“Wenn wir die Mauer haben, dann muss da auch scharf geschossen werden.”
Das MONTAGSRADIO macht Sommerpause. Wir blicken zurück auf die Themen und Highlights der ersten Jahreshälfte.Und hier geht es direkt zum MP3.
Sport als Teil der Ideologien des 20. Jahrhunderts
Nach dem Mauerbau. Die Teilung war besiegelt. Dennoch schickten beide deutsche Staaten 1964 und 1968 gemeinsame Mannschaften zu den Olympischen Spielen. Ein bizarrer Vorgang. Eines von vielen Themen im aktuellen Montagsradio. Die Geschichte des Sports ist eine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Im Montagsradio sprechen Markus Heidmeier und Jochen Thermann mit den Sporthistorikern Jutta Braun und Michael Barsuhn vom Zentrum Deutsche Sportgeschichte.
Es geht um den Aufstieg des Sports zum Medienereignis und Massenphänomen, um die Rolle des Sports in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts und die Strukturen des Dopings im Leistungssport.
Das Zentrum Deutsche Sportgeschichte verantwortet wissenschaftliche Analysen der Sportgeschichte, Publikationen und zahlreiche Ausstellungen. Zu den erfolgreichsten Ausstellungen zählt das Projekt Doppelpässe, das bereits in vielen Städten bundesweit zu sehen war. Aktuell entwickelt das Zentrum Deutsche Sportgeschichte die Ausstellung “Sportverräter. Spitzenathleten auf der Flucht” , die am 21. Juli 2011 im Willy-Brandt-Haus eröffnet wird und von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird.
Unten noch die Timline für Schnellhörer und das MP3 direkt.
2:00 Der Aufstieg des Sports im 20. Jahrhunderts
7:00 Ideologie und Sport
12:00 Deutsch-deutsche Olympiamannschaft
17:00 Staatliche Repräsentation durch den Medaillenspiegel
22:00 Fußball in der DDR; Erklärung für die überragende Bedeutung des Fußballs
27:00 Identifikation mit dem DDR-Sport?
32:00 Dopingproblematik in den 60er/70er Jahren
38:00 Berichte über systematisches Doping
42:00 Aufarbeitung des Dopings in der DDR
47:00 Ventilfunktion des Sports?
51:00 Autonomie und Korruption von sportlichen Institutionen (IOC, Fifa)
53:00 Ausstellung: Sport und Republikflucht
55:00 Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/06/27/sport-als-teil-der-ideologien-des-20-jahrhunderts/
Der 17. Juni 1953. Die gescheiterte Revolution.
MONTAGSRADIO, Ausgabe 09/2011. Eine Sonderausgabe zum 17. Juni 1953. Der Volksaufstand steht für die Notwendigkeit politischen Engagements und den Mut, sich für seine Überzeugungen einzusetzen. Zu Gast sind die Zeitzeugin und Aktivistin der Bildungsarbeit, Carla Ottmann, und der Zeitzeuge und Historiker, Prof. Michael Lemke. Gemeinsam blicken wir zurück auf Ursachen, Verlauf und persönliche Erinnerungen.
Keine 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg liegt das Wort Krieg wieder in der Luft. Entgegen der wirtschaftsfördernden Westeinbindung der Bundesrepublik wird der “planmäßige Aufbau des Sozialismus” der DDR durch enorme Aufrüstungs- und Kriegsfolgekosten belastet. Der Wiederaufbau der Wirtschaft stagniert, im Frühjahr 1952 fehlt es an Arbeitsmitteln für die Bauern und Arbeiter und an Lebensmitteln für die gesamte Bevölkerung. Dennoch erhöht die DDR-Führung die Abgaben. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands durch die Sowjets ist das Versagen der DDR-Führung zwar offenkundig, die sozialistische Utopie manifestiert sich hingegen – innerhalb der Rahmenbedingungen der Diktatur.
Im MONTAGSRADIO diskutieren wir das Verhalten der SED-Führung und die Rolle der Sowjets in Gegenüberstellung zu den internationalen Reaktionen. Wir fragen danach, wie die Menschen die Zeit vor dem Aufstand erlebt haben. Welche Stimmung herrschte kurz bevor die Proteste und Demonstrationen losbrachen? Wieso wurde die DDR-Führung dennoch von dem Aufstand überrascht und wie rechtfertigte sie das militärische Eingreifen der Sowjets in den Folgemonaten?
Die Timeline für Schnellhörer gibt es unten.
3:00 Wie kam es zum 17. Juni 1953?
7:00 Wurde nur gegen die Versorgungsengpässe der damaligen Zeit demonstriert oder gab es noch andere Forderungen?
8:00 Für Kinder in der DDR bedeutete Unnormalität Normalität. Was bedeutet das?
14:30 Was bedeutete der “neue Kurs” der SED 1953?
16:30 Die Folgen der Bevölkerung nach den Aufständen am 17. Juni 1953
20:00 Wie wurde 1953 ein “Offline”-Volksaufstand organisiert?
22:30 Der 17. Juni war kein Berliner Aufstand
25:30 Warum hat die SED die Ausschreitungen nicht vorhergesehen?
29:20 Wie nah war der Krieg infolge der Volksaufstände am 17. Juni 1953?
35:30 Die Folgen für den Sozialismus
45:00 Wie viele Opfer forderte der Volksaufstand 1953?
47:30 War schon in den Fünfziger Jahren der Glaube an die sozialistische Utopie verloren? Wer hoffte noch auf das sozialistische Gesellschaftswunder?
49:00 Warum wurde an dem sozialistischen Konzept festgehalten, obwohl ein Großteil der Bevölkerung dagegen war und dies mit Protesten zeigte?
52:20 Welchen Stellenwert hat der 17. Juni 1953 heute für Deutschland?
54:00 Der Symbolcharakter des 17. Juni
56:00 Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/06/17/die-gescheiterte-revolution-der-17-juni-1953/
Staat und Kirche. Politik und Religion
Wann dient Religion als Instrument zur Durchsetzung politisch gewollter Veränderungen? Wie hängen Religion und Politik zusammen? Und gibt es Parallelen zu politischen Ideologien? In Ausgabe 7/2011 des MONTAGSRADIO diskutieren wir die Zusammenhänge von Religion und Politik mit Historiker Henning Pietzsch.
Wo Religion und Kirche in Opposition zum Staat stehen, sucht der Staat nach Ersatzinstitutionen, um das Gemeinschaftsbedürfnis der Menschen zu befriedigen. Auch unter Androhung staatlicher Repressialien gelang es zum Beispiel den Kirchen in der DDR, zum Ort für freiheitliches und oppositionelles Denken zu werden. Nach dem Ende der DDR verloren die Kirchen auf den ersten Blick an Bedeutung. Doch trotz Humanismus und Aufklärung bestimmen auch in unserem westlich geprägten Kulturkreis die Werte und Grundsätze religiöser Glaubensgemeinschaften das Handeln des Einzelnen und staatlich organisierter Systeme. Sie geben Boden für die Sinnerklärung der eigenen Existenz.
MP3 und Timeline gibt es unten…
1:30 Umbruch im Nahen Osten und die Bedeutung der Religion
5:00 Religion als Rückzugsraum
6:30 Gab es religiösen Fundamentalismus in der DDR?
8:00 Oskar Brüsewitz
10:00 „Kirche im Sozialismus“
12:00 Kirche als „bürgerlicher Überrest“
14:00 Kirche und Opposition
17:30 kirchliche Jugendarbeit wird vom Staat als „oppositionell“ eingeordnet
20:00 Bedeutung der Künstler, Heraustreten der Opposition aus der Kirche
22:00 Rolle der Kirche nach 1989
24:00 Überleben der Jugendweihe
26:00 Religiöse Züge des Kommunismus
30:00 Religion und Ideologie: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
37:00 Rückkehr des Religiösen in der Gesellschaft?
40:00 Religiöse Einstellung der Diskutierenden
45:00 Religion und Politik heute, Täter und Versöhnung
50:00 Nihilismus, religiöse Nischen und der homo oeconomicus
52:00 Ökonomie, Ersatzreligionen und Warenfetischismus
54:00 Fragebogen
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/05/16/staat-und-kirche-politik-und-religion/
Kitsch oder Kultur? Über den Sinn und Unsinn von Denkmälern
MONTAGSRADIO, Ausgabe 06/2011. Ein Streitgespräch. Gäste: Der HistorikerWolfgang Wippermann und der Stadtplaner Florian Mausbach. Das Denkmal für Freiheit und Einheit. Über die Bedeutung des Denkmals im 21. Jahrhundert
In einem vitalen, um nicht zu sagen sehr vitalen Streitgespräch diskutieren wir mit einem der Initiatoren des gerade beschlossenen Denkmals für Freiheit und Einheit auf dem Berliner Schloßplatz, dem ehemaligen Präsidenten des Bundesbauamtes, Florian Mausbach und einem der entschiedensten Kritiker, dem Berliner Historiker, Wolfgang Wippermannn.
Ein Disput in Reinkultur!
Denkmäler sind Teil unserer Erinnerungskultur und repräsentieren den Zeitgeist verschiedener Epochen. Sie stehen für ein Ereignis, eine Person oder ein Zustand von Vergangenem und sollen erinnern, mahnen, motivieren und ermutigen. Aber welchen Zweck können sie im 21. Jahrhundert noch erfüllen? Und welcher Moment der Zeitgeschichte muss sich in einem Denkmal manifestieren? Wer ist Adressat, wie soll es gestaltet werden und wo ist der richtige Ort? Und wie viele Denkmäler verträgt eine Nation?
Im November 2007 beschloss der Deutsche Bundestag, das bürgerliche Engagement von Millionen Menschen in der DDR für politische Reformen und demokratische Freiheiten mit einem Freiheits- und Einheitsdenkmal dauerhaft zu würdigen. Die Einigung über den Entwurf erfolgte im April 2011. Neben dem Gewinner-Projekt “Bürger in Bewegung” des Stuttgarter Architektenbüros “Milla & Partner” und Sasha Waltz sprechen wir mit ihnen über das Holocaust-Mahnmal und Kriegerdenkmäler.
Für Hastige gibt es hier noch die Timeline zum Skippen. Das MP3-File zum Download gibt es hier.
2:00 Architektur für die Demokratie, die Kuppel auf dem Reichstag
4:00 Mausbach: die notwendige symbolische Feier der Demokratie
5:00 Wippermann: „Das Denkmal wird nicht vom Volk, sondern für das Volk gesetzt.“
6:00 „Die Wippe ist Kitsch“, kein authentischer Ort
8:30 Ein Revolutionsdenkmal ist nötig. „Eine Stadt ohne Denkmäler ist wie eine Wohnung ohne Bilder.“
10:00 Denkmäler als Herrschaftslegitimation
11:30 Mausbach: Beschluss des Bundestages für das Denkmal
13:00 Wippermann: Denkmalsprache verbraucht, Kitsch, Holocuast-Mahnmal
17:00 Mausbach: Holocaustmahnmal in Frankfurt
19:30 Wippermann: Inflation der Denkmäler
22:00 Heidmeier: notwendiges Scheitern
24:00 Maubach: notwendiges würdevolles Gedenken
26:00 Wippermann: Gedenkstätten statt Denkmäler, Täter können für Opfer kein Denkmal zu errichten
28:00 Mausbach: Freiheitsdenkmal wichtig für eine wehhafte Demokratie
29:00 die Form des Denkmals
31:00 das interaktive Denkmal
33:00 Wippermann: teurer Kitsch, vorhandene Denkmäler verändern: Neue Wache, Kriegerdenkmal
35:00 Mausbach: man kann die alten Kriegerdenkmäler und Nazigebäude nicht abreißen und die Städte bereinigen
36:30 zum Standort des Freiheits- und Einheitsdenkmals
38:00 der Sockel des alten Kaiserdenkmals für ein demokratisches Denkmal
39:00 die Ausstellung auf dem Alexanderplatz, Kennzeichnung authentischer Orte statt „überhöhter Darstellung“
40:00 Bundeswehrdenkmal
42:00 Pathos und Revolution, Ermutigung durch das Denkmal: ohne Zivilcourage keine Demokratie
45:00 kein Ausdruck denkbar? Wippermann: „Staatsnation ist nicht denkmalwürdig“
47:00 Mausbach: „Abschluss einer lange Geschichte“
Quelle: http://www.montagsradio.de/2011/05/02/kitsch-oder-kultur-uber-den-sinn-und-unsinn-von-denkmalern/
aventinus nova Nr. 30 [30.04.2011]: Stasi und KGB. Das Komitee für Staatssicherheit und das Ministerium für Staatssicherheit im Vergleich
Von Tschernobyl nach Fukushima – Geschichte der Atomkraft als Politikum in Ost und West
Kunstaktionen, disneyhafte sowjetische Soldaten und persönliche Geschichten zwischen Mauerresten
MONTAGSRADIO, Ausgabe 3/2011. Gast: Axel Klausmeier, Leiter der Stiftung Berliner Mauer und der Gedenkstätte in der Bernauer Straße, Berlin.
Pietätlosigkeit neben respektvoller Erinnerung? Die Berliner Mauer ist in ihrer Geschichte einzigartig. Im August 2011 jährt sich ihr Bau zum 50. Mal. Ihr Fall vor 20 Jahren war gleichzeitig der endgültige Niedergang der kommunistischen Gewaltherrschaft und das Ende des Kalten Krieges. Seitdem ist die Erinnerung an den ehemaligen Schrecken der Berliner Mauer politischer Bildungsauftrag. Wie kann er vermittelt werden, ohne banalisierend und verallgemeinernd zu wirken? Wie kann authentisch und glaubhaft erinnert und gleichzeitig die Bedeutung fürs Jetzt hergestellt werden?
In der aktuellen MONTAGSRADIO-Ausgabe diskutieren wir mit Axel Klausmeier, seit Januar 2009 ist er der Direktor der Stiftung Berliner Mauer. Der studierte Kunsthistoriker und Historiker der Neueren und Mittelalterlichen Geschichte beschäftigt sich insbesondere mit dem Umgang historischer Bausubstanz und ihrem Vermittlungswert.
Wir sprechen mit Axel Klausmeier über das Konzept der Stiftung Berliner Mauer in Abgrenzung zum Mauermuseum Checkpoint Charlie, die geplante Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und den sich anschließenden politischen Bildungsauftrag. Zudem diskutieren wir mit ihm, ob das Ego-Shooter-Spiel „1378km“, das so genannte „Mauerschützenspiel“, bei dem der Spieler zwischen „Mauerschütze“ und „Republikflüchtling“ wählen kann, als Bildungsinstrument zulässig ist und wo die Potentiale möglicher weiterer Computerspiele liegen.
Und hier noch die Timeline des Gesprächs:
01:00 50 Jahre Mauerbau in der Gedenkstätte Berliner Mauer
02:15 der Mauerbau und seine Verantworter
05:30 Niederlage einer gesellschaftspolitischen Ideologie?
08:15 die Erweiterung der Mauergedenkstätte Bernauer Straße
11:00 die Bedeutung der Bernauer Straße
13:30 Authentizität der Erinnerung?
17:30 Die “Mauer” und ihre Tiefenstaffelung
24:20 Die Stiftung Berliner Mauer und ihr Konzept
28:45 Resonanz der Besucher
35:00 der politische Bildungsauftrag
41: 30 ”1387km” – das Mauerschützenspiel
48:00 Computerspiele als Bildungsinstrument?
55:00 ”Freiheit und Demokratie”
58:00 Das Stadtschloss in Berlin
1:02:00 MONTAGSRADIO-Fragebogen
Facebook, McDonalds, digitale Dschihadisten und ein Vergleich der arabischen Revolutionen mit dem Umbruchjahr 1989
MONTAGSRADIO, Ausgabe 2/2011. Gast: Asiem El Difraoui, Stiftung Wissenschaft und Politik.
Auf den ersten Blick ist es irritierend. Was haben Facebook und McDonalds mit den arabischen Revolutionen und dem Umbruchjahr 1989 zu tun? Eine ganze Menge! Was, das verraten wir in der aktuellen MONTAGSRADIO-Ausgabe. Wir diskutieren mit dem Politikwissenschaftler Asiem El Difraoui, Wissenschaftler mit dem Schwerpunkt Dschihad und neue Medien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er arbeitet an dem von der Gerda Henkel-Stiftung gefördertem Projekt “Jihadismus auf dem Internet”.
In dem Talk geht es unter anderem um Parallelen und Gegensätze zwischen der aktuellen Revolutionen in Ägypten, Tunesien, Libyen und anderen arabischen Ländern und der Situation in Mittel- und Osteuropa in den späten 1980er Jahren, insbesondere im Jahr 89.
Welche Rolle spielten damals die Massenmedien und welche Rolle spielt das Netz heute? Brauchen moderne Revolutionen keine charismatischen Leitfiguren mehr? Wie unterscheiden sich arabische Regime von kommunistischen Diktaturen? Welche Rolle spielte die Jugend 1989 und welche Rolle spielt sie heute?
Hier noch die Timeline des gut einstündigen Gesprächs:
2:00 Neue Medien
3:00 Vergleich 1989-2011
4:45 Vergleich Ägypten, Tunesien, Libyen
6:50 Geschichte Libyens
10:00 die Jugend in Tunesien, Ägypten und Libyen
11:00 eine hoch organisierte Emanzipationsbewegung
13:00 Auslöser von Revolutionen?
16:00 Bedeutung Ägyptens
17:00 Was ist die arabische Welt?
24:00 Islamismus, Dschihadismus
28:00 Feindbild „Islamismus“
32:00 Die Bedeutung des Internet
35:00 Folge der Weltwirtschaftskrise?
38:00 Die Rolle des Westens
41:00 Gefahr der „entführten Revolution“, Restauration, Übergang
47:00 Ägypten und Israel
48:40 persönliche Anteilnahme
50:20 1989 und heute – brauchen moderne Revolutionen keine Leitfiguren mehr?
53:20 Wikileaks’ Veröffentlichungen – Bedeutung für die Zeitgeschichte?
55:30 McDonalds als Faktor in der Politik
58:40 gestohlene Revolutionen – Rumänien und der drohende panarabische Bürgerkrieg
1:00:00 Europas Chancen
1:03:00 MONTAGSRADIO-Fragebogen
Blockbuster, E-Books und der Herbst 1989 – der Verleger Christoph Links im Gespräch
MONTAGSRADIO, Ausgabe 1/2011. Gast: Christoph Links, Gründer und Leiter des Ch. Links Verlags, Berlin.
Die Verlagsbranche boomt. Jährlich erscheinen 90.000 neue Buchtitel – 30.000 mehr als noch vor 10 Jahren. Zudem sind im Buchhandel insgesamt ca. 1,2 Mio Titel lieferbar. Trotz des digitalen Zeitalters konnte sich das E-Book anscheinend noch nicht gegenüber dem Printmedium “Buch” auf dem Markt durchsetzen.
Christoph Links gründete am 1. Dezember 1989 – knapp einen Monat nach dem Fall der Mauer – mit dem Ch.Links-Verlag den ersten eigenständigen ostdeutschen Verlag. Ein vorangegangener Gründungsantrag Anfang 1989 wurde seitens des DDR-Kultusministeriums mit der Begründung abgelehnt, die sozialistische Planwirtschaft sei mit seinen 78 Verlagen voll ausgelastet.
Christoph Links spricht mit uns über das Internet und seine Auswirkungen auf die Verlage, seine Erinnerungen an den Herbst ’89 und den Vergleich des damalgen Umbruchs mit den aktuellen Revolutionen im arabischen Raum. Dazu sprechen wir mit ihm über die Herausforderung, ein atraktives und wirtschaftlich tragbares Verlagsprogramm zu konzipieren. Und natürlich bearbeitet er auch den MONTAGSRADIO-Fragebogen.
Die Moderatoren sind Kaja Wesner, Jochen Thermann und Markus Heidmeier. Und hier noch die Timeline für Ungeduldige:
- (01:25 min) Veränderungen und Herausforderungen für Verlage durch das Internet und digitale Medien
- (13:15 min) Die wirtschaftliche Situation der Verlage in Deutschland
- (15:55 min) Das Verlags-Programm des Ch. Links Verlages – Ideensetzung und Planungsprozess
- (25:10 min) Besonderheiten einer ostdeutschen Verlagsgründung kurz nach dem Fall der Mauer im Dezember 1989
- (34:14 min) Differenzen zwischen Ost und West – Leseverhalten und Kaufkraft
- (39:20 min) Christoph Links bespricht in der (ostdeutschen) Oberschule Revolutionskonzepte mit Radioredakteuren
- (45:10 min) Demonstration in Buenos Aires mit den Müttern der Plaza de Mayo
- (47:00 min) Die Rettung der Banken mit Steuergeldern ist empörend
- (52:16 min) Die Wiedervereinigung nach westdeutschen Regeln wird Folgen haben
- (59:20 min) Die Herausbildung differenzierter Weltbilder ist notwendig
Gesamtdauer ca. 60 Minuten – und natürlich lohnt auch das komplette Gespräch. Das Gespräch wurde am 10. Februar 2011 aufgezeichnet. Das Audio als MP3-Download gibt es hier. Zum SoundCloud-Player geht es hier lang. Den Player kann mal auf der jeweils eigenen Seite embedden.









