„Ach mein lieber Hermaphrodit, last mir doch mein Gebetbuechlein!“ (Simplicissimus)

Simplicissimus_Cover_page1669

Frontispiz der Erstausgabe des Simplicissimus (1669). Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Simplicius_Simplicissimus#/media/File:Simplicissimus_Cover_page1669.jpg; gemeinfrei.

[…] so wurde ich jedoch unter der Wacht streng examinirt / und gleich wie sich die Soldaten an mir vergafften/ also betrachtet ich hingegen ihres Officiers dollen Auffzug / dem ich Red und Antwort geben muste; Jch wuste nicht / ob er Sie oder Er waere / dann er trug Haar und Bart auff Frantzoesisch / zu beyden Seiten hatte er lange Zoepff herunder hangen wie Pferds-Schwaentz /und sein Bart war so elend zugerichtet/ und verstumpelt daß zwischen Maul und Nasen nur noch etlich wenig Haar so kurtz darvon kommen /daß man sie kaum sehen konte: Nicht weniger setzten mich seine weite Hosen / seines Geschlechts halber in nicht geringen Zweiffel /als welche mir vielmehr einen Weiber-Rock/ als ein paar Manns-Hosen vorstelleten. Jch gedachte bey mir selbst / ist diß ein Mann? so solte er auch einen rechtschaffenen Bart haben / weil der Geck nicht mehr so jung ist / wie er sich stellet: Jsts aber ein Weib / warumb hat die alte Hur dann so viel Stupffelen umbs Maul?

[...]

Quelle: http://intersex.hypotheses.org/3170

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Das Geschlecht ruht nicht im Körper, sondern in der Seele

Das Geschlecht ruht nicht im Körper, sondern in der Seele. Magnus Hirschfelds Positionen zum Hermaphroditismus und ihre gutachterliche Umsetzung[1] Dr. Rainer Herrn, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité / Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft…

Quelle: http://intersex.hypotheses.org/1915

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Diodor, Bibliotheke XXXII, 12: Der älteste Bericht über geschlechtsverändernde Operationen

Diodors Bibliotheke XXIII, 10-12 enthält mehrere Berichte über Wechsel des körperlichen Geschlechts, darunter die älteste mir bekannte Beschreibung einer geschlechtsverändernden Operation (Bib. XXXII, 12). Zum Inhalt siehe meinen früheren Post, als dessen Beleg ich unten die Übersetzung von G. Wirth zitiere. Hier nur ein paar Worte zu wichtigen Begriffen Diodors und zur Überlieferung: “Doppelgeschlechtliche Menschen” werden von Diodor als “Zweigestaltige”, “Dimorphe” (dimorphoi) bezeichnet; nachdrücklich wird dies aber als Täuschung bezeichnet, in Wahrheit gebe es solche Menschen eben nicht, die Natur täusche den Menschen (pseudographein). […]

Quelle: https://intersex.hypotheses.org/354

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