Daniel Meyer vom Studentenmagazin Akrützel stellt dem renommierten Gesellschaftstheoretiker Hartmut Rosa nicht nur Fragen rund um seine Person und Beschleunigungstheorie, sondern lässt ihn auch das aktuelle Zeitgeschehen kompetent und humorvoll kommentieren. Wir freuen uns, diese Kurzinterviews in unserem Blog veröffentlichen und somit … Continue reading
Ein Bild sagt mehr …: Das “Alte Observatorium von Beijing” vom 17. Jh. bis ins 21. Jh.
Der aktuelle Header von mind the gap(s) basiert auf einem Foto, das im September 2011 in Beijing entstand:
Beijing, September 2011 | © Georg Lehner
Das Bild blickt vom Straßenniveau hinauf auf das Běijīng gǔ guānxiàngtái 北京古觀象台, auf das “Alte Observatorium von Beijing”, genauer: zu den Instrumenten auf dem Beobachtungsturm dieses Observatoriums. Dieser Beobachtungsturm stammt aus der Ming明-Dynastie 1442, doch schon in der Yuan 元-Zeit befande sich in dem Bereich ein Observatorium.
Das Observatorium wurde laufend erneuert und seine Ausstattung verbessert, zuletzt im siebtzehnten und achtzehnten Jahrhundert durch Jesuitenmissionare, die für die Berechnung des Kalenders zuständig waren. Nach der Unterdrückung der Yihetuan 義和團-Bewegung wurde das Observatorium von den Alliierten Truppen geplündert.[1] Die Beutestücke wurden von Frankreich 1902 zurückgegeben, von Deutschland 1921.[2]
Heute befinden sich auf der Plattform acht Instrumente aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert:
- die Neue Armillarsphäre (1744)
- ein Quadrant (1673)
- ein Himmelsglobus (1673)
- eine ekliptische Armillarsphäre (1673)
- ein Altazimut-Instrument (1673)
- ein Azimutal-Theodolit (1715)
- ein Sextant (1673)
- eine äquatoriale Armillarsphäre (1673)
Die Instrumente aus dem 17. Jahrhundert stammen von Ferdinand Verbiest, S.J., der 1669 die Leitung des kaiserlichen Kalenderamtes übernommen hatte und 1673 einige der Instrumente erneuerte (Altazimut, Himmelsglobus, ekliptische Armillarsphäre, äquatoriale Armillarsphäre, Quadrant und Sextant), der Azimutal-Theodolit von Kilian Stumpf (1655-1720) und die Neue Armillarsphäre von Ignaz Koegler, S.J. (1680-1746) und Augustin Hallerstein, S.J. (1703-1774).
Das Bild im Header zeigt Teile von drei Instrumenten: (von links:) der äquatorialen Armillarsphäre[3], des Altazimut-Instruments[4] und des Azimuth-Theodoliten[5].
Die äquatoriale Armillarsphäre und das Altazimut-Instrument sind in einigen von Ferdinand Verbiests Werken abgebildet, unter anderem im 新製儀象圖 [Xinzhi yixiang tu[6], und im Compendium proponens XII posteriores figuras Libri observationum, nec non priores VIII figuras Libri organici. Astronomia europaea sub imperatore Cám Hý ex umbra in lucem revocata][7], s. äquitoriale Armillarsphäre 赤道經緯儀 [chìdào jīngwěiyí] und Altazimut-Instrument 地平經儀 [dìpíngjīngyí].
Einen Gesamteindruck von der Situation 1673 gibt Verbiest mit einer Abbildung der Beobachtungsplattform:.
新製儀象圖 Xin zhi yi xiang tu. Liber organicus Astronomię Europęę apud Sinas (1668) | Quelle: gallica[8]
Im Atlas général de la Chine, de la Tartarie chinoise, et du Tibet (1790 ?)[9], einer um einige Tafeln ergänzten Neuauflage des Nouvel atlas de la Chine, de la Tartarie chinoise, et du Thibet (1737)[10], findet sich eine Abbildung des “Observatoire de Peking” … allerdings seitenverkehrt:
Jean-Baptiste Bourguignon d’Anville: Observatoire de Peking. Via Wikimedia Commons.
Im 19. Jahrhundert machten einige der ersten Photographen, die in China arbeiteten, Aufnahmen vom Observatorium, darunter: John Thomson (1837-1921) “Peking Observatory.” (1874), Thomas Child (1841-1898): “Bronze armillary, Peking Observatory, 1875″ (1875) und “Some instruments on top of the observatory (Pekin).” (1890). Damals ragte der Beobachtungsturm über die Umgebung hinaus, während dermächtige Bau heute neben Stadtautobahnen und Hochhäusern fast unscheinbar wirkt und sich erst auf den zweiten Blick (und nach dem Aufstieg über eine steile Treppe) erschließt.
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- Eine englische Aufnahme gibt einen Eindruck vom Observatorium vor der Plünderung: National Archives, Image ID 26564: Astronomical instruments in the Imperial Observatory on the city wall, Peking (1900).
- Vgl. die kurzen Anmerkungen bei Joseph Needham, Science and Civilisation in China: Volume 3, Mathematics and the Sciences of the Heavens and the Earth (Cambrige et al., Cambridge University Press 1959) p. 451 n. g. Zu der Debatte um die Rückgabe der Instrumente in den 1910er Jahren s. W. W. Campbell: “Kaiser Wilhelm as a Pillager in Boxer Days; He Refused to Return China’s Astronomical Instruments, Though France Set an Example, and Used Them to Ornament Potsdam Palace Grounds”. New York Times, January 06, 1918, , Section The New York Times Magazine, Page 71. Zu den Instrumenten in Potsdam s. Rolf Müller: “Die astronomischen Instrumente des Kaisers von China in Potsdam”, in: Atlantis, Heft 2 (Februar 1931), S. 120 f.
- S. dazu: Marilyn Shea: Equatorial Armilla – 1673 – 赤道经纬仪 <zuletzt abgerufen am 28.6.2014>.
- S. dazu: Marilyn Shea: Altazimuth – 地平经仪 <zuletzt abgerufen am 28.6.2014>.
- Marilyn Shea: Azimuth Theodolite 地平经纬仪 <zuletzt abgerufen am 28.6.2014>.
- 新製儀象圖 Xin zhi yi xiang tu. Liber organicus Astronomię Europęę apud Sinas Restitutę sub Imperatore Sino-Tartarico Cām-Hȳ appellato Auctore P. Ferdinando Verbiest Flandro-Belga Brugensi E Societate Jesu Academię Astronomicę In Regia Pekinensi Pręfecto Anno Salutis MDCLXVIII ([Beijing] [1674] – Digitalisat: gallica. Digitalisate aller Drucke: Museum of the History of Science [in sehr guter Qualität].
- Ferdinand Verbiest: Compendium proponens XII posteriores figuras Libri observationum, nec non priores VIII figuras Libri organici. Astronomia europaea sub imperatore Cám Hý ex umbra in lucem revocata (Pekini: [s.n.] 1678) – Digitalisate: gallica, [relativ bescheidene Bildqualität] Universiteit Antwerpen, Erfgoedbibliotheek Hendrik Conscience [gute Bildqualität].
- Diese Abbildung findet sich auch im [Compendium proponens XII posteriores figuras Libri observationum, nec non priores VIII figuras Libri organici. Astronomia europaea sub imperatore Cám Hý ex umbra in lucem revocata].
- Jean Baptiste Bourguignon d’Anville: Atlas général de la Chine, de la Tartarie chinoise, et du Tibet : pour servir aux différentes descriptions et histoires de cet empire (Paris : Dezauche [1790?].
- Jean-Baptiste Bourguignon Anville: Nouvel atlas de la Chine, de la Tartarie chinoise et du Thibet (La Haye: Scherleer 1737) – Digitalisate → Bibliotheca Sinica 2.0.
DARIAH-DE Tutorial “Digitale Textedition mit TEI” online
Das DARIAH-DE Tutorial Digitale Textedition mit TEI ist nun vollständig online. Das Tutorial, das Teil der DARIAH-DE Schulungsmaterialien ist, besteht aus einer Reihe von Kapiteln, die aufeinander aufbauend in verschiedene Aspekte der Kodierung und Edition von Texten nach den Guidelines der Text Encoding Initiative einführen.
Das Tutorial ist für den Einsatz in der Lehre konzipiert, kann aber auch im Selbststudium eingesetzt werden. Für weiterführende Lektüre zum Thema verweisen wir auf die Sammlung zum Thema “Enrichment” in der Doing Digital Humanities”-Bibliographie, die von DARIAH-DE auf Zotero zur Verfügung gestellt wird.
Jedes Kapitel behandelt einen bestimmten Aspekt des Themas und besteht jeweils aus drei Elementen: erstens aus einem Foliensatz für ein Inputreferat, das in die wichtigsten jeweils einschlägigen Begriffe und Elemente der TEI einführt; zweitens aus einem oder mehreren Aufgabenblättern, die zur praktischen Einübung des Gelernten dienen; und drittens aus den diversen Materialien, die für die Bearbeitung der Aufgaben notwendig sind, bspw. digitale Faksimiles, Transkriptionen, XML-Dateien, und mehr. Das Tutorial umfasst die folgenden Kapitel:
- Einführung in die digitale Textedition
- Was sind Markup und XML?
- Grundlagen der Textkodierung mit TEI
- Die TEI Guidelines, Kapitel 1-23
- Metadaten im teiHeader festhalten
- Primärquellen kodieren
- Varianten kodieren
- Dokument-zentriertes Kodieren
- Manuskript-Beschreibung
- TEI anpassen mit Roma
- Verwendung von XPath
Die Tutorials wurden von Christof Schöch an der Universität Würzburg umgesetzt und sind in den vergangenen zwei Jahren u.a. im Rahmen von DARIAH-DE entwickelt worden und konnten bisher in einer Reihe von Lehrveranstaltungen (universitäre Lehrveranstaltungen auf BA-Niveau sowie diverse Workshops für NachwuchswissenschaftlerInnen aus den Geisteswissenschaften) eingesetzt werden. Die Publikation als DARIAH-DE Schulungsmaterial konnte mit Unterstützung durch Mareike Laue, Philip Dürholt, Sina Bock und Keli Du, Universität Würzburg, realisiert werden. Die Aufgabenblätter selbst sind in TEI geschrieben und wurden mit Hilfe des Satzprogramms XML-Print automatisch in PDF-Dateien verwandelt.
Die Folien und Aufgaben basieren in großen Teilen auf den Materialien, die das Team “Digital Humanities @ Oxford” für die dortige Summer School 2012 entwickelt und veröffentlich hat. Die Materialien sind durchgehend nicht nur übersetzt, sondern auch weiter entwickelt und durch neue Themen, Aufgaben und Materialien ergänzt worden. Dies ist aufgrund der Creative-Commons-Lizensierung der Oxforder Materialien möglich. Wir publizieren die vorliegenden Tutorials mit der Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 International (CC-BY), um weitere Bearbeitungen zu ermöglichen.
Neben den PDF-Dateien, die zur unmittelbaren Nutzung heruntergeladen werden können, stehen auch die XML-Dateien der Aufgabenblätter <http://dev.dariah.eu/svn/TTEI/Aufgaben/XML/> (einschließlich des RNG-Schemas, der ODD-Datei sowie der beiden Konfigurationsdateien für XML-Print) zum Download bereit. Dadurch können im Sinne der CC-BY Lizenz von Dritten Anpassungen an den Aufgaben vorgenommen und erneut mit XML-Print veränderte PDF-Dateien generiert werden. Die Speicherung im Hintergrund erfolgt in einem SVN-Repository, das die Nachverfolgung aller zukünftigen Änderungen erlaubt.
Über Rückmeldung zu dem TEI-Tutorial (sei es Lob, seien es Hinweise auf Ungenauigkeiten) freuen wir uns sehr und bitten um eine kurze Email an christof.schoech@uni-wuerzburg.de.
Quelle: http://dhd-blog.org/?p=3722
Hans-Ulrich Wehler ist tot
Quelle: http://geschichts-blog.blogspot.com/2014/07/hans-ulrich-wehler-ist-tot.html
Voransicht der Edition: Protokoll der 82. Sitzung des Gesamtreichsministeriums, 1849 Januar 22
Die Edition der Protokolle und ausgewählter Akten der Provisorischen Zentralgewalt für Deutschland soll Ende des Jahres 2014 im Manuskript fertig gestellt sein. Ein Teil der Dokumente ist aber bereits jetzt fertig bearbeitet. Als Kostprobe der geplanten Publikation folgt hier das Protokoll der 82. Sitzung des Gesamtreichsministeriums am 22. Januar 1849 samt zwei Beilagen. Das Nachstehende ist zur Publikation hier leicht umformatiert worden, entspricht aber in den meisten Hinsichten dem Erscheinungsbild, das die fertige Edition haben soll. Rückfragen oder Bemerkungen sind ausdrücklich willkommen! Einige Erläuterungen […]
aussichten. Perspektivierung von Geschichte, July 5, 2014
Maribor 62
Der Erste Weltkrieg in bewegten Bildern
Der Erste Weltkrieg in bewegten Bildern:
“Das European Film Gateway bietet seit Februar 2013 Zugang zu rund 2.900 historischen Filmen mit Bezug zum Ersten Weltkrieg. Im Rahmen des Projekts EFG1914 haben europäische Filmarchive große Teile ihrer Sammlungen zum Ersten Weltkrieg digitalisiert. Rechtzeitig zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs sind nun alle in den Archiven digitalisierten Filme über das European Film Gateway verfügbar.
Zu den ausgewählten Filmen zählen Wochenschauen, Dokumentar- und Spielfilme sowie Propaganda. Das Material ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, da heute nur noch geschätzte 20 Prozent aller zur Stummfilmzeit entstandenen Filme erhalten sind. Vor diesem Hintergrund bilden die im Rahmen von EFG1914 digitalisierten Filme einen erheblichen Teil der in den Archiven noch vorhandenen Bestände dieser Zeit ab.”1
Trailer des Projekts.
Schön gemacht sind auch die virtuellen Ausstellungen. Filme von religiösen Zeremonien konnten wir leider keine finden.
- Vgl. Ankündigkungstext.
Mittelalterliche Urkunde im Universitätsarchiv Regensburg entdeckt
Im Universitätsarchiv Regensburg wurde im Rahmen einer regulären Abgabe von Unterlagen, die für die laufende Schriftgutverwaltung nicht mehr benötigt wurden, eine mittelalterliche Urkunde in einem alten Tresor entdeckt. Diese Urkunde stammt aus dem Jahr 1290 und wurde von der Stadt Ypern ausgestellt. Inhaltlich geht es die Zustimmung zu einem Schiedsverfahren beim Grafen von Flandern in einem Streit zwischen Stadt Ypern und Kloster Mesen (Messines). Die Urkunde befindet sich in vergleichsweise gutem Zustand und wurde nach Auffindung archivfachlich verpackt.
Man mag zunächst stutzen: Das Universitätsarchiv ist doch erst 2004 gegründet worden. Wie gelangte also diese flämische Urkunde aus dem Mittelalter ins oberpfälzische Universitätsarchiv? Das Klosterarchiv zu Mesen wurde im Winter 1914/15 von Soldaten der 6. Armee geplündert – vorwiegend also von bayerischen Soldaten. Wie die Urkunde dann letztlich in den Tresor gelangte, wo sie 2012 wieder aufgefunden wurde, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden. Es gibt zwar eine Spekulation, auf die auch in der Presse bereits hingewiesen wurde, aber ich wäre in dieser Frage ohne definitive Belege sehr zurückhaltend.
Als Kriegsbeute fällt die Urkunde unter die Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung von 1907, die bereits auf einer normativen Ebene eine Entfremdung von wissenschaftlichen, kulturellen und geistlichen Gütern ausschließt. Sie war sowohl für Belgien wie für das Deutsche Reich und seine Teilstaaten seit 1910 rechtskräftig.
Der Tresor selbst war durch ein simples Vorhängeschloss versperrt, zu dem jedoch kein Schlüssel mehr existierte. In dem Tresor befand sich ein separiertes Schließfach, worin sich die Urkunde befand. Dazu lagen dort u.a. eine Fotoglasplatte, die einen Militärarzt darstellt
Am 16. Juli wird die Urkunde präsentiert. Die Abgabe an das Stadtarchiv Ypern ist für Ende September geplant.
StaBi Berlin sucht LeiterIn Online-Technologien
Eine feine, noch dazu entfristete (!) Stelle hat die Staatsbibliothek Berlin ausgeschrieben. Dort sucht man eine/n LeiterIn Online-Technologien:
Aufgabengebiet:
- Leiten des Sachgebietes Online-Technologien
- Organisieren und Koordinieren der Arbeits- und Entwicklungsabläufe
- Durchführen der Projekt- und Ressourcenplanung
- Planen, Konzeptionieren, Entwickeln und Einführen von neuen IT-Vorhaben sowie Weiterentwickeln bestehender IT-Verfahren für die Bereitstellung elektronischer Informationsdienstleistungen
Anforderungen u.a.:
- abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom, Master) in der Fachrichtung Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einer mathematisch-naturwissenschaftlichen bzw. technischen Fachrichtung mit IT-Ausrichtung
- mehrjährige praktische Berufserfahrung in der Leitung und Koordination von Entwicklerteams, in der Planung und Anwendung agiler Entwicklungsmethoden (zum Beispiel extreme Programming, Kanban, Scrum), in der Konzeption von zeitgemäßen Software-Architekturen sowie dem Refactoring komplexer bestehender Systeme
- sehr gute Kenntnisse aktueller Architekturkonzepte
- Kenntnis moderner Softwareentwicklungs- und Softwarequalitätssicherungsmethoden
- gute Kenntnisse und Erfahrungen in mehreren Programmiersprachen, insbesondere Java und PHP
- gute Kenntnisse über aktuelle Webtechnologien
- gute Kenntnisse über Suchmaschinentechnologien
Bewerbungsschluß ist der 24.07.2014.
Zur vollständigen Ausschreibung: http://www.preussischer-kulturbesitz.de/stellenanzeige/news/2014/07/03/leiterin-des-sachgebiets-online-technologie.html
Quelle: http://dhd-blog.org/?p=3752



