Schlösser als Repräsentationsbauten an einer Wasserstraße
von Christian Ottersbach
Der Brenta-Kanal, an dem sich die Villen des venezianischen Adels reihen, der Canal Grande mit seinen Palästen, Londons Themse oder auch der Bosporus sind als Wasserstraßen bekannt geworden, an deren Ufern Herrschaft und Macht mittels Architektur prachtvoll mit Blick auf das Wasser inszeniert wurden. Das Wasser selbst wurde dabei zu einem Teil des Ganzen, die Spiegelungen der Bauwerke waren beabsichtigt, die Wasserstraße wurde vor dem Hintergrund prachtvoller Bauten zur herrschaftlichen Inszenierung genutzt. Ich möchte hier einige Gedanken zur Repräsentation der Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz sowie benachbarter Landesherren in Form ihrer Schlossbauten im Rhein-Main-Gebiet zwischen Mainz und Aschaffenburg zur Diskussion stellen.
Man muss sich bewusst machen, dass der Main als Wasserstraße nicht nur dem Handel diente, sondern auch der Reise vornehmer Personen zu Schiff. So fuhren die Kurfürsten von Köln und Trier, aber auch von Mainz zu den Kaiserkrönungen nach Frankfurt, und auch die jeweiligen Thronkandidaten reisten zu Wahl und Krönung mitunter auf Schiffen an und nicht über Land, was weitaus beschwerlicher war. Der Kurfürst von Mainz scheint schon im 15. Jahrhundert das Schiff für Reisen zu seiner Burg in Eltville genutzt zu haben. In der Barockzeit unterhielten die geistlichen Kurfürsten prachtvolle Jachten, die zu solchen Reisen, aber auch zu Lustfahrten auf Rhein und Main dienten.
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Quelle: http://mab.hypotheses.org/128

