Stalag X B – ein Ort für das Gedenken

Michele Montagano
Baracke

Baracke der russischen Krieggefangenen © Sarah Mayr (mit freundlicher Genehmigung)

Dieses Jahr wird, nach 2014, einem weiteren Krieg gedacht. 2015 jährt sich zum siebzigsten Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus diesem Grund stellt sich Zeitgeschichte-online einen Monat lang mit einem Themenschwerpunkt vor. Das Thema behandelt einen bisher oftmals vernachlässigten Gegenstand der Geschichte – die Kriegsgefangenen in deutschen Arbeitslagern. Dazu werden die Arbeiten von Sarah Mayr vorgestellt. Die Fotografin beendete 2014 ihr Studium an der Ostkreuzschule für Fotografie (Berlin) in der Abschlussklasse von Ludwig Rauch. Sie beschäftigt sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem ehemaligen Arbeitslager für Kriegsgefangene in Sandbostel im Zweiten Weltkrieg. Die ungewöhnliche Bezeichnung „Stalag X B“ steht für ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager. Damals bezeichnete es das Mannschafts-Stammlager B im Wehrkreis X in Sandbostel. Dort wurden gefangene Soldaten und Widerstandskämpfer aus den verschiedensten Ländern untergebracht und zur Arbeit gezwungen.

Die junge Fotografin ist aus Zufall auf das Lager nordöstlich von Bremen aufmerksam geworden. „Meine Mutter war in die Nähe gezogen. Als ich sie besuchte, zeigte sie mir die verfallenen Barracken, und ich begann, sie zu fotografieren. Damals gab es noch keine Gedenkstätte.“ Sie wollte Öffentlichkeit für den Ort herstellen und beließ es nicht nur bei den Schwarz-Weiß-Aufnahmen, sondern suchte nach Zeitzeugen, die den Lageralltag miterlebt hatten und die Ereignisse schildern konnten. Entstanden sind Porträts und Interviews von acht Männern aus sieben verschiedenen Ländern, die von ihrer Festnahme, über ihre Lagerhaft und die Befreiung sprechen.

Raymond Gourlin

Porträt von Raymond Gourlin © Sarah Mayr (mit freundlicher Genehmigung)

Einer von ihnen ist der ehemalige französische Widerstandskämpfer Raymond Gourlin, der mit 19 Jahren zusammen mit seinem Bruder in das Arbeitslager kam, nachdem er von SS-Männern als Partisan verhaftet worden war. Seine erste Reaktion war lautes Lachen, so beschreibt er seine damalige Situation. Er konnte die Zustände an diesem Ort nicht fassen und lachte über diese abstruse Situation. Später sei ihm das Lachen schnell vergangen. Er erzählt von den Ermordungen, deren genaue Opferzahl unbekannt ist, da alle SS-Dokumente verschwunden seien. So berichtet er: „Ein Russe war auf seinem Arbeitstisch eingeschlafen, und seine Bohrmaschine hatte dabei ein Loch in den Tisch gemacht, er wurde dafür wegen Sabotage verhaftet, in Neuengamme zum Tode verurteilt und in der Fabrik, vor den Augen aller, gehängt. Das Zivilpersonal der Fabrik wurde evakuiert, es blieben nur noch die SS und die Gefangenen. Der Russe stand auf einem Hocker, die Hände hinter dem Rücken gebunden und den Hals in der Schlinge. Ein deutscher Gefangener stieß den Hocker um. Ich stand vier oder fünf Reihen entfernt davon, ich habe alles mit angesehen … alles …“

Dass diese Zeit eine traumatische gewesen sein muss, bestätigen Gourlins Beschreibungen. Am Beispiel von Harry Callan zeigt sich, dass es für die Opfer noch heute schwierig oder sogar unmöglich ist, über das Erlebte zu sprechen. Der Nordire war zwar bereit, sich von Sarah Mayr fotografieren zu lassen, jedoch wollte er nicht über Sandbostel sprechen. Man erfährt nur, dass er Mitglied der Handelsmarine und von 1941 bis 1945 in verschiedenen Arbeitslagern interniert war.

„Willst du mit uns kollaborieren oder bist du gegen uns?“ Der größte Teil hat geantwortet: „Nein, wir wollen nicht kollaborieren, wir sind das italienische Heer und haben mit euch nichts gemein.“ Diese Frage wurde Michele Montagano zuerst von den Deutschen gestellt. Er verneinte sie und wurde in einem Viehwaggon nach Deutschland verfrachtet. Auch er erlebte am eigenen Leib Schikane und Unterdrückung im Gefangenenlager Sandbostel. Trotz allem denkt er nicht kollektiv schlecht über Deutschland. Auf die Frage, welches Verhältnis er heute zu Deutschland habe, antwortet er: „Sehr gut, ich schätze die Deutschen enorm, ich bewundere sie. Alle Deutschen, die ich getroffen habe, nach dem Krieg, waren gute Menschen. Sie waren in Ordnung, ernsthafte Menschen.“ Er warnt aber auch, dass die Deutschen zu angepasst waren und es noch sind – und dass dies gefährlich sei.

Michele Montagano

Porträt von Michele Montagano © Sarah Mayr (mit freundlicher Genehmigung)

Die Interviews sind sehr persönlich. Die Männer reden offen über ihre Erlebnisse und haben auch ihre ganz individuellen Meinungen. So wirkt die Antwort des Polen Wiktor Listopadzki auf die Frage, ob er den Generationen, die keinen Krieg erlebt haben, etwas zu sagen hätte, sehr verletzt und zornig zugleich. „Der Krieg ist das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann. Es sterben sehr viele junge, alte, kranke und gesunde Menschen dabei. Es ist eine menschliche Tragödie. So etwas sollte niemals passieren. Alle sollten sich vereinigen und Freunde sein. Es sollte nie dazu kommen, dass jemand einem anderen etwas wegnehmen möchte. Die Menschheit sollte Widerstand gegen jene leisten, die Krieg führen wollen. Mein Leben im Krieg war sehr schlimm. Die ganze Jugend habe ich im Kampf verbracht und wurde ohne Respekt behandelt. Getreten von den Deutschen und den Russen. Sie haben meine Mutter ausgeraubt und … Ich will mich hier nicht weiter aufregen. Danke.“

Wiktor Listopadzki

Porträt von Wiktor Listopadzki © Sarah Mayr (mit freundlicher Genehmigung)

Zu Recht widmet sich Zeitgeschichte-online mit den mutigen Männern aus Sandbostel diesem weitgehend unbekannten Lager der SS. Zu lange wurde diesem Ort nicht die nötige Beachtung geschenkt. Erst 2013 eröffnete auf dem alten Lager-Gelände eine Gedenkstätte. Die Jahre zuvor wollte man sich nicht mit seiner Geschichte auseinandersetzen, und die Gebäude wurden zeitweise als Ferienwohnungen genutzt. Unglaublich erscheint die Verdrängung der unangenehmen Vergangenheit.

Recht hat Michele Montagano damit, wenn er sagt: „An uns muss sich erinnert werden, weil wir Mut hatten, nicht in Italien, sondern in Deutschland, Nein zu sagen. Wir haben Nein gesagt in Deutschland, und das ist es, was sie über uns erzählen sollen. Das bedeutet moralische Integrität.“

Alle acht porträtierten Männer sitzen vor einer grauen Wand und schauen den Betrachter frontal an. Durch ihre Haltung und ihre Kleidung jedoch unterscheiden sie sich. Raymond Gourlin zum Beispiel sitzt gerade auf dem Stuhl und schaut ohne jegliche Emotionen in die Kamera. Er trägt ein Jackett und dazu eine Krawatte, seine Hände ruhen übereinandergelegt auf seinen Beinen. Man vermutet bei einer solchen Darstellung keinen ehemaligen Widerstandskämpfer – umso mehr beeindrucken seine Worte. Anders als der Franzose lässt sich Harry Callan porträtieren. Auch er hat zwar seine Hände auf den Beinen liegen, jedoch posiert er in seiner ehemaligen Uniform, inklusive seiner Auszeichnungen. Wie oben erwähnt, wollte er nicht von seinen Erfahrungen erzählen. Trotzdem lässt sich ein gewisser Stolz über das eigene Leben und Überleben erahnen.

Schaut man sich die Schwarz-Weiß-Aufnahmen an, die Sarah Mayr zu Anfang ihres Projekts machte, wird erkennbar, welche Details in den Abbildungen stecken. Die Bilder zeigen verfallene Gebäude, die nicht mehr an die Grausamkeiten der Nationalsozialisten erinnern, sondern auch Überreste eines Bauernhofs sein könnten. Hier wird wieder einmal klar, dass die Betrachtung von Fotografien ohne Bildunterschrift gänzlich in die Irre führen kann. Am Anfang war Sarah Mayr nämlich nicht klar, was genau sie dort fotografierte, bis sie sich mit der Geschichte des Ortes auseinandersetzte. Sie will die Geschichte öffentlich machen und den Umgang mit dem Nationalsozialismus zeigen und auf ihre Weise darstellen. 2013 besuchte sie die Gedenkfeier in Sandbostel und knüpfte Kontakte zu Zeitzeugen. Sie lediglich zu fotografieren, reichte ihr aber nicht, sie wollte die Geschichte hinter den Menschen erfahren und vermitteln. Sarah Mayr betont: „Das Wissen und die Erinnerungen der Zeitzeugen sind wertvoll, sie bezeugen, was geschehen ist. Ihre Worte stehen gegen die Lüge, die sich in großen Teilen der Gesellschaft wieder breit macht, die alles verharmlost und die die Deutschen als Opfer verklärt.”

Harry Callan

Porträt von Harry Callan © Sarah Mayr (mit freundlicher Genehmigung)

Die Ergebnisse der Interviews und die Porträts können vom 1. April bis 30. April 2015 in der Gedenkstätte Sandbostel angeschaut werden.

 

Sarah Mayr, Letzte Erinnerungen. Porträts ehemaliger Häftlinge des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel, in: Zeitgeschichte-online, Dezember 2014, URL: http://www.zeitgeschichte-online.de/thema/letzte-erinnerungen

Quelle: http://www.visual-history.de/2015/02/02/stalag-x-b-ein-ort-fuer-das-gedenken/

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DHd-Tagung 2015: 3 weeks to go!

Es haben sich bereits zahlreiche TeilnehmerInnen für die Tagung angemeldet. Wir freuen uns, dass auch die Workshops sehr beliebt und zum Teil schon ausgebucht sind. Sollten Sie sich für die Tagung selbst, die Workshops oder das Rahmenprogramm noch nicht angemeldet haben, bitten wir Sie, das bis spätestens Freitag, 13.2., zu tun.

Das aktuelle Programm kann hier eingesehen werden: https://www.conftool.pro/dhd2015/sessions.php

Wir möchten an dieser Stelle auch nochmals auf die Pre-Conference „Digitale Bibliothek: Unser digitales Gedächtnis“ hinweisen. Für diese ist eine eigene Registrierung erforderlich, die hier vorgenommen werden kann (die Teilnahme ist kostenlos): http://conference.ait.co.at/digbib/index.php/digbib2015/digbib2015/schedConf/registration

Pre-Conference, Workshops und Tagung finden am Hauptcampus der Universität Graz statt (Universitätsplatz 3 und Universitätsstraße 15, 8010 Graz).

Unterkünfte können über die Buchungsplattform der Stadt Graz gebucht werden: http://www.graztourismus.at/buchen

Wenn Sie Fragen haben, besuchen Sie uns unter dhd2015.uni-graz.at oder schreiben Sie an dhd2015@uni-graz.at.

Wir freuen uns auf eine interessante Tagung und wünschen gute Reise nach Graz!

Quelle: http://dhd-blog.org/?p=4666

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„So etwas wie ein bezahlter Freundschaftsdienst“. Emotionsarbeit in der persönlichen Assistenz. Eine Annäherung (Teil 1) – von Bastian Schenker

Mit ihrem Konzept der Emotionsarbeit lieferte die US-amerikanische Soziologin Arlie Russell Hochschild Anfang der 1980er Jahre die theoretische Grundlage für einen neuen Blick auf personenbezogene Dienstleistungsberufe. Die persönliche Assistenz als besonders intime Form organisierter Behindertenhilfe blieb jedoch davon bislang weitestgehend … Continue reading

Quelle: http://soziologieblog.hypotheses.org/7857

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Intellektuellen Stau durch bloggen umfahren? #wbhyp

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade #wbhyp von de.hypotheses.org.

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In den letzten Monaten hatte ich das eher diffuse Gefühl, meine Masterarbeit sei der Stein des Sisyphos: Kaum kam ich ein Stück vorwärts, gab es schon wieder Rückschläge. Ich sah mich in einer Art von intellektuellem Stau: Wie strukturiere ich sinnvoll? Was lässt sich wegkürzen? Wie verhindere ich repetitive Episoden? Hinzu kam die bedrückende Erkenntnis, dass ich nicht vorwärtskomme, obwohl ich (gefühlt) Ewigkeiten am Schreibtisch sitze.

Diese Stagnation in einem Blogbeitrag zu beschreiben und zu reflektieren war verführerisch, zumal ich diesen Blog als eine Art Zerrspiegel meines Schreibtisches, bzw. meiner Masterarbeit betrachte. - Kein „wissenschaftliches Tagebuch“, sondern vielmehr ein flüchtiger Blick in meine (zugegeben: unordentliche) Werkstatt. Insofern schwankt natürlich die Qualität meiner Beiträge, manche sind mit „heißer Nadel“ gestrickt, andere enthalten lose Gedankenfetzen. Aber gerade das „Missglückte und das Unvollendete“, wie Klaus Graf sich ausdrückt, ist für mich reizvoll. – Weil es Ansatzpunkte zur Reflektion und damit zur Verbesserung liefert.

Da Charlotte Jahnz mich via Twitter aufgefordert hat, dem Ruf der Blogparade #wbhyp zu folgen erscheint es mir nur recht und billig, ihren Beitrag als Einstieg zu nutzen: Ihr fehlte ein Vorbild, um (früher) mit dem wissenschaftlichen Bloggen anzufangen. Meine Vorbilder sind mir in der Sektion der digitalen Geschichtswissenschaft auf dem letzten Historikertag begegnet, während ich mich von dem bevorstehenden HistorySlam ablenken wollte. In Steve Jobesker Performance setzte Sascha Foerster dort innerhalb kürzester Zeit einen Blog auf, was mich ein Stück weit mitgerissen und auch euphorisiert hat. Fast gleichzeitig begann meine vorsichtig tastende Expansion auf Twitter, unterstützt von der Liste Twittern vom #HisTag14 von Charlotte Jahnz. (Erst viel später durch den Leitfaden von Mareike König.)

Die Dynamik und die potenziellen Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches beider Medien ziehen mich an, weil sie mir im universitären Alltag schlicht fehlen. Die Geschwindigkeit, mit der man sich über spannende und vor allem innovative Projekte informieren und austauschen kann, ist unvergleichbar, die Hürden minimal.

Wie sich austauschen? Zombiekommilitonen oder #Grottenolme 

In Einzelgesprächen mit Doktoranden oder anderen Masterstudenten kam immer wieder zum Vorschein, dass wenig über die eigene Arbeit gesprochen oder diskutiert wird. Meistens muss man Freunde oder Partner mit seinen fachlichen Sorgen quälen. Im universitären Kontext ist das nicht möglich, meine Kommilitonen sind Zombies. Aus der Masse stechen natürlich ein paar hervor, die sich aktiv beteiligen, der Rest verfällt in ein eher komatöses Dasein, beschränkt auf die wichtigsten Vitalfunktionen. In den mit 30 anwesenden oder mehr befüllten Kolloquien(!) sah ich keine Möglichkeit, meine Masterarbeit in irgendeiner Form zu diskutieren oder mich mit anderen auszutauschen. Doch dieser ist für meine wissenschaftliche Arbeit essenziell. Meine Denkprozesse scheinen oftmals wie eine Art Katalysator zu funktionieren: Verschiedene Ideen, die ich aufgreife, werden vermengt und produzieren etwas, dass ich für meine Zwecke nutzen kann.

Während meiner Bachelorphase an der Universität Bonn wurde ich während eines obligatorischen Mittelalter-Proseminares mit A.v. Brandt malträtiert. (Heraldik, Sphragistik, Numismatik …) Sicherlich höchst spannende Gebiete, nur nicht für mich. Die Fragen, die sich für mich, der sich mit der finsteren Neuzeit auseinandersetzen muss, ergeben, sind gänzlich andere: Wie bewältigt man eigentlich die enormen Aktenmengen, die auf einen zukommen? Wie geht man mit Datenbanken um? Was sind eigentlich boolesche Operatoren? Was ist mit Bildrechten? Wie zitiert man aus online verfügbaren Quellenbeständen? (Wo gibt es diese?) – Zugegeben es gibt natürlich auch übergreifende Themen, aber diese waren nie Thema in einem der Seminare, die ich besucht habe.

Insofern erwarte ich vom Bloggen nichts weniger als die „Rettung“ aus meinem (dunklen!) Elfenbeinturmzimmer, - eine Diskussion über meine Arbeit loszutreten, auch wenn ich dem Beitrag: "Im Dilemma" von Monika Lehner in vielen Punkten zustimmen muss. Außerdem scheint die Diagnose von Vladislav Melnik über das Verhalten von Bloggern für die geisteswissenschaftlichen Blogs verstärkt zuzutreffen. Ich beziehe das nicht einmal auf meinen Blog, weil ich (aus meiner Wahrnehmung) kaum high quality liefere, frage mich aber bei anderen, wieso deren Beiträge kaum oder gar nicht kommentiert werden? (Ob hier Sascha Foersters Antwort repräsentativ ist?) Bisher scheint mein Blog (anders als Twitter) über die Masterarbeit nicht das richtige Medium zu sein, um sich über Instrumente und Gedanken austauschen zu können. Es liefert höchstens Anreize, die dann zur Kommunikation auf anderen (auch privateren) Kanälen führen können. Welchen Nutzen Twitter (hier für die Masterarbeit) haben kann, will ich an zwei  Beispielen deutlich machen:

#followerpower Kann irgend jemand diesen Kommentar aus einer Gestapoakte entziffern? (Ich weiß, schrecklich Quali) pic.twitter.com/py0Q5aszKv

— Christian Günther (@DerGuenther) July 9, 2014

@DerGuenther @dehypotheses Ich lese schlicht: "Warum denn?"

— Anton Tantner (@adresscomptoir) July 9, 2014

@DerGuenther @dehypotheses "Warum denn?"

— Markus Würz (@MrWuerz) July 9, 2014

@DerGuenther Sieht aus wie Sütterlin: "Warum denn?" ?

— W. Brebeck (@WBrebeck) July 9, 2014

@DerGuenther "Warum denn?" würde ich da lesen...

— TanjaW (@Steinwoelfin) July 9, 2014

 

#Einzelbiografien (~20-30, 500-1000 Zeichen) oder Fließtext in der #Masterarbeit? Mal gucken obs ne originellere Lösung gibt...

— Christian Günther (@DerGuenther) December 15, 2014

@DerGuenther Ich würde ja sagen: Bei Erstnennung ab in die FN damit. Das erleichtert dem Leser den Zugriff und sprengt nicht den Textfluss.

— Jan Kleinmanns (@kleinmonth) December 15, 2014

 

„Herausfinden, warum es sich trotzdem lohnt“

Eine wirkliche Schlussfolgerung habe ich aus diesen Überlegungen noch nicht ziehen können. Ich werde wahrscheinlich weiterhin mit diesem Format "spielen" und auch versuchen, kontinuierlich die Qualität der Beiträge zu steigern, auch in der Hoffnung, damit die Hauptursache für die fehlenden Kommentare zu beseitigen. Außerdem werde ich mich wohl stärker auf Hypotheses umsehen, andere Blogs wahrnehmen und diese kommentieren, um näher an der „Community“ zu sein und mich zu vernetzen. Ich werde dazu jede Gelegenheit ergreifen, die sich bietet.

Ob ich anderen Masterstudenten raten kann, über ihr Thema zu bloggen? Aus meiner jetzigen Situation kann ich das wohl bejahen, obwohl ich wohl ein Blogger-WG-Zimmer beziehen würde...Ich habe noch nicht festgestellt, dass sich mein Schreibstil wirklich gravierend verbessert hätte, oder meine Gedanken sich nach Blogbeiträgen geordnet hätten, aber ich bin optimistisch.

Trotzdem reicht allein das Potenzial, dass ich im Format sehe, für eine Empfehlung zu bloggen. (Ein Beispiel: Ich will auch die Geistesgeschichte, die ideologischen Hintergründe meiner Widerstandsgruppe verorten und hatte dazu verschiedene Personen um Rat gefragt. Eine von diesen war nur aufgrund dieses Blogs dazu bereit, fast eine Stunde mit mir zu telefonieren und mir weitere Hilfe anzubieten.) Ob die Veröffentlichung meiner Ideen und Konzepte sich als zielführend erweisen (müssen?), vermag ich noch nicht zu beurteilen. Darum geht es mir aber letzten Endes auch nicht. Es ist vielmehr das Erkunden einer universitär unberührten Landschaft, die mich reizt. Dass dies mit einem gewissen Risiko (Prüfungsamt – Vorveröffentlichung, „das Netz vergisst nicht“, …) verbunden ist, nehme ich in Kauf. Ob es sich gelohnt hat? - Darüber schreibe ich, wenn die Masterarbeit fertig und benotet ist... oder Konsequenzen aus diesem Blog folgen.

Quelle: http://winzen.hypotheses.org/161

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Matthäus und seine Quellen │ Hinter den Kulissen des ersten Evangeliums

Nach so viel Zuspruch durch Lisa Bolz, Charlotte Jahnz und Mareike König, die mich in Reaktion auf meinen Beitrag zur Blogparade #wbhyp motiviert haben, stärker als bisher eigene neutestamentliche Forschungen im Blog zu präsentieren, kommt hier nun ein erster Versuch. Der Arbeitstitel meines Dissertations-Projekts lautet: „Matthäus liest Q. Eine Studie zu Mt 11,2–19 und Q 7,18–35“. Ein Text, den es nicht gibt Grundlage meiner Forschung ist ein Text, den es nicht gibt – zumindest nicht in schriftlich überlieferter Form. Die Evangelisten Matthäus und Lukas stimmen […]

Quelle: http://grammata.hypotheses.org/1197

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“La Liberté” an der Elbe. Otto Marcus’ Altonia und die republikanischen Freiheiten im preußischen Hinterzimmer

Dominik Kloss WAS IST ALTONA? – fragt der prägnante Schriftzug. Dominiert wird das Motiv, seit dem Spätsommer 2014 auf Plakaten im Hamburger Stadtbild und in Kinospots zu sehen, aber von einer Frau: Wie einem Ölgemälde entsprungen, doch ganz in Rosa … Continue reading

Quelle: http://netzwerk.hypotheses.org/2170

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„La Liberté“ an der Elbe. Otto Marcus‘ Altonia und die republikanischen Freiheiten im preußischen Hinterzimmer

Dominik Kloss WAS IST ALTONA? – fragt der prägnante Schriftzug. Dominiert wird das Motiv, seit dem Spätsommer 2014 auf Plakaten im Hamburger Stadtbild und in Kinospots zu sehen, aber von einer Frau: Wie einem Ölgemälde entsprungen, doch ganz in Rosa … Weiterlesen

Quelle: http://netzwerk.hypotheses.org/2170

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Rezensions-Digest Januar 2015

Ute Küppers-Braun: Rezension zu: Stefan Benz: Frauenklöster Mitteleuropas. Verzeichnis und Beschreibung ihrer Geschichtskultur 1550-1800. Münster 2014, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/24809.html

Dominik Gerd Sieber: Rezension zu: Jan Brademann: Mit den Toten und für die Toten. Zur Konfessionalisierung der Sepulkralkultur im Münsterland (16. bis 18. Jahrhundert). Münster 2013, in: H-Soz-Kult, 20.01.2015

http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-20733

Sebastian Becker: Rezension zu: Joseph Furttenbach: Lebenslauff 1652-1664. Herausgegeben von Kaspar von Greyerz, Kim Siebenhüner und Roberto Zaugg. Köln / Weimar / Wien: Böhlau 2013, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/24958.html

Michael Kaiser: Rezension zu: Jaroslava Hausenblasová / Jiří Mikulec / Martina Thomsen (Hgg.): Religion und Politik im frühneuzeitlichen Böhmen. Der Majestätsbrief Kaiser Rudolfs II. von 1609. Stuttgart 2014, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/24815.html

Niels Wiecker: Rezension zu: Allan J. Kuethe / Kenneth J. Andrien: The Spanish Atlantic World in the Eighteenth Century. War and the Bourbon Reforms, 1713-1796. Cambridge 2014, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/26019.html

Hiram Kümper: Rezension zu: Tobias Kämpf: Das Revaler Ratsurteilsbuch. Grundsätze und Regeln des Prozessverfahrens in der frühneuzeitlichen Hansestadt. Köln / Weimar / Wien 2013, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/25373.html

Axel Gotthard: Rezension zu: Jan Martin Lies: Zwischen Krieg und Frieden. Die politischen Beziehungen Landgraf Philipps des Großmütigen von Hessen zum Haus Habsburg 1534-1541. Göttingen 2013, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/24181.html

Josef Johannes Schmid: Rezension zu: Jann M. Witt: Die Bounty war sein Schicksal. Das abenteuerliche Leben des William Bligh. Darmstadt 2014, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 1, 15.01.2015

http://www.sehepunkte.de/2015/01/25362.html

Matthias Middell: Rezension zu: Erick Noël (Hrsg.): Dictionnaire des gens de couleur dans la France moderne (début XVIe s.-1792). Volume II: La Bretagne. Geneve 2013, in: H-Soz-Kult, 16.01.2015

http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22160

 

 

 

Quelle: http://frueheneuzeit.hypotheses.org/1844

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aventinus mediaevalia Nr. 24 [31.01.2015]: Die Herr­schafts­sicherung des Theoderich in Italien. Diplomatie, Politik und Fürsorge

Im Jahre 493 n. Chr. hatte der Ostgotenfürst Theoderich eine steile Karriere hinter sich: Um 454 n. Chr. in Pannonien geboren und als Geisel in Konstan­tinopel aufgewachsen, war er vom Anführer eines gotischen Stammes­verbandes auf oströmischen Gebiet zum Herrscher über Italien aufgestiegen. http://bit.ly/1AoS6Vn

Quelle: http://www.einsichten-online.de/2015/01/5644/

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Hochwasser

Die Linzer sind es gewohnt: Wenn der Rhein über seine Ufer tritt, werden in der Stadt seit je her Straßen und Wege unpassierbar, Keller und Wohnungen unter Wasser gesetzt, Gärten und Wiesen mit Schlamm bedeckt. Seit 1459 zeugen Hochwassermarken am Rheintor von den häufigen Überschwemmungen. Wenige Jahre zuvor, 1456, wird ein bedachter Wehrgang erstmals erwähnt, der von der Südseite der Linzer Burg oben auf der Stadtmauer zu Rheintor und Zollhaus führte und ein ungestörtes Erreichen des Stadtausgangs ermöglichte, auch wenn den Mauerring mal wieder die Fluten des Rheins umspülten.

Beeinträchtigt war immer auch die rechtsrheinische Straßenverbindung durch das Rheintal, die durch Hochwasser noch heute nicht selten unpassierbar ist, und die 1870 fertig gestellte Eisenbahnstrecke. Bis 1882 fuhr die Bahn durch Linz nur auf einem niedrigen Damm und wurde regelmäßig überschwemmt und lahmgelegt. Dann ragten nur noch die Bahnschranken und das Bahnwärterhäuschen aus den Fluten. Erst seit dem Bau des Eisenbahn-Viadukts 1883-86 ist die Trasse vor Hochwasser geschützt.

1882

Der überspülte Bahndamm 1882

Besonders extrem waren in jüngster Zeit das Weihnachtshochwasser 1993 und das Januarhochwasser 1995. Ende Januar 1995 hatte es anhaltende Niederschläge, teils als Regen, teils als Schnee gegeben, wobei die Temperaturen im Rheingraben über Null und auf den Rheinhöhen unter Null gelegen hatten. Ein Temperaturanstieg mit Schneeschmelze und weiteren Regenfällen ließen jetzt eine Hochwasserwelle erwarten. In der Nacht zum Dienstag, den 24. Januar, stieg der Rhein beständig an. Um ein Uhr nachts wurde bei einem Pegelstand von 7,10 Meter die B 42 im Bereich der Fähre überflutet. Bis 18.30 Uhr war der Pegel um einen Meter gestiegen und hatte die B 42 Richtung Linzhausen überspült. Wasser drang auch in das Café Leber am Burgplatz ein.

Hochwasser 1920, Burgplatz<br />
Repro: Stadtarchiv Linz
Hochwasser 1920er Jahre, Burgplatz<br />
Repro: Stadtarchiv Linz
Hochwasser 1920er Jahre, Hotel Europäischer Hof<br />
Repro: Stadtarchiv Linz
Hochwasser 1920er Jahre, Verwaltungsgebäude der Basalt AG<br />
Repro: Stadtarchiv Linz

Am Mittwoch blieb der Wasserstand auf dieser Höhe stehen bzw. fiel sogar leicht, um am Donnerstag ab 15 Uhr plötzlich wieder sehr schnell zu steigen. Um 20 Uhr an diesem Tag erreichte der Pegel eine Höhe von 8,79 Meter, wodurch Wasser auch in das Hotel Weinstock lief. Gegen 23 Uhr war bei einer Höhe von neun Metern die B 42 im Stadtbereich komplett überflutet. Am Montag, den 30. Januar, erreichte das Hochwasser um vier Uhr morgens schließlich seinen Höchststand von 10,28 Meter am Pegel Andernach. Am Linzer Rheintor wurde an der Wasserschmutzkante sogar eine Rheinhöhe von 10,55 Metern abgelesen.

Hochwasser 24.12.1993, Zollstraße<br />
Foto: Feuerwehr Linz
Hochwasser 22.12.1993, Am Gestade<br />
Foto: Feuerwehr Linz
Hochwasser 23.12.1993, Burgplatz<br />
Foto: Feuerwehr Linz
Hochwasser 23.12.1993, Alte Post<br />
Foto: Feuerwehr Linz

Hochwasser 1995, Am Gestade Richtung Rheintor und Burg, Foto: Stadtarchiv Linz
Blick über die B 42 Richtung Linzhausen, im Vordergrund die Kreuzung / Unterführung Am Sändchen, Foto: Stadtarchiv Linz
Hochwasser 1995, Fähranleger, im Hintergrund Haus Bucheneck und das bis unters Dach überflutete Büdchen, Foto: Stadtarchiv Linz
Hochwasser 1995, Blick vom Linzer Kaiserberg auf die Ahrmündung, Repro: Stadtarchiv Linz

Die zehn Höchststände seit 1876 (Pegel Andernach):

Der Linzer Burgplatz auf der Titelseite des San Francisco Chronicle v. 1.2.1995 Repro: Stadtarchiv Linz

Der Linzer Burgplatz auf der Titelseite des San Francisco Chronicle v. 1.2.1995
Repro: Stadtarchiv Linz

1051 cm               23.12.1993

1043 cm               01.01.1926

1040 cm               28.11.1882

1030 cm               16.01.1920

1028 cm               30.01.1995

981 cm
29.05.1983

975 cm                 19.01.1955                           972 cm                 01.01.1948
969 cm                 13.04.1983                           965 cm                 28.03.1988

Hochwassermarken am Rheintor, Rheinseite
Foto: H. Thieme

Quelle: http://archivlinz.hypotheses.org/498

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