An Beispielen wie dem Roten Kreuz lässt sich anschaulich nachvollziehen, dass Organisationen im Wohlfahrtsbereich verschiedenste politische Systeme überdauern können. Ein Schlüsselbegriff lautet hierbei „geerbte Infrastruktur“. In einem Aufsatz für die Canadian Slavonic Papers/ Revue Canadienne des Slavistes (Vol. 47, Nr. 1-2 (March-June), 2005: 49-69) untersucht Michael Magner die Entwicklung polnischer Organisationen nach dem Systemwechsel 1989. Eine seiner Kernthesen ist dabei, dass Organisationen, die seit Beginn der Transformation eine starke Stellung haben, diese vermutlich aus dem Staatssozialismus „erbten“ (Magner, 2005: 55).
Das Polnische Rote Kreuz (PCK) war im Sozialismus offiziell verstaatlicht. Nach dem Umbruch 1989 behielt es im Bereich der Blutspende eine führende Rolle.
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