? Orte der Repression in der SBZ/DDR
Der Erhalt einer Diktatur geht einher mit dem dauerhaften Entzug von Menschen- und Bürgerrechten. Kann es geografisch anhand einzelner Orte fassbar gemacht werden, wie weitreichend und umfassend Menschen innerhalb politischer Systeme staatlichen Repressionen ausgesetzt waren oder sind? Ab wann und wodurch beginnt staatliche “Repression” in den Augen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger? Im zweiten Teil der Sonderreihe MONTAGSRADIO “Vor Ort” sprechen Miriam Menzel und Oliver Baumann mit Ruth Rosenberger, Stiftung Haus der Geschichte in der Bundesrepublik, über das Online-Portal “Orte der Repression” und die Definition von “Repression” .
Eng gefasst bedeutet der Begriff “Repression” die gewalttätige Ausübung staatlicher Herrschaft. “Orte der Repression” sind in diesem Zusammenhang an erster Stelle Orte der politischen Haft. In der SBZ/DDR umfasst das vor allem die sowjetischen Speziallager ab 1945 und die späteren Untersuchungshaftanstalten des MfS, in denen die Inhaftierten unter entwürdigender Folter und Isolation litten. Die Überwachungs,- Unterdrückungs- und Zersetzungsmaßnahmen der Stasi trafen die meisten DDR-Bürger und Bürgerinnen hingegen in ihrem Alltag.
Und hier gibts die Timeline zu dem Gespräch:
0:45 Historisches Schlüsselerlebnis
1:50 Projektvorstellung “Orte der Repression”
4:00 Der Begriff “Repression”
8:00 Lager in der SBZ/DDR und im Westen?
11:00 Orte und Vorgeschichten
15:00 “Repression” ohne konkreten Ort?
16:50 Resonanz auf das Online-Projekt: Klickzahlen, Verweildauer u.ä.
18:30 Verzahnung zur offline-Welt?
20:30 Fragebogen “light”
Und hier gehts direkt zum MP3.
Vorschau: Psychoanalyse und Diktatur – Strukturen in autoritären Gesellschaften
Wie wirkt sich die Erfahrung einer Diktatur auf eine komplette Gesellschaft aus, wie auf ein Individuum? Welche Mechanismen führen zum Erhalt des status quo und Akzeptanz durch die Bürger? Wie unterscheiden sich die Gesellschaften in Diktaturen? Wir haben mit dem Psychoanalytiker und Autor, Hans-Joachim Maaz, gesprochen, der 1990 durch sein Buch “Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR” bekannt wurde. Am Montag erscheint auf montagsradio.de das komplette Gespräch.
Opposition und Fluchthelfer. Die Mordanschläge der Stasi auf Wolfgang Welsch
Wolfgang Welsch überlebte drei Attentate der Stasi auf sein Leben. Nach jahrelanger politischer Haft gelangte er 1971 in die Bundesrepublik und arbeitete als Fluchthelfer. Das machte ihn in den Augen der Stasi zum Staatsfeind der DDR. Die Stasi scheute in der Folge keinen Aufwand und verübte auf ihn mehrere Mordanschläge. Im MONTAGSRADIO, Ausgabe 17/2011, spricht Wolfgang Welsch über seine Biographie: über Widerstand, Haft, die Attentate und darüber, wie man aufhört zu hassen.
Wolfgang Welsch geriet schon als Jugendlicher in eine oppositionelle Haltung. Ein erster Fluchtversuch im Jahr 1964 scheiterte jedoch, und Welsch wurde zu politischer Haft verurteilt. Die inhumanen Haftbedingungen, die Folter und das Unrecht, die er als Häftling erlebt hat, führten zu einer Radikalisierung Welschs. Das Angebot eines “Freikaufs” durch die Bundesrepublik, lehnte er ab. Nach seiner Haftentlassung begann er mit Dreharbeiten zu einem Film; sein Vorhaben wurde jedoch verraten und Welsch musste erneut ins Gefängnis. 1971 wurde er auf politischem Druck aus der Haft entlassen. Wolfgang Welsch reiste nun aus in die Bundesrepublik und arbeitete fortan als Fluchthelfer. Einen versuchten Giftmordanschlag der Stasi in Israel überlebt er nur knapp. Zeitgleich verschwindet auch ein derzeitiger Freund und Welsch hält ihn für tot. Die Zusammenhänge erfährt Wolfgang Welsch erst Jahre später, er stellt Strafanzeige und trifft den tot geglaubten Freund vor Gericht wieder.
Und hier die Timeline von dem Gespräch:
1:00 die “dunklen Stunden” in der Biographie: Scheinhinrichtung während der Haft, Attentate
3:00 erste Flugblätter nach dem Mauerbau
7:30 Fluchtwunsch
12:00 Vorbild “Weiße Rose”, politisches Bewusstsein
14:00 Der Begriff “Widerstand”
18:00 Folter während der Haft und in der Gegenwart
23:00 Bewertung der Situation von Flüchtlingen heute
28:00 erneute Haft wegen “Hochverrat”; Kontakt nach außen
32:00 Kritik an Aufarbeitung, nachträgliche Konstruktion einer DDR-Opposition
40:00 Giftmordanschlag in Israel
43:00 Der Attentäter im Auftrag der Stasi
49:00 Verdachtsmomente
53:00 1990 Erstattung der Strafanzeige gegen Erich Mielke
56:00 Ermittlungen finden nicht statt
01:00:00 Exil wegen Morddrohungen; 1993: der Stern beginnt mit Recherchen
1:06:00 Begegnung mit dem Attentäter im Gerichtssaal
1:10:00 Vergebung und das Ende des Hasses
1:13:00 Fragebogen
Und hier gehts direkt zum MP3.
aventinus nova Nr. 30 [30.04.2011]: Stasi und KGB. Das Komitee für Staatssicherheit und das Ministerium für Staatssicherheit im Vergleich
Hh 002: Die Wende
Anlässlich des 20 jährigen Jubiläums setze ich mich diese Ausgabe mit der Wende auseinander. Ich bin zu Gast bei PD. Dr. Johannes M. Becker am Zentrum für Friedens– und Konfliktforschung in Marburg. Wir betrachten die Wende aus der Sicht eines westdeutschen, linken Gastprofessors in Berlin während der Jahre 1990–92. Wir kommen deswegen auf bestimmte Aspekte mehr – auf einige weniger oder nur am Rande zu sprechen. Fehlende Punkte plane ich in späteren Folgen aufzugreifen. Über Feedback oder Kommentare freue ich mich.
Hauptpunkte des Gesprächs sind die Ursachen der unterschiedlichen Entwicklungen beider Staaten, die Teilung Deutschlands, ob die Wende eine Vereinigung oder eine Aneignung war und in diesem Zusammenhang ob es auch andere Wege gegeben hätte.
Download: AAC/MP3/Ogg (Abonnieren in iTunes/Miro), der Podcast steht unter Creative Commons Lizenz: by-nc
Shownotes:
- Priv. Doz. Dr. Johannes M. Becker (Auftritt seiner Band Grafitti)
- Politisches Tagebuch: Ein Land geht in den Westen — Die Abwicklung der DDR (Amazon)
- Zentrum für Konfliktforschung in Marburg
- WP: Carsten Voigt
- WP: Die Wende
- WP: Michail Gorbatschow
- WP: Glasnost / Perestroika
- WP: Daniela Dahn
- WP: Transitverkehr durch die DDR
- WP: Kurz Pätzold
- WP: Abwicklung
- WP: Parteihochschule Karl Marx
- WP: Marxismus-Leninismus
- OSTPRO: Messe in Berlin mit Ostprodukten
- WP: Konferenz Teheran
- WP: Teilung Deutschland
- WP: Potsdamer Konferenz
- WP: Reparationen
- WP: European Recovery Program (Marschall Plan)
- WP: Trizone
- WP: SBZ — Sowjetische Besatzungszone
- WP: Kubanische Revolution
- WP: Soziale Marktwirtschaft
- WP: Ahlener Programm der CDU
- WP: Wirtschaft der DDR
- WP: Berliner Mauer
- WP: Helsinki Konferenz (Bild: Schmidt & Honecker)
- WP: Schloss Ludwigsburg (Rudolstadt)
- WP: RGW — Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
- WP: Periodo especial (Kuba)
- WP: Heinrich Fink
- WP: Runder Tisch
- WP: Wir sind das Volk — Wir sind ein Volk
- WP: Treuhandanstalt
- Reportage: Frontal 21 — Beutezug Ost
- WP: Währungsunion
- WP: Wartburg 1.3
- WP: Robotron
- Oberhessische Presse
- Neues Deutschland (WP)
- Junge Welt (WP)
- Berliner Zeitung (WP)
- WP: Berliner Tageblatt
- WP: Blühende Landschaften — Eierwurf auf Helmut Kohl (Video)
- WP: Defätismus
- Arbeitskreis Marburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Friedens– und Abrüstungsforschung
- WP: IM — Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi
- WP: Ministerium für Staatssicherheit (Stasi)
- WP: Wiedervereinigungsgebot in der Präambel des Grundgesetzes
- WP: Hans Modrow
- WP: Einigungsvertrag
- WP: Gauck/Birthler Behörde
- Bund demokratischer WissenschaftlerInnen und Wissenschaftler
Weiterführende Links:
- Podcast: Chaosradio Express — Die DDR (Blog)
- Dossier: Bundeszentrale für politische Bildung — Der lange Weg zur Deutschen Einheit
- Forum: Geschichtsforum.de: BRD — DDR
Quelle: http://homohistoricus.podcast-kombinat.de/hh-002-die-wende



